Thrombose Wann erhöht die Pille das Thrombose-Risiko?

29.06.2016 , Autor:Anna Ullrich
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Schnell, unkompliziert, sicher – nicht ohne Grund ist die Pille das beliebteste Verhütungsmittel. Doch hormonelle Verhütungsmittel erhöhen das Risiko für gefährliche Blutgerinnsel

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Pille Thrombose: Erhöht die Pille das Thrombose-Risiko?
Unerwünschte Nebenwirkung: Das Thrombose-Risiko ist von Pille zu Pille unterschiedlich © Kseniia Perminova / Shutterstock.com
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Schönes Haar, reinere Haut, eine schlanke Figur – sicher haben Sie auch schon einmal von den tollen Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille gehört. Die neueren Präparate werden oft angepriesen wie ein Lifestyle-Produkt. Ihr eigentlicher Zweck – nämlich den, eine Schwangerschaft zu verhindern – rückt dabei mehr und mehr in den Hintergrund. Dass die Pille außerdem eine entwässernde Wirkung hat, wissen allerdings nur wenige. Entwässern klingt doch super, könnte man meinen, aber dadurch kann das Blut verdicken und so leichter zu einer Thrombose führen. Bei einer Thrombose bilden sich Blutgerinnsel in den Gefäßen und behindern so den Blutstrom – manchmal mit schwerwiegenden Folgen. "Bei jungen, gesunden Frauen, die die Pille einnehmen, ist das Risiko für eine Thrombose immer sehr gering. Trotzdem ist es höher als bei Frauen, die nicht mit einer kombinierten hormonellen Methode verhüten, zu denen übrigens auch Verhütungsring und -pflaster gehören", erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Falsche Versprechen auf Kosten der Gesundheit?
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat das Risiko für Thrombosen in Verbindung mit verschiedenen Kombinations-Pillen mit Gestagen und Östrogen untersucht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das Risiko allein durch die Einnahme der Pille eine Thrombose zu bekommen, insgesamt gering ist. Allerdings gebe es dabei deutliche Unterschiede je nach Zusammensetzung der Pillen. Das geringste Risiko haben demnach Pillen der sogenannten 2. Generation mit dem Wirkstoff Levonorgestrel. Die Präparate der 3. und 4. Generation mit den Gestagenen Drospirenon und Desogestrel haben häufig ein wesentlich höheres Risiko für die Bildung gefährlicher Blutgerinnsel. Aber gerade diese Präpatare sind in Deutschland besonders beliebt.

"Neu ist nicht immer gleich besser, im Gegenteil: Die Pillen der früheren Generationen schützen genauso gut vor einer ungewollten Schwangerschaft und haben ein geringeres Thromboserisiko", sagt Professor Gerd Glaeske von der Universität Bremen, der im Pillenreport 2015 im Auftrag der Techniker Krankenkasse die Nutzen und Risiken der neuen Pillen untersucht hat. Dieser gibt auch Aufschluss darüber, welche Pillen betroffen sind:

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Thromboserisiko durch die Pille

Drospirenon, Levonorgestrel, Dienogest – welches Gestagen steckt in Ihrer Pille?

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Laut EMA tritt pro Jahr bei 2 von 10.000 Frauen eine Thrombose auf, wenn diese keine hormonellen Kontrazeptiva einnehmen. Mit der Einnahme der Pille steigt dieses Risiko – wenn auch gering. Kombinationspillen, die neben dem Östrogen eines der Gestagene Drospirenon, Desogestrel oder Gestoden enthalten, steigern das Risiko demnach um das Fünf- bis Sechsfache.

Meine Pille ist dabei – was nun?
Wenn bisher keine Probleme bei der Anwendung aufgetreten sind, besteht laut eines Rote-Hand-Briefs, mit dem Pharmaunternehmen über Risiken ihrer Arzneimittel aufklären, kein Grund zu Sorge. Dr. Albring bestätigt: "Wenn Sie die Pille schon länger als ein halbes bis dreiviertel Jahr einnehmen, ist das Thromboserisiko nur noch sehr gering." Einen Wechsel empfiehlt er nur dann, wenn Sie mit der Pille sowieso nicht gut zurechtkommen, weil zum Beispiel Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen oder Wassereinlagerungen auftreten. "Eine Pillenpause wäre allerdings keine gute Idee, weil selbst nach nur einem Monat Pause das Thromboserisiko wieder so hoch ist, wie zu Beginn jeder Einnahme eines kombinierten hormonellen Kontrazeptivums", warnt Dr. Albring.

Wenn Sie die Pille erst seit Kurzem einnehmen, sollten Sie in den ersten Monate darauf achten wie Ihr Körper reagiert. "Einseitige Stiche, muskelkaterähnliche Schmerzen oder Spannen in den Waden oder in der Innenseite der Oberschenkel können ein Frühzeichen für eine Thrombose sein", sagt Albring. Blockieren die Gerinnsel Blutgefäße der Lunge, kann es zu einer Lungenembolie kommen. Dann muss das Herz gegen den Widerstand in den Gefäßen anpumpen und weil der Blutfluss blockiert ist, nimmt der Körper über die Lunge weniger Sauerstoff auf. Die Anzeichen dafür: "Für eine beginnende Lungenthrombose oder Lungenembolie sprechen auffallende Schlappheit und Atemnot ohne Infekt", sagt Dr. Albring.

Vor allem Raucherinnen müssen aufpassen
Bei der Einschätzung des persönlichen Thrombose-Risikos spielen neben hormonellen Verhütungsmethoden weitere Faktoren eine noch größere Rolle. Zum Beispiel können Blutgerinnungserkrankungen in der Familie ein Grund zur erhöhten Vorsicht sein und natürlich beeinflusst auch Übergewicht die Blutgerinnung. Vor allem Raucherinnen haben ein erhöhtes Risiko für Blut-Kreislauf-Erkrankungen. Treffen mehrere Faktoren zusammen, ist bereits das Basisrisiko für eine Thrombose erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe rät in diesem Fall von Drospirenon-haltigen Pillen ab. "Die größten Thromboserisiken bergen vor allem auch lange Bettlägerigkeit und große Operationen", sagt Dr. Albring.

Bei der Verschreibung der Pille fragen Frauenärzte deshalb nach, ob die Patientin raucht, wie viel sie wiegt und ob Sie schon einmal eine Thrombose hatte oder es entsprechende Erkrankungen in der Familie gibt. Außerdem achten sie auf Anzeichen für hormonelle Dysbalancen wie Akne oder Haarausfall und fragen bei Vorsorgeuntersuchungen nach Zwischenblutungen oder Schwierigkeiten mit der Pille.

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