Willkommen im Paradies Curacao – eine Perle der Karibik

15.06.2016 , Autor:Julia Hein / Rebecca Höfer
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Klein Holland unter Palmen: Auf der kleinen Karibikinsel mit den niederländischen Wurzeln zeigt das Thermometer ganzjährig um die 30°. Und das ist nur einer der Gründe, warum Ihre nächste Reise nach Curacao führen sollte 

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Curacao:
Curacao: Willkommen im Paradies © Gail Johnson / Shutterstock.com
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Kilometerlange Sandstrände, tropische Temperaturen und exotisches Essen: Die größte der drei karibischen ABC-Inseln (Abkürzung für Aruba, Bonaire, Curacao) umfasst rund 444 Quadratkilometer und bietet 150.000 Menschen aus mehr als 50 verschiedenen Nationen ein paradiesisches Zuhause. Entdecken Sie mit uns die Perle der Karibik, denn wir verraten Ihnen, was es auf der Insel zu entdecken, erleben und "erschmecken" gibt.

DIE GESCHICHTE VON CURACAO


Unvorstellbar, aber wahr: Im Hafen von Willemstad, die Hauptstadt Curacaos, fand im 17. Jahrhundert Sklavenhandel im großen Stil statt. Dort wurden Gefangene aus der ganzen Welt, vor allem jedoch aus Afrika, von den Holländern verkauft. Denn: 1634 wurde Curacao zu einer niederländischen Kolonie und gehörte später zu den "niederländischen Antillen". Die Abschaffung des Sklavenhandels fand erst nach langer Zeit im Jahr 1863 statt. Heute gehört Curacao immer noch zum "Niederländischen Königreich", gilt seit 2010 allerdings als autonome Insel mit eigener Regierung und Währung ("Antillen Gulden"). Dass Niederländisch die offizielle Amtssprache ist, liegt daher schon fast auf der Hand. Aber auch Englisch und Papiamentu sind überall auf der Insel zu hören. Papiamentu, die Sprache der Einheimischen, hat einen besonderen Hintergrund: Sie wurde von den Sklaven im 17. Jahrhundert erfunden, da es Ihnen untersagt war die Amtssprache zu lernen. Aus einer einfachen Ausdrucksart etablierte sich im Laufe Zeit eine anerkannte Sprache. Eine kleine Kostprobe gefällig? Auf Curacao ist gewissermaßen alles "dushi". Dushi bedeutet süß oder niedlich, kann jedoch auch als Ansprache genutzt werden. "Hey dushi" bedeutet also so viel wie "Hey Schatzi". Die grausame Zeit der Sklaverei ist auch heute noch allgegenwärtig. Sie spiegelt sich beispielsweise in den 55 "Landhuizen" wider, die damals den Mittelpunkt einer Sklavenplantage ausmachten und heutzutage zum Teil besichtigt werden können. Diese Landhäuser waren meist auf einem Berg vorzufinden, sodass der "Master" seinen gesamten Besitz problemlos überblicken konnte – auch seine Sklaven.

KLEIN HOLLAND IN DER KARIBIK


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Curacaos Hauptstadt "Willemstad" erinnert an die niederländische Hauptstadt Amsterdam © PlusONE / Shutterstock.com

Es leben zwar viele Holländer auf der Karibikinsel, gemeint sind allerdings die Traditionen. Diese sind stark an denen der Niederlande angelehnt – und das ist beispielsweise in Willemstad ("Klein Holland in der Karibik") nicht zu übersehen. Die bunten, holländischen Kolonialbauten im Stadtkern von Willemstadt, die Struktur sowie der Stil erinnern an die wunderschöne Hauptstadt der Niederlande, Amsterdam. Apropos: Seit 1997 gilt ein Großteil der Stadt als UNESCO-Weltkulturerbe. Sehenswürdig ist ebenfalls die "Königin-Emma-Brücke", die von den einheimischen Bewohner auch "Swinging old lady" (schwingende alte Dame) genannt wird. Denn wenn Schiffe passieren, schwingt die Brücke umher. Als Fußgänger kann man das Spektakel sogar miterleben: Auch wenn die Brücke schwingt, kann man weiterhin über sie drüber schlendern. Sollte die Brücke jedoch komplett geöffnet sein, kann man problemlos auf die kostenlose Fähre ausweichen.

TAUCHERPARADIES CURACAO


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Auch Wasserschildkröten gehören zu Curacaos vielfältigen Unterwasserlebewesen

© tjwvandongen / Shutterstock.com

Neben den wunderschönen weißen Sandstränden – zu denen wir übrigens gleich direkt im Anschluss kommen – bietet Curacao eine unglaubliche Unterwasserwelt. Seepferdchen, Wasserschildkröten, Korallen, Anemonen, Rochen, Skorpionfische – kaum ein außergewöhnliches Wasserlebewesen, das es nicht zu bestaunen gibt. Wer sich Curacaos Artenvielfalt gerne live und in Farbe anschauen möchte, der kann sich freuen: Es gibt über 60 ausgewiesene Tauchspots und jede Menge Tauchschulen, sodass auch Unerfahrene jederzeit den Einstieg ins Wasser finden können.

Der sogenannte "Mushroom Forest" ist einer der bekanntesten Tauchspots der Insel und gleichzeitig einer schönsten der Welt. Der Spot liegt am "Black Sand Beach" (Schwarzer Sandstrand) –  von den Einheimischen auch "Santu Pretu" genannt – einem dunkelgrauen Vulkansands-Strand. Seinen Namen erhält der "Mushroom Forest" durch seine riesigen Hartkorallen, die im Laufe der Zeit pilzartig herangewachsen sind. Unter den "Pilz-Hüten" leben unzählige kleine Fischarten. Direkt neben dem „Pilz-Wald“ findet man den "Blue Room", der sich am besten beim Schnorcheln erkunden lässt. Nachdem man eine schmale Öffnung durchquert hat, gelangt man in eine luftgefüllte Kammer: Dort bricht das Sonnenlicht in wunderschönen Blautönen, da es von dem gegenüberliegenden mit weißem Sand bedeckten Plateau des Eingangs reflektiert wird.

Weitere Tauchplätze: Hier finden Sie eine Auflistung über die Top-Tauchspots der Insel.

DIE 5 SCHÖNSTEN STRÄNDE AUF CURACAO


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Auf Curacao erwarten Sie über 35 einzigartige Strände

© Gail Johnson / Shutterstock.com

Palmen, türkisblaues Meer und weißer Sand – Curacao begrüßt Sie mit über 35 traumhaftschönen Karibik-Stränden, die sich überwiegend an der ruhigen Südwest Küste befinden. Dass die meisten Strände kostenfrei und jederzeit zugänglich sind, ist quasi das Sahnehäubchen für oben drauf. Wir stellen Ihnen eine kleine Auswahl an traumhaften Karibik-Strände vor:

1. Grote Knip und Kleine Knip: Der Strand "Grote Knip" (auch Playa Kenepa oder Playa Abou genannt) ist sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen total gefragt. Felsen und Bäume umgeben das türkisfarbene Wasser und spenden ausreichend Schatten. Der "Kleine Knip" liegt nur ein paar Kilometer entfernt. Er ist deutlich kleiner – wer hätte das gedacht –  und weniger erschlossen, aber dennoch sehr beliebt.

2. Mambo-Beach: Der "Mambo-Beach" ist Curacaos allzeitbesuchter Party-Strand. Nicht nur Touristen kommen gerne her, um ausgelassen zu feiern und Spaß zu haben – auch die Inselbewohner selbst lassen sich immer gerne blicken.

3. Jan Thiel Beach: Dieser Strand gehört zu den wenigen kostenpflichtigen Stränden und lockt vor allem Touristen mit gehobenen Ansprüchen an. Exklusive Restaurants und coole Bars wohin das Auge reicht. Zusätzlich kann man sich für vielfältige Wassersport-Aktivitäten, wie zum Beispiel Jet Ski fahren oder Flyboarding, entscheiden.

4. Playa Lagun: Wer lieber abseits des Getümmels einfach seine Ruhe haben möchte, dem ist der "Playa Lagun" zu empfehlen. Die kleine, von Felsen umgebene Bucht ist eine ideale Anlaufstelle für faszinierende Schnorchen- und Tauchausflüge – nicht zuletzt wegen des klaren, ruhigen Wassers.

5. Playa Kalki: Zu den schönsten Tauch- und Schnorchelgegenden gehört ebenfalls der Playa Kalki. Er liegt an der Westküste Curacaos, direkt am Kura Hulanda Lodge & Beach Club, ist dennoch für jeden frei zugänglich. Was den Strand für Tauch- und Schnorchel-Begeisterte so beliebt macht? Seine traumhaften Riffe und unglaublichen Unterwasser-Felsformationen.

Weitere Traumstrände finden Sie hier.

TOP 10: DIE HIGHLIGHTS AUF CURACAO


Zugegeben, die Karibik-Insel hat so viele traumhaft schöne Orte, dass es schwer fällt, überhaupt eine Auswahl zu treffen. Wir haben es dennoch versucht – hier sind unsere Top 10:

1. Curacao Dolphin Academy (Willemstad):


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Märchen werden wahr: In der Dolphin Academy können Sie mit Delfinen in einer natürlichen Lagune schwimmen

© Gail Johnson / Shutterstock.com

Schwimmen mit Delphinen - spätestens seit "Flipper" haben wir doch alle mal davon geträumt. In der Dolphin Academy kann dieser Traum tatsächlich wahr werden: In einer kleinen Gruppe von maximal 6 Personen können Sie mit den Meeressäugern schwimmen, sie streicheln oder ihnen unterschiedliche Kommandos geben, woraufhin sie singen, sich drehen oder mit der Flosse winken. Pluspunkt: Sie treffen in einer natürlichen Delphinlagune auf die faszinierenden Tiere.

2. Handelskade (Willemstad):


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Handelskade in Willemstad

"Klein Holland in der Karibik" - Willemstads wunderschöne Kolonialbauten

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Die bunte Häuserzeile im karibischen Kolonialstil ist ein wahrgewordener Mädchentraum. Direkt im Stadtteil Punda am Hafen gelegen, dienten die Jahrhunderte alten Häuser früher den niederländischen Kaufleuten als Verwaltungs- und Lagerhäuser für den Handel mit dem Mutterland. Einen besonders schönen Blick bekommen Sie von den Brücken "Queen-Emma-Bridge" und "Queen-Juliana-Bridge". Beide Brücken liegen direkt nebeneinander.

3. Floating Market (Willemstad):


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Floating Market

Der Floating Market von Williamstad

© lidian Neeleman / Shutterstock.com

Ein Markt der besonderen Art: Auf dem Floating Market in Willemstad verkaufen Händler ihr Obst, Gemüse und ihren Fisch zwar an Land, direkt hinter ihnen sehen Sie aber die kleinen Boote, mit denen sie ihre Ware täglich frisch aus dem nahegelegenen Venezuela heranschippern. Pingelig dürfen Sie hier aber nicht sein: An europäischen Verhältnissen gemessen, sind die hygienischen Umstände teilweise bedenklich, denn es wird beispielsweise Fisch verkauft, der zuvor stundenlang der Sonne ausgesetzt war.

4. Klein (Little) Curacao:


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Das einzige Lebenszeichen auf klein Curacao: Der ehemalige Leuchtturm

© Alexandra Latypova / Shutterstock.com

Eine einsame, unbewohnte Insel, unberührte Sandstrände, unverbaute Natur und kristallklares Wasser wohin das Auge reicht - das gibt es nur in Ihren Träumen? Falsch! Klein Curacao, eine kleine Insel etwa 25 km südöstlich von ihrer großen Schwester, ist völlig unbewohnt. Hier gibt es nichts außer einem ehemaligen Leuchtturm. Besonders Taucher zieht es hierher: Faszinierende Unterwasserhöhlen und Korallenriffe machen den Tauchgang zu einer unvergesslichen Erfahrung. Übrigens: Dieser Tipp ist nichts für Morgenmuffel, denn die Bootstouren starten bereits sehr früh. Doch das Aufstehen lohnt sich, versprochen!

5. Mount Christoffel / Christoffel Nationalpark:


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Der Mount Christoffel: Mit 372 m der höchste Punkt der Insel

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Das größte Naturreservat Curacaos ist im Gegensatz zum Rest der Karibik-Insel wirklich grün - und zwar nicht nur in der Regenzeit von November bis Februar. Neben einer schönen Vegetation (seltene Orchideenarten, riesige Kakteen, etc.) beeindruckt der Nationalpark besonders durch seine Vielzahl an Lebewesen: Gigantische Leguane, Hirsche, Falken, Schleiereulen, Tauben, Peilkane, Flamingos und über 250 andere verschiedene Vogelarten. Außerdem beherbergt der Park den höchsten Punkt der Insel: Den Mount Christoffel, der mit seinen 372 m einen grandiosen Ausblick über die ganze Insel bietet. Aber Achtung, der Aufstieg ist selbst für trainierte Sportlerinnen eine ganz schöne Herausforderung!

6. Karneval auf Curacao


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Karneval auf Curacao

Leuchtend bunte Farben und aufwendige Kostüme: Der unvergessliche Karneval auf Curacao

© Gold Stock Images / Shutterstock.com

Ob Sie nun deutschen Karneval mögen oder nicht: Die karibische Version des Spektakels werden Sie lieben! Jedes Jahr im Februar und März finden die Hauptmärsche im Viertel Otrobanda in der Hauptstadt statt. Dabei variiert die Route von Jahr zu Jahr. Die große Parade auf Curacao mit ihren Wagenzügen, Tänzen und bunten Kostümen ist eines der größten Karnevalsspektakel der Karibik.

7. Shete Boka Nationalpark (Willemstad):


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Shete Boka Nationalpark: Der Nationalpark ist für seine raue Brandung bekannt

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Der kleine Shete Boka Nationalpark ("Sieben Buchten Nationalpark") liegt an der Nordküste Curacaos und ist für seine raue Brandung bekannt, die sich an den zerklüfteten Felsen zerschlägt und bis zu zehn Metern in die Höhe schießt. Außerdem können Sie hier Meeresschildkröten beobachten, die herkommen, um ihre Eier zu legen. Durch das 200 Hektar große Gelände führen mehrere Schotterpisten, die auch mit dem Auto befahrbar sind. Vier der insgesamt sieben Buchten können Sie so bequem erreichen. Achtung: Hier gibt es nur wenig Schatten, achten Sie unbedingt auf Sonnenschutz und genügend Trinkvorräte!

8. Curacao Ostrich Farm:


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Die maximale Größe eines Straußes liegt bei 2,8 m

© Vladimir57 / Shutterstock.com

Mit seinen über 600 gefiederten Bewohnern, ist die Ostrich Farm auf Curacao eine der größten Straußenfarmen außerhalb Afrikas. Neben den 40-minütigen Führungen (auf Englisch und Niederländisch) können Besucher die Härte der Schale sowie das Gewicht von Straußeneiern prüfen, mit den kleineren Vögeln spielen und sie füttern oder die älteren Tiere beobachten.

9. Kura Hulanda Museum (Willemstad):


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Sklavenhandel auf Curacao

Traurige Vergangenheit: Willemstads Hafen war eine Hochburg des Menschenhandels

© Everett Historical / Shutterstock.com

Das 2001 eröffnete Museum erinnert an die dunkle Vergangenheit der Karibik-Insel: Im 17. Jahrhundert boomte der Sklavenhandel auf der Insel. Die Ausstellung befasst sich eingehend mit der Geschichte des Menschenhandels - passenderweise liegt sie direkt am Stadthafen von Willemstad, eben jenem Ort, von dem die Sklaven in alle Welt verschifft wurden. Übrigens: Der "Kura Hulanda" ist Papiamentu und bedeutet übersetzt "Holländischer Garten".

10. Hato Caves (Willemstad):


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Hato Caves: Wunderschöne Kalksteinformationen, Wasserfälle sowie der Lebensraum einer seltenen Kolonie langnasiger Flughunde © Fotos593 / Shutterstock.com

Die gute Nachricht zuerst: Das Klima in Curacaos Tropfsteinhöhle ist nicht zu vergleichen mit dem in europäischen Höhlen - den Pullover können Sie also getrost zuhause lassen. Die Tropfsteinhöhle, die rund 240 Meter tief in den Berg hineinragt, bietet heutzutagte zwar nur noch Fledermäusen eine Heimat, diente aber lange Zeit den Sklaven als Unterschlupf. In etwa einer Stunde können Sie die Höhle besichtigen. Highlights sind der unterirdische See sowie "La Veneta" ("das Fenster"), ein Felsspalt, durch den Sonnenlicht einströmt und bemerkenswerte Lichtspiele erzeugt.

SO SCHMECKT DIE KREOLISCHE KÜCHE


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Avocados, Melonen, Bananen en masse - exotisches Leckereien auf Curacaos Märkten

© Darryl Brooks / Shutterstock.com

Mexikanisch, Asiatisch, Italienisch, Kreolisch – Curacaos Küche ist so vielfältig wie die Insel und seine Bewohner selbst. Geprägt ist die kreolische Küche von verschiedensten Einflüssen und Kulturen, wie zum Beispiel der Afrikanischen. Wegen der kurzen Regenzeit und den hohen Temperaturen werden so gut wie alle Lebensmittel importiert, da auf dem trockenen, nährstoffarmen Böden Curacaos einfach nichts richtig wachsen will. Auf dem berühmten "Floating Market", einem besonderen Obst-, Gemüse- und Fischmarkt, erhält man jedoch alles, was das Herz begehrt. Händler aus dem nur rund 70 Kilometer entfernten Venezuela sowie aus Haiti verkaufen ihre Lebensmittel inzwischen von kleinen Ständen direkt am Land – früher sogar direkt von ihren Booten aus, daher auch der Name.

Es liegt nahe, dass auf Curacao vor allem Fisch und diverse Meeresfrüchte gerne zubereitet werden. Doch auch geschmortes Fleisch, häufig Ziege oder Leguan, gehören zu den Spezialitäten der Insel. Ja, Sie haben richtig gehört. So sind beispielsweise "Suppa de Iguana" (Leguansuppe) und "Kabritu Stoba" (geschmortes Ziegenfleisch) absolute Delikatessen. Für wen das zu viel ist, der kann beispielsweise auf eine "Parilla de Marisco", eine Platte mit verschiedenen gegrillten Meeresfrüchten, ausweichen. Als typische Beilage gelten "Funchi", eine Art karibische Polenta aus Maismehl oder auch "Kassave" (Maniok), die im Grunde wie Kartoffeln zubereitet werden können. Aber keine Sorge: Neben den eher exotischen Zutaten finden auch ganz "unspektakuläre" Lebensmittel, wie Weißkohl oder Kürbis, in Curacaos Küche häufig Verwendung. Wer sich an die kreolische Küche heranwagen möchte, der kann sie zum Beispiel in der alten Markthalle, der "Marché Bieu", testen – ein echter Geheimtipp, denn hierbei handelt es sich nicht um ein Restaurant. Dort findet man mehrere kleine Garküchen unter einem Dach, in denen man die klassischen Spezialitäten der Insel schon für kleines Geld kosten kann. Hier sitzen Touris und Einheimische gemütlich zusammen – authentisches Karibik-Feeling pur! 

Restaurant-Tipps: Das gemütliche, quirrlige und vor allem bunte Restaurant Mundo Bizarro liegt in einer kleinen Seitenstraße Willemstads und lädt zum Quatschen und Genießen ein. Im zentraler gelegenen Restaurant De Governeur gibt es neben leckeren Fisch- und Fleischgerichten (auch nach traditioneller Art) auch noch einen wunderschönen Blick auf die Skyline von Willemstad. 

COCKTAIL-TIME


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Cocktail mit Blue Curacao

Lecker: Cocktails mit dem berühmtesten Likör der Insel "Blue Curaçao"

© photopixel / Shutterstock.com

Der allgemein bekannte "Blue Curaçao" kommt tatsächlich von der Karibikinsel. Ursprünglich wird der blaue Likör nach einem besonderen Herstellungsprozess und einem traditionellen Rezept in einem uralten Kupferkessel produziert. Sein berühmtes Orangen-Aroma erhält der Likör von der Schale einer bestimmte, bitteren Orangensorte, die nur auf Curacao wächst. Ein kleines Wunder, denn auf der sonst zu regenarmen, kargen Inseln, wächst sonst so gut wie nichts. Der Legende nach entstand der Likör vor rund 115 Jahren eigentlich nur aus Zufall und der Experimentierfreudigkeit des Erfinders. Die blaue Farbe tauchte auch nur beim ersten Mal auf – man vermutet, dass eine chemische Reaktion zwischen dem Kupfer und dem Alkohol der Auslöser war. Seitdem verdankt der Likör seine prominente Farbe schlicht und ergreifend blauer (mittlerweile auch grüner, roter, gelber und orangener) Lebensmittelfarbe. Leider kann man Ortsnamen nicht patentieren lassen, so dass theoretisch jeder einen blauen Likör herstellen und ihn einfach "Blue Curacao" nennen kann. Den Original-Likör "Genuine Curaçao of Curaçao Liqueur" kann man jedoch nur auf Curacao selbst kaufen. 

NONSTOP NACH CURACAO


Lust auf Sonne satt, endloslange Sandstrände und Palmen noch und nöcher? Auch wenn die offizielle Regenzeit auf Curacao von November bis Februar andauert, ist die Insel auch in diesen Monaten ein perfektes Reiseziel, denn kurze Regenschauer sind zwar möglich, gehen anschließend aber sofort wieder in strahlenden Sonnenschein über. Ein weiterer Pluspunkt: Zu dieser Zeit ist die sonst so karg bewachsene Karibik-Perle so schön grün wie nie. AirBerlin fliegt sie inzwischen für läppische 577 Euro non-stop ins Paradies. Ganz ohne lästiges Umsteigen und nervigen Zeitdruck – und das in (nur) 10,5 Stunden! Wenn das mal kein Angebot ist! Also, worauf warten Sie? Packen Sie Ihre Koffer, die Insel ruft!

Unsere Redakteurin war auf Curacao und hat die besten Spots für Sie gecheckt:


Curacao erleben – ein Reisebericht

7 Tage Curacao: Ein Reisereport
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1 / 25 | 1 Woche Curacao: Ein Reisereport - © Peter Hermes Furian / Shutterstock

Tag 0 Ich habe den besten Job der Welt

„Du fliegst eine Woche in die Karibik – zum Arbeiten? Willst du mich auf den Arm nehmen?“ Kommentare wie diese musste ich mir vor meiner Reise nach Curacao im November letzten Jahres von Freunden und Familie immer und immer wieder anhören. Zugegeben: Arbeiten? Auf Curacao? Eine Kombi, die partout nicht zusammenpassen will. Doch es nützt alles nichts, denn im Laufe meiner Pressereise auf die größte der sogenannten ABC-Inseln (Arouba, Bonaire, Curacao) darf ich natürlich nicht nur faul in der Sonne braten, sondern will die Insel und seine Bewohner entdecken und erleben, um hier in meinem Reisetagebuch ausgiebig darüber berichten zu können. Mein Reiseplan, den mir das Curacao-Touristboard zusammengestellt hat, steigert meine Vorfreude noch zusätzlich: Schwimmen mit Delfinen, Tauchen, SUP. Ich kann mein Glück kaum fassen. Let this journey begin. 

7 Tage Curacao: Ein Reisereport
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2 / 25 | Curacao von oben: WOW! - © Gail Johnson / Shutterstock.com

Tag 1 Non stop ins Paradies

8129 Kilometer Luftlinie, 12 Stunden Flug: Curacao ist nur einen Katzensprung entfernt. NICHT. Aber der Direktflug von Düsseldorf vergeht wirklich rasend schnell. In Willemstad, der Hauptstadt der Insel angekommen, werde ich direkt von einem netten Flughafenmitarbeiter in Empfang genommen und darf mich dank Promi… äh Presse-Status an den Urlauber-Schlangen vor der Passkontrolle vorbeidrängeln. Nicht schlecht, da könnte ich mich dran gewöhnen. Wir holen mein Gepäck und er übergibt mich an meinem Guide Steven, der die nächsten 7 Tage für mich und mein Wohlbefinden verantwortlich ist. 

Karibik-Feeling: Unsere Autorin entdeckt Curacao
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3 / 25 | Der Blick aus meinem Hotelzimmer in erster Strandreihe - © Kathleen Schmidt

Tag 1 Hotelcheck

First stop: Das Sporthotel Lions Dive & Beach Resort Curacao. Die Anlage ist wunderschön, gepflegt und liegt direkt am Mambo-Beach, auch bekannt als der „Party-Strand“ der Insel. Oha. Party machen, ok  – aber allein? Guide (und Familienvater) Steven sieht ehrlich gesagt nicht so aus als wenn er mit mir die Nächte durchmachen will (und kann). Wir werden sehen. Erstmal ankommen, auspacken und abschalten. Dem netten Mitarbeiter, der mich per Caddy zu meinem Zimmer kutschiert, muss ich zerknirscht gestehen, dass ich noch kein Bargeld habe und das Trinkgeld leider entfällt. Aber versuchen Sie mal in Deutschland an „Antillen-Gulden“ zu kommen. Am Bankschalter fragte man mich ganz irritiert wo ich denn hinreisen wolle, von dieser Währung hätte man hier noch nie gehört. Wie ich später erfuhr, kann man auf Curacao auch ganz normal mit dem US-Dollar bezahlen. Kann ja keiner ahnen, sorry fürs Trinkgeld-Prellen. Das traumhaft schöne (viel zu große) Zimmer (mit 2 Doppelbetten!?) liegt direkt am Strand – ich raste aus. Fehler bei der Buchung oder erneutes Upgrade dank Presse-Ausweis? Wen kümmert’s, ich werde den Teufel tun und nachfragen. Hier kriegt mich so schnell keiner raus.  

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4 / 25 | Ein Leguan hautnah - © Kathleen Schmidt

Tag 1 Leguane so weit das Auge reicht

Der erste Besucher lässt auch nicht lange auf sich warten: Auf meiner Terrasse macht es sich direkt mal ein (doch recht imposanter) Leguan gemütlich und genießt die Sonne. Erst fotografiere ich noch ganz scheu hinter der Scheibe vom Zimmer aus, weil ich ihn nicht erschrecken will. Als ich mich immer näher an ihn heranwage, merke ich schnell: Das macht der öfter! Hier habe ich es wohl mit einem echten Posing-Profi zu tun, der sich gern von Touris ablichten lässt. Es ist auf Curacao fast unmöglich, KEINEN Leguan während seines Urlaubs zu sehen - denn wie ich später merke, sind die kaltblütigen Sonnenanbeter einfach überall. Auch im Suppentopf der Einheimischen, aber dazu später mehr.

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5 / 25 | Die Hemingway Bar in top Lage - © Kathleen Schmidt

Tag 1 Erste Eindrücke

Zimmer erkundet, lange gegen kurze Hose getauscht (30°C statt 11°C in Deutschland – yeah) und ab geht’s die Gegend und die Hotelanlage erkunden. Das Hotel ist wirklich weitläufig und der kleine Strandabschnitt vor meiner Tür geht nahtlos in den bereits erwähnten Mambo-Beach über. Hier gibt es viele chillige Beach-Bars und eine kleine Einkaufsmeile. Auf der anderen Seite grenzt das Hotel an das Sea Aquarium und die Dolphin Academy. Ah, da warten sicher schon die Delfine – mit denen ich laut meines Reiseplans in den nächsten Tagen schwimmen darf – auf mich, sehr gut. Die Hemingway Bar (rechts im Bild) direkt am Strand der Hotelanlage ist abends Bar und Restaurant, morgens wird hier das reichhaltige Frühstücksbuffet serviert. Nice!

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6 / 25 | Curacao ist auch ein beliebter Halt für Kreuzfahrtschiffe - © Kathleen Schmidt

Tag 2 Tour durch Willemstad

Dank Jet Leg bin ich am nächsten Tag bereits früh auf den Beinen und freue mich auf den ersten Tagespunkt auf meiner To-do-Liste: Willemstad entdecken, inklusive typisch, karibischem Lunch. Oha! Mein City-Guide heißt Clarita. Und es wird schnell klar: Man kennt Clarita. Ganz Willemstad kennt Clarita: Hier ein Plausch, da ein „Hi Dushi“ (dazu später mehr), da ein Winken – es ist beeindruckend, Clarita ist offenbar bekannt wie ein bunter Hund. Nebenbei erzählt sie mir viele spannende Details zur Inselhauptstadt, der Geschichte der Insel und Ihrer Bewohner. Haben Sie gewusst, dass der Hafen in Willemstad im 17. Jahrhundert der größte Sklavenhandelspunkt war? Damals war Curacao eine niederländische Kolonie  und die Holländer verkauften von hier aus Sklaven aus aller Welt – vorrangig aus Afrika. Lange Zeit gehörte Curacao zu den sogenannten "niederländischen Antillen", seit 2010 gilt die Insel aber als autonomes Land mit eigener Regierung Währung (die bereits erwähnten, schwer zu bekommenden "Antillen Gulden"). Mehr zur Geschichte Curacaos gibt es hier im Curacao-Special.

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7 / 25 | Leider etwas bewölkt: Die Skyline von Willemstad mit der Queen Emma Brücke - © Kathleen Schmidt

Tag 2 Klein Holland in der Karibik

Den holländischen Einschlag und die Gemeinsamkeiten zu Amsterdam erkennt man aber auch heute noch, zum Beispiel an den wunderschönen, bunten Kolonialhäusern, die die "Skyline" von Willemstad prägen. Früher waren übrigens alle Gebäude schlicht weiß, bis ein Bürgermeister beschloss, dass es besser für die Augen wäre, wenn die Häuser bunte Fassaden hätten, damit das grelle Weiß nicht so blendet. Noch ein wichtiges Wahrzeichen mit niederländischem Backround: Die schwingende Königin-Emma-Brücke, die die beiden großen Stadtteile Punda und Otrabanda verbindet, wurde nach einer niederländischen Königin benannt. Übrigens: 1997 erklärte die UNESCO einen Großteil des Stadtkerns von Willemstad zum Weltkulturerbe.

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8 / 25 | Das Wort "Dushi" prangt in großen Lettern mitten in der Hauptstadt - © Kathleen Schmidt

Tag 2 'Hey Dushi'

Auf Curacao leben auch heute noch viele Holländer. Und wer nicht ausgewandert ist, kommt gerne zum Urlaub oder Studieren hier her. Es fühlt sich ein wenig so an, als wäre Curacao das „Malle“ der Holländer, nur ohne Ballermann. Niederländisch hört man daher an jeder Ecke und gilt übrigens auch immer noch offiziell als "Amtsprache" auf der Insel. Doch wer hier lebt, spricht meist auch fließend Englisch und Papiamentu (oder auch Papiamento). Papiamentu  wurde sozusagen aus der Not heraus von den damaligen Sklaven erfunden. Diese dürften Niederländisch nicht lernen und konnten sich zum Teil nicht einmal untereinander verständigen. So entstand eine ganz neue Sprache, die den weiteren Vorteil bot, dass die „Meister“ (Sklaven-/ Farmbesitzer) sie nicht verstanden. Und ein Wort Papiamentu lernt jeder Touri auf seiner Reise nach Curacao: dushi. Denn auf der Insel ist einfach alles dushi. Dushi heißt im Prinzip nichts anderes als süß oder niedlich. Aber es kann auch als direkte, liebevolle Anrede benutzt werden im Sinne von "Hey dushi" also "Hey Süße/Liebling“. Und das nicht im Sinne einer Anmache: „Dushi“ ist einfach jeder den man gern hat, ob Frau, Kind oder Obsthändler. 

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9 / 25 | Der "Floating Market" auf Curacao - © Kathleen Schmidt

Tag 2 Floating Market

Apropos Obsthändler: Next stop ist der "Floating Market" im Stadtteil Punda in Willemstad. Hier wurden früher die Waren, also Obst, Gemüse, Fisch & Co. direkt vom Boot aus an die Laufkundschaft verkauft. Mittlerweile haben die schwimmenden Händler, die zum größten Teil aus dem rund 60 km entfernten Venezuela oder auch aus Haiti kommen, Stände an Land - das macht die ganze Sache einfacher. Allerdings auch unspektakulärer, denn ich hatte mir irgendwie mehr von dem doch recht kleinen Markt erhofft.

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10 / 25 | Von Kochbanane bis Kürbis: Auf Curacao ist fast alles an Obst und Gemüse importiert  - © Kathleen Schmidt

Tag 2 Die kreolische Küche

Klar, die ein oder anderen exotischen Obst- und Gemüsesorten fallen mir ins Auge (hier gibt es riiiiesige Avocados, lecker!), aber so richtig "typisch" für die Insel sind sie im Prinzip auch wieder nicht - denn eigentlich wird fast alles auf Curacao importiert. Die Böden hier sind arm an Nährstoffen und die wenigen Regentage machen den Anbau von Gemüse, Getreide & Co. so gut wie unmöglich. Daher ist die kreolische Küche auch sehr bodenständig und gar nicht mal so exotisch, wie man vielleicht annehmen würde. So gehören zum Beispiel auch Kürbis und Weißkohl in die klassische Küche Curacaos – wer hätte das gedacht?

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11 / 25 | Eine echte Herausforderung: Die schleimige Okraschotensuppe kann man nicht essen, ohne zu kleckern - © Kathleen Schmidt

Tag 2 Essen in der Marshe Bieuw

Nächster Tagespunkt auf unserer Liste: „Tasting with Clarita at Marshe Bieuw“. Tasting klingt immer gut, also ab zur alten Markthalle ("Marshe Bieuw"), ebenfalls im Stadtteil Punda gelegen. Früher wurde der Markt in der Halle abgehalten, jetzt ist es so eine Art große Garküche, in der Einheimische und Touristen aller Altersklassen die traditionelle kreolische Küche genießen können. Die typischen Gerichte enthalten fast immer Fleisch, häufig Ziege, aber auch Rind oder Huhn, und zwar „stewed“ – also langsam geschmort. Ich probiere das Beef Stew zusammen mit Gemüse und Funchi. Funchi ist auf Curacao DIE Beilage schlechthin. Dabei handelt es sich schlichtweg um eine Art karibische Polenta. Urteil: Lecker! Zudem ist die Portion groß und der Preis klein, da kann man nicht meckern. Als Vorspeise gibt es zudem eine echte Insel-Delikatesse: die (sehr schleimige!) Suppe Guiambo aus Okraschoten. Urteil hier: Nicht so lecker. Hab ich probiert, muss ich nicht wieder haben. Problem: Neben den eigentlich ganz leckeren Okraschoten, enthält die Suppe noch allerlei tierische Bestandteile, wie Schweineschwänze, Teile von Meeresfrüchten oder Stücke von gesalzenem Fisch. Ja, ganz genau. So wie Sie jetzt gerade vermutlich gucken, habe ich auch geguckt, als ich die Suppe durchrührte. Es geht aber noch "exotischer": Als besondere Delikatesse (oder auch Mutprobe) gilt die „Iguana-Soup“. Iguana heißt übersetzt Leguan. Ich sagte ja bereits, später mehr zum Thema Leguane …

Am Abend ging es dann ins Restaurant Kome im Stadtteil Pietermaai – zur (nicht ganz karibischen) Tapas-Night. "Kome" ist Papiamentu und heißt übersetzt schlicht Eat, also Essen

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12 / 25 | Der Leuchtturm auf Klein Curacao - © Marquicio Pagola / Shutterstock.com

Tag 3 Tagesausflug nach Klein Curacao

An Tag 3 steht ein Trip ins Paradies an: ein Tagesausflug nach Klein Curacao. Die kleine, unbewohnte Insel erreicht man in rund 1,5-2 Stunden mit dem Boot. Außer einem alten Leuchtturm gibt es auf der Mini-Insel nichts – außer natürlich Karibik-Feeling pur: Weißer Sandstrand wie aus dem Bilderbuch, türkisfarbenes Meer und eine wunderschöne Unterwasserlandschaft. Man kann entspannt schnorcheln und trifft dabei mit großer Wahrscheinlichkeit auf einer der dort lebenden Wasserschildkröten. Ein einmaliges Erlebnis.  

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13 / 25 | Meine "Golfkünste" sind durchaus ausbaufähig - © Kathleen Schmidt

Tag 4 Golfkurs

Tag 4 beginnt „sportlich“ mit einem Golfkurs im Santa Barbara Beach & Golf Resort. Ich hatte mich in der Vergangenheit schon mal an ein paar Abschlägen versucht, bin aber kläglich gescheitert. DAS erzähle ich meinem netten, niederländischen Golflehrer, der auch ziemlich gut Deutsch spricht, allerdings nicht. Nachher denkt der noch ich hätte wirklich irgendwelche (brauchbaren) Vorkenntnisse. Wir düsen mit dem Golftrolley über die Driving Range des wunderschönen Resortgeländes und machen auf einem der vielen Abschlagplätze Halt. Nach ein wenig Theorie dann endlich die Praxis: ich schlage ab! Scherz! Ich VERSUCHE abzuschlagen, denn das ist gar nicht mal so einfach. Die angespannte Körperhaltung, die durchgedrückten Arme – ungewohnte Positionen, mit denen ich mich nicht sonderlich wohl fühle. 3-4 Bälle treffe ich und breche jedesmal in Jubel aus, aber so richtig warm werde ich mit der Sportart während meiner Trainingsstunde nicht. Spaß gemacht hat es trotzdem.

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14 / 25 | Kochen im Blizz - © Kathleen Schmidt

Tag 4 Koch-Workshop

Mein Mittagessen muss ich mir heute selbst zubereiten. Im Blizz – einem „Restaurant“ der etwas anderen Art, darf ich zusammen mit dem Koch Fisch und Funchi zubereiten. Bei dem Restaurant in Anführungszeichen handelt es sich um eine Art Imbiss in einem kleinen, weißen (etwas schmuddligen) Container. Für europäische Standards ziemlich ungewöhnlich, für Curacao total normal. Hier sehen die meisten kleinen Restaurants, die von Einheimischen geführt werden, so aus. Touristen verirren sich hier her allerdings wohl nicht allzu oft.

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15 / 25 | Lecker: Gebratener Red Snapper mit Salat und Funchi - © Kathleen Schmidt

Tag 4 Koch-Workshop

Der Besitzer und seine Mutter begrüßen mich und meinen Guide Steven, der das ganze für mich organisiert hat, herzlich und schon geht’s ab in die Küche, ääähm also in den Container. Ich muss den frischen Red Snapper Gott sei Dank nicht mehr ausnehmen, sondern nur noch ordentlich würzen, einritzen und in jeder Menge Öl anbraten. Dazu gibt es eine Ketchup-Zwiebel-Sauce, sehr traditionell ist das sicher nicht, schmecken tut es trotzdem. Als Beilage bereiten wir den bereits erwähnten typischen Maisbrei Funchi zu, sowie einen kleinen Salat. Ich finde das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Mir hat's auf jeden Fall geschmeckt – und Steven auch.

Abends geht es zu einem besonderen Event ins Avila Hotel. Das Hotel veranstaltet einmal im Jahr ein exklusives 5-Gänge-Dinner und lässt dafür die besten Sterneköche der Welt einfliegen. Das nächste „Avila Culinary Event“ findet am 04.11.16 statt. Gleich vormerken.

7 Tage Curacao: Ein Reisereport
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16 / 25 | Auf Kommando im Kreis drehen: Ich habe es vorgemacht, die zwei machen nach - © Kathleen Schmidt

Tag 5 Schwimmen mit Delfinen

Der nächste Morgen beginnt mit meinem persönlichen Highlight der Reise: Ich darf mit Delfinen schwimmen – wow. Die Dolphin Academy auf Curacao bietet verschiedene Erlebnisse mit Delfinen an, wie gemeinsames Schwimmen im Naturbecken oder auch ein Tauchgang auf hoher See. Bevor es zu den Tieren geht, bekommen die Teilnehmer genaueste Instruktionen, wie man sich im Wasser verhalten soll und wie und wo man die Delfine berühren darf. Wild mit Armen oder Beinen paddeln – tabu. Den Delfinen einfach mal ordentlich den Kopf kraulen – tabu. Sich lässig an die Flosse hängen und mitziehen lassen – natürlich auch tabu. Man ist sehr darauf bedacht, dass es den Tieren hier gut geht. Dennoch ist der ständige Kontakt mit den Menschen sicherlich immer auch mit großem Stress für die Tümmler verbunden. Die Trainer gehen allerdings sehr liebevoll mit ihnen um und scheinen ein wirklich gutes Verhältnis zu den Delfinen zu haben. Das gemeinsame Schwimmen unter Aufsicht der Trainer ist wirklich ein Erlebnis, das ich wohl nie mehr vergessen werde. Die Haut der Säuger fühlt sich übrigens an wie eine Art Neoprenanzug, sehr fest, kein bisschen glitschig.

Das Sea Aquarium, das auf dem gleichen Gelände wie die Dolphin Academy ist, würde ich übrigens nicht unbedingt empfehlen. Hier gibt es wirklich nicht viel zu sehen. Die Unterbringung der Flamingos, die dicht an dicht in ein kleines Gatter gepfercht wurden, hat mich zudem ziemlich schockiert.   

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17 / 25 | (Wieder) alles im Griff: Dank Tauchlehrer Joeri war mein erster Tauchgang ein voller Erfolg - © Kathleen Schmidt

Tag 5 Auf Tauchkurs

Nach einem kurzen Lunch geht es weiter zum zweiten Highlight des Tages: Mein erster Tauchgang in Form eines Schnuppertauchkurses bei Atlantis Diving Curacao. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon. Wie fühlt es sich an, mehrere Meter tief unter Wasser? Wie werde ich mit dem Druck da unten zurechtkommen? Breche ich vielleicht sogar in Panik aus? Nicht ganz, aber fast. Bei den ersten "Trockenübungen" im Wasser erklärt mir Tauchlehrer Joeri aus Holland alle nötigen Basics, wir gehen die wichtigsten Zeichen der Taucher-Zeichensprache durch und üben verschiedene Handgriffe unter Wasser. Und plötzlich bekomme ich Angst. Auf sein „Alles ok“-Handzeichen antworte ich mit „Nicht sicher“. Wir tauchen auf und ich erkläre was los ist. Ich bin mir in dem Moment echt nicht mehr so sicher, ob ich das durchziehen kann. Doch Joeri ist extrem cool und macht mir Mut. Das gehe den meisten Anfängern bei ihrer Tauchertaufe so, es lohnt sich aber, ich werde schon sehen. Und das tue ich dann auch: Wir wagen uns in die Tiefe und es ist unbeschreiblich. Man ist so fasziniert von dieser neuen, atemberaubenden Unterwasserwelt, dass man seine Ängste augenblicklich vergisst. Unbedingt zu empfehlen! Es gibt auf Curacao über 60 ausgewiesene Tauchspots, die es zu erkunden gilt. Und die gehören zu den schönsten der Welt.

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18 / 25 | Sonnenuntergang am Mambo-Beach - © Kathleen Schmidt

Tag 5 Sonnenuntergang

Am Abend ging es dann ins "Ginger", wo in gemütlicher Atmosphäre asiatisch-karibische Küche serviert wird. Diesen aufregenden Tag habe ich entspannt am Mambo Beach ausklingen lassen und von meiner Terrase aus den Sonnenuntergang beobachtet. Muss auch mal sein.

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19 / 25 | Kakteen soweit das Auge reicht - © Kathleen Schmidt

Tag 6 Christoffel Park

Tag 6 startet mit einer Auto-Tour durch den im Norden gelegenen Christoffel Nationalpark. Wer die wilde Seite der Insel lieber zu Fuß erkunden will, kann dies auf den acht verschiedenen Wanderwegen tun. Der schwierigste davon führt zum Gipfel des 372 m hohen Christoffelberges. Aufgrund der hohen Temperaturen sollte man den rund 2-stündigen Aufstieg allerdings nur am Morgen wagen, da die Hitze einen sonst umhaut. Hier im Nationalpark bekommt man einen guten Eindruck von der doch recht kargen Vegetation der Insel. Dennoch gibt es hier zum Beispiel seltene, wilde Orchideen. Und auch die Tiere lieben die zerklüftete Landschaft, die von Kakteen geprägt wird: Leguane in allen Größenordnungen huschen ständig über die Wege. Zudem gibt es hier Tierarten, die es nur auf Curacao gibt wie den Curacao-Hirsch oder den Curacao-Falken. Gesehen habe ich allerdings keinen der scheuen Nationalpark-Bewohner.   

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20 / 25 | Hier strömt das Wasser aus der Bucht der Boka Pistol ... - © Kathleen Schmidt

Tag 6 Shete Boka Nationalpark

Direkt neben dem Christoffel Park befindet sich der kleine Shete Boka Nationalpark an der rauen Nordküste der Insel. Der Name bedeutet übersetzt soviel wie „Sieben Buchten Nationalpark". Eine der Buchten, die gleich zu Beginn auf uns wartet, ist die Boka Tabla. Das Wellen krachen hier mit einer Urgewalt gegen die schroffen Felsen und das Wasser schäumt und gurgelt in einer unterirdischen Höhle, die man auch betreten kann, vor sich hin. Doch mein Highlight kommt erst noch: die Boka Pistol.

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21 / 25 | ... und hier wird es mehrere Meter weit in die Luft katapultiert - © Kathleen Schmidt

Tag 6 Boka Pistol

Hier strömt das Wasser in die Bucht und wird nur Sekunden später fontänenartig bis zu 10 Meter hoch in die Luft geschossen. Dank einer kleinen Aussichtsplattform ist man mitten im Geschehen. Ein grandioses Naturschauspiel, das man gesehen haben muss. In den meisten der Buchten legen übrigens verschiedene Arten von Meeresschildkrötenarten ihre Eier.

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22 / 25 | Der "Grote Knip" - © Kathleen Schmidt

Tag 6 Beach-Hopping

Weiter geht’s mit Beach-Hopping: Auf Curacao gibt es rund 35 idyllische Karibik-Strände, die man größtenteils an der Südwest-Küste der Insel findet. Der Grote Knip hier auf dem Bild ist der wohl bekannteste Strand der Insel und ist sowohl bei Touris als auch bei Einheimischen beliebt. Der Strand ist übrigens auch unter den Namen Playa Kenepa oder Playa Abou bekannt. Gleich daneben liegt der kleine Bruder – der Kleine Knip. Kleiner, ruhiger, aber nicht weniger schön.

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23 / 25 | Jan Thiel Strand: Muss man mögen - © Kathleen Schmidt

Tag 6 Beach-Hopping

Der "Jan Thiel" Beach ist besonders bei Touristen mit – sagen wir mal – gehobenem Anspruch sehr beliebt. Der breite weiße Sandstrand ist gesäumt von schicken Restaurants und coolen Bars. Das ist nicht für jeden etwas, aber wer exklusive Bach-Clubs mag, wird sich am Jan Thiel Beach wohl fühlen. Anscheinend fühlen sich hier ziemlich viele Touris wohl, denn der Strand ist meist völlig überlaufen. Meins ist es nicht, zumal man hier Eintritt bezahlen muss. Mit einem karibischem Traumstrand hat das meiner Meinung nach wenig zu tun. Schnell einen Cocktail getrunken und weg ...

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24 / 25 | So ganz traue ich dem ganzen hier noch nicht - © Kathleen Schmidt

Tag 7 Stand up Paddling

Heute wartet schon wieder ein „Erstes Mal“ für mich – und zwar beim Stand Up Paddling, oder kurz SUP. SUP Curacao bietet verschiedene Touren an, zum Beispiel die Spanish Water Tour durch die Mangroven. Bei Mangroven handelt es sich kurz gesagt um Bäume und Sträucher, die sich optimal an die Bedingungen des Lebens im Salzwasser angepasst haben. Die sogenannten Spanish Waters sind eine Art Hafenbecken inklusive Yachthafen und Marina, welches von schicken Villen gesäumt ist und über eine kleine Passage direkt mit der karibischen See verbunden ist. Die Tour eignet sich besonders für Anfänger, da es hier relativ wenig Wellengang und gute Winde (die einen in die richtige Richtung nach „Hause“ schieben) gibt. Man wird mit einem Motorboot zu den Mangroven hinaus gefahren, wo die bereitgestellten Boards schon auf einen warten. Auf dem Wasser mache ich dann die ersten wackligen Steh- und Paddelversuche. Zugegeben: Die Knie haben zunächst noch ein wenig gezittert, aber man fühlt sich schnell sicher auf dem Brett. Und ich schwöre: Hätte mich nicht eine andere Tour-Teilnehmerin gerammt, wäre ich auch nicht ins Wasser gefallen … Die netten SUP-Guides machen während der Tour übrigens die ganze Zeit Fotos und schicken Sie einem später via Mail zu. Top!

Zum Dinner ging es am Abend übrigens ins absolut gemütliche und bunte Mundo Bizarro in einer kleinen Seitenstraße im Stadtteil Pietermaai. Sehr zu empfehlen.

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25 / 25 | Die Kräuterhexe von Curacao: Dinah Veeris - © Kathleen Schmidt

Abreisetag Dinah Veeris

Am Abreisetag gibt es noch einen letzten Programmpunkt auf meiner Liste: Ein Besuch bei Dinah Veeris – der "Kräuterhexe" von Curacao. Vor über 20 Jahren hat sie ihren gut besuchten botanischen Garten auf der Insel angelegt und hegt und pflegt hier um die 300 verschiedene Pflanzenarten. Hier bietet sie regelmäßig Touren für Touristen und Kräuterbegeisterte an, erzählt ihre Geschichte und gibt ihr umfangreiches Pflanzenwissen preis. Laut Dinah gibt es für jedes Übel ein Kraut. Und all diese Kräuter scheint sie genau zu kennen. Bei der Führung durch den Garten bleiben wir an vielen Bäumen, Sträuchern und Kräutern stehen, stecken uns Zweige in den Mund (und putzen uns so auf traditionelle Weise die Zähne) oder riechen an Kräutern und Bäumen, die gut gegen Übelkeit, Asthma und sogar Krebs sein sollen. Und damit es auch den Pflanzen selbst an nichts fehlt, gibt Dinah ihr Bestes, damit diese sich bei ihr wohl fühlen. Heißt: Sie spricht täglich mit ihren Sprößlingen und singt auch mal für sie. Pflanzen, die drohen einzugehen, bekommen darüber hinaus noch eine ganz besondere Behandlung: Sie dürfen die nächste Zeit in einer Hängematte verbringen und bekommen besondere Aufmerksamkeit. Irgendwie durchgeknallt – und das finde ich ziemlich sympathisch. Mit jeder Menge positiver Energie (und sauberen Zähne) mache ich mich nun auf den Weg zum Flughafen. Die Heimat ruft. Schön war's, Curacao. Bis zum nächsten Mal!

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