So managen Sie Ihr Leben in der Zukunft

Zukunftstrend zum Anziehen Smart Clothing - vernetzte Mode mit Chip

28.10.2015 , Autor:Anna Ullrich
© WomensHealth.de

Die Digitalisierung erreicht Ihren Kleiderschrank. Smarte Kleidung gilt als der Zukunftstrend der kommenden Jahre. Wir zeigen Ihnen, welche genialen Funktionen die Mode der Zukunft haben könnte

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Wearables und Smart Clothing: Wearable Trend: Smart Clothing
Dieses Shirt sieht nicht nur schick aus, es lädt auch Ihr Smartphone auf © PR/Liselotte Fleur
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In der digitalisierten Welt verlässt Technik zunehmend das Display und die herkömmlichen Geräte, und fügt sich stattdessen mehr und mehr in den Alltag ein (siehe den Beitrag zum Internet of Things). Nun ist sie dabei, Ihren Kleiderschrank zu erreichen: Smart Clothing heißt ein neuer Zukunftstrend, der Kleidung und Technologie vereinen möchte. Der Verkauf solcher so genannten Wearables soll laut Prognose des Internet-Statistik-Portals Statista bis 2019 auf 8,4 Millionen Kleidungsstücke jährlich ansteigen. Neben großen Unternehmen wie Google, die in ihrem Jaquard Project mit Modemarken wie dem Jeans-Hersteller Levi und dem Sportswear-Anbieter Under Armour kooperieren, basteln auch zahlreiche Start-ups und junge Modedesigner an neuen Ideen für die intelligente Kleidung der Zukunft.

Von der Sportuhr zum Hightech-Funktionsshirt
Bei der Fitnessausrüstung sind Wearables schon nichts Neues mehr. Viele Hobbysportler erfassen ihre sportlichen Fortschritte mit Hilfe von Fitnessarmbändern, -uhren und -Apps. Die konsequente Weiterentwicklung dieser Technologie sind smarte Kleidungsstücke, die beim Sport Vital-Daten messen und auswerten. Unzählige Hersteller arbeiten an solcher intelligenter Sportswear. Das Mainzer Start-up Ambiotex hat beispielsweise gemeinsam mit der renommierten Fraunhofer-Gesellschaft ein intelligentes Sportshirts entwickelt, das mit verschiedenen Sensoren ausgestattet ist. Sie messen die Bewegungen, die Atmung und den Herzschlag des Trägers. Eine zugehörige App analysiert die Ergebnisse. Besonderes Highlight: Leistungssportler können damit auch ihre individuelle anaerobe Schwelle bestimmen lassen. Dafür ist sonst ein Laktattest beim Arzt nötig.

Ein Anzug wird zum Wlan-Hotspot
Ein häufiges Problem der digitalen Gesellschaft ist der eingeschränkte Wlan-Zugang. Wir wollen immer und überall online sein. Warum also nicht einfach selbst zum WiFi-Hotspot werden? Das dachte sich auch der niederländische Designer Borre Akkerdsijk und erfand den BB.Suit, einen Wlan-Overall aus Kupferdraht und Wolle. Ausgestattet mit Batterien, Wifi und GPS ist das Kleidungsstück so etwas wie ein vernetzter Superman-Anzug 2.0. Online kann der Träger auf Google Maps verfolgt werden und wer sein Smartphone mit dem Wlan des Overalls verbindet, kann auf eine gemeinsame Musikplaylist zugreifen.

Doch der Anzug kann noch mehr: Für die Design Week in Beijing entwickelte Akkerdsijk seinen Wifi-Overall weiter und integrierte ein Luftfiltersystem. Damit kann der Anzug die Luft in einem Radius von 30 Quadratmeter um den Träger vom Smog der chinesischen Großstadt reinigen. Bisher gibt es nur zwei unverkäufliche Prototypen des Hightech-Anzugs, denn er hat einen für Wäsche entscheidenden Nachteil: der hochtechnisierte Overall ist bisher nicht waschbar.

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Wearable Trend: Smart Clothing

Dieser Overall erzeugt seinen eigenen Wlan-Hotspot

© PR

Mode zwischen Hightech und Design
Dieses Problem kennt auch die Berliner Designerin Lisa Lang: „Bisher kam Technik ja eher selten und wenn dann unfreiwillig in Kontakt mit Wasser”, erklärt sie. Mit ihrem Techfashion-Label ElektroCouture kreiert Lang alltagstaugliche Tech-Fashion, die leuchtet. Sie weiß: „Der Mainstream hat Angst vor Technik, niemand will wie ein Roboter herumlaufen.” Deshalb verzichtet ihre smarte Kleidung auf komplizierte technische Extravaganzen. Stattdessen bringen kleine, in den Stoff eingearbeitete LEDs ihre Kleidungsstücke zum Leuchten. Ihre leuchtenden Jacken, Westen, Schals, Ketten und Armreifen verkauft sie über einen Online-Modeshop. Lang ist sich sicher: Es gibt einen Markt für Tech-Fashion, „allerdings nur, wenn diese tragbar ist, gut sitzt und man damit auch mal auf die Toilette gehen kann, ohne eine Stromschlag zu kriegen.”

Smart Clothing in der Medizin: Hilfe für Demenzkranke
Mit ihrem Projekt Spur zeigt die Berliner Modedesignerin Julia Danckwerth, welche wirklich nützlichen Funktionen intelligente Kleidung schon bald erfüllen könnte: Sie erfand ein textiles Assistenzsystem für Demenzkranke. Es kann an der Innenseite jedes beliebigen Kleidungsstücks angebracht und jederzeit wieder entfernt werden. Verschiedene Sensoren erfüllen dann 5 hilfreiche Funktionen: Das System erkennt, wenn die Person gestürzt ist, sendet Notrufsignale, ermöglicht es die Person per GPS zu orten, ist per Bluetooth mit den Angehörigen verbunden und erkennt sogar, wenn jemand vergessen hat, die Herdplatte auszuschalten. Für diese Idee wurde Danckwerth bei den Berlin Awards 2015 mit einem Preis für Wearable IT ausgezeichnet. Das Preisgeld will sie nun nutzen, um erste Prototypen zu entwickeln. Bevor das System gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut realisiert wird. „Technologie und Mode zu verbinden, bietet wunderbare neue Möglichkeiten. Dabei steht für mich immer die Funktionalität im Vordergrund – Kleidung kann mehr als nur gut aussehen”, sagt Danckwerth.

Die Grenzen der Cleverness
Neben allen großen Visionen von einer smartere, besseren, einfacheren Zukunft hat Smart Clothing auch eine Schattenseite: Was bedeutet digital vernetzte und mit unzählichen Sensoren ausgestattete Kleidung für den Datenschutz? Diese Frage beschäftigt auch die Techfashion-Visionäre. Lisa Lang beobachtet mit großer Sorge, welche Risikoaspekte sich bei Wearable Technologie schon heute zeigen: „Auch wenn es möglich ist, sollten wir unserer Kleidung nicht zu viele Daten über uns anvertrauen”, sagt sie. Bei vielen Fitness-Trackern ist nicht klar, wo die gesammelten Daten gespeichtert werden. Ihre Horrorvorstellung: „Stellen Sie sich vor, ein Diabetiker geht in den Supermarkt und kauft entgegen ärztlichen Anweisung eine Tüte Chips. Am nächsten Tag bekommt er einen Anruf von seiner Krankenversicherung, weil seine übersmarte Jacke ihn verpetzt hat.”

Auch Danckwerth weiß, dass ihr Assistenzsystem statt für die Sicherheit der Patienten auch als Überwachungs- und Kontroll-Tool missbraucht werden könnte: „Deshalb denken wir schon jetzt über Möglichkeiten nach, die Datensicherheit für den Anwender so gut wie möglich zu gestallten. Sei es indem wir nur deutsche Server nutzen oder einzelne Funktionen ganz ohne Internetverbindung ermöglichen”, sagt sie.

Öko-Mode im hippen Future-Look
Techfashion kann vieles. Doch trotz aller Euphorie über die neuen Features und Funktionen macht sie uns mehr und mehr abhängig von einer wichtige Ressource: „Woher soll der Strom für all die Hightech-Kleidung eigentlich kommen?”, fragt Lang. Ihre Traum: Kleidung, die über Bewegung, Solarzellen oder Körperwärme selbst Strom erzeugt

Eine Vision, die auch Pauline van Dongen verfolgt: Die junge Designerin hat ein Shirt entwickelt, das mit in den Stoff eingearbeiteten Solar-Panels Strom produziert. Bei strahlendem Sonnenschein können die dünnen Solarzellen etwa 1 Watt erzeugen. Damit kann ein Smartphone innerhalb weniger Stunden aufgeladen werden. Egal ob Handy, Tablet, Kamera oder Navi, alle Geräte, die sich per USB anschließen lassen, kann das Solar-Shirt aufladen. Überschüssige Energie wird in einem integrierten Akku für später gespeichert. Eine smarte Idee, die mit den in den dunkelblauen Stoff eingewebt Solarzellen gar nicht nach Öko-Mode aussieht. Die Produktion für den Verkauf des Solar-Shirts soll schon bald beginnen.

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