Verhütung12 wichtige Fragen zur Pille

12.06.2012 , Autor:Uta König
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Wie wirkt die Pille auf mein Gewicht, meine Psyche, auf mein Brustkrebsrisiko? Wir klären alle Fragen zum Thema Pille

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Verhütung: Mit der Pille verhüten die meisten Frauen
Die Pille kann sich negativ auf die Lust auf Sex auswirken © Shutterstock
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  1. Gibt es Pillen, die nicht dick machen?
    Ob eine Pille zu mehr oder weniger Pfunden auf der Waage führt, hat wenig mit dem Präparat zu tun. Vielmehr ist die Wirkung aufs Gewicht von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Bei östrogenhaltigen Pillen kann eine Gewichtszunahme daran liegen, dass das Gewebe mehr Wasser einlagert, bei niedrig dosierten Mikropillen schlägt das allerdings kaum zu Gewicht. Anders ist das bei Minipillen, die kein Östrogen enthalten. Einige dieser Präparate wirken sogar der Wassereinlagerung entgegen. Deshalb bemerken manche Frauen anfangs eine Gewichtsabnahme. Die Minipille fördert aber keinesfalls die Fettschmelze und kurbelt auch den Kalorienverbrauch nicht an. Manchmal kann es auch passieren, dass die Pillenhormone, speziell die Gestagene, den Appetit anregen. Wer Gewichtsprobleme hat, sollte sich am besten von seinem Frauenarzt beraten lassen. Es könnte sein, dass ein anders zusammengesetztes Pillenpräparat oder andere Verhütungsmethoden, etwa die wesentlich niedriger dosierte Hormonspirale, besser vertragen werden.
  2. Macht die Pille schöne Haut?
    Fast jede Pille ist gut für Haut und Haar. Die eine mehr, die andere weniger. Es kann aber auch mal passieren, dass sich durch die Einnahme der Pille die Haut verschlechtert. Dann muss man eventuell das Präparat wechseln. In einigen Pillen sind besonders geeignete Gestagene, die wirkungsvoll gegen Akne eingesetzt werden können, weil sie männlichen Hormonen entgegenwirken. Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt ist Ihnen bei der Auswahl behilflich. 
  3. Hat man durch die Pille weniger Lust auf Sex?
    Das kann tatsächlich passieren. In diesem Fall ist ein Pillenwechsel oder eine andere Verhütungsmethode ratsam.
  4. Schlägt die Pille auf die Stimmung?
    Es gibt Frauen, denen die Pille auf die Stimmung schlägt. Bei empfindlichen Patientinnen kann es sogar zu Depressionen kommen. Hier kann der Frauenarzt helfen. Oft reicht es schon aus, dass er ein Präparat mit einer anderen Hormonzusammensetzung verschreibt. Oder man entscheidet sich für eine andere Verhütungsmethode.
  5. Kann man von der Pille Kopfschmerzen kriegen?
    Kopfschmerzen gehören zu den möglichen Nebenwirkungen der Pille. Oftmals bessern Sie sich nach etwa 3 Monaten, wenn der Körper sich an die Pille gewöhnt hat. Die Pille kann aber auch Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen. Viele Frauen haben nämlich Kopfschmerzen kurz vor der Monatsblutung in Folge des Hormonabfalls. Hier empfiehlt sich die Pilleneinnahme im Langzyklus (Link setzen). Wer Probleme mit Migräne hat, sollte sich von seinem Frauenarzt beraten lassen. 
  6. Ist die Pille gefährlich?
    Studien haben gezeigt, dass die Pille das Risiko von Thrombosen und von Gebärmutterhals- und Leberkrebs erhöht. Dies wird wiederum durch niedrigere Raten an Gebärmutterkörper- und Eierstockkrebs kompensiert. Vieles spricht außerdem dafür, dass die Pille das Dickdarmkrebsrisiko senkt.
  7. Erhöht die Pille das Brustkrebsrisiko?
    Mit dieser Frage haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche wissenschaftliche Studien befasst. Die Ergebnisse waren widersprüchlich, deshalb ist noch mehr Forschung nötig. Nach bisherigen Erkenntnissen scheint die Pille das Brustkrebsrisiko, wenn überhaupt, nur geringfügig zu erhöhen. Möglicherweise ist dies vor allem dann der Fall, wenn die Pille bereits in sehr jungem Alter oder über einen sehr langen Zeitraum eingenommen wird.
  8. Können auch schon junge Mädchen die Pille nehmen?
    Weder behindert die Pille die Entwicklung der weiblichen Sexualorgane noch bremst sie das Größenwachstum, was lange vermutet wurde. Daher kann die Pille auch schon mit 16 Jahren oder sogar früher eingenommen werden. Manchmal verschreibt der Frauenarzt die Pille sehr jungen Mädchen, wenn die Periode sehr unregelmäßig kommt und mit starken Schmerzen verbunden ist. Auch bei Hautproblemen können bestimmte Pillen helfen.
  9. Stimmt es, dass die Pille unter 20 Jahren umsonst ist?
    Bei jungen Frauen bis zum 20. Geburtstag erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für alle verschreibungspflichtigen Verhütungsmittel (Kondome gehören nicht dazu). Unter 18 entfallen sogar die Kosten für die Praxisgebühr (10 Euro) und die Rezeptgebühr (unter 50 Euro: 5 Euro; über 50 Euro: 10 Euro). Auch die Beratung, nötige Voruntersuchungen und spätere Kontrolluntersuchungen sind kostenlos. Wenn die Pille zur Behandlung einer Hauterkrankung wie Akne verschrieben wird, übernimmt die Krankenkasse auch bei über 20-Jährigen die Kosten. Privat versicherte Frauen müssen die Kosten für Verhütungsmittel in jedem Alter selbst tragen.
  10. Wer sollte die Pille nicht nehmen?
    Vor allem Raucherinnen sollten keine östrogenhaltige Pille nehmen. Denn die Kombination von Pille und Nikotin erhöht das Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Zum einen verengt nämlich Nikotin die Gefäße, zum anderen verdickt das Pillen-Östrogen das Blut. Aus diesem Grund sollten auch Frauen, die zu Thrombosen neigen, unter Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten leiden, Übergewicht oder schweren Diabetes haben, lieber anders verhüten. Auch Frauen über 35 sollten sich beraten lassen, ob eine östrogenhaltige Pille gut für sie ist.
  11. Wie lange darf man die Pille nehmen?
    Man kann sie so lange nehmen, wie man sie gut verträgt. Man kann sie bis zu den Wechseljahren nehmen. Warnsignale, dass man die Pille besser absetzen sollte, sind zum Beispiel Spannungsgefühle in den Brüsten, Scheidentrockenheit, Kopfschmerzen oder starke Stimmungsschwankungen. Ganz wichtig: Lassen Sie sich alle 6 Monate, vom Frauenarzt untersuchen – insbesondere wenn Sie älter als 35 sind.
  12. Was tun, wenn man sich übergeben hat oder Durchfall hat?
    Wenn die Pilleneinnahme länger als 3 Stunden zurückliegt, besteht kein Grund zur Sorge. Haben Sie sich jedoch innerhalb von 3 Stunden nach der Pilleneinnahme erbrochen oder Durchfall gehabt, müssen Sie davon ausgehen, dass Ihr Körper die Wirkstoffe nicht aufnehmen konnte. Schlucken Sie in diesem Fall eine neue Pille. Wenn Sie danach nicht weiter erbrechen und  wenn der Durchfall gestoppt ist, ist das Problem damit erledigt. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Einnahme im erlaubten Zeitrahmen nachgeholt wird: Die Pille und die neue Minipille müssen spätestens 12 Stunden nach ihrem normalen Einnahmezeitpunkt, die Minipille spätestens 3 Stunden danach eingenommen werden. Wenn Erbrechen und Durchfall länger andauern, müssen Sie davon ausgehen, dass die Pillenhormone in diesem Zyklus nicht mehr wirken. Verhüten Sie bis zur nächsten Blutung zusätzlich mit Kondomen. Damit Ihr Hormonhaushalt nicht unnötig durcheinander gerät, sollten Sie die Pillen der angefangenen Packung trotzdem weiter zur gewohnten Zeit einnehmen.
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