Gehen oder bleiben Soll ich mich trennen? Wie man merkt, dass es Zeit ist zu gehen

29.11.2016 , Autor:Melanie Khoshmashrab
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Wenn zu Hause nur noch Tassen und böse Worte fliegen, hilft oftmals nur die Trennung. Doch statt zu gehen, stecken wir meist viel zu lange im Scherbenhaufen fest. So kommen Sie da raus ...

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Soll ich mich trennen?: Soll ich mich trennen? Wie man merkt, dass es Zeit ist zu gehen
Scheiden tut weh. Doch Zusammenbleiben manchmal auch. Nämlich dann, wenn einer der Partner deutlich mehr in die Beziehung investiert als der andere © Aleshyn_Andrei / Shutterstock.com
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Beziehungsprobleme, Trennung

Soll ich mich trennen? Sicherlh gibt es in Ihrer Clique auch diese eine Freundin mit den Tomaten auf den Augen, die nicht von einem Vollpfosten loskommt und sich permanent fragt, ob es besser wäre zu gehen oder zu bleiben. Ständig heult sie sich bei Ihnen aus, weil er sie schlechter behandelt als den Hund. Auf Ihre gut gemeinten Bemerkungen wie "Schick ihn in die Wüste" oder "Das hast du nicht verdient" antwortet sie stets schulterzuckend: "Aber ich liebe ihn doch!" Oder: "Du hast ja recht, aber …" Eigentlich wissen Sie ja selbst ganz genau, wie die Freundin sich fühlt und wieso sie sich immer noch so an ihn klammert. Fast jeder hat doch schon einmal zu lange in einer miesen Beziehung festgesteckt. Erst wenn es vorbei ist, realisiert man dann, dass man schon viel früher die Koffer hätte packen sollen.

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Gehen oder bleiben – Sie haben es in der Hand!

Wir haben es selbst in der Hand, ob wir lieber in einer maroden Beziehung stecken oder als zu­friedener Single durchs Leben gehen. Und dennoch fällt es schwer, einen Schlussstrich zu ziehen, wenn Kopf und Herz sich uneinig sind. Gehen oder bleiben? Trennen oder nicht? Wenn der Kopf sich fürs Gehen entscheidet, warnt das Herz vor dem drohenden Schmerz und dem Alleinsein. "Auch wer Schluss macht, trauert genauso wie der Partner, der verlassen wird", erklärt Daniela van Santen, Beziehungscoach in der "Liebeskummerpraxis" in Hamburg. "Man teilt schließlich die gleichen schönen Erinnerungen. Der Verstand kann noch so sehr beteuern, dass es richtig war, die Beziehung zu beenden – der Ex-Partner fehlt trotzdem."

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Eine Trennung kann sogar Entzugserscheinungen wie bei Süchten auslösen

Trauer, Angst und körperlicher Schmerz begleiten häufig den Partner, der sich die Frage stellt, ob es besser wäre zu gehen oder zu bleiben. Um dem aus dem Weg zu gehen, suchen wir fadenscheinige Gründe, die rechtfertigen, beim Partner bleiben zu können – und damit auch in unserer Komfortzone. So glorifizieren wir die wenigen glücklichen Momente in der Partnerschaft und kehren Respekt­losigkeiten, Lügen, Untreue und Streit kurzerhand unter den Teppich. Das Festhalten am anderen ist Selbstschutz. Die Trennung würde bedeuten, sich und anderen einzugestehen, dass das Vorhaben Liebe mal wieder gescheitert ist – und mit ihm all unsere investierten Gefühle und Erwartungen untergehen. Also verharren viele unglücklich Liierte in einer Art Schockstarre – und das erstaunlich lange. Wissenschaftler bezeichnen die Fähigkeit, belastende Situationen lange zu ertragen, als hohe Resilienz. Und gerade Frauen sind besonders gut darin: "Weil wir besonders leidensfähig sind", so van Santen.

Aus und vorbei, oder ist noch was zu retten?

Wenn es in der Beziehung zu ­kriseln beginnt, ergreifen Frauen eher die Initiative als Männer. Sie suchen mit dem Partner das Gespräch oder schlagen eine Paartherapie vor. "Ein Coaching lohnt sich oft", sagt van Santen. Wie aber kann man herausfinden, ob der zermürbende Kampf um eine Partnerschaft überhaupt noch Sinn macht? Die Beziehungsexpertin rät dazu, sich eine fundamentale Frage zu stellen: "Kann ich mit diesem Mann in dieser Beziehungssituation noch 20 Jahre ­leben?" Wenn Sie das verneinen, ist es Zeit loszulassen. Dann haben Sie die Antwort auf Ihre Frage "Soll ich mich trennen?".

Sich selbst zum eigenen Mut beglückwünschen

Mal angenommen, Ihre Freundin mit den Tomaten auf den Augen würde den Vollpfostenfreund endlich auf den Mond schießen. Sie würden ihr doch sicherlich zu diesem Hauptgewinn gratulieren, oder? Und genauso dürfen Sie sich selbst zu Ihrem Mut beglückwünschen, wenn Sie den ersten Schritt vom sinkenden Beziehungsschiff machen. Klar, es wird anfangs verdammt wehtun, und Sie müssen sich an das Leben als Single erst wieder gewöhnen. Ist der erste Kummer aber vorüber, wartet eine schöne neue Welt auf Sie. "Großes wird aus Schmerz geboren", bekräftigt die Expertin.

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Ein selbstbestimmtes Leben zurückgewinnen. Ohne den Partner

"Das Überwinden einer schmerzvollen Trennung ist wie die Genesung nach einer Krankheit. Sie werden die Welt mit anderen Augen sehen und mutiger werden. Daraus entstehen oft gute Dinge, etwa eine berufliche Veränderung", sagt van Santen. Und wenn auch nicht plötzlich der Traumjob um die Ecke kommen sollte, gewinnen Sie in jedem Fall eines zurück: ein selbstbestimmtes Leben. Auch ohne einen Partner an Ihrer Seite. Keiner nörgelt mehr über Ihr Outfit, Ihre Macken und Ihre Freunde. Eine missglückte Beziehung heißt eben nicht, dass Sie versagt oder zu wenig gekämpft haben. Es bedeutet lediglich, dass die Vorstellungen zweier Menschen nicht zusammengepasst haben. Wenn Sie sich das bewusst machen, können Sie sichergehen, dass das Scheiden keine Schlammschlacht wird und ein bisschen weniger wehtut.

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Soll ich mich trennen? Meist sind es die Frauen, die sich diese Frage irgendwann in einer Beziehung stellen

Eine missglückte Beziehung bedeutet lediglich, dass die Vorstellungen zweier Menschen nicht zusammengepasst haben

© Aleshyn_Andrei / Shutterstock.com

Das Trennungsgespräch ist der Anfang vom Ende

Es erwartet niemand, dass Sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gehen und Ihren Partner zurücklassen. Den wichtigsten Schritt haben Sie ohnehin mit der Entscheidung getan zu gehen statt zu bleiben. Jetzt müssen Sie nur noch Fakten schaffen und das klärende Gespräch mit dem zukünftigen Ex respektvoll über die Bühne bringen. Sie kennen ihn und können vermutlich erahnen, wie er reagieren wird. Sie legen sich am besten schon im Vorfeld mögliche Reaktionen auf sein Verhalten zurecht, so bleiben Sie im entscheiden Moment selbstsicher. Sie sollten aber auch auf unvorher­gesehene Reaktionen gefasst sein und das bei der Wahl des ­Ortes bedenken.

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Die Trennung: knapp und auf den Punkt

"In der eigenen Wohnung muss sich niemand schämen, wenn die Tränen kullern", sagt van Santen. Wenn Ihr Partner jedoch zu aggressiven Gefühlsausbrüchen neigt, empfiehlt sich ein öffentlicher Raum als Treffpunkt. In Gegenwart anderer kommt es seltener zu heftigen ­Szenen. Die Expertin rät zu einem Spaziergang im Park: "Da hat man Ruhe, ist aber nicht ganz allein." Wichtig ist auch, wie Sie dem Mann die Nachricht überbringen, nämlich möglichst knapp und auf den Punkt. "Wie Sie die Möbel aufteilen, hat darin nichts zu suchen", sagt van Santen. Formulieren Sie so ehrlich und sachlich wie möglich, wie es zu dem Entschluss gekommen ist. Um Streit zu vermeiden, sollten Sie dem anderen zuhören, ihn ausreden lassen und auf die klassischen Streitthemen wie Haushalt oder Geld nicht eingehen. Auch Vorwürfe haben in diesem Gespräch nichts zu suchen, egal, wie respektlos sich der Mann Ihnen gegenüber in der Vergangenheit verhalten hat. Statt zu sagen "Du hast meine Liebe mit Füßen ge­treten", senden Sie eine Ich-Botschaft: "Ich erwarte mehr von einer Beziehung." Und: Halten Sie Abstand. Nehmen Sie während des Gesprächs weder seine Hand noch ihn in den Arm.

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Soll ich mich trennen?

Statt zu sagen "Du hast meine Liebe mit Füßen ge­treten", senden Sie eine Ich-Botschaft: "Ich erwarte mehr von einer Beziehung."

© Aleshyn_Andrei / Shutterstock.com

Den Mann mit ins Boot holen

"Ein absolutes No-Go sind auch Aussagen wie: 'Ich liebe dich ja eigentlich noch, aber …'" Wie soll der verlassene Partner bei solchen Worten die Trennung verstehen und akzeptieren? "In der Regel führt das zu einer wütenden und verzweifelten Reaktion", sagt die Expertin. Sprudeln beim an­deren die Gefühle trotzdem über, sollten Sie das zulassen und ihm die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen – er konnte sich schließlich nicht, wie Sie, auf das Gespräch vorbereiten. Reagiert er wütend, hilft ein Trick, die Situation in den Griff zu bekommen: Stellen Sie ihm eine Frage. Wut kommt aus dem animalischen Teil des Gehirns – um jemanden zu beruhigen, müssen Sie ihn dazu bringen, den rationalen Teil zu benutzen. Etwa mit: "Was glaubst du – warum fiel es uns immer so schwer, ein gemein­sames Urlaubsziel zu finden?" Holen Sie den Mann einfach mit ins Boot. So machen Sie aus Ihrer Trennungsentscheidung eine gemeinsame Idee: "Du merkst doch auch, dass es nicht mehr klappt." Vielleicht kommt ihm das sogar entgegen. Klingt komisch, kann aber durchaus hilfreich sein, denn Männer bringen oft selbst nicht den Mut zum Schlussmachen auf. "Stattdessen treiben sie die Frauen dazu, sich zu trennen", erklärt die Beziehungsexpertin.

Leinen kappen, Segel hissen

Bevor Sie endgültig raus aus der Nummer sind, müssen noch ein paar lästige Dinge erledigt werden: die Möbel aufteilen, den längst gebuchten Urlaub stornieren, den Schwiegereltern die schlechte Nachricht unterbreiten. "Oft wünscht sich der Verlassene auch ein zweites Gespräch", so van ­Santen. "Lassen Sie sich ein Mal darauf ein, auch wenn es den anderen nicht zufriedenstellen wird", rät sie. Danach ist es besser, den Kontakt abzubrechen. Denn wenn man sich weiterhin sieht oder täglich beim Ex durchklingelt, reißt das Wunden auf. Nur in den sozialen Netzwerken sollten Sie das nicht so radikal angehen, rät van Santen: "Wer sofort den Beziehungsstatus ändert oder Bilder löscht, demütigt den anderen öffentlich." Statt einfach den Stecker zu ziehen, sollten Sie der Liebe im Netz also langsam den Saft ­aus­gehen lassen – oder es ihm überlassen, wann er die virtuelle Verbindung zu Ihnen kappt.

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