Verhütung Unsichere Verhütungsmethoden

10.01.2011 , Autor:Uta König
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Früher sagte man, jede Verhütungsmethode sei besser als gar keine. Aber einige sind so unzuverlässig, dass sie praktisch wertlos sind

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Verhütung: Spermien sind sehr flink!
Spermien sind sehr flink. An den fruchtbaren Tagen erreichen Sie mühelos die Eizelle © Shutterstock
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  • Coitus interruptus und Karezza
    Der Coitus interruptus, besser Coitus abruptus, also das Herausziehen des Penis kurz vor der Ejakulation, ist wahrscheinlich die älteste Form der Empfängnisverhütung. Der biblische Onan „ließ es auf die Erde fallen und verderbte es“, seinen Samen nämlich – die erste literarische Erwähnung des Coitus interruptus. Dabei ist ein „Rückzieher“ nicht nur eine unschöne Unterbrechung des Liebesspiel, sondern mit einem Pearl-Index von 4-18 auch eine ausgesprochen unsichere Verhütungsmethode. Das Problem: Auch schon vor der Ejakulation tritt Samen aus. Außerdem schafft man es nicht immer, sich wirklich rechtzeitig zurückzuziehen. Dasselbe gilt für die Karezza, auch Coitus reservatus genannt. Bei dieser Methode bemüht sich der Mann, einen Samenerguss völlig zu unterdrücken. Dies mag das Liebesspiel reizvoll verlängern, aber eine Schwangerschaft kann es nicht sicher verhüten.
  • Chemische Verhütungmittel ohne weitere Barrieren
    Gel, Creme, Schaum, Schaumtabletten, Vaginalzäpfchen oder Vaginalfilm (bislang nur in den USA als „Vaginal Contraceptive Film“) werden mindestens zehn Minuten vor dem Verkehr in die Scheide eingeführt. Sie dichten den Muttermund ab, töten die Samen ab oder verringern zumindest ihre Beweglichkeit. Der Wert von chemischen Verhütungsmitteln liegt darin, dass sie die Sicherheit anderer Barrieremethoden, z.B. Diaphragma oder Verhütungskappen, erhöhen. Als alleinige Verhütung sind sie sehr unsicher (Pearl-Index 3 -21). Außerdem erlauben sie keinen spontanen Sex und können ein Brennen in der Scheide und am Penis hervorrufen.
  • Vaginalschwamm (Verhütungsschwamm)
    Der Vaginal- oder Verhütungsschwamm ist mit einem Spermizid getränkt. Er wird wie ein Tampon maximal 2 Stunden vor dem Verkehr in die Vagina eingeführt und kann dort je nach Produkt 12 bis 24 Stunden bleiben, ohne seine Schutzfunktion einzubüßen. Er wirkt zum einen als mechanische Barriere, zum anderen setzt er die Befruchtungsfähigkeit der Samen außer Kraft. Er wurde als Alternative zum Diaphragma oder zur Verhütungskappe entwickelt, ist frei verkäuflich, einfach zu handhaben und muss nicht speziell angepasst werden. Klingt toll, ist aber leider unsicher (Pearl-Index 17-25). Außerdem kann der Schwamm ein Brennen hervorrufen, insbesondere bei längerer Tragzeit.
  • Scheidenspülung (Scheidendusche)
    In der Vergangenheit würden Scheidenspülungen angewendet in der Hoffnung, die Samenzellen wegzuspülen, bevor diese Gelegenheit haben, in die Gebärmutter zu gelangen. Doch die Spermien sind unglaublich flink. Dank des klaren, flüssigen Zervixschleims während der fruchtbaren Tage der Frau erreichen sie mühelos den gewünschten Ort. Der Pearl Index liegt bei 31. Zur Verhütung ist eine Scheidenspülung also keinesfalls zu empfehlen. Auch sonst sollten Sie besser die Hände davon lassen, denn Scheidenspülungen oder –duschen können die empfindliche Schleimhaut der Scheide angreifen und dies kann zu Infektionen führen.
  • Kalendermethode (Knaus-Ogino-Methode)
    Mit der in den 30-er Jahren vom Österreicher Hermann Knaus und dem Japaner Kyusaku Ogino entwickelten Methode lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs grob bestimmen. Da die Länge des Monatszyklus kann aber stark schwanken kann, muss man vorab den Menstruationszyklus ein Jahr lang protokollieren. Anschließend zieht man vom kürzesten Zyklus, z.B. 24 Tage, 18 Tage ab und kommt so auf den 6. Zyklustag. Vom längsten Zyklus, z.B. 34 Tage , zieht man 11 Tage ab und kommt man auf den 23. Zyklustag. Zwischen dem 6. und dem 23. Zyklustag liegen nach dieser Methoden bei diesem Zyklusbeispiel also die potenziell fruchtbaren, also kritischen Tage. In diesem Zeitraum sollte man auf ungeschützten Sex verzichten. Je unregelmäßiger die Zyklen sind, um so kürzer sind die Intervalle, an denen  Sex ohne weiteren Schutz erlaubt ist. Die Kalendermethode ist außerdem ausgesprochen unzuverlässig, da sie die sichere Zeit nur rein rechnerisch ermittelt und nicht wie die symptomthermale Methode (siehe „Natürliche Verhütung“) anhand aktueller Körperzeichen (Temperatur, Zervixschleim, Muttermund). Der Pearl-Index liegt bei etwa 20. Im Durchschnitt werden 9 von 100 Frauen bei der Kalendermethode in einem Jahr schwanger.
  • Stillen
    Bei jedem Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Es regt die Milchproduktion an und hemmt zugleich die Aktivität der Eierstöcke. Das Stillen kann daher tatsächlich einen hohen Empfängnisschutz bieten, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: Sie müssen mindestens 6-mal täglich und insgesamt länger als 80 Minuten täglich stillen. Sobad Sie zufüttern oder Stillpausen einlegen, die länger als 4 Stunden dauern, sinkt der Prolaktinspiegel zu weit ab. Dann reicht er zur Verhütung nicht mehr aus. Die Folge: Ihr Zyklus pendelt sich wieder ein. Ein Eisprung kann jederzeit eintreten, und Sie können wieder schwanger werden – auch wenn Sie noch keine Regelblutung wieder hatten.
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