Selbstbefriedigung So masturbieren Frauen am liebsten

26.09.2016 , Autor:Christiane Kolb
© WomensHealth.de

Es wird viel zu wenig über Selbstbefriedigung geredet. Wie gut, dass uns mehr als 1300 Frauen verraten haben, wie, wo und wann sie es am liebsten tun

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Selbstbefriedigung: Selbstbefriedigung
Experten bestätigen, dass Selbstbefriedigung das sexuelle Selbstbewusstsein stärkt, Stress, Schlafprobleme und Schmerzen lindern kann © Gorosi / Shutterstock.com
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Sex-Stellungen

Eins war lange sicher: Das wird böse enden mit Ihnen. Sie werden unfruchtbar. Verrückt im Kopf. Blind. Und in den Himmel kommen Sie schon mal gar nicht, wenn Sie sich selbst befriedigen. Zum Glück sind diese Zeiten ein für alle Mal vorbei, in denen man Frauen weismachen wollte, Masturbation hätte schädliche Folgen. Heutzutage schwärmen Stars wie Miley Cyrus öffentlich vom Spaß mit sich selbst. Und auch die Women's-Health-Leserinnen bestätigen: Fast alle legen selbst Hand an: 98 Prozent gaben bei unserer Online-Umfrage an, dass sie es tun oder taten. Und wie Sie gleich ausführlich sehen werden, ist die Selbstliebe sogar gesund – von wegen blind, blöd, babylos. Experten bestätigen, dass Lust im Alleingang das sexuelle Selbstbewusstsein stärkt, Stress, Schlafprobleme und Schmerzen lindern kann und insgesamt die Fähigkeit verbessert, zum Orgasmus zu kommen.

Zugleich hat ein Stigma jedoch überlebt: Öffentlich darüber reden will kaum eine(r). 58 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen gaben an, niemals ein Wort darüber zu verlieren. Dann machen wir das eben, denn: "Je mehr man weiß, umso schöner und heißer kann der Sex werden – allein und zu zweit", sagt Pepper Schwartz, Sexualwissenschaftlerin von der University of Washington in Seattle. Zumal Frauen solo doppelt so häufig kommen (59 Prozent immer, 32 Prozent meistens) wie mit dem geliebten Partner im Bett. Vielleicht kann mehr Aufmerksamkeit und Wissen, das man beim Selbststudium der eigenen Sexualität bekommt, etwas daran ändern? Bevor Sie sich jetzt in Ihr Schlafzimmer zurückziehen, lesen Sie weiter: Denn hier erfahren Sie, wie oft, wie, wann und wo es die anderen tun – mit vielen Anregungen für die eigene Praxis. Hand drauf!

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Wer tut's und wie oft?


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Selbstbefriedigung

Die meisten unserer Umfrage-Teilnehmerinnen masturbieren 2- bis 3-mal pro Woche

© Gorosi / Shutterstock.com

Kurze Antwort: praktisch alle, häufig und ausdauernd. Lange Antwort: Einige sind ganz besonders fleißig …

Masturbieren Sie?
Ja: 91%
Bisher nur ein paarmal: 7%
Nein: 2%

Nie oder selten – fühlen Sie sich angesprochen? Auch das kann normal sein: "Viele geben auf, wenn es mit dem Höhepunkt nicht klappt", so Expertin Schwartz. Wenn Sie mögen, lassen Sie sich hier inspirieren.

Wie oft masturbieren Sie?
Mehr als 1-mal pro Tag: 10%
2- bis 3-mal pro Woche: 45%
1-mal pro Woche: 24%
Seltener: 21%

Wie lange masturbieren Sie?
1-5 Minuten: 24%
5-15 Minuten: 49%
15-30 Minuten: 20%
30-60 Minuten: 5%
länger als 60 Minuten: 2%

Was soll uns das sagen?
Es zeigt, dass die Libido von Männern und Frauen nicht so unterschiedlich ist wie angenommen. Die meisten Leserinnen surfen gern solo auf ihrer persönlichen Sexwelle, weil es keinen schöneren Weg gibt, um mit dem eigenen Körper in Einklang zu kommen.

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Wie masturbieren Frauen?


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Selbstbefriedigung

Hätten Sie's gedacht: stolze 41 Prozent unserer Umfrage-Teilnehmerinnen schauen sich beim Masturbieren Sexfilme an

© Gorosi / Shutterstock.com

Man kann den Weg zum Höhepunkt unterschiedlich in Angriff nehmen: feuchtfröhlich, rubbelig, mit technischer Hilfe oder ohne. Und bei aller Fingerfertigkeit gibt es zudem Möglichkeiten, mehr daraus zu machen ...

Mit der Hand
Die einfachste und umkomplizierteste Art: Sie können Geschwindigkeit, Druck und Art der Reibung kontrollieren, wie Sie möchten. Weil alles intuitiv glattgeht, machen es 81 Prozent der von uns befragten Frauen auf diese Weise.
So wird's noch heißer
Mit Gleitgel. Es kann das Gefühl noch intensiver, die Fingerführung noch feinfühliger machen. Nehmen Sie einen kleinen Klecks in eine Hand und verteilen Sie immer wieder ein wenig davon mit Hand oder Finger an und um die Klitoris.

Mit Vibrationen
37 Prozent der Befragten benutzen einen Vibrator. An alle anderen: Probieren Sie es aus. Professorin Laura Berman von der Northwestern University zeigte in einer Studie, dass Frauen, die ihn nutzen, leichter zum Höhepunkt kommen als Nicht-Nutzerinnen.
So wird's noch heißer
Werden Sie doppelt aktiv! Verwöhnen Sie die Klitoris mit dem Finger, während Sie mit dem Vibrator die G-Zone an der vorderen Vaginalwand massieren. Lust auf mehr? Bewegen Sie ihn hin und her.

Mit Wasserdruck
23 Prozent, also fast jede Vierte, nutzt auch die Dusche zur Entspannung. Achtung: Den Strahl nie in die Vagina richten, so wäscht man leicht die guten Bakterien ab, die die Scheidenflora in Balance halten.
So wird's noch heißer
Zielen Sie um die äußeren Ränder der Vagina von oben auf die Klitoris. Oder holen Sie Helfer aus der Küche: Halten Sie einen hölzernen Löffel gegen die Vulva, oder rollen Sie eine Limette um die Klitoris, um Textur und Temperatur zu variieren.

Bilder mit beachtlicher Wirkung

Von wegen nur Männer erregt die visuelle Stimulation: 41 Prozent der befragten Frauen schauen bei der Selbstbefriedigung Sexfilme. Auch empfehlenswert: Nehmen Sie erotische Literatur zur Hand.

An wen denken Frauen beim Masturbieren?
34% fantasieren während der Selbstmassage von Mr. Unbekannt, 28 Prozent denken an ihren Partner. Wertung? Keine. Denn alle Männer in Ihrem Kopf dienen in dem Moment allein Ihrer Lust. 27% sprechen offen mit ihrem Partner darüber, dass sie sich befriedigen. Vielleicht sind es so wenige, weil doch Sorgen bestehen, dass der Liebste denken könnte, er sei nicht gut genug – oder Sie zu sehr auf Sex aus. Obwohl: Gerade Männer kennen doch die Lust, die niemandem etwas wegnimmt, sondern allen etwas bringt.

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Warum Sie dringend Ihren Beckenboden trainieren sollten >>>
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Statement von Ruth Westheimer


"Endlich gehört der Mythos der Vergangenheit an, dass Frauen sich nicht selbst befriedigen. Das finde ich großartig! Natürlich ist es kein Muss. Aber es ist wichtig, dass jede Frau, die ohne Partner lebt oder beim Verkehr mit ihrem Freund nicht zum Höhepunkt kommt, weiß, dass sie sich sexuelle Befriedigung holen darf und kann, wann immer sie es möchte. Ich halte das Masturbieren außerdem für enorm wichtig für die Frauen. Sie lernen damit, überhaupt zum Orgasmus zu kommen, und können ihrem Partner dann zeigen, wie es auch mit ihm klappen kann. Es ist übrigens normal, dass eine Frau mehr Stimulation braucht, vor, bei oder nach dem Verkehr. Ich habe immer propagiert, dass man darüber spricht und nachlesen kann, wie es besser klappt. All das führt dazu, dass Frauen und Männer heute offener darüber sprechen, wie ihre persönliche Sexualität funktioniert. Und dazu, dass viel mehr Frauen Befriedigung mit ihrem Partner finden!"

Ruth Westheimer ist 87 Jahre alt, Ikone der Sexualaufklärung, bis heute Uni-Dozentin undaußerdem Buchautorin („Lebe mit Lust und Liebe", Herder Verlag um 20 Euro).

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Lust aus der Ferne


Ihr Partner will mitmachen? Diese Vibratoren können per App gesteuert werden. Von der anderen Bettseite – oder vom anderen Ende der Welt.


Wann und wo masturbieren Frauen?


Natürlich in größtmöglicher Privatsphäre: Dass sie es am liebsten am Abend tun, sagen 45 Prozent der Befragten, 43 Prozent direkt vor dem Schlafengehen, naheliegend im Bett. Immerhin 25 Prozent mögen es am Morgen – auch wenn man sagen muss, dass Männer technisch gesehen da das leichtere Spiel haben, weil sie am Morgen eine erhöhte Testosteronausschüttung haben, was die Erregung begünstigt. Im Umkehrschluss brauchen Frauen morgens etwas länger, um in Fahrt zu kommen.

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Technische Fragen ...


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Selbstbefriedigung

Es ist völlig normal, wenn Frauen bei der Selbstbefriedigung mehr Lust verspüren als beim Sex mit ihrem Partner

© Gorosi / Shutterstock.com

Viele zögern, beim Gynäkologen konkrete Fragen zur Masturbation zu stellen. Wir tun's. Es antwortet Katharina Rohmert, Ärztin bei Pro Familia Darmstadt.

Ich komme nicht immer. Ist das schlimm?
Gar nicht. Die Fähigkeit dazu hängt von vielem ab, vor allem von der körperlichen und psychischen Verfassung am jeweiligen Tag. Man darf nicht erwarten, dass man dasselbe Lustgefühl immer eins zu eins herstellen kann. Nur wenn plötzlich Beschwerden auftauchen, sollten Sie zum Gynäkologen gehen.

Riskiert man mit Spucke eine Infektion?
Nein, aber ich rate trotzdem zu Gleitmittel, weil Spucke zu 99 Prozent aus Wasser besteht und schnell verdunstet. Dann reizt man die Schleimhäute, was eine Eintrittspforte für Keime schafft. Gels auf Wasserbasis wirken gut, noch gleitfähiger sind Silikone und Öle. Ich empfehle gern biologisches Gleitgel aus der Kiwipflanze oder Kokosöl. Aber Achtung, falls der Liebste dazustößt: Öl und Latexkondome sind nicht kompatibel!

Ohne meinen Partner ist die Erregung viel befriedigender. Wie gehe ich damit um?
Das ist normal. Klappt es mit ihm kaum, seien Sie am besten offen, sonst bestimmt Unehrlichkeit die Beziehung, und Sie meiden oder faken die Intimität. Holen Sie erst mal die Selbststimulation in den Paarsex: Sie tun es, während er dabei ist, oder beide erregen sich gegenseitig. Leiten Sie seine Hand. Und reden Sie miteinander! Wir sind es nicht gewohnt, so offen zu sein. Aber sonst stochern beide nur im Nebel.

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Das passiert mit Ihrer Vagina, wenn Sie Sex haben >>>
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Gibt es eigentlich noch andere Begriffe für 'Masturbieren'?


Wichsen, sein Schwert schleifen, die Wurst pellen – Männer haben unzählige Synonyme für Selbstbefriedigung. Und Frauen? Für die gibt's allenfalls den Ausdruck "die Perle polieren" oder "Handarbeit". Das Englische ist da vielfältiger (und schöner!): Es gibt zum Beispiel den Ausdruck "guilding the lily" (die Lilie vergolden, also etwas Schönes noch schöner machen), "shining the diamond" (den Diamanten zum Glänzen bringen), "stroking the kitty" (das Kätzchen streicheln) oder "squeezing the peach" (den Pfirsich ausdrücken).

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Diesen Blowjob wird er nie vergessen >>>
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7 gute Gründe, warum Selbstbefriedigung großartig ist


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Selbstbefriedigung

Frauen kommen bei der Selbstbefriedigung mindestens doppelt so häufig wie beim Sex mit dem Partner

© Gorosi / Shutterstock.com

Als ob mehr Gründe dafür nötig wären als rauschende Lust und satte Befriedigung. Aber wussten Sie, dass es andere, sogar wissenschaftlich erwiesene gesunde Nebenwirkungen des Solosex gibt?

1. Für den Seelenfrieden
Es allein zu tun kann negative Gefühle reduzieren. Laut einer Untersuchung der Universität Basel haben Frauen, die einen niedrigen Oxytocinspiegel besitzen, ein erhöhtes Risiko, eine Wochenbettdepression zu bekommen. Da jeder Orgasmus mit einer Ausschüttung von Extra-Oxytocin verbunden ist, bedeutet mehr Lust auch weniger schlechte Gefühle.

2. Fürs Gesundheitsbewusstsein
Eine im "The Journal of Sexual Medicine" publizierte Studie zeigt, dass Frauen, die einen Vibrator benutzen, regelmäßiger zum Gynäkologen gehen und sich häufiger selbst untersuchen als Frauen, die das Spielzeug nicht nutzen. Offensichtlich sind sich diese Frauen der Wichtigkeit ihrer sexuellen Gesundheit stärker bewusst.

3. Für Kraft im Becken
Geniale Höhepunkte stärken mit den Muskelkontraktionen auch den Beckenboden. Das besondere an der Selbstbefriedigung: Frauen kommen mindestens doppelt so häufig wie beim Sex mit dem Partner. Perfektes Training also. Und die Kontraktionen können sogar Inkontinenz vorbeugen und vermindern.

4. Als Schlafmittel
Der kleine Akt an und für sich hilft der Nachtruhe. Sexualmediziner Professor Uwe Hartmann von der Medizinischen Hochschule Hannover beobachtete in einer Studie vor allem bei Frauen einen starken Anstieg des Prolaktinspiegels nach dem Höhepunkt. Dieses Hormon macht müde – und der höhere Hormonspiegel hielt bis etwa eine Stunde nach dem Orgasmus an. Da schlafen Sie schon längst selig, oder?

5. Als Infektschutz

Laut Anthony Santella, Forscher der University of Sydney in Australien, liegt es nahe, dass die Vergrößerung der Cervix bei Erregung auch den schützenden Schleim am Gewebe aktiviert und Bakterien ausschwemmt, was das Risiko einer Blasenentzündung verringern soll.

6. Gegen Schmerzen
Lust im Alleingang kann auch die Schmerzempfindlichkeit senken. Das "Journal of Sex Research" berichtet: Einer Untersuchung zufolge blockt vaginale Stimulation die Substanz P, einen Neurotransmitter. Vielleicht ein Grund, warum einige Frauen während der Tage masturbieren, um Bauchkrämpfe zu mindern.

7. Als Hormon-Booster
Jedes Lusterlebnis bringt außerdem die Östrogenproduktion in Gang, danach sind die entsprechenden Hormonwerte höher. Mehr davon wirkt beruhigend, positiv aufs Immunsystem – und erhöht die nächste Lust auf Lust.

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