Schönheit 16 Beauty-Geheimnisse gelüftet

Ist Puder wirklich schlecht für die Poren und schadet tägliches Duschen der Haut? Unsere Experten lüften das Geheimnis

Shampoo 1. Ist Baby-Shampoo auch gut für mich?

Ja. Vor allem Menschen mit empfindlicher Kopfhaut profitieren von der sanften Reinigung. In vielen handelsüblichen Shampoos für Erwachsene stecken waschaktive Substanzen (sogenannte Tenside), die bei sensiblen Menschen Allergien und Kopfhautreizungen auslösen können. Wenn Sie also etwa unter Schuppen leiden, sollten Sie ein Babyshampoo ausprobieren. Einziger Nachteil: Wer viele Styling-Produkte benutzt, muss das Haar eventuell mehrfach shampoonieren, weil Babyprodukte mildere Inhaltsstoffe enthalten und nicht alle Rückstände beim ersten Mal entfernen.

Faltencreme 2. Bringen Faltencremes tatsächlich etwas?

Auf jeden Fall. „Für Inhaltsstoffe wie Vitamin-A-Säure, Vitamin C, Alpha-Liponsäure und bestimmte Polypeptide konnten große Patientenstudien die Wirkung nachweisen“, sagt Hautarzt Dr. Thomas Brink­meier aus Dortmund, der selbst diverse wissenschaftliche Forschungsarbeiten veröffentlicht hat. Diese Inhaltsstoffe wirken sich positiv aufs Hautbild aus. Dauerhaft können sie aber keine Wunder vollbringen: „Ab einer gewissen Faltentiefe sind für eine sicht­bare Besserung nur noch weitergehende Behandlungsformen wie Filler, Botox oder Peeling-Verfahren eine Erfolg versprechende Option.“ Das eigent­liche Geheimnis jung aussehender Haut liegt im Sonnenschutz. Und da gilt: Wer früh anfängt, sieht später nicht alt aus. „Lichtschutzcremes in jungen Jahren sind effektiver als Antifaltencremes im Alter“, sagt der Hautexperte. „Neben Nikotin und Umweltschadstoffen wird die Hautalterung vor allem durch UV-Strahlung beschleunigt – und nur zu einem geringen Anteil durch gene­tische Faktoren.“

Parfum 3. Wie kommt es, dass manche Düfte viele Stunden halten und andere blitzschnell wieder verfliegen?

Das liegt an der Zusammensetzung. Parfümeure unterscheiden zwischen Kopf-, Herz- und Basisnote. Die Kopfnote ist in den ersten Minuten am intensivsten und in der Regel kaufentscheidend. Sie besteht oft aus frischen, leichten Nuancen wie Zitrone, Orange oder Bergamotte, verfliegt aber relativ schnell. Danach riecht man die länger anhaltende Herznote, die gern aus gewichtigeren Aromen wie Him­beere, Jasmin oder Veilchen gewonnen wird. Das Fundament des Duftes bildet die Basisnote, die durch ihre schweren Inhalts­stoffe wie Ambra, Zedern- oder Sandelholz über viele Stunden an der Haut haftet. Je mehr Basisnote in der Komposition steckt, desto länger hält der Duft.

Peeling& Cremes 4. Wieso soll man beim Cremen und Peelen eigentlich die Augenpartie aussparen?

Erstens: weil die Haut um die Augen herum wesentlich dünner und somit empfindlicher ist als der Rest der Gesichtshaut. Deshalb sollten für diese Partie tat­sächlich nur spezielle Pflegeprodukte mit besonders leichter Kon­sistenz benutzt werden. Zweitens: um zu verhindern, dass was ins Auge geht. Falls es doch mal passiert, bitte mit viel klarem Wasser – immer in Richtung Nase – ausspülen.

Pickel 5. Wie werde ich Pickel ruck, zuck los?

Gar nicht, behaupten viele Experten. Denn an einem Pickel herumzudrücken erhöhe das Risiko, die Entzündung zu verschlimmern oder eine Narbe zu bekommen. So viel zur Theorie. Aber mal ehrlich: Wer will denn schon mit so einem fiesen Ding auf der Nase ins Büro oder gar zu einem Date gehen? Deswegen hier unsere ultimative Lösungsstrategie: Entfernen Sie das Make-up komplett. Gönnen Sie Ihrem Gesicht ein 10-minütiges Schwitzbad, um die Poren zu öffnen. Dafür eine Schüssel mit sehr warmem, dampfendem Wasser füllen und das Gesicht darüberhalten. Legen Sie ein Handtuch über den Kopf, damit der Dampf nicht entkommen kann. Für Eilige: Bedecken Sie Ihr Gesicht 5 Minuten mit einem feuchten, warmen Waschlappen. Waschen Sie sich gewissenhaft die Hände, damit diese möglichst frei von Keimen sind. Reinigen Sie eine spitze Nadel mit Geschirrspülmittel, und tauchen Sie diese anschließend etwa 20 Sekunden in Alkohol (aus der Apotheke, er sollte mindestens 70 Prozent haben, um sicher zu desinfizieren). Ritzen Sie die obere Hautschicht des Pickels sanft an, beziehungsweise stechen Sie sie leicht ein. Aber bitte gaaanz vorsichtig! Wickeln Sie nun saubere Kosmetiktücher um Ihre Zeigefinger. Drücken Sie leicht von außen nach innen, und hören Sie sofort auf, wenn Blut oder klare Flüssigkeit austritt.

Haltbarkeitsdatum 6. Woran erkenne ich, dass ein Produkt nicht mehr gut ist?

1.Puh! Es riecht irgendwie eklig. Ihre Gesichtscreme müffelt? Dann ist sie zu alt oder durch den Kontakt mit den Fingern verunreinigt. Im Schnitt halten Deos, Cremes und Lotionen circa ein Jahr. Tipp: Benutzen Sie kleine Spachtel zum Entnehmen der Tagespflege – oder gleich Tuben. Denn die sind weniger anfällig für Mikroben.
2.UUUh! Es sieht anders aus. Krümelig statt flüssig und nicht mehr weiß, sondern grau? Hat sich Farbe oder Konsistenz verändert, gilt: Finger weg und ab in den Müll! Mit der Zeit können Inhaltsstoffe verderben, zum Beispiel wenn sie starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Tipp: immer alles kühl und dunkel lagern.
3. IIIh! Es enthält ungebetene Gäste. Kleine, schwarze Punkte oder sogar Schimmel sind die deutlichsten Verfallszeichen. Einfach Abkratzen und den Rest weiterbenutzen? Bloß nicht! Es sei denn, Sie stehen auf allergische Reaktionen. Tipp: Lidschatten oder Puder immer vor Feuchtigkeit schützen, dann hält er viel länger.

Puder 7. Verstopft Puder wirklich die Poren?

Nicht mehr. Früher, als die Produkte noch Reisstärke oder Kakaobutter enthielten, war das ein großes Problem. Heute aber bestehen Puder aus verträglichem Talkum oder natürlichen Silikaten, sodass die Haut atmen kann. Eine gründliche Gesichtsreinigung am Abend ist trotzdem Pflicht, damit die nächtlichen Regenerationsprozesse nicht behindert werden.

Reinigung 8. Wie reinigt man Kosmetikpinsel und -schwämmchen?

Vor allem bitte oft und gründlich! Am besten einmal pro Woche. Sonst werden die Dinger zu wahren Keimschleudern und führen zu Hautun­reinheiten und Irritationen. Die meisten Schwämme können in einem Netz bei 30 Grad in der Maschine mitgewaschen werden. Für Pinsel reicht eine Hand­wäsche mit mildem Haarshampoo.

Männerpflege 9. Kann ich die Pflegeprodukte meines Freundes benutzen?

Können Sie schon, es bringt nur nicht so viel. Denn Cremes für die männliche Haut werden den Pflege­anforderungen der weiblichen Haut mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gerecht. Die braucht nämlich in der Regel mehr Feuchtigkeit. Deshalb sind Damen-Pflegeprodukte reichhaltiger sind als ihre männlichen Kollegen.

Duschen 10. Schadet tägliches Duschen der Haut?

Ganz und gar nicht, wenn Sie es richtig machen. Springen Sie nur kurz unter die lauwarme Brause, aber schäumen Sie sich nicht jeden Tag zwingend von Kopf bis Fuß ab, sondern beschränken Sie sich öfter mal nur auf Achsel- und Intimbereich. Verwenden Sie auf jeden Fall rückfettende Duschcremes, denn heißes Wasser in Kombination mit schäumenden Produkten kann der Haut bei Dauerbenutzung viel Fett und Feuchtigkeit entziehen.

Lippenpflege 11. Macht Lipbalm wirklich süchtig?

"Süchtig ist ein zu drama­tischer Begriff", sagt Dermatologe Brinkmeier. "Aber tatsächlich kann die regelmäßige Anwendung eine austrocknende Wirkung entfalten. Oder zumindest das Gefühl hervorrufen." Übeltäter sind die Inhaltsstoffe, die oft auf Mineralölen basieren und die Oberhaut der Lippen komplett abdichten. "Damit schädigen sie deren natürliche Regulationsmechanismen, und es entsteht der Impuls, ständig nachcremen zu müssen." Der Experte rät, im Fall der Fälle zu zertifizierten Naturkosmetikprodukten mit Mandel- oder Jojobaöl zu greifen, da die keine unangenehmen "Nebenwirkungen" haben. Dass Lippen ver­lernen, selbst Feuchtigkeit oder Fett zu produzieren, stimmt übrigens nicht, denn das können sie mangels Schweiß- und Talgdrüsen grundsätzlich nicht.

Deodorants & Antitranspirante 12. Wo ist der Unterschied zwischen Antitranspirant und Deodorant?

In der Wirkweise. Antitranspirante unterdrücken die Schweißbildung und werden daher auch Schweißhemmer genannt. Sie bremsen die Aktivität der Drüsen, indem die enthaltenen Substanzen deren Ausgänge für eine gewisse Zeit verengen. Dadurch kann die Schweißmenge um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Deos überdecken da­gegen lediglich den Geruch.

Augenringe 13. Wodurch entstehen Augenringe, und wie verschwinden sie schnell wieder?

Oft treten Augen­ringe vorübergehend als Begleiterscheinung von körperlicher Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Alkoholkonsum oder chronischen Kopfschmerzen auf und verschwinden schnell wieder, wenn diese Stressoren abgeschaltet werden“, so der Dermatologe. „Aber auch Elastizitätsverlust der Haut mit fortschreitendem Alter, eine verstärkte Pigmentierung, durchscheinende Blutge­fäße, Schattenbildung durch die Tränenrinne oder Fettumverteilungsprozesse können die Ursache sein.“ Wer mehrere Wochen ohne ersichtlichen Grund unter Augenringen leidet, die sich selbst mit Concealer oder Camouflage nicht richtig abdecken lassen, sollte seinen Hautarzt aufsuchen. Inzwischen gibt es spezielle Laser­therapien, mit denen hartnäckige Augenringe behandelt werden können. Dabei werden Pigment­ablagerungen mittels Pulslicht zerstört. Die Kosten von mehreren 100 Euro müssen allerdings selbst getragen werden.

Augencreme 14. Warum soll man Augencreme einklopfen?

Einreiben oder sogar Einmassieren würde die zarte Haut zu sehr beanspruchen. Das Einklopfen ist behutsamer und regt zusätzlich noch die Durch­blutung an, wodurch die Wirkstoffe optimal in das Gewebe eindringen können. Kleiner Klopf-Tipp: Nehmen Sie dafür Ihren Ringfinger. Denn der übt am wenigsten Druck aus.

Peel-off-Masken 15. Was sind denn Peel-off-Masken?

Diese Masken bilden nach dem Auftragen einen zusammenhängenden Film und werden nicht abgewaschen, sondern abgezogen. So wird die Haut nicht nur gepflegt, auch Kosmetikrückstände und überschüssiges Fett werden entfernt. Da viele der Masken desinfizierend und adstringierend wirken, also die Poren zusammenziehen, sollten sie nur bei fettiger Haut und Mischhaut verwendet werden.

Handcreme 16. Kann ich Handcreme auch für mein Gesicht benutzen?

Wenn diese ausdrücklich dafür ge­eignet ist, spricht nichts da­gegen.
Andererseits hat es auch einen Grund, dass Pflege­produkte immer auf bestimmte Hautpartien abgestimmt sind, denn Haut ist eben nicht gleich Haut. "Wird im Gesichtsbereich eine für den Hauttyp zu fettige Creme eingesetzt, kann das zu einer akneähnlichen Haarwurzel-Talg­drüsen-Entzündung führen", warnt Experte Brinkmeier. Umgekehrt kann ein sehr leichtes, fettarmes Handprodukt die Gesichtshaut oft nicht ausreichend mit der notwendigen Feuchtigkeit versorgen.

30.03.2016| Stephanie Arndt © womenshealth.de
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