Eisprung 8 Irrtümer über den Eisprung

Sie denken, Sie wissen alles über den weiblichen Zyklus? Glauben sogar Ihren Eisprung erspüren zu können? Dann dürften diese 8 Eisprung-Fakten Sie überraschen

Eisprung: Irrtum Nr. 1 "Der weibliche Zyklus dauert 28 Tage"

Dass der Eisprung nach 14 Tagen stattfindet, weil Frauen ja alle 28 Tage ihre Regel haben, stimmt manchmal. "70 Prozent der Frauen haben aber ihren Eisprung nach dem 15. oder vor dem 13. Zyklustag. Bei 5 Prozent der Frauen lag der Zeitpunkt des Eisprungs sogar nach dem 27. Tag.", sagt Prof. Henry Alexander, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Leipzig.

Eisprung: Irrtum Nr. 2 "Die Basaltemperatur wird direkt vor dem Aufstehen gemessen"

Der Körper unterliegt ständig Temperaturschwankungen. Während des Schlafs sinkt die Temperatur auf ein Minimum, die sogenannte Basaltemperatur. Viele Frauen messen ihre Basaltemperatur allmorgendlich um dieselbe Uhrzeit, um die hormonellen Abläufe in ihrem Körper ablesen zu können und herauszufinden, welcher Zeitpunkt in Sachen Familienplanung der günstigste ist. "Ein Messpunkt am Tag ist jedoch viel zu wenig, zudem erfordert es extrem viel Disziplin, tatsächlich jeden Morgen dieselbe Zeit zu erwischen.", sagt der Experte aus Leipzig. Plus: Die Basaltemperatur wird meist irgendwann mitten in der Nacht gemessen. Und nicht immer um dieselbe Uhrzeit.

Eisprung: Irrtum Nr. 3 "Frauen mit verlängertem Zyklus haben keinen Eisprung"

Es gibt Frauen, die lediglich 3- oder 4-mal im Jahr ihre Regel haben. Steht ein Kinderwunsch an, bekommen sie häufig Hormone, um einen "normalen" Zyklus von etwa 28 Tagen herzustellen. Die Chance auf eine Schwangerschaft muss dies nicht unbedingt verbessern, im Gegenteil: Der Eisprung wird dann häufig wegkuriert. "Ohne Hormone kann eine Frau auch am 28. oder am 36. Zyklustag schwanger werden. Das ist alles erstens schon vorgekommen und zweitens normal.", so Prof. Henry Alexander.

Eisprung: Irrtum Nr. 4 "Frauen mit Übergewicht oder Leistungssportlerinnen haben keinen Eisprung"

"Zu viel und extremer Sport sowie starkes Übergewicht steigern die Fruchtbarkeit zwar nicht unbedingt, aber ein Eisprung findet meist trotzdem statt. Richtig ist, dass zu viel Stress nicht gut für die Empfängnis ist.", sagt der Mediziner.

Eisprung: Irrtum Nr. 5 "Man kann den Eisprung mit Urinstreifen bestimmen"

Mit einem Urinstreifen kann man die Konzentration des Hormons LH im Urin messen. Dies ist ein Indikator für den Eisprung. "Häufig liegen jedoch die Frauen, die ihren Hormonspiegel mit diesen Streifen bestimmen, daneben.", weiß Professor Alexander. In klinischen Studien lag die höchste LH-Konzentration durchschnittlich mehr als 24 Stunden nach dem Eisprung. Und nicht, wie angenommen, davor.

Eisprung: Irrtum Nr. 6 "Frauen spüren ihren Eisprung"

Das jedenfalls behauptet die Hälfte aller Frauen. "Stimmt aber nicht. Klinische Studien haben bewiesen, dass etwa 85 Prozent der Frauen, die einen selbst gespürten Termin für den Eisprung angaben, daneben lagen.", sagt Prof. Alexander.

Eisprung: Irrtum Nr. 7 "Wenn man am Tag des Eisprungs Sex hat, ist man so gut wie sicher schwanger"

"Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, ist erstaunlich gering. Sogar wenn eine Frau jeden Tag Sex hat, liegt die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden bei lediglich 37 Prozent.", so der Mediziner. Wenn sie einmal pro Woche Sex hat, wie das bei Langzeit-Paaren oftmals der Fall ist, liegt die Chance nur noch bei 15 Prozent. Häufig dauert es zwölf Zyklen, bis sich der ersehnte Nachwuchs ankündigt. Auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Eisprung: Irrtum Nr. 8 "Bei Sex vor dem Eisprung ist eine Schwangerschaft ausgeschlossen"

"Klares Nein. Spermien überleben bis zu fünf Tage im Körper der Frau. Das bedeutet, sie kann auch schwanger werden, obwohl die letzte Liebesnacht vier oder fünf Tage vor dem Eisprung stattgefunden hat.", so Professor Alexander. Nach der Ovulation hält sich das Ei etwa 24 Stunden. Für den Rest des Zyklus ist es dann nicht mehr wahrscheinlich, schwanger zu werden.

12.09.2014| © womenshealth.de
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