Haarstyling Haare färben ohne Pannen

Sich zu Hause im Alleingang eine neue Haarfarbe zu verpassen kann gut gehen, muss aber nicht. Die 10 wichtigsten Tipps für ein hairliches Ergebnis - inklusive Notfallplan

Haare selbst färben Wie finde ich die Farbe, die zu mir passt?

Der einfachste Weg ist natürlich, sich von den Bildern auf der Verpackung inspirieren zu lassen. Aber auch wenn das Foto Ihnen gefällt, heißt das leider noch nicht, dass Sie diese Farbe auch exakt so hinbekommen. Deshalb ist es wichtig, sich die kleinen Bilder auf der Schachtel anzugucken, auf denen die Ausgangshaarfarbe und das Färbeergebnis angezeigt werden. „Wer unsicher ist, sollte bei der Coloration lieber eine Nuance heller wählen“, rät Dr. Astrid Kleen, Leiterin Forschung und Entwicklung Haarfarben bei Henkel Beauty Care. Ist Ihnen der Ton nicht stark genug, können Sie immer noch mit einer zweiten Coloration nachbessern. Haben Sie aber gleich zum dunkelsten Braunton gegriffen, kriegen Sie den nicht so leicht wieder heller. Damit solche Haar-Desaster gar nicht erst passieren, gibt es auch virtuelle Helferlein, die das verhindern. Mit der Farbberater-App von Schwarzkopf zum Beispiel bekommen Sie schon vorher einen Eindruck, wie Sie nachher aussehen werden: einfach ein Foto von sich hochladen und die Farben durchprobieren.

Haare selbst färben Welche Konsistenz ist am besten?

Das ist Geschmackssache. Manche bevorzugen Haarschaum, andere mixen die Flüssigkeiten lieber selbst zusammen und tragen sie aus der Flasche oder mit einem Pinsel auf. „Entscheidend ist, dass sich die Verwenderin in der Handhabung sicher fühlt. Deswegen sollte sie unbedingt vorher die Gebrauchsan­weisung lesen“, sagt Kleen.

Hilfe, die Farbe ist nicht nur im Haar, sondern auch auf der Kopfhaut!

Wenn nicht nur die Haare schokobraun sind, sondern auch die Haut am Haaransatz, sieht jeder, dass Sie die neue Farbe selbst aufgetragen haben – und leider nicht gut. Wie kommt es zu den Abfärbungen? „Bei einigen Nuancen kann es auf sehr trockener Haut durch die Farbstoffe dazu kommen“, sagt die Expertin. Um das zu vermeiden, sollten Sie vor der Färbeaktion diese Hautpartien mit einer Hand- oder Fettcreme einreiben. Expertentipp: „Es hilft auch, den frisch gefärbten Schopf einmal zu schamponieren, bevor der beiliegende Conditioner aufgetragen wird.“

Haare färben Es sollte doch blond werden und nicht orange! Was nun?

Grund für einen Orangestich sind Rotpigmente im Haar. Für den Laien oft nicht sichtbar, kommen sie manchmal bei chemischen Eingriffen wie einer Coloration ans Tageslicht. Keine Panik! „Das lässt sich korrigieren, indem ein weiteres Mal 5 bis 10 Minuten nachblondiert wird“, so Kleen. Ist das Orange gering ausgeprägt, gleicht ein Silberreflexshampoo den Farbton aus.

Und wenn die Haare plötzlich einen Grünstich haben?

Das Phänomen taucht in erster Linie bei stark geschädigtem und vor allem hellem Haar auf, sonst würde man das Grün gar nicht sehen. „Ursache sind Kupferionen, die durch Kupferleitungen ins Wasser gelangen“, sagt Kleen. Ihr Geheimtipp: 2 Aspirintabletten in 200 ml warmem Wasser auflösen, damit die Haare spülen und anschließend schamponieren. Die Acetylsalicylsäure zieht grüne Ionen zuverlässig aus dem Haar.

Haare färben Kann ich meine Haare auch ohne aggressives Wasserstoffperoxid blondieren?

Jein. Nur Sonne und Salzwasser können noch aufhellen, aber beides greift das Haar genauso an wie Wasserstoffperoxid. Wenn Sie es schonender wollen, muss es nicht gleich eine Blondierung sein: „Wir differenzieren zwischen reiner Aufhellung und Blondierung“, so Kleen. „Bei einer Aufhellung erreichen wir lichte Farbnuancen und können bis zu 3 Stufen aufhellen. Bei Blondierungen wird Wasserstoffperoxid mit Blondierungspulver zur Paste angemischt. Diese kann bis zu 8 Stufen aufhellen.“ Wenn Wasserstoffperoxid mit im Spiel ist, müssen Sie unbedingt die Einwirkzeit beachten, damit die starken chemischen Prozesse nicht aus dem Ruder laufen. Bleibt die Blondierung zu lange im Haar, wird es nicht zwangsläufig heller, aber unnötig porös und laugt aus.

Braucht gefärbtes Haar spezielle Pflege?

Ein klares Ja! „Weil die Farbstoffe bis tief ins Haar ein­gelagert werden und der Colorationsprozess an sich die Haarstruktur beansprucht“, erklärt Kleen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass colorierte Haare automatisch geschädigter sind. Sie brauchen einfach nur eine andere Fürsorge: „Um den Farbglanz so lange wie möglich zu erhalten, stecken in Pflegeprodukten für gefärbtes Haar entsprechende Inhaltsstoffe. Sie gewährleisten, dass Feuchtigkeit im Haar bleibt und die Farbe geschützt wird.“

Haare färben Warum wird so viel vor Allergien gewarnt?

Weil nicht auszuschließen ist, dass es zu allergischen Reaktionen kommt, denn das Immunsystem kann grundsätzlich auf jeden Inhaltsstoff reagieren.

Bei Haarfarben gibt es vor allem eine Chemikalie, die immer wieder Ärger macht: das Paraphenylendiamin (PPD). Es sorgt auf der einen Seite zwar für intensive, satte Farben. Andererseits kann es aber bei längerem Hautkontakt zu einer Sensibilisierung kommen. Auch Paratoluylendiamine (PTD) oder Resorcin können die Haut reizen. Wenn Sie beim Haarefärben eine Hautreaktion bemerken, gibt es nur eins: das Mittel sofort auswaschen! Und wer zu Allergien neigt, sollte sich beim Dermatologen beraten lassen.

Haare färben Welche Farben sind jetzt Trend?

Ganz weit vorn: Schoko in allen Variationen – warme, goldige Brauntöne in satten Farben, die fast schon ins Kupfer gehen. Blond bleibt ebenfalls ein großes Trendthema. Schwer angesagt sind auch sogenannte Ombré-Haarfarben, bei denen ein sanfter Übergang getönt wird. Der Ansatz zum Beispiel ist dann honigblond, die Spitzen brünett oder andersherum. „Ein weiterer Trend sind Pastelltöne“, sagt Kleen. „Sie sind zum Teil im Farbcharakter sehr stark oder intensiv ausgeprägt und werden dann auf blondierte Haare oder Strähnen aufgebracht.“ Die Farbrichtung kommt aus der Popszene, Katy Perry oder Lady Gaga sind hier Vorbilder.

Haare färben Was tun, wenn ich mich bei der Farbe doch vergriffen habe?

Ein wirklich schwieriges Thema. Eine Korrektur mit vernünftigem und gesundem Ergebnis kriegt man als Laie nicht hin. Schon allein deshalb, weil das Verständnis für die komplizierten chemischen Prozesse fehlt. Da hilft also nur der Gang zum Profi. Friseure haben für derartige Notfälle diverse Hilfsmittel parat.

04.04.2016| Bettina Koch © womenshealth.de
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