Europameisterin im Kiten Kitesurf-Queen Sabrina Lutz

Sabrina Lutz ist amtierende Europameisterin im Kitesurfen und in der ganzen Welt unterwegs. Im Interview verrät sie uns, warum Kitesurfen das beste Ganzkörperworkout schlechthin ist

Sabrina Lutz im Interview Was ist das Besondere für dich am Kiten?

"Ich liebe das Gefühl übers Wasser zu gleiten – es ist das schönste Gefühl der Welt" schwärmt Sabrina Lutz, amtierende Europameisterin und Deutsche Meisterin im Freestyle-Kitesurfen. "Der Kite verleiht einem hat eine gewissen Leichtigkeit mit der man geradezu übers Wasser schwebt". Doch auch Stürze gehören zum Alltag eines Kiters: "Sich hinzupacken gehört dazu. Wenn man neue Tricks und Sprünge übt, muss man sich durchbeißen und am Ball bleiben bis es endlich klappt" so die 25-jährige Hamburgerin, die bereits seit 9 Jahren auf dem Board steht.

Sabrina Lutz im Interview Wie viel Kraft brauche ich beim Kiten? Ist das nicht viel zu anstrengend für Frauen?

    Keine Panik, das ist nur ein Vorurteil, denn beim Kiten ist es nicht entscheidend, wie viel Kraft oder Muskeln man hat. Auch Sabrina, ein echtes Leichtgewicht, hatte vor Ihrem ersten "Mal" so Ihre Zweifel gehabt: "Ich dachte man müsse viel Kraft aufwenden um den Kite überhaupt zu halten. Umso überraschter war ich dann, als ich merkte, dass der Kite eher mich zieht als umgekehrt." Warum das so ist? Ganz einfach: Der Kite, also der Drachen selbst, hat zwar eine starke Zugkraft, doch hält man den Kite nicht mit den Armen, da er mittels Haken am Trapez (Hüftgurt) eingehängt ist. Dadurch wirkt die Kraft nicht allein auf Oberkörper und Arme, sondern wird gleichmäßig auf den Körper verteilt. Das Fingerspitzengefühl beim Handling des Kites zählt wesentlich mehr als die Kraft, die man aufwendet.

    Sabrina Lutz im Interview Welche Muskeln werden beim Kiten trainiert?

    "Kitesurfen ist ein echt anspruchsvolles Ganzkörperworkout" sagt Kite-Profi Lutz. "Nach dem Training – gerade wenn man wieder frisch in die Saison startet – spüre ich jeden Muskel und muss mich am nächsten Tag aus dem Bett rollen, da alles schmerzt." Während man auf dem Wasser ist, spürt man die Anstrengung allerdings nicht. Aber danach melden sich auch kleine Muskelpartien, die man vorher noch gar nicht kannte."

    Sabrina Lutz im Interview Gibt es "Trockenübungen", mit denen man sich aufs Kiten vorbereiten kann?

    "Neue Sprünge, Salti und Drehungen übe ich zu Hause auf dem Trampolin" sagt die Europameisterin. "Mit Hilfe des Trampolins kann man die Abfolge von Sprüngen & Co. optimal einstudieren." Gleichzeitig wird die Balance und Koordinationsfähigkeit trainiert.

    Sabrina Lutz im Interview Wie hälst du dich fit?

    Im Home-Gym tritt die Kiterin, die gerade Ihr Mode- und Textilmanagement-Studium abgeschlossen hat, ordentlich in die Pedale und trainiert Ihre Ausdauer unter anderem auf dem Rad. Mit Hilfe eines Gymnastikballs, auf dem sie versucht zu stehen, schult sie außerdem Ihre Balance und trainiert die Kniemuskulatur. „Die Muskeln rund ums Knie werden beim Kiten aufgrund der hohen Geschwindigkeit stark beansprucht. Bei Sprüngen müssen die Knie zudem den Aufprall beim Landen abfedern, was eine große Belastung für die Muskulatur und den Bandapparat darstellt.“

    Sabrina Lutz im Interview Hast du Entzugserscheinungen, wenn du mal nicht auf dem Board stehen kannst?

    "Was für eine Frage – natürlich!" Für den Fall, dass die Wetterbedingungen – also der Wind – mal nicht mitspielen (und das kommt beim Kiten relativ oft vor) hat sie sich schon eine Alternative gesucht: Neuerdings tobt Sabrina sich beim Wakeboarden aus und kann auch hier Sprünge und Tricks mit dem Board trainieren.

    Sabrina Lutz im Interview Welches ist dein liebster Kite-Spot?

    "In Brasilien sind die Bedingungen zum Kiten optimal" so der Kite-Profi. "Wind und Wetter sind hier konstant, keine Wellen und kaum Windböen – ein Traum für jeden Kiter". Doch auch in Kapstadt, wo die Wellen in gleichmäßigen Abständen kommen, hebt Sabrina gern mal ab.

    Sabrina Lutz im Interview Welche Meisterschaften stehen demnächst bei dir an?

    "Ende Mai geht’s für mich zur Kitesurf-Trophy 2014 nach Büsum. Vom 28. Mai bis 01. Juni findet dann der Red Sea Kitesurf World Cup in Ägypten statt, bei dem ich natürlich nicht fehlen darf" so die sympathische Kitesurferin. Am 1. bis 10. August trifft sich dann die Weltelite der Kitesurfer in St. Peter-Ording zum Kitesurf World Cup 2014 bei dem natürlich auch Sabrina in der Kategorie Freestyle am Start ist.

    Hier gibt es noch mehr Infos zum Red Sea Kitesurf World Cup 2014

    Sabrina Lutz im Interview Wie wichtig ist es dir zu gewinnen?

    "Ich nehme teil um zu gewinnen, ganz klar. Wenn mal eine andere besser ist, dann akzeptiere ich das aber und ärgere mich nicht lange darüber. Wichtig ist mir aber vor allem, dass mir all meine Sprünge und Stunts optimal gelingen" so die Profi-Kiterin.

    Sabrina Lutz im Interview Wie stehts bei den Meisterschaften mit der weiblichen Konkurrenz? Gibt es da nicht viele Zickerein?

    "Wettkampftag ist Wettkampftag, da kann es schon mal – wie in jeder Gemeinschaft – zu kleinen Zickereien untereinander kommen" so Sabrina. "Wenn die Anspannung und der Stress vorüber sind, sitzen wir dann aber meist alle zusammen und feiern."

    Sabrina Lutz im Interview Hast du bei Meisterschaften einen Glücksbringer dabei?

    "Ich freue mich immer sehr, wenn mein Freund mich begleiten und anfeuern kann. Manchmal schafft es sogar meine Familie zu kommen – allein die Anwesenheit meiner Lieben pusht mich dann beim Wettkampf noch extra nach vorn."

    24.04.2000| Kathleen Schmidt © womenshealth.de
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