Duschen nach dem Sport Richtig duschen nach dem Workout – so geht's

Duschen nach dem Sport entspannt
Nach dem Sport ist Duschen ein Genuss. Dennoch: Stelle dich lieber nur kurz unter die Brause – deiner Haut zuliebe. © LStockStudio / Shutterstock.com

Sportlerinnen, die unsere 8 Dusch-Regeln beachten, dürfen sich nicht nur über reine, sondern auch geschmeidige Haut freuen

Auch wenn es das beste After-Workout-Gefühl ever ist – beim Duschen nach dem Sport gilt: Weniger ist mehr! Das heißt im Klartext: Runter mit der Temperatur und schnell wieder raus aus der Dusche.

Denn gerade wenn du häufig Sport treibst, schonst du die Schutzbarriere deiner Haut, wenn du kürzer trittst. Reine Haut bekommst du nämlich auch ohne lange Dusch- und Schaumorgien –

Wie oft sollte ich duschen?

Grundsätzlich freut sich deine Haut, wenn sie nicht so oft geduscht wird. Denn bei aller Liebe zur Sauberkeit bedeutet häufiges Duschen für sie vor allem: Gefahr von Austrocknung. Deswegen solltest du, wenn es nicht unbedingt nötig ist, auch mal aufs Duschen verzichten.

Nach dem Sport allerdings ist Duschen ein Muss. Denn der der Schweiß muss runter von der Haut, sonst fängt er bald an streng zu riechen. Um die Haut dabei nicht allzu sehr zu strapazieren, hältst du dich am besten an unsere 8 Dusch-Regeln.

1. Lieber warm oder kalt duschen nach dem Sport?

Es gilt: Je trockener die Haut, desto kühler das Wasser und kürzer die Duschzeit. Warum? Das Wasser wäscht die natürlichen Barriere-Lipide, Ceramide, Cho­lesterol und freie Fettsäuren aus der Haut und trocknet sie so aus – für heißes Wasser gilt das noch mehr als für lauwarmes und kühles.

Auch eine gute Idee nach dem Sport: Wechselduschen. Durch den ständigen Temperaturwechsel von warm auf kalt und zurück verengen sich die Blutgefäße. Das wiederum führt dazu, dass die Schmerzen beim Muskelkater etwas verringert werden – wirkt also schon vorbeugend.

2. Reicht es, nur mit Wasser zu duschen?

Ja, das empfehlen die Hautärztinnen Dr. Michaela Axt-Gadermann aus Hamburg und Dr. Yael Adler aus Berlin sogar so. Viele Menschen haben ihrer Erfahrung nach einen richtigen Hygiene-Tick. "Nur die geruchsintensiven Regionen benötigen ein mildes Duschgel, aber auch hier ist Vorsicht geboten. Seife setzt sich in Körperfalten fest und kann dort Juckreiz verursachen", sagt Dr. Yael Adler.

3. Woran erkenne ich ein mildes Duschgel?

Produkte in Drogerien locken mit tollen Düften und Versprechen. Da gilt es standhaft zu bleiben und zu milden, wenig schäumenden Waschsubstanzen zu greifen. Wichtig: ohne Parfum, Farb- und Konservierungsstoffe (Parabene) sollten sie sein. Weil Seife und Duschgel der Haut Fett entziehen, sind rückfettende Produkte am besten.

Herkömmliche Seifen und Duschgele greifen durch den alkalischen PH-Wert den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. "Es dauert rund zwei Stunden, bis sich das Hautklima neutralisiert hat. In dieser Zeit ist die Haut anfälliger für Infektionen mit Bakterien, Pilzen und Viren", erklärt Dr. Yael Adler. Deshalb auf einen PH-Wert von 5,5 achten – der entspricht dem Wert der Haut. Die milde Wellness-Dusche von SebaMed hat zum Beispiel diese PH-Wert.

4. Gibt es eine Alternative zu Duschgel?

Synthetische Detergentien sind eine gute Alternative zu milden Duschgelen oder Seifen. Die "Syndets" enthalten künstlich erzeugte waschaktive Substanzen und sollten mit Lipiden angereichert sein, damit sie die Haut nicht so stark entfetten. Erstaunlich: Unter rein natürlichen Gesichtspunkten reicht dem Körper eine ausführliche Ganzkörperreinigung 1- bis 2-mal pro Woche. Dies entspricht allerdings nicht den heutigen Hygienevorstellungen.

Achtung: Wer Duschöle verwendet, sollte hinterher die Haut nur vorsichtig mit dem Handtuch abtupfen und nicht rubbeln, um den Ölfilm als Schutzschicht zu belassen. Das Wegrubbeln des Ölfilms führt zu einem massivem Auswascheffekt der hauteigenen Schutzlipide, daher unbedingt vermeiden.

5. Was bringt kaltes Abduschen?

Das hat einen positiven Effekt: Beim Sport weiten sich nicht nur die Poren, sondern auch die Venen. Duschen mit kaltem Wasser sorgt dafür, dass sie sich wieder zusammenziehen. Das ist Training für die Gefäßmuskulatur und schützt vor Besenreisern und Krampfadern und strafft das Bindegewebe.

6. Sollte ich mich beim Duschen nach dem Sport peelen?

Wer will, kann die Haut mit einem Peeling von abgestorbenen Hautschüppchen befreien. Das kannst du sogar einfach selbst herstellen. Glätten und pflegen kannst du zum Beispiel mit einer Mischung aus je einem Teelöffel Salz, Mandelöl und Honig. Den Mix in einer wasserdichten Mini-Box transportieren und 1-2 mal pro Woche anwenden. Darauf achten, dass die Box gut verschlossen ist. sonst gibt's eine Sauerei in der Sporttasche. Ansonsten: Einfach ein fertiges Peeling (bitte ohne Mikroplastik) kaufen und die Tasche stecken.

7. Wie reinige ich mein Gesicht nach dem Sport?

Die Poren öffnen sich während des Sports, Make-up dringt dabei noch leichter ein und verstopft sie. "Wer geschminkt beim Sport war, sollte das Gesicht – so lange es noch erhitzt ist und die Poren offen sind – mit einem porentief reinigenden Abschminktuch oder Waschgel reinigen", empfiehlt die amerikanische Hautärztin Leslie Baumann.

8. Sollte ich sofort nach dem Workout duschen oder lieber warten?

Lasse den Körper nach dem Workout erstmal einen Moment abkühlen und erholen. Das belastet den Kreislauf weniger und reduziert das Nachschwitzen.

Übrigens: Noch mehr als das normale Duschen belastet Chlorwasser die Haut. Nach dem Schwimmen deshalb unbedingt das Chlorwasser abwaschen.

Dusche lieber etwas kälter und kürzer, aber bloß nicht zu warm und lange. Verwende zum Reinigen am besten Syndets oder ein mildes Duschgel – und das nur an den Körperstellen, wo es auch wirklich nötig ist. Denn zu häufiges, heißes Duschen mit falschen Zusätzen trocknet deine Haut unnötig aus.

15.07.2019| Susanne Rietfort © womenshealth.de
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