Adaptogene Diese 6 Adaptogene sind natürliche Stresskiller

Adaptogene wie Ginseng und Maca sind ganz natürliche, aber hochwirksame Stresskiller © Eskymaks / Shutterstock.com

Dauerstress ist kein Fremdwort für Sie? Dann sollten Sie unbedingt diese Pflanzenstoffe kennenlernen, mit denen Sie sanft, aber effizient entschleunigen

Die meiste Zeit rasen wir mit Vollgas durchs Leben, beruflich und privat. Kein Wunder, dass wir gestresst sind. Um wieder runter zu kommen, greifen wir schnell zu industriell hergestellten Medikamenten, und um in Schwung zu bleiben, trinken wir Unmengen von Kaffee. Doch auf lange Sicht bringt das unseren Körper nur noch mehr durcheinander. Pflanzliche Adaptogene hingegen helfen auf ganz natürliche Weise, Stress abzubauen und den Körper ins Gleichgewicht zu bringen. Hier erklären wir Ihnen, was Adaptogene sind, wie sie angewendet werden und welche vielfältige Wirkung sie auf den Körper haben.

Was sind Adaptogene überhaupt?

"Adaptogene sind biologisch aktive Pflanzenstoffe, die dem Körper helfen, sich erhöhten körperlichen und emotionalen Stresssituationen besser anzupassen (engl. "to adapt“ = sich anpassen)“, erklärt Dr. Dominik Dotzauer, Präventivmediziner aus Hamburg. Die natürlichen Substanzen haben dabei eine regulierende Wirkung auf den Körper: Sind Sie nervös und gestresst, wirken sie beruhigend, sind Sie müde und erschöpft, haben sie eine anregende Wirkung. Gleiches gilt für Ihr Immunsystem – ein gestärktes Immunsystem hält Sie gesund, ein zu aktives Immunsystem hingegen, wie es bei einigen Allergien oder Autoimmunerkrankungen der Fall ist, kann Sie ganz schön quälen.

Bei Adaptogenen handelt es sich übrigens nicht um den nächsten Schrei unter den Superfoods – im Gegenteil. "In der indischen Heilkunst (Ayurveda) sowie in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) baut man schon seit Jahrtausenden auf den harmonisierenden Effekt adaptogener Pflanzenstoffe“, sagt der Präventivmediziner. Genutzt werden Pflanzen, Wurzeln und Kräuter, die sich an extreme Umweltbedingungen wie Kälte, starke Sonneneinstrahlung oder Trockenheit angepasst haben. Kein Wunder also, dass ihre Inhaltsstoffe auch uns Menschen helfen, widerstandsfähiger in Stresssituationen zu reagieren.

Adaptogene wirken bei Stress sanfter und besser als Kaffee © Kite_rin/Shutterstock.com

Wie wirken Adaptogene?

Um zu verstehen, wie Adaptogene wirken, müssen wir uns anschauen, was denn überhaupt bei Stress in unserem Körper passiert. Bei Stress produziert unser Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol. Cortisol mobilisiert unsere Energiereserven. Klingt erstmal gar nicht so verkehrt – doch bei einem lang anhaltenden, zu hohen Cortisol-Spiegel geraten wichtige Regulationsprozesse des Körpers durcheinander. Das kann Folgen wie ein unterdrücktes Immunsystem, Ängste, Schlafprobleme, Bluthochdruck oder Übergewicht haben.

Adaptogene wirken an der natürlichen Stressachse des Körpers, die für die Ausschüttung von Cortisol verantwortlich ist. Dort regulieren sie die körpereigene Stressantwort, indem sie selbst kleine Stress-Reaktionen auslösen. "Das aktiviert die Selbstschutz-Mechanismen der Zellen und macht diese auf lange Sicht resistenter gegenüber Stress“, so der Präventivmediziner. Im Gegensatz zu den meisten im Labor hergestellten Medikamenten wirken Adaptogene übrigens ganzheitlich, also im ganzen Körper und nicht nur in einem Teilbereich.

6 heilende Pflanzenstoffe und was sie bewirken

Aktivieren Sie Ihre inneren Verteidigungsmechanismen und lassen Sie sich erst gar nicht stressen! Das sind unsere Top 6 Adaptogene:

Ashwagandha ist ein wirksames Adaptogen bei Einschlafproblemen © Eskymaks/Shutterstock.com

1. Ginseng gegen Stress

Ginseng ist der König unter den Adaptogenen. Seit über 5.000 Jahren findet die Power-Wurzel bereits Anwendung in der Traditionellen Chinesischen Medizin und ist vor allem für ihre stressreduzierende Wirkung bekannt. Doch Ginseng kann noch mehr – er fördert die Produktion von Serotonin und Dopamin, unsere sogenannten Wohlfühl- und Glückshormone. Diese hellen die Stimmung auf, verbessern die Leistungsfähigkeit und fördern einen erholsamen Schlaf.

2. Rosenwurz hilft bei Erschöpfung

Die Pflanze, die nur unter sehr kalten Bedingungen – am liebsten in Sibirien – wächst, trägt ihren Namen, weil ihre Wurzel nach Rosen duftet, wenn man sie anschneidet. Rosenwurz reduziert nachweislich die Ausschüttung von Cortisol. Das erhöht die Stresstoleranz, nimmt chronische Müdigkeit und regt die Energieproduktion in den Zellen an, wie eine Studie des Swedish Herbal Institute gezeigt hat. Kleines Beauty-Plus: Rosenwurz regt die Elastin- und Kollagenbildung an und hilft so gegen Falten.

3. Maca unterstützt die körperliche Ausdauer

Die südamerikanische Wurzelknolle unterstützt Ihre körperliche Ausdauer und Widerstandsfähigkeit. Im Handel finden Sie Maca meist als Pulver zur Leistungssteigerung. Nebenbei reduziert Maca jedoch auch den Cholesterinspiegel im Blut, kurbelt die Verdauung an und steigert Ihre Lust auf Sex.

4. Shiitake-Pilze stärken das Immunsystem

Der Speisepilz gilt als eine der wirksamsten Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Er minimiert Stress, unterstützt das Immunsystem und wirkt sich günstig auf Blutfettspiegel und Darmflora aus.

5. Reishi-Pilze fördert das Einschlafen und hält jung

Im Gegensatz zu Shiitake ist der Reishi-Pilz, auch 'glänzender Lackporling' genannt, kein herkömmlicher Speisepilz, sondern ein Heilpilz. Er hilft Ihnen bei Schlafstörungen und kann als Anti-Aging-Mittelchen eingesetzt werden, denn er wirkt Alterungsfaktoren wie Stress, freien Radikalen und Entzündungsprozessen entgegen.

6. Ashwagandha zum Entspannen

Die Schlafbeere, wie sie im Volksmund heißt, verhilft Ihnen zu einem ruhigen, klaren Geist und hilft aufgrund der narkotisierenden Wirkung wunderbar beim Einschlafen. Tolle Nebenwirkung: Das aus der Beere gemahlene Pulver verjüngt den Teint!

Tee mit adaptogenen Inhaltsstoffen wirkt bei Stress oft Wunder © VioNet/Shutterstock.com

Wie werden Adaptogene eingenommen?

Adaptogene sind in Kapsel- oder Tablettenform, als Pulver, Tinktur oder Tee inzwischen in vielen Bio-Märkten und im Online Handel erhältlich. Sie können täglich eingenommen werden oder nur in besonderen "Krisenzeiten“ des Körpers. Die kleinen Health-Booster verursachen auch bei langfristiger Einnahme keine oder nur minimale Veränderungen der Körperfunktion, denn ihre adaptogene Wirkung entfalten sie erst bei entsprechender Herausforderung (zum Beispiel bei Stress oder beim Sport).

Haben die Pflanzenstoffe auch Nebenwirkungen?

Nach dem aktuellen Stand der Forschung sind Nebenwirkungen weitgehend ausgeschlossen. Im Gegensatz zu vielen anderen Stimulanzien wie Koffein oder Nikotin machen adaptogene Wirkstoffe nicht abhängig und der Körper entwickelt auch keine Toleranz. "Dennoch sollte die Einnahme nicht über das normale Maß hinausgehen. Da jeder Mensch anders auf Wirkstoffe reagiert, probieren Sie am besten in einer nicht allzu stressigen Situation aus, welche Wirkung ein bestimmtes Adaptogen bei Ihnen entfaltet“, empfiehlt Dotzauer. Lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Arzt beraten.

Greifen Sie beim nächsten Mal nicht gleich zu Medikamenten, wenn Sie sich überfordert fühlen. Bei kleineren Tiefs oder nach einem stressigen Arbeitstag wirken Tees mit adaptogenen Inhaltsstoffen oft Wunder.

23.04.2018| Valentina Kind © womenshealth.de
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