Eifersucht Bekämpfen oder zeigen? Wie Sie richtig reagieren, wenn Sie eifersüchtig sind

5 Situationen, in denen Eifersucht angebracht ist
Seine beste Freundin oder Geliebte, Grund zur Eifersucht oder nicht? © Volodymyr Tverdokhlib / Shutterstock.com

Eifersucht ist ein widerliches Gefühl, gegen das Sie sich kaum wehren können. Aber Sie können lernen, es einzuordnen und besser damit umzugehen. Ein paar Tipps

Die schlechte Nachricht vorweg: Wenn sich das nagende Gefühl der Eifersucht einmal in Ihrem Kopf eingenistet hat, werden Sie es leider, leider nur schwer wieder los. Selbst mit rationalem Denken vermag der oder die Eifersüchtige nichts mehr gegen das widerliche Gefühl auszurichten.

Die Frage, die sich viele Eifersüchtige dann stellen, lautet: "Ist meine Eifersucht berechtigt oder reagiere ich über? Und wie kann ich mit meiner Eifersucht umgehen?" Wir nennen Ihnen 6 typische Gründe für Eifersucht in Partnerschaften und verraten Ihnen, wie Sie sich am besten verhalten sollten.

1. Sie sind per se ein eher misstrauischer Mensch

Jeder Mensch bringt in seine Beziehungen seine Prägungen und Erfahrungen mit. Es sind nicht alle so easy und vertrauensvoll, wie sie es sich vielleicht wünschen. Das ist aber absolut legitim. Wichtig ist, dass Sie über den Grad Ihrer Eifersucht offen sprechen, und sie nicht leugnen oder herunterspielen.

Ist es ein Flirt? Oder schwatzt er nur mit einer Kollegin? Überbewerten Sie die Lage nicht! © Volodymyr Tverdokhlib / Shutterstock.com

Was zu tun ist: Sagen Sie ihm, was Sie stört oder stören könnte, ohne dass es bedrohlich klingt. Erzählen Sie von Ihren Vorerfahrungen und Verletzungen, damit er nicht ahnungslos in eine Situation hineinstolpert, die Sie verletzt und die hätte vermieden werden können. Versuchen Sie stets in dem Maße vertrauensvoll und tolerant zu sein, wie Sie es auch von ihm erwarten. Hängt er aber ständig mit anderen Frauen herum oder spricht sie gar an, sollten Sie etwas sagen, wenn es Sie stört. "Es ist normal, dass Sie eifersüchtig werden, wenn Ihr Freund sich mit anderen Frauen beschäftigt", sagt die US-Beziehungsexpertin Dawn Michael.

Bleiben Sie dabei aber auch selbstkritisch. Wenn Sie sich bereits bedroht fühlen, weil er sich mit einer Kollegin ein Büro teilt oder neben fremden Frauen im Bus Platz nimmt, gehen Ihr Misstrauen und Ihre Eifersucht zu weit. Wenn Ihre Eifersucht sich an kleinsten Kleinigkeiten aufhängt und Sie geradezu nach Anlässen dafür suchen, könnten die Ursachen viel tiefer liegen als in Ihrer Beziehung. Dem sollten Sie auf den Grund gehen. Vorsicht aber mit dem Begriff "krankhafte Eifersucht": Da geht es um ein sehr extremes Phänomen, und die überzogene Eifersucht ist auch weniger selbst krankhaft als ein Symptom anderer Probleme.

2. Er ist ein so genannter "Womanizer"

Sie haben einen Mann erwischt, den viele Frauen attraktiv finden? Das ist eine ambivalente Sache. Die Freude darüber, so ein "Prachtexemplar" ergattert zu haben, weicht schnell der Ernüchterung und Genervtheit darüber, wie andere Frauen sich ihm nähern.

Und Ihre Genervtheit wächst, wenn er diese Annäherungsversuche nicht mit aller Bestimmtheit von sich weist. Ein Bussi hier, eine Umarmung da – das kann Ihnen bald zu viel werden. Vor allem, wenn Sie das Gefühl haben, dass es weitergeht, sobald Sie nicht dabei sind. "Es hat etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun, wenn man in einer Beziehung sicherstellt, dass man nur die Dinge tut, die der jeweils andere auch wissen darf, ohne verletzt zu sein", so Michael.

Was zu tun ist: Zunächst einmal gilt die Unschuldsvermutung. Aber Sie sollten ihn wissen lassen, dass Sie dieses Herumscharwenzeln durchaus als verletzend empfinden, auch wenn Sie ihm gar keine unlautere Absicht unterstellen. Außerdem kann es helfen, bei besonders hartnäckigen Scharwenzlerinnen mal ein Zeichen zu setzen, sich in deren Gegenwart ganz eng an ihn zu schmiegen und mit süßem Lächeln zu schwärmen, wie überaus glücklich Sie beide miteinander sind, und dann mit einem tiefen Blick in seine Augen hinzuzufügen: "In jeder Hinsicht, nicht wahr, Liebster?" Dann sollten alle wissen, wo der Hammer hängt.

Oder sind die beiden nur befreundet? Dann wollen Sie natürlich keine Szene machen. © Volodymyr Tverdokhlib / Shutterstock.com

3. Seine Ex ist heute seine beste Freundin

Auch wenn viele Menschen mit ihren Ex-Partnern freundschaftliche Beziehungen pflegen, kann sich das seltsam anfühlen, vor allem wenn Sie selbst eher für klare Schlussstriche sind. Wenn die Frau, mit der er sehr viel Zeit verbringt, mal mehr für ihn war, ist Eifersucht vorprogrammiert.

Was zu tun ist: Erinnern Sie sich daran, dass er jetzt aus gutem Grund mit Ihnen zusammen ist. Lassen Sie sich von ihm genau erkläre, warum er mit ihr befreundet sein will und was er für sie empfindet. Ist das alles plausibel und unverdächtig, haben Sie Vertrauen. Das gilt übrigens auch bei einer anderen "besten Freundin", die er Ihnen vorstellt.

Hören Sie aber auch auf Ihr Bauchgefühl, wenn Sie die beiden zusammen erleben. "Fühlen Sie sich in der Gegenwart der beiden unwohl, kann das mitunter ein Zeichen dafür sein, dass es sich hierbei um mehr handelt als bloß Freundschaft", warnt Michael. "Wenn allerdings das Einzige, was Ihre Eifersucht anheizt, das Wissen über die Vergangenheit der beiden ist, sollten Sie erst einmal Ruhe bewahren", so Expertin Michael. "Je mehr Zeit Sie mit ihm und ihr verbringen, desto besser können Sie sich davon überzeugen, dass keine romantischen Gefühle im Spiel sind." Sind da doch welche, und sei es nur bei ihr, machen Sie ihm ganz klar, dass diese Treffen nicht mehr gehen. Motto: Sie oder sie.

4. Er flirtet mit anderen Frauen

Jetzt haben Sie ihn doch erwischt. Sie haben ihn im innigen Geflüster mit einer anderen Frau gesehen. In einem Café. Sie fassen einander nicht an, das Ganze ist scheinbar noch unverfänglich. Aber Sie sehen ihre Blicke, und die sind eindeutig.

Die Sache ist eindeutig. Es wird Zeit, dass Sie ihm Bescheid stoßen. © Volodymyr Tverdokhlib / Shutterstock.com

Was zu tun ist: Wenn die Situation unmissverständlich ist, ist Konfrontation die beste Wahl. Vielleicht nicht unbedingt vor der anderen Frau, aber sehr bald. Rufen Sie ihn direkt auf dem Handy an und sagen ihm, das Sie ihn sprechen müssen. Sofort. Wenn Sie hier nicht gleich das offene Gespräch suchen, machen Sie sich unnötig verrückt und schaden sich nur selbst.

Kann er die Sache nicht plausibel erklären und verstrickt sich in Lügen, wissen Sie, woran Sie sind. Dann liegt es an Ihnen, ob es sich lohnt für die Beziehung zu kämpfen oder ob der Vertrauensbruch zu groß ist, um weiterzumachen. Letztlich können nur Sie entscheiden, wie viel Flirt mit anderen für Sie okay ist und wo Sie die Grenze ziehen. Aber: Wenn er noch versucht, Sie anzulügen, obwohl er schon die Zunge halb im Ohr der anderen hatte, ist das ein klarer Hinweis, dass Ihre Eifersucht begründet ist. Und er ein Hallodri.

5. Er ist schonmal fremdgegangen

Wenn er schon einmal oder sogar mehrfach untreu war, Ihnen oder Ihrer Vorgängerin, ist natürlich Vorsicht geboten. Da wiegt vieles schwerer, auch eine vermeintlich harmlose Situation, die Ihre Eifersucht sonst vielleicht sonst nicht wecken würde. Das macht es nicht leichter.

Wenn Sie sich nach der Konfrontation wieder vertragen, sind auf jeden Fall die Fronten geklärt. © Volodymyr Tverdokhlib / Shutterstock.com

Was zu tun ist: Wenn er in früheren Beziehungen untreu war, lassen Sie sich genau erklären, warum. Überlegen Sie gemeinsam, wie das in Ihrer Beziehung nicht passieren kann. Stellen Sie in Bezug auf Treue und Ehrlichkeit klare Regeln auf, die für beide gelten und an die sich beide halten. Machen Sie unmissverständlich klar, dass eine Missachtung dieser Regeln für Sie nicht akzeptabel ist.

Wenn Sie selbst die Betrogene waren, ihm aber vergeben und eine zweite Chance eingeräumt haben, sollten Sie natürlich möglichst die Vergangenheit ruhen lassen. Auch hier helfen eine Aussprachen und klare Regeln. Wenn Sie aber merken, dass der Vertrauensbruch Sie so sehr quält und sich jedes Mal ein ungutes Gefühl in der Magengegend breitmacht, wenn er am Abend später aus dem Büro kommt, müssen Sie handeln.

Immer und immer wieder den Betrug anzusprechen, zu diskutieren und zu streiten kann beide Partner auf Dauer mürbe machen. Eine gemeinsame Paartherapie kann eine Möglichkeit sein, mit der Problematik umzugehen. Denn so unschön es auch sein mag, zugeben zu müssen, dass die Eifersucht Sie plagt – machen Sie sich klar, dass diese Gedanken nach einem so herben Vertrauensbruch absolut menschlich sind.

6. Er macht Sie mit Absicht eifersüchtig

Klar gibt es in der Liebe kleine, blöde Spielchen. Die meisten Menschen haben schon einmal mit jemand anders geflirtet, um eine*n Partner*in eifersüchtig zu machen. Das kann mal passieren. Aber wenn er dauernd in dieser Weise mit Ihnen spielt, es geradezu darauf anlegt, Sie auf die Palme zu bringen, ist das kein Spaß mehr.

Was zu tun ist: Sagen Sie ihm ultimativ, dass er damit aufhören soll. Und meinen Sie es so. Wenn er mit dem Mist noch einmal anfängt, ist das der totale Vertrauensbruch. Egal, was er meint, damit bei Ihnen herauskitzeln zu wollen oder welchen Kick ihm das verschafft: So ein Verhalten ist kindisch und gemein. Wer eifersüchtig ist, ob nun mit gutem Grund oder nicht, leidet und ist verletzt. Wenn er das absichtlich provoziert, ist er ein Mistkerl, egal wie süß er sonst ist.

Über Eifersucht, ob nun letztlich begründet oder unbegründet, müssen Sie mit Ihrem Partner reden. Nur wenn alle Gefühle und Gedanken offenliegen und beide darauf Rücksicht nehmen, kann echtes Vertrauen entstehen.

29.04.2019| © womenshealth.de
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