Freundschaft mit dem Ex Darum will er nach der Trennung "Freunde bleiben“

Freunde bleiben, ernsthaft? Nichts wie weg! © KIRAYONAK YULIYA / Shutterstock.com

Es ist aus, aber er will mit Ihnen befreundet bleiben? Vorsicht! Wann Sie das nicht ganz uneigennützige Angebot besser ablehnen und wie eine Freundschaft mit dem Ex doch funktionieren kann

"Lass uns einfach Freunde bleiben“ – wem sich bei diesem Satz nicht die Nackenhaare kräuseln, der war noch nie wirklich hoffnungslos verliebt. Eine Trennung ist mit Herzschmerz verbunden – egal, ob der Partner die Beziehung beendet oder man selbst, es bleibt immer eine Leere, die es zu füllen gilt. Wenn alles gesagt ist, kommt man meist zu dem Schluss, einfach getrennte Wege zu gehen oder man sieht sich mit dem verhassten Klassiker "Lass uns Freunde bleiben“ konfrontiert. Wie soll das überhaupt gehen? Kann man nach der Trennung mit dem Ex-Partner befreundet sein?

Was bedeutet "Freunde bleiben“?

Wenn man den hoffnungsvollen Wunsch einmal genau unter die Lupe nimmt, fällt auf: Es geht in erster Linie darum befreundet zu "bleiben“.

Das macht jedoch nur Sinn, wenn Sie bereits Freunde sind oder es zumindest waren, bevor mehr daraus wurde – und zwar ohne irgendwelche Hintergedanken. Aber wie oft kommt eine solche liebesfilmreife Story vom besten zum festen Freund im echten Leben schon vor?

In den meisten Fällen läuft es doch so ab, dass man sich irgendwo begegnet – im Club, bei Tinder, an der Käsetheke im Supermarkt oder wer weiß wo Sie so wildern – einander super findet, sich datet und daraus dann eine Beziehung entsteht. Mit Freundschaft hat das in den meisten Fälle wenig zutun, deshalb ist der Downgrade "Freunde bleiben“ nicht nur schmerzhaft fürs Ego, sondern auch ziemlicher Blödsinn.

Wenn es einen Zeitpunkt gibt, zu dem man nicht mit jemandem befreundet sein kann, dann ist es nach einer Trennung. Sie waren (vermutlich) nie Freunde und Sie sind es auch jetzt nicht. Vielleicht können Sie es irgendwann mal werden, aber bis dahin muss noch einiges passieren. Sie brauchen Abstand, um sich wirklich von ihm zu lösen, Ihre Wunden zu lecken, das gebrochene Herz zu reparieren und sich wieder ins Leben zu stürzen. Und dabei steht Ihnen der Ex nur im Weg.

Dennoch scheinen vor allem Männer den Drang zu verspüren, ihre Ex-Partnerin auch nach der Trennung mit ihrer Anwesenheit im Leben der Verflossenen zu beglücken. Warum eigentlich?

Warum will er nach der Trennung befreundet bleiben?

Trotzdem beharren Männer immer wieder darauf den Kontakt zu halten. Eine Studie der Oakland University gibt nun allen Recht, die es schon immer seltsam fanden, nach der Trennung noch mit dem Ex-Partner befreundet zu bleiben: Demzufolge ist der Grund für dieses Bedürfnis nämlich seine "dunklen Persönlichkeitszüge“ wie Narzissmus, Heuchelei und sogar Psychopathie.

Er lässt Sie nicht gehen und will auch nach der Trennung befreundet blieben? "Dunkle Charakterzüge" könnten der Grund sein. © KIRAYONAK YULIYA / Shutterstock.com

Vorangegangene Studien hatten ergeben, dass Menschen, bei denen diese Persönlichkeitszüge stärker ausgeprägt waren, Freunde eher nach strategischen Gründen auswählen und kurze Beziehungen bevorzugen. Diese Menschen bleiben der Studie zufolge gern aus praktischen und sexuellen Gründen mit ihrem Ex-Partner befreundet. Ganz schön egoistisch.

7 Gründe für eine Freundschaft mit dem Ex

Wie kann es dann sein, dass laut einer Studie der Partnerbörse ElitePartner trotzdem rund 36 Prozent der Deutschen eine Freundschaft mit mindestens einem ihrer Ex-Partner pflegen? Nun: Natürlich bedeuten die psychologischen Befunde nicht, dass alle Ex-Freunde schreckliche Menschen sind, die Sie nur zu ihrem eigenen Vorteil "behalten“ wollen. Die Oakland University hat 7 Gründe ermittelt, warum ehemalige Paare nach der Trennung befreundet bleiben:

1. Der guten alten Zeiten willen

Während einer langen Beziehung wird der Partner oft zum engsten Vertrauten und gibt einem viel Halt. Diese Sicherheit aufzugeben, fällt vielen schwer. Sie haben gemeinsam viel erlebt und wollen ihn einfach nicht verlieren – wenn auch nur als Freund.

2. Weil es so schön praktisch ist

Eine weitere Sache, an die man sich in einer Beziehung gern gewöhnt ist, dass der Partner alles Mögliche für einen tut. Er ist ein guter Handwerker, fährt ihren Umzugswagen oder macht gern großzügige Geschenke? Klar, dass man da gern befreundet bleibt.

3. Weil noch Gefühle da sind

Autsch! Bei fast jeder Trennung gibt es einen, der mehr leidet. Einen, der verlässt, und einen, der verlassen wird. Wer noch Gefühle für seinen Ex hegt, versucht manchmal über die Alibi-Freundschaft mit ihm verbunden zu bleiben – in der Hoffnung, dass er seine Meinung doch noch ändert.

4. Wegen der Kinder

Sobald Kinder im Spiel sind, wird es natürlich schwierig. Zum Glück muss eine Trennung vom Partner nicht bedeuten, dass die Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen. In diesem Fall gilt natürlich: Je freundschaftlicher das Verhältnis zum Ex-Partner, desto besser.

5. Wegen des gemeinsamen Freundeskreises

Wenn sich ein Pärchen trennt, ist es für die gemeinsamen Freunde unangenehm zwischen die Fronten zu geraten. Viele ziehen daher eine platonische Beziehung zum Ex-Partner vor, um ihre sozialen Kontakte nicht auch noch zu verlieren.

6. Ganz einfach für Sex

Schon mal was von Friends with Benefits gehört? Wenn die Gefühle passe sind, der Sex aber gut, entscheiden sich manche für eine ganz unromantisch, körperliche Freundschaft.

Manche dieser Gründe sind sicher nicht besonders gut, aber dennoch verständlich. Es gibt aber auch ehemalige Paare, bei denen eine rein platonische Freundschaft tatsächlich klappt. Wie machen die das bloß?

So klappt eine Freundschaft mit dem Ex

Ist es möglich eine gesunde, rein freundschaftliche Beziehung zu seinem Ex-Partner zu haben? Für viele Paare wahrscheinlich nicht. Manchmal klappt es allerdings doch. Wenn Sie diese Dinge beachten:

Vom festen zum besten Freund? Das klappt nur selten reibungslos. © KIRAYONAK YULIYA / Shutterstock.com

1. Erstmal Abstand gewinnen

Nach einer Trennung, egal wie einvernehmlich sie war, möchte und sollte man denjenigen erstmal nicht wiedersehen, um sich den eignen Gefühlen klar zu werden. Wenn man lange und viel Zeit mit einem Partner verbracht hat, muss man erst wieder "lernen“ alleine zu sein. Also: Keine Anruf, SMS oder Social Media Stalking.

2. Sortieren Sie Ihre Gefühle

Können Sie eine echte Freundschaft nach der Trennung wirklich aushalten? Auch dann noch, wenn Ihnen Ihr Ex-Freund seine neue Liebschaft vorstellt oder Sie in Liebesdingen um Rat fragt? Wenn Sie wirklich befreundet bleiben wollen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass Ihre Beziehung nicht mehr dieselbe sein wird.

3. Gehen Sie es langsam an

Damit aus einer Ex-Liebe eine Freundschaft werden kann, braucht es vor allem Zeit. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie von jetzt auf gleich das Kapitel schließen können. Der Abstand wird Ihnen gut tun und dabei helfen, Gedanken neu zu sortieren und sich Ihrer Gefühle bewusst zu werden.

4. Respektieren Sie einander

Egal, wie hart die Trennung war: Das Leben geht weiter. Und das Leben ihres Ex-Partners geht ohne Sie weiter. Zumindest ohne Sie als Hauptbezugsperson. Vielleicht trifft er Entscheidungen, die Sie nicht verstehen. Damit müssen Sie zurechtkommen

5. Und seine neue Partnerin

Früher oder später wird der Tag kommen, an dem er Ihnen seine neue Freundin vorstellt. Das ist der ultimative Test, ob sie wirklich mit Ihren romantischen Gefühlen für ihn abgeschlossen haben. Wenn Sie wirklich befreundet bleiben wollen, verlieren Sie besser kein schlechtes Wort über sie.

Ob die Liebe plötzlich und krachend endet oder ganz leise abläuft, im Trennungsgespräch kommt einem das obligatorische "Lass uns Freunde bleiben“ leicht über die Lippen – beinahe als Entschuldigung, weil es für die Liebe doch nicht mehr reicht. Klappen tut dieses Vorhaben in den wenigsten Fällen. Wer es dennoch versuchen will, sollte sich der eigenen Motive und der seines Ex-Partners bewusst sein.

08.02.2018| Laura Liebig © womenshealth.de
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