Wespenstich Das richtige Verhalten bei Wespen-Alarm

Auf Ihr Besteck setzen sich Wespen höchst selten - aber auch dann gilt: Ruhe bewahren! © Ademortuus / Shutterstock.com

Kaum ist das Wetter schön, fliegen Wespen heran und beschnuppern Sie und Ihr Essen. Was tun? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen

Mit das Schönste bei Sonnenwetter: Draußen sitzen und essen. Leider wird der Genuss durch heranschwirrende Wespen oft gestört. Keine Panik: Wespenstiche tun ein bisschen weh, sind aber für Nicht-Allergiker ungefährlich. Biologin und NABU-Expertin Dr. Melanie von Orlow erklärt den perfekten Umgang mit Wespen und sagt, wie Sie verhindern, gestochen zu werden. Außerdem geben wir SOS-Tipps, wie Sie den Stich behandeln, falls es doch mal dazu kommt.

Welche Lebensmittel ziehen Wespen an?

Wichtig: Wespen interessieren sich nicht für Menschen, sondern ausschließlich für Lebensmittel. Kaum sitzen Sie nach dem Training bei einem leckeren Salat, schwirren die gelb-schwarzen Insekten an und wollen, dass Sie Ihr Essen mit ihnen teilen. Kein Grund sie gleich totzuschlagen. "Wespen sind nützliche Tiere und haben in der Natur ihre Aufgabe", sagt von Orlow, "Es sind nur zwei Wespenarten, die lästig sind, die deutsche und die gemeine Wespe. Alle restlichen Arten fliegen nicht an den Tisch."

Besonders eiweiß- und zuckerhaltige Speisen, wie zum Beispiel Fleisch, Milchspeisen oder süße Kuchen ziehen die Tiere an. "Am besten gar nicht ans Essen herankommen lassen", rät die Expertin, "Wenn eine Wespe weiß, wo es Nahrung gibt, bringt sie ihre Artgenossen mit." Sprich: Essen abdecken und unzugänglich aufbewahren, verschließbare Gefäße verwenden.

Wespen interessieren sich nicht für Menschen, sondern für deren Essen. Am besten also: Abdecken! © Hellwig / Shutterstock.com

Wie gehe ich am besten mit Wespen um?

Um die Insekten schonend loszuwerden, stülpen Sie am besten ein leeres Glas über das einzelne Tier und lassen es nach dem Essen wieder frei. Wenn eine Wespe besonders lästig wird, schieben Sie diese sanft weg, zum Beispiel mit einer Zeitschrift oder einem Stück Pappe. Die wichtigste Regel lautet jedoch: Cool bleiben! Wenn die Tiere hektisch um Sie herum fliegen, heißt das, sie versuchen, scharf zu sehen, da sie dies erst bei Fluggeschwindigkeit können. Sie sind auf Futtersuche und attackieren nicht. In der Regel werden Wespen nur dann aggressiv, wenn Sie sich ihrem Nest nähern. Dann stechen sie, um sich zu verteidigen, ansonsten nie grundlos. Indem Sie nach dem Tier schlagen oder es anpusten, provozieren Sie es erst zum Stechen. Gerade das Pusten ist eine schlechte Idee, da Sie dadurch eine Atmosphäre schaffen (warm, stickig), die das Tier wie auf eine Nest-Attacke reagieren lassen.

Was tue ich bei einem Wespenstich?

Falls Sie in der Nähe eines Nestes gestochen wurden, heißt es zunächst vor allem: Weg da! Es sollten nicht noch mehr Wespen auf Sie aufmerksam werden. Bei einem Stich sondern Wespen Alarm-Pheromone (Lockstoffe) ab. Sie werden freigesetzt, um andere Tiere zu warnen und gestochene Personen zu markieren. Sie sind also als Angreiferin getaggt! Flüchten Sie am besten ins Dunkle oder in den Schatten, denn dort können die Tiere Sie schlechter verfolgen.

Wichtig ist: Den Stich nicht sofort kühlen! Dies ist der letzte Schritt. Laut Wespenforscherin von Orlow sollten Sie zunächst gegen die Schmerz-Ursachen vorgehen. Da Wespengift aus einem Eiweißgemisch besteht, das durch den Stachel in die Haut injiziert wird, startet Ihr Körper eine Abwehrreaktion, die Schwellungen und Schmerzen verursacht. Deshalb sollten zuerst die fremden Eiweiße zerstört werden.

Auch Getränke wirken anziehend auf Wespen. Ein Pappdeckel auf dem Glas hilft. © Juri Bondar / Shutterstock.com

Was sind effektive Mittel zur Behandlung von Wespenstichen?

Es gibt verschiedene Methoden, den Stich zu verarzten, bevor Sie ihn kühlen:

Batteriebetriebener Stichheiler: "Stichheiler sind das beste Mittel zur Behandlung von Wespenstichen", sagt von Orlow. Ein batteriebetriebener Stichheiler erhitzt die Stichstelle lokal, wodurch die körperfremden Eiweiße zerstört werden.

Hausmittel: Auch Hausmittel wie eine aufgeschnittene Zwiebel, Zitrone oder Rhabarber helfen. Auch die darin enthaltenen Säuren zerstören die Eiweiße des Gifts, sind jedoch weniger effektiv als Hitze.

Insektenstick: Dieser Stick aus der Apotheke wirkt durch eine Ammoniaklösung und zerstört Eiweiße basisch.

Erst nach den Sofortmaßnahmen ist es ratsam, die Stichstelle zu kühlen, um die Schwellung und die Schmerzen zu lindern. Übrigens ist es im Gegensatz zu einem Bienenstich unüblich, dass ein Wespenstachel in der Haut steckenbleibt. Ist dies jedoch der Fall, sollten Sie diesen sofort mit dem Fingernagel abzupfen.

Wann sollte ich wegen eines Wespenstichs zum Arzt gehen?

Bei Symptomen wie Kreislaufproblemen, Schwindel oder Übelkeit sollten Sie sofort zum Arzt zu gehen, da die Wahrscheinlichkeit einer Wespenallergie besteht. Die Expertin beruhigt: "Nur etwa 3 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Allergie." Dennoch: Eine allergische Reaktion ist sehr gefährlich und sollte ernst genommen werden! Behalten Sie den Stich auch langfristig im Auge, rät die Expertin. Da Wespen mit Aas in Kontakt kommen, ist es möglich, dass sich eine Stichstelle infiziert. Falls diese über mehrere Tage hinweg eitert, rötet oder schmerzt, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Wie finde ich heraus, ob ich eine Wespenstich-Allergie habe?

Besser nicht, indem Sie sich stechen lassen! Wenn Sie fürchten, eine Wespenallergie zu haben, können Ärzte das untersuchen: Bei einem Provokationstest, den Sie zum Beispiel im Krankenhaus durchführen lassen können, wird Gift unter die Haut injiziert. Ein negatives Ergebnis bedeutet jedoch nicht, dass Sie dauerhaft allergiefrei sind. Allergien können sich entwickeln. Die gute Nachricht ist, dass sich eine Wespenallergie sehr gut durch eine Hyposensibilisierung behandeln lässt. Dabei wird der Körper schrittweise an Wespengift gewöhnt.

Fazit: Bei Wespenattacken cool bleiben. Wenn Wespen um Sie herum surren, sind sie hinter Ihrem Essen, nicht hinter Ihnen her. Entziehen Sie ihnen den Grund ihres Interesses – und die ungebetenen Tischgäste schwirren wieder ab.

27.08.2018| Susan Kesselring © womenshealth.de
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