Weibliche Ejakulation Was Sie schon immer übers Squirten wissen wollten

Das passiert bei der weiblichen Ejakulation
Achtung: Jetzt wird's feucht! © Zamurovic Photography / Shutterstock.com

Was Männer können, können wir schon lange! Was bei der weiblichen Ejakulation wirklich passiert und wie Sie es lernen können

Für viele von uns ist die weibliche Ejakulation ein großer, sexueller Mythos. Jeder kennt die Geschichten von der Bekannten einer Freundin, die beim Sex angeblich abspritzt wie ein Rasensprenger. Ist da wirklich etwas dran? Spoiler: Ja. Aber es ist völlig anders als Sie es sich vorstellen – und wahrscheinlich ist es Ihnen selbst schon mal passiert.

Was ist die weibliche Ejakulation?

"Durch die Erregung beim Sex und die Stimulation der G-Zone wird bei der Frau in den sogenannten Skene-Drüsen eine wässrige Flüssigkeit produziert, die durch die Harnröhre rausfließt. Dieses ‚Ejakulieren’ hat natürlich nichts mit Sperma zu tun. Deshalb ist das Wort Ejakulation leicht irreführend“, erklärt die Sexologin und Autorin Ann-Marlene Henning. Wenn wir erregt sind, wird der G-Punkt stärker durchblutet und schwillt leicht an. Bei den einen löst das einen Orgasmus aus, bei anderen bringt es die Säfte zum Fließen. Orgasmus und weibliche Ejakulation hängen aber nicht zwingend zusammen.

Ist die Flüssigkeit beim Squirten etwa Urin?

Die Flüssigkeit kommt also aus der Harnröhre – soweit so verstörend. Aber Sie können durchatmen, denn: Es ist kein Urin! "Es kann passieren, dass es sich durch die Nähe der G-Zone und der Skene-Drüsen zur Harnröhre kurz vor dem Spritzen so anfühlt, als wenn Sie pinkeln müssten“, sagt die Sexologin. "Allerdings handelt es sich dabei um Prostata-Flüssigkeit, die nur ungefähr einen Teelöffel füllt. Ist die Menge größer, kann schonmal etwas Urin aus der Blase hinzugekommen. Das passiert besonders bei Frauen die bei Erregung sehr stark pressen. Beckenbodenmuskeln und Schließmuskeln werden dann beeinflusst, die Blase gibt nach und lässt eine kleine Menge sehr verdünnten Urin dazu laufen.“

Das passiert beim Squirten
Peinlich? Unsinn. Haben Sie schon mal einen Mann getroffen, der sich für sein Sperma schämt? © Zamurovic Photography / Shutterstock.com

Ist es peinlich als Frau zu Ejakulieren?

Peinlich ist daran überhaupt nichts! Sehen Sie es entspannt: Für viele Männer ist ihr feuchtes Finale ein besonderes Kompliment für Ihre Qualitäten als Liebhaber. Auch Sexologin Henning meint: "Alles Sexuelle kann peinlich sein, vorallem wenn man sich mit einem Vorgang nicht gut auskennt. Anders ist das in einigen älteren Kulturen, zum Beispiel in Japan. Dort galt diese weibliche Flüssigkeit als göttlicher Nektar! Wenn Sie es so sehen, können Sie das Spritzen irgendwann sicher auch genießen und mit positiven Gefühlen verbinden.“

Was ist der Unterschied zwischen Squirting und Ejakulation?

Laut Sexologin Henning gibt es da eigentlich keinen Unterschied. Es sind einfach zwei unterschiedliche Ausdrücke für das (fast) gleiche Phänomens. Allerdings denken viele bei dem Wort 'Ejakulation' an Spermien, die bei der weiblichen Ejakulation natürlich nicht dabei sind. Deshalb ist der englische Ausdruck 'Squirten' – übersetzt Spritzen – der passendere Begriff.

Ist der Orgasmus beim Sqirten intensiver?

Wenn Sie jetzt dachten mit der weiblichen Ejakulation erwartet Sie der ultimative Orgasmus, müssen wir Sie leider enttäuschen. Die weibliche Ejakulation hat nämlich nicht direkt etwas mit dem Orgasmus zu tun. "Bei der Frau kann es zusammenkommen, dass sie ejakuliert und gleichzeitig einen Orgasmus hat. Das Spritzen kann aber auch ganz mechanisch ausgelöst werden, also fast ohne Erregung passieren“, erklärt Henning.

So können Frauen lernen zu ejakulieren

Auch in ihrem Buch „Liebespraxis“ greift die Sexologin Ann-Marlene Henning Themen wie dieses auf und versucht weitere Wissenslücken rund um die schönste Nebensache der Welt zu füllen. © Rowohlt Verlag

"Jede Frau kann dieses ’Spritzen’ erlernen, aber nicht bei jeder Frau passiert es von alleine. Sie müssen es üben. Dafür sind zwei Dinge nötig: Berührung im Bereich der G-Zone und der Prostata und Übung darin, im richtigen Moment loszulassen. Entsprechende Hirnzellen müssen nämlich erstmal den Harndrang von der G-Zonen-Lust unterscheiden lernen, ansonsten hält frau genau dann an, wenn sie eigentlich 'laufen lassen sollte'. Der Trick ist also loszulassen, gerade wenn es sich wie Pinkeln anfühlt, dann bekommt die weibliche Ejakulation 'freie Fahrt'“, sagt Sexologin Ann-Marlene Henning.

Viele Frauen ejakulieren ganz ohne es zu merken, weil die Menge dafür einfach zu gering ist. Ob gewollt oder aus Versehen: Die weibliche Ejakulation sollte niemandem peinlich sein!

30.11.2017| Marie Keitel © womenshealth.de
Sponsored Section
Aktuelles Heft
Personal_Trainer App