Empfindliche Haut Die besten Pflege-Tipps für sensible Haut

Pflege-Tipps für empfindliche Haut
Reagiert Ihre Haut stark auf Wetterumstellungen? Dann ist sie vermutlich sensibel. © Andreshkova Nastya / Shutterstock.com

Woran Sie empfindliche Haut erkennen und alles, was Sie darüber wissen müssen, finden Sie hier.

Hilfe! Sie haben plötzlich Rötungen und Pickel bekommen? Die Haut spannt und brennt – und je mehr Sie cremen, desto schlimmer wird’s? Dann haben Sie vermutlich eine empfindliche Haut. Warum das so ist und wie Sie sensible Haut richtig pflegen, ist eine Wissenschaft für sich.

Deshalb haben wir Hautpflege-Profi Thorsten Abeln, Geschäftsführer vom Hürther Dermokosmetik-Hersteller HighDroxy und Frau Dr. Miriam Rehbein aus der Praxis für Dermatologie am Friedensengel in München rund um das Thema befragt. Hier finden Sie alles, was Sie schon immer über empfindliche Haut wissen wollten.

Was ist empfindliche Haut?

Typische Symptome sind Rötungen, Spannungsgefühle, Juckreiz und Brennen. Aber auch schuppige Haut und Pickelchen können auftreten. Übrigens: Experte Thorsten Abeln merkt an: "Auch ölige oder unreine Haut, die ja oft als robust wahrgenommen wird, kann sehr empfindlich sein."

Wie finde ich heraus, ob ich sensible Haut habe?

Kurzer Selbsttest: Waschen Sie Ihr ungeschminktes Gesicht mit lauwarmem Wasser und warten Sie 20 Minuten, was passiert. Juckt die Haut, ist sie rot und spannt? Das ist ein erstes Anzeichen. Es könnte aber auch sein, dass Ihre Haut bloß trocken ist.

Cremen Sie sich jetzt bitte mit einer milden, parfümfreien Creme ein. Besser? Dann fehlte ihrer Haut tatsächlich bloß Feuchtigkeit. Bringt die Creme allerdings kaum Linderung oder macht sie es sogar noch schlimmer, haben Sie ziemlich sicher sensible Haut. So ein Selbsttest liefert Ihnen eine gute Tendenz. Ausführlich beraten werden Sie beim Dermatologen oder der Kosmetik.

Warum ist meine Haut empfindlich?

Sensible Haut hat oft eine hohe Konzentration von Hautnerven, die stark auf äußere Reize reagieren. Leiden Sie unter viel Stress im Alltag, reagiert häufig auch Ihre Haut dementsprechend gestresst. Auch der Lebensstil, extreme Temperaturen in Sommer oder Winter, Hormonumstellungen – zum Beispiel in der Schwangerschaft – und die Pflegeroutine beeinflussen empfindliche Haut stärker als andere Hauttypen. Sie wird schnell rot, juckt und spannt. "Doch nicht immer ist die Ursache eindeutig zuzuordnen. Oft ist es auch eine Kombination mehrerer Faktoren", gibt Abeln zu bedenken.

Fast immer ist sensible Haut aber auch trocken. Das heißt, ihre Schutzschicht ist kaputt. Duft-, Konservierungs- und sogar Schadstoffe aus der Luft und Waschmittelrückstände in der Kleidung können darüber hinaus in die Haut eindringen und sie reizen.

Auf welche Inhaltsstoffe muss ich achten, wenn ich sensible Haut habe?

Grundsätzlich gilt: Besser weglassen, was geht. Je weniger Produkte Sie verwenden, desto geringer das Risiko, dass Ihre Haut auf eines negativ reagiert, logisch. Die wenigen Produkte, die Sie verwenden, sollten laut Dr. Rehbein auf jeden Fall ohne die folgenden Inhaltsstoffe auskommen:

  • Kamille, Ringelblume, Arnika, Rosmarin und Lavendel klingen zwar ganz mild, können sensible Haut aber reizen. Finger weg!
  • Generell sollten ätherische Öle vermieden werden. Somit ist Naturkosmetik nicht immer die beste Wahl.
  • Parfüm und Alkohol haben in Produkten für empfindliche Haut nichts zu suchen.
  • Chemische Lichtschutzsubstanzen. Besser mineralische Filter verwenden!
  • Seifenstoffe wie Natriumlaurylsulfat oder Cocamidopropylbetain, die auch in Shampoos stecken.
  • Außerdem sollten Sie vorsichtig mit Salicyl-, Frucht- und Vitamin-A-Säure sein.

Thorsten Abelns Rat: "Überfordern Sie Ihre Haut nicht! Achten Sie bei der Wahl der Pflege auf leichte Texturen. Besonders reichhaltige Produkte enthalten oft zu viele Fette, so wird die Haut abgedichtet. Zu viel Feuchtigkeit hingegen kann die Hautbarriere aufweichen und so noch weiter schwächen." Dr. Rehbein fügt noch hinzu: "Patienten mit empfindlicher Haut sind oft Allergiker oder zumindest sensibilisiert auf Kontaktallergene. Diese sind häufig in Kosmetikprodukten zu finden. Im Zweifel also lieber einen Allergietest machen, um festzustellen, worauf Sie reagieren."

Was hilft gegen empfindliche Haut?

Sie müssen mit der Haut leben, die Sie haben, Umtausch ist nicht möglich. Aber Sie können dafür sorgen, dass Sie sich darin wohl fühlen. Überfordern Sie Ihre Haut nicht und vermeiden Sie die schon erwähnten Inhaltsstoffe. Dann wird sich der Zustand wahrscheinlich schnell verbessern. Außerdem hilft es, die Kleidung nach dem letzten Waschgang noch einmal klar nachzuspülen, um Waschmittelrückstände herauszuspülen. Außerdem können Sie Pflegeprodukte mit beruhigenden Inhaltsstoffen verwenden, welche die Hautbarriere stärken. Dazu zählen:

  • Grüner Tee
  • Panthenol
  • Weihrauch
  • Niacinamid
  • Allantoin
  • Süßholzwurzel

Wie reinige ich empfindliche Haut am besten?

So sanft wie möglich, um die Hautbarriere nicht weiter in Mitleidenschaft zu ziehen! Thorsten Abeln: "Ob der Reiniger für empfindliche Haut geeignet ist, erkennen Sie leicht an zwei Merkmalen." Die lauten :

1. Der Reiniger darf nicht oder nur wenig schäumen.

2. Die Haut darf nach dem Reinigen nicht spannen.

Ein sauberes Handtuch zum Abtrocknen bzw. Abtupfen ist selbstverständlich. Starkes Abrubbeln sollten Sie grundsätzlich vermeiden, weil es die Haut reizt.

Übrigens: Ist die Haut sehr trocken, können Sie den Reiniger morgens ruhig mal weglassen. Grundsätzlich nur mit Wasser zu reinigen, ist jedoch keine ratsame Alternative: Hautschüppchen, Make-up und Schmutz zu entfernen, ist eine wichtige Voraussetzung für die Haut, um weitere Pflegestoffe aufzunehmen ­– vor allem am Abend.

Darf ich bei empfindlicher Haut ein Peeling anwenden?

Grundsätzlich gilt: Finger weg von allem, was auf der Haut schrubbt. Mechanische Peelings, also solche mit Körnchen, Reinigungsbürsten und –handschuhe schwächen die Barriere und führen garantiert zu Rötungen. Besser geeignet sind Säure-Peelings. Die klingen aggressiver als sie sind. Aber auch hier ist Zurückhaltung gefragt. Sie sollten nur sehr milde Produkte verwenden und Ihre Haut langsam daran gewöhnen. "Mischen Sie das Säure-Peeling mit Ihrer Feuchtigkeitscreme oder setzen Sie das Intervall herab und nutzen Sie das Produkt nicht direkt täglich", rät Thorsten Abeln.

Der Experte ergänzt noch: "Verwenden Sie Fruchtsäureprodukte nur abends und schützen Sie Ihre Haut tagsüber mit einem Lichtschutzfaktor (mindestens 25). Denn die nachts durch die Fruchtsäure abgetragenen Hornhautschüppchen dienen der Haut tagsüber eigentlich als körpereigener Sonnenschirm."

Welche Sonnencreme eignet sich für empfindliche Haut?

Sensible Haut reagiert in der Regel auch auf UV-Licht besonders empfindlich und bekommt schnell Sonnenbrand. "Täglicher Lichtschutz ist deshalb Pflicht – und sowieso die beste Faltenvorsorge", sagt Dr. Rehbein. Leider reagiert empfindliche Haut aber auch auf Sonnenschutz schnell gereizt. Wie bereits erwähnt, sollten Sie deshalb lieber mineralische als chemische Filter verwenden. Vermeiden Sie auch in Sonnencreme die oben beschriebenen reizenden Inhaltsstoffe. "Der beste Sonnenschutz ist am Ende aber der, den Sie gerne täglich verwenden. Denn darauf kommt es an", sagt Thorsten Abeln.

Welches Make-up eignet sich für empfindliche Haut?

"In erster Linie sollte es sich leicht und vollständig wieder entfernen lassen. Das klappt am besten mit mineralischen Pudern", sagt der Hautpflege-Experte. Außerdem sollten die verwendeten Produkte die Poren nicht verstopfen und die Haut weiterhin atmen lassen. Das erkennen Sie an dem Vermerk "nicht komedogen". Und reizende Inhaltsstoffe wie Parfüm dürfen natürlich genauso wenig drin stecken, wie in der Pflege. Außerdem: Checken Sie mal auf der Rückseite der Tuben, wie lang die Schminke haltbar ist. Abgelaufenes Make-up ist nämlich auch ein häufiger Auslöser für Hautirritationen.

Wann sollte ich mit empfindlicher Haut zum Arzt?

"Es wichtig, länger andauernde Veränderungen im subjektiven Hautgefühl ernst zu nehmen und nicht als 'Stimmungsschwankung der Haut' abzutun", weiß Thorsten Abeln. "Bei anhaltenden Rötungen, Juckreiz, Pusteln, starken Pickeln, Schwellungen und Quaddeln, sollte Sie schleunigst einen Hautarzt aufsuchen, um eine potenzielle Kontaktdermatitis auszuschließen", ergänzt Dr. Miriam Rehbein.

Empfindliche Haut hat besondere Bedürfnisse und gilt nicht gerade als pflegeleicht. Trotzdem können Sie Hautreizungen gut in den Griff bekommen, wenn Sie ein paar Dinge berücksichtigen. Dazu gehören ein gesunder Lebensstil und eine auf die Haut abgestimmte Pflege. Wenn Sie unsere Tipps beachten, steht strahlend-schöner Haut nichts mehr im Wege.

01.11.2018| Miriam Farina Köllner © womenshealth.de
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