Partnerwahl Diese 5 Fragen müssen Sie als Frau Männern stellen

Nicht bei jeder kleinen Tuschelei ergibt sich die Gelegenheit für ernste Fragen - manchmal aber doch. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Zu Anfang jeder Beziehung reden alle viel. Um herauszufinden, ob aus der Sache etwas werden kann, ist es wichtig, entscheidende Fragen zu stellen. Am besten diese 5 hier

Es gibt kaum aufregendere Gespräche als die in den ersten Monaten einer Liebesbeziehung. Dieses gegenseitige Aushorchen und Beschnuppern, dieses komplette Neu-Kennenlernen eines Menschen, der Ihnen jetzt schon so wunderbar und toll erscheint, dass Sie ihn am liebsten ständig küssen wollen. Was Sie natürlich auch tun sollen! Wenn diese Kennenlern-Phase aber nicht nur aufregend, sondern auch ein bisschen zielführend sein soll, empfiehlt es sich, an der einen oder anderen Stelle wichtige Fragen einzubauen. Natürlich nie alle auf einmal wie einen Katalog, und möglichst immer dann, wenn sie zum Thema passen. Das soll ja nicht wirken wie beim Vorstellungsgespräch oder im Verhör. Jedenfalls, diese 5 Fragen sollten Sie sich dafür merken:

1. "Kannst du bügeln?"

Es ist eine Stellvertreterfrage, aber keine schlechte. Letztlich geht es natürlich ums große Haushaltsganze, also darum, ob er in der Lage ist, alleine ohne Pflegefachkraft zu überleben. Ob er in Grundzügen die Fähigkeit besitzt zu kochen, zu putzen, zu waschen und ja: auch zu bügeln. Warum bügeln? Nun, auch Männer, die bereits seit Jahren den Müll runterbringen, gerne kochen und beim Abtrocknen helfen, haben die Tendenz, wenn es dann mal ein weißes Hemd in ihrem Schrank gibt, dieses von ihrer Frau bügeln zu lassen. Das ist so ein bisschen die letzte Bastion der traditionellen Haushaltsrollenverteilung. Aber natürlich sind alle anderen Verrichtungen genau so wichtig - es geht nur darum, das Gespräch darüber irgendwie in Gang zu bringen.

Was seine Antwort Ihnen sagt: Ein "Ja" ist natürlich super – wenn er ansonsten ein netter Kerl ist. Er kann auch ein Mistkerl sein, nur halt einer, der bügeln kann. Ein Nein auf diese Frage ist auch kein Rückschlag. Auch wenn er nicht bügelt, kann er natürlich ein toller Partner sein. Dann muss er halt bügeln lernen oder Knitterhemden tragen. Das können Sie ihm genau jetzt sagen. Wichtig ist, dass er das Gespräch darüber nicht gleich lästig findet. Übrigens: Wenn er auf diese Frage mit so einem meckernden Mackerlachen antwortet und fragt: "Bügeln? Gleich hier? Du gehst aber ran. Höhö!" ist das auch hilfreich. Jemanden, der so blöde doppeldeutige Bemerkungen macht, können Sie sofort aussortieren.

Trauen Sie sich ruhig, auch mal heikle Dinge anzusprechen - oft nimmt er's ganz locker. © Jacob Lund / Shutterstock.com

2. "Was verdienst du?"

Es ist nicht, wonach es aussieht. Das wirkt jetzt wie ein armes Hascherl auf der Suche nach einem Sugar Daddy. Aber es geht um etwas ganz anderes als die Frage, ob sein Geld für zwei reicht. Nämlich um das Gegenteil: Ob er es aushält, wenn Ihr Geld für zwei reicht. Es gibt Männer, die haben ein Problem damit, wenn ihre Frau mehr verdient als sie. Die stecken so tief in alten Rollenklischees, dass es ihnen körperlich wehtut, wenn ihre Frauen im Job erfolgreicher sind als sie selbst. Sie sollten möglichst schnell herausfinden, ob Sie es mit so jemandem zu tun haben – um ihn dann schnell loszuwerden. Solch eine Einstellung ist nicht nur blöd - sie führt auch sicherlich nicht dazu, dass er Ihr berufliches Weiterkommen fördert. Ein einfacher Weg dahin ist dieses "Sag mir deins, sag ich dir meins".

Was seine Antwort Ihnen sagt: In dem Falle geht es nicht um die konkrete Zahl. Selbst wenn er sein Gehalt nicht nennen möchte, wird das Gespräch zeigen, wie er zu Ihren Gehaltsvorstellungen und Zielen steht. Ist es für ihn cool, wenn Sie ihn übertreffen – cool. Wenn nicht – uncool.

3. "Können wir's mal anders machen?"

Ja, genau: Es geht um Sex. Eine, wenn nicht die wichtigste Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Sexualleben ist eine einigermaßen offene Kommunikation über genau selbiges. Können Sie in jeder Praxis für Sexualtherapie anrufen, sagen die alle das gleiche: In einer Partnerschaft müssen beide über ihre sexuellen Wünsche reden. Das heißt aber: Auch Sie. Also, fragen Sie nicht immer nur, was er will (die Antworten finden Sie eh in aller Regel auch in der Statistik der meistgeklickten Videos bei YouPorn). Sagen Sie ganz klar, was SIE wollen. Am besten aber nicht im Befehlston (obwohl es durchaus Typen gibt, die drauf stehen würden), sondern in Form dieser harmlosen Frage.

Was seine Antwort Ihnen sagt: Ist er aufgeschlossen – super. Ein Nein auf diese Frage ist ein guter Grund, ihm ein Buch über die beliebtesten Masturbationstechniken des Mannes zu schenken. Zum Abschied.

4. "Würdest du auch Teilzeit arbeiten?"

In früheren Artikeln zu diesem Thema hätte vielleicht die Frage gestanden: "Möchtest du mal Kinder?" Aber die ist vielen – gerade in der Frühphase einer Beziehung – zu direkt und emotional zu schwergewichtig. Dieses Frage-Modell hier kommt leichtfüßiger daher, scheint sich auf einem ganz anderen Terrain zu bewegen – und zielt doch mitten ins Herz der Gesellschaftsdebatte über Männer, Frauen und Familien. Wenn Sie als Frau berufstätig sein und Kinder haben wollen, brauchen Sie einen Mann, der das voll unterstützt. Und – das zeigen viele Statistiken – diese Unterstützung kann und darf nicht nur moralisch und finanziell sein. Er muss mit ran bei der Familienarbeit, damit Sie Ihre Karriere nicht komplett vernachlässigen. Und das nicht nur in der Elternzeit (das auch), sondern im Alltag. Es muss zumindest denkbar sein, dass er zumindest für eine gewisse Zeit in seinem Vollzeitjob kürzer tritt, damit Sie Tritt fassen und Schritt halten können.

Auch wenn er vielleicht überrascht wirkt - diese oder ähnliche Fragen beschäftigen ihn sicher auch. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Was seine Antwort Ihnen sagt: Ein Nein auf diese Frage ist kein Aus für die Beziehung – aber es macht ziemlich deutlich, wie Ihr Leben als Mutter aussehen kann, wenn Sie mit ihm Kinder haben. Nun ist die Frage an Sie: Wollen Sie das?

5. "Was bedeutet für dich eigentlich Treue?"

So gut wie alle Liebenden wünschen sich von ihrer Partnerin oder ihrem Partner Loyalität. Er oder sie soll treu sein. Es scheint so simpel. Das ist so schnell gesagt, das ist so schnell eingesehen. Aber es wird eben auch oft ganz unterschiedlich verstanden. In Zeiten von "Friends with Benefits" und Polyamorie sind die Ansichten darüber, was Betrug ist und was okay, sehr verschieden, die Übergänge fließend. Der eine findet einen anonymen One-Night-Stand nicht schlimm, die andere hält schon einen Kuss auf die Wange für Hochverrat, wieder andere können den eigenen Partnern beim Sex mit Fremden zusehen, fühlen sich aber betrogen, wenn dieser hinter ihrem Rücken mit jemandem bei Facebook chattet. All das können Sie im Rahmen eines langfristigen Praxis-Tests herausfinden – dann sind aber leider Verletzungen kaum vermeidbar. Viel einfacher ist es also, einmal ganz ehrlich darüber zu reden. Was verletzt dich? Was ist für dich okay? Worüber müssen wir reden, wovon willst du lieber gar nichts wissen? Was geht überhaupt nicht? Es ist nicht das romantischste aller Themen – der Romantik später aber durchaus zuträglich.

Was seine Antwort Ihnen sagt: Alles ist gut, was offen und ehrlich ist. Ihre Sache ist es, ob Sie damit leben können – umgekehrt ist es seine, ob er mit Ihren Vorstellungen klarkommt. Verweigert er auf diese Frage die Antwort, hat er vielleicht keine Ansprüche. Oder sehr hohe. Jedenfalls ist das verdächtig. Fragen Sie lieber nochmal. Und nochmal.

Natürlich gibt es immer Kompromisse. Eine Beziehung ist Verhandlungssache. Egal, was er sagt, keine Antwort auf egal welche dieser Fragen macht es nötig, dass Sie sofort aufstehen und gehen. (Wenn doch, erzählen Sie uns bitte unbedingt davon!!!) Wie eingangs erwähnt soll das Ganze auch nicht in ein Verhör oder Vorstellungsgespräch ausarten. Außerdem braucht so mancher vielleicht Zeit, diese Fragen in allen Konsequenzen zu durchdenken. Letztlich geht es nur darum, gemeinsam über eine Zukunft nachzudenken. Und da können Antworten auf diese Fragen nur hilfreich sein.

29.08.2018| © womenshealth.de
Jens Clasen Stellv. Chefredakteur von Women's Health
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