Beziehungsprobleme Damit die Liebe lange hält: Vermeiden Sie diese 6 Fehler

Damit in einer Beziehung beide Partner Halt finden, ist es wichtig, sie nicht durch typische Fehler zu destabilisieren. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Jedes Paar tickt anders. Aber es sind immer dieselben Fehler, die dazu führen, dass eine Beziehung langsam aber unaufhaltsam zerbricht. Wir erklären welche das sind und wie Sie diese in Zukunft vermeiden

Die Liebe ist ein seltsames Spiel, eine tägliche Wanderung auf dem Rand des Vulkans. Sie sollen sich in einer vertrauten Bezeihung nicht verbiegen, und doch kann nicht jede*r einfach tun und sagen was er oder sie will. Oft passieren solche Tiefschläge,weil die Gefühle mit Ihnen oder Ihrem Liebsten durchgehen. Oder alte Gewohnheiten.

Wenn Sie sich aber zu sehr gehen lassen oder den falschen Instinkten nachgeben, wird das letztlich der Beziehung schaden. Hier sind 5 Punkte, an denen Sie besonders aufpassen müssen – und Ihrem Partner frühzeitig Bescheid stoßen sollten, wenn er sich so verhält.

1. Gehen Sie nicht in Konkurrenz

Das Problem: Sie befinden sich dauernd in irgendeiner Form von Wettkampf miteinander. Sie verdienen mehr Kohle als er, er hat in Sachen Allgemeinbildung die Nase vorn und wird nicht müde, das zu betonen. Das wiederum lassen Sie ungern auf sich sitzen. So geht es hin und her.

Die Erklärung: Dass eine Frau mehr verdient, rührt bei vielen Männern noch an ein prähistorisches Ehrgefühl, das sitzt denen einfach irgendwo quer. Umgekehrt bringen Sie seine Macho-Sprüche über männliche Überlegenheit regelmäßig auf die Palme.

Die Lösung: Diese tief sitzenden Reflexe müssen Sie sich gegenseitig stur abtrainieren. Immer wieder thematisieren, durchkauen, abschaffen. Partner, die in einer gesunden Beziehung leben, halten zusammen und unterstützen einander bei der Erreichung ihrer Zielen. Heißt konkret: Eine Beziehung ist kein Wettbewerb. Vielmehr sollte jede*r ihre oder seine ganz individuellen Stärken einbringen, ohne jemanden übertrumpfen oder kleinmachen zu wollen.

Der Weg, den Sie gemeinsam gehen, darf gerne mal in getrennten Bahnen verlaufen. Aber die Richtung sollte dieselbe sein. © Jacob Lund / Shutterstock.com

2. Kramen Sie nicht immer alte Macken heraus

Das Problem: Sie sind genervt, dass er in seinem Job auf keinen grünen Zweig kommt, obwohl ihm schon mehrmals bessere angeboten wurden. Obwohl Sie wissen, dass er einfach nicht der Karrieretyp ist, schmieren Sie ihm das in Diskussionen über die Hausarbeit aufs Brot, nach dem Motto: "Du bist hier nicht bei der Arbeit, also streng dich gefälligst an!" Er wiederum hat kein Verständnis für Ihr Bedürfnis, Lebensmittel nicht im Discounter einzukaufen, und triezt Sie damit, wenn es mal zu Konflikten über Geld kommt.

Die Erklärung: In der Realität vieler Beziehungen geht es manchmal hitzig zu. Da werden insbesondere in Konfliktsituationen die Defizite und Allüren des anderen herausgekramt, auch wenn sie nichts mit dem eigentlichen Streitthema zu tun haben, einfach um dem Partner eins auszuwischen und ihm das Gefühl zu geben, unzulänglich zu sein. Das ist menschlich, aber wenig zielführend.

Die Lösung: Reißen Sie sich zusammen und bitten Ihren Partner, das gleiche zu tun. Wenn es etwas gibt, was Sie an ihm oder ihn an Ihnen nachhaltig stört, thematisieren Sie das in einer ruhigen nicht vorbelasteten Situation und klären es ein für allemal. Dann verbieten Sie sich jeweils selbst diese Tiefschläge und vereinbaren ein Safeword, für den Fall, dass eine*r im Streit doch wieder davon anfängt.

Ob eine Beziehung tragfähig ist, hängt auch davon ab, wie weit sich die beiden Partner aufeinander einlassen. © Jacob Lund / Shutterstock.com

3. Vergleichen Sie nie mit den Ex-Partnern

Das Problem: Wer eine neue Beziehung eingeht, vergisst die vorherig nicht einfach und vergleicht den aktuellen Partner häufig mit dem oder der Ex. Und obwohl Sie genau wissen, dass das keine gute Idee ist und Sie sich vielleicht sogar insgeheim für Gedanken schämen wie "XY sah in Badehosen irgendwie sportlicher aus" – diese Gedanken sind einfach da.

Die Erklärung: Es gibt keine perfekten Partner. Spätestens wenn der rosa Schleier der ersten Verliebtheit gefallen ist, werden Ihnen an Ihrem neuen Partner Eigenschaften auffallen, die der vorherige nicht hatte. Und natürlich ist es das einfachste, sich die Macken des neuen wegzuwünschen und sich danach zu sehnen, dass er an der Stelle, nur an dieser Stelle, etwas mehr wäre wie der vorherige.

Die Lösung: Lassen Sie die Vergangenheit ruhen und werden Sie erwachsen. Das Leben ist kein Lego-Kasten, wo Sie sich Ihre Männeken selbst zusammenbauen können. Wenn Sie sich immer wieder die Frage stellen, ob der Ex in dieser oder jener Situation besser, netter, verständnisvoller oder wie auch immer reagiert hätte, macht die Beziehung auf Dauer kaputt. Das gilt auch für den Fall, dass er erwähnt, dass seine Ex so viel experimentierfreudiger im Bett war: Waschen Sie ihm einmal kräftig den Kopf, damit er da endlich Ruhe gibt.

Wenn Sie Kritikpunkte in Ihrer aktuellen Partnerschaft sehen, thematisieren Sie diese losgelöst von Ihrem Ex. Vergessen Sie nicht: Ihr Ex ist aller Wahrscheinlichkeit nach deshalb Ihr Ex, weil er aus ganz bestimmten Gründen nicht zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passte.

4. Überfluten Sie sich nicht mit Aufmerksamkeit

Das Problem: Sie beballern sich gegenseitig mit Updates aus Ihrem Leben, in Echtzeit. Eine WhatsApp aus der Bahn ist schnell geschrieben, ein Foto aus dem Büro schnell versendet. Erstens: Ähm, das kann auch nerven. Und zweitens: Wenn eine*r dann mal eine Stunde nichts von sich hören oder sehen lässt, führt das zu Kränkungen und Reibereien.

Die Erklärung: Wir leben in Zeiten des Chat-Geballers und der gnadenlosen Selbstveröffentlichung. Im Zeitalter von WhatsApp & Co. üben die vielen technischen Möglichkeiten geradezu physischen Druck aus, sie zu nutzen. Andere Menschen in Ihrer Umgebung und in den Sozialen Medien setzen durch ihr Verhalten Standards, die oft nicht hinterfragt werden, obwohl sie völlig irrsinnig sind. Da entgleitet vielen schonmal die digitale Selbstdisziplin.

Die Lösung: Runterkommen. Sie müssen sich ja nicht gleich ein Schweigegelübde auferlegen. Verschieben Sie das Kommunizieren einfach auf den Moment des Wiedersehens. Wenn Sie tagsüber wenig Kontakt haben, werden Sie sich erst recht freuen, Ihren Liebsten abends zu sehen und ihm alles über Ihren Tag erzählen zu können. Wenn Sie Ihren Partner auch tagsüber wissen lassen wollen, dass Sie an ihn denken, dann schreiben Sie durchdachte Liebesbotschaften, die tatsächlich von Herzen kommen, statt aus Gewohnheit den obligatorischen Kuss-Smiley zu versenden.

5. Achten Sie nicht so sehr auf Konventionen

Das Problem: Das typische Beziehungsverlaufs-Muster spielt in Ihrer Liebe eigentlich keine Rolle, aber es schwingt in vielen Gesprächen mit. Da geht es dann um die Frage, ob "man" nach 3 Monaten schon zusammenziehen darf oder ob "man" unverheiratet Kinder kriegen soll. Und irgendwann ist "man" dann ganz schön genervt und weiß nicht wovon.

Die Erklärung: Eigentlich tragen meist Eltern diese Dinge in eine Beziehung, oder das, was ihre Erziehung in den Köpfen der Kinder (also: Ihnen) hinterlassen hat. Vielleicht fragen seine Eltern nach Enkelkindern, und Ihre sagen dann: "Wollt ihr nicht erstmal heiraten?" So entsteht irgendwie Druck, irgendwelche Dinge zu tun, von denen alle irgendwie denken, sie seien irgendwo richtig und müssten irgendwann bald mal gemacht werden. Aber keiner hat Sie gefragt, ob Sie das auch wollen. Also führen Sie oft Stellvertreterkriege, wo Sie beide eher die Positionen Ihrer Eltern verteidigen als sich selbst einzubringen.

Die Lösung: Pfeifen Sie drauf. Wer strikt an irgendwelchen Konventionen festhält, weil er oder sie der Meinung ist, das gehört sich nunmal so, läuft Gefahr ein Leben zu leben, dass nicht den eigenen Wünschen entspricht. Lassen Sie sich, solange Sie glücklich sind, von niemandem sagen, dass Sie etwas falsch machen, dass Sie überstürzt handeln oder nicht den Regeln folgen. Sie und Ihr Liebster führen diese Beziehung, niemand sonst.

6. Haben Sie nicht zu viele Geheimnisse

Häufiges Beziehungsproblem: Geheimniskrämerei. Beide Partner müssen spüren, dass sie einander restlos vertrauen können. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Das Problem: Manchmal möchten Sie ihm etwas erzählen, das Ihnen sehr viel Spaß gemacht hat, zum Beispiel Free-Climben oder Meditieren, und dann beißen Sie sich auf die Zunge, weil er es doch eigentlich doof findet, wenn Sie so etwas Gefährliches oder Esomäßiges tun. Und dann stellen Sie fest: Die Liste an Dingen, über die Sie nicht mit ihm reden können, aus besagten Gründen, die ist ganz schön lang.

Die Erklärung: Wir sind alle oft mit uns selbst allein, auch in einer Beziehung. Privatsphäre braucht jeder Mensch. Manchmal ist es ja auch viel einfacher, Dinge mit sich selbst auszumachen und den anderen damit "nicht zu belasten". Das Gleiche tut er doch auch, allein schon, wenn er mit seinen Kumpels unterwegs ist. Also ist es weder verwerflich noch verwunderlich, wenn Sie ihm nicht alles erzählen.

Die Lösung: Es gilt, das richtige Maß zu finden. Fakt ist, dass zu viele Geheimnisse in einer Beziehung ungewollt Distanz aufbauen. Wenn Sie ständig etwas verheimlichen, um den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, werden Sie Ihrem Partner nie wirklich Ihrewahre Persönlichkeit offenbaren können. Wirkliche Nähe und Intimität wird von vornherein blockiert. Keine Frage, Sie müssen Ihrem Partner nicht Ihr Innerstes ausschütten und jedes Detail aus der Vergangenheit beichten, um eine offene und ehrliche Partnerschaft zu führen. Machen Sie sich aber klar, dass es eine Beziehung ungemein bereichert, wenn Loyalität und Ehrlichkeit auf beiden Seiten groß geschrieben werden.

Jede Liebe geht durch Höhen und Tiefen, keine zwei Menschen passen wirklich perfekt zueinander. Aber wenn Sie an diesen 6 Punkten achtsam sind, gehen Sie massiven Beziehungsproblemen wirklich aus dem Weg. Dabei helfen unsere Tipps ganz sicher.

25.10.2018| © womenshealth.de
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