Entscheidungsfindung Ja oder nein? Mit diesen 5 Tipps fällen Sie leichter Entscheidungen

Die richtige Entscheidung zu treffen erfordert oft Nachdenken - manchmal aber auch einfach ein gutes Bauchgefühl. © Jakob Lund / Shutterstock.com

Sollen Sie oder nicht? Hören Sie auf den Kopf oder lieber auf den Bauch? Mit diesen 5 Tipps fällen Sie Entscheidungen zukünftig schneller und besser

Ob eine Weichenstellung im Job oder die Wahl des richtigen Gerichts auf der Speisekarte: eine Entscheidung zu fällen kann manchmal schnell und spontan gehen – und ein anderes Mal sehr schwer fallen. Für den zweiten Fall liefern wir Ihnen hier 5 Tipps, wie Sie Entschlüsse zukünftig leichter fassen.

Warum ist es schwierig Entscheidungen zu treffen?

Es geht eben nicht immer nur um die Frage, ob Mayo oder Ketchup. Manche Entscheidungen haben großen Einfluss auf Ihr Leben. Ein "Oh, das war nix. Ich möchte mein Geld zurück", nachdem Sie in ein pleite gegangenes Start-up investiert haben, gibt es nicht. Es ist der Umgang mit der Angst vor dem Ungewissen, die so schwerfällt: Wie wird das Resultat wirklich aussehen? Der Respekt vor der "falschen" Entscheidung und davor, diese zu bereuen, ist bei vielen groß.

Einige Wissenschaftler nennen den gelähmten Zustand vor einer schwierigen Entscheidung "Decidophobia" – die Angst vor der Entscheidung. Viele Menschen fliehen deshalb in eine passive und abwartende Haltung, überlassen dem ominösen "Schicksal" die Wahl. Nach dem Motto: "Was passiert, passiert." Diese Einstellung ist gut, wenn sie Dinge betrifft, die Sie selbst nicht ändern können. Da ist Gelassenheit richtig. Tatsächliche Entscheidungen aber, die mit einer Wahl einhergehen – A oder B, ja oder nein, machen oder lassen – treffen Sie besser bewusst und nach einer einheitlichen Methode.

Welche Vorteile hat eine größere Entscheidungsfreudigkeit?

Sehen Sie die Sache positiv: Wenn Sie eine Wahl haben, haben Sie auch Kontrolle – über sich selbst, Ihr Leben, Ihre Wünsche. Wenn Sie einen wichtigen Entschluss gefasst haben, werden Sie sich besser fühlen und ein zufriedenes Leben führen. Denn Unentschlossenheit fühlt sich schlecht an – für Sie und für alle, die auf Sie warten müssen. Je unentschlossener Sie sind, desto unsicherer werden Sie. Sie werden sich immer weniger zutrauen. Es ist ein Teufelskreis, der dazu führt, dass Sie entweder gar nichts mehr entscheiden oder sich abhängig machen von den Entscheidungen anderer. Bis Sie am Ende die wichtigste Fähigkeit verlieren, die Sie haben: das Vertrauen in sich selbst.

Unentschlossenheit ist zudem ein Produktivitäts-Killer. Überlegen Sie nur: Jeden Tag fällen Sie hunderte, wenn nicht tausende Mikro-Entscheidungen: Was Sie essen, ob Sie aufstehen, wann Sie die Mails beantworten, ob Sie heute oder morgen zum Sport gehen. Stellen Sie sich vor, Sie würden vor jeder dieser Entscheidungen einknicken – Ihr Alltag würde kollabieren. Wenn Sie besser und schneller Entscheidungen treffen, übernehmen Sie die Kontrolle über Ihr Leben. Ihre tägliche Produktivität wird durch die Decke gehen.

Beste Grundlage für eine Entscheidung: gut informiert sein, durch Recherchen und Gespräche mit Leuten, die sich vielleicht besser auskennen © Jakob Lund / Shutterstock.com

Was ist besser: Aus dem Kopf oder aus dem Bauch entscheiden?

Rationale Abwägung oder Intuition? Was besser ist, darüber streiten die Wissenschaftler noch. Die Forscher aus dem Pro-Bauch-Lager sagen: Der Mensch könne nur eine geringe Anzahl von Informationen bewusst abrufen. Das heißt: Sie jonglieren bei der rationalen Abwägung mit nur wenigen Aspekten. Bei der intuitiven Entscheidung dagegen hätten sich deutlich mehr Aspekte angesammelt. Deshalb sei eine Bauch-Entscheidung besser. Die Vertreter für eine rationale Abwägung sehen das anders: Wer sich auf seine Intuition verlässt, der laufe Gefahr sich von unwichtigen Informationen beeinflussen zu lassen. Außerdem: Wer seine Entscheidung nicht zügig treffen muss, wer also etwas Zeit hat, der könne sich schließlich mehr Informationen besorgen. Und diese rational gegeneinander abwägen.

Zum Glück gibt es einen dritten Standpunkt: Der stuft das Bauchgefühl als Ansammlung von Erfahrungen auf einem bestimmten Gebiet ein. Etwa eine Polizistin, die in einer vermeintlich kritischen Situation intuitiv ihre gezogene Waffe wieder einsteckt und so Schlimmeres verhindert. Das ist weniger plötzliche Eingebung, sagen Forscher. Sondern erlernte (Er-) Kenntnis basierend auf jahrelanger Erfahrung in und für diesen Bereich. Es ist eine Art berufliches Bauchgefühl.

Zusammengefasst: Wenn Sie genug Zeit für Ihre Entscheidung haben, verlassen Sie sich lieber auf eine rationale Auswertung von Pro- und Kontra-Fakten. Wenn Sie dagegen sofort entscheiden müssen, verlassen Sie sich auf Ihr sogenanntes Bauchgefühl – vorausgesetzt, die Entscheidung betrifft einen Bereich, in dem Sie bereits sehr viel Erfahrungen gesammelt haben. Ein sehr wichtiger Tipp für alle Situationen: Wenn Sie können, fragen Sie um Rat, am besten Leute, die sich auskennen, die mehr Erfahrung haben – und die unabhängig urteilen.

5 Tipps, mit denen Ihnen Entscheidungen leichter fallen

Der US-Unternehmer und Autor Mike Whitaker ("The Decision Makeover: An Intentional Approach To Living The Life You Want", Greenleaf Book Group Press, etwa 20 Euro) liefert Ihnen hier einen Leitfaden für die Entscheidungsfindung:

1. Muss ich überhaupt eine Entscheidung fällen?

Sie stehen im Drogeriemarkt vor dem Zahnseide-Regal und überlegen "Welche nehme ich?", dabei kosten alle ähnlich viel. Und dann gehen Sie erst einmal nach Hause und recherchieren mit großem Aufwand, welche Vor- und Nachteile jede Marke hat. Nicht so sinnvoll, oder? Prüfen Sie daher: Steht das, was ich hier tue, im Verhältnis zur Bedeutung und der Entscheidung und seiner möglichen Auswirkung? Eher nicht. Also, nehmen Sie einfach irgendeine und weiter. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der nächste Punkt:

2. Wählen Sie auch mal die befriedigende statt der optimalen Lösung!

Statt einer optimalen Lösung entscheiden Sie sich für die befriedigende Lösung. Wo ist der Unterschied? Wenn Sie die befriedigende Lösung wählen, dann entscheiden Sie sich, sobald Ihre eigenen Kriterien erfüllt erscheinen. Beispiel: Sie suchen für nur eine Nacht ein Hotelzimmer in Barcelona, das zentral liegt, nicht teurer als 90 Euro ist und Frühstück inklusive hat. Sobald Sie ein Angebot finden, das diese Kriterien enthält, folgen Sie dem Ansatz des US-Soziologen Herbert Simon und buchen es. Vorteil: Während der Maximierungs-orientierte noch vergleichend die bestmögliche Lösung sucht, packen Sie längst entspannt den Koffer. So verlockend es ist, das optimale Paket zu entdecken: Geben Sie sich auch Mal mit der befriedigenden Lösung zufrieden.

Bei schwerwiegenden Entscheidungen erstellen Sie am besten vorher einen Plan, welche Ziele Sie überhaupt erreichen wollen. © Jakob Lund / Shutterstock.com

3. Unterscheiden Sie auch die möglichen Konsequenzen!

Jede Entscheidung bringt Konsequenzen mit sich, einige kleine, einige sehr große. Entscheidungen mit kleiner Tragweite sind etwa: Was soll ich heute essen? Was ziehe ich an? Welche Zahnseide nehme ich? Sie fällen sie am Tag mehrere hundert Mal. Ihre negativen oder positiven Auswirkungen reichen aber oft nicht einmal einen Tag weit.

Entscheidungen mit mittelschweren Konsequenzen sind: Soll ich eine Fortbildung machen? Wo studiere ich? Für welchen Mitbewohner meiner WG entscheide ich mich? Die Konsequenzen haben zwar Einfluss auf Ihr Leben, aber sie werden dieses nicht entscheiden. Erfolgreiche Menschen halten sich nicht lange mit kleinen und mittleren Entscheidungen auf. Tatsächlich spielen sie eher damit herum und haben Spaß, da die Konsequenzen aufs Ganze gesehen eine geringe Bedeutung haben.

Große Entscheidungen wie "Haus kaufen oder nicht?" treffen Sie meist nur ein bis zwei Mal im Jahr. Da lohnt es es sich, nachzudenken und abzugleichen. Mit was abgleichen? Das erklärt der nächste Punkt.

4. Machen Sie immer einen Plan!

Definieren Sie Ihre Hauptziele für Karriere und Partnerschaft, was Sie sonst noch erleben wollen, wohin Sie reisen möchten. Dann staffeln Sie alle Ziele nach Wichtigkeit von 1 bis 5. Ja, genau: Es gibt nur eine Nummer 1! Treffen Sie Ihre Entscheidungen jetzt so, dass sie Ihr Ziel Nr. 1 unterstützen. Sie werden natürlich Kompromisse eingehen müssen in Bezug auf die anderen 4 Ziele. Aber: Dadurch kristallisiert sich entweder eine neue Nummer 1 heraus oder die Kompromisse nehmen nach einiger Zeit ab und verschwinden ganz.

Sie können vor Entscheidungen natürlich auch einfach online bei Freundinnen Tipps einholen, wie die sich entschließen würden. © Jakob Lund / Shutterstock.com

5. Bereuen Sie schlechte Entscheidungen nicht, lernen Sie daraus!

Wir alle treffen hin und wieder schlechte Entscheidungen. Manche haben schlimme, andere weniger dramatische Konsequenzen. Am schlimmsten aber ist: Sie verharren ewig in der Reue über die Entscheidung. Besser: Reflektieren Sie die damalige Situation. Analysieren Sie: Warum haben Sie die Entscheidung so und nicht anders getroffen? Welche Rahmenbedingungen haben Einfluss auf Sie ausgeübt? Etwa: War ich zu emotional? War ich zu stolz? War ich betrunken? Lernen Sie daraus und nächstes Mal treffen Sie eine Entscheidung, die der Situation angemessen ist.

Das Leben ist eine Abfolge von Weggabelungen und Entscheidungen. Das bedeutet Arbeit und Wachsamkeit aber auch die Möglichkeit, Ihr Leben so zu gestalten, wie Sie es haben möchten. Sie haben die Macht! Verfallen Sie aber nicht in absoluten Entscheidungswahn, manchmal ist es auch okay, einfach irgendwas zu wählen. Unsere 5 Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Entschluss-Power zu steigern.

03.09.2018| Willem Rost © womenshealth.de
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