Fußpilz erkennen und bekämpfen 12 Tipps, um Fußpilz vorzubeugen

Was gibt es Schöneres, als im Sommer barfuß herumzulaufen? Aber Vorsicht, Fußpilzgefahr! © eightshot / Shutterstock.com

Achtung, in der Barfuß-Saison droht Fußpilz! Daran erkennen Sie, ob es Sie erwischt hat. Plus: Die besten Tipps, um die Plage wieder los zu werden

Es ist Sommer, also weg mit den dicken Schuhen und her mit den dünnen Sandalen! Oder am besten direkt barfuß, und dann ab ins Freibad. Aber Vorsicht: Wenn Sie nicht aufpassen, haben Sie sich ganz schnell einen Fußpilz eingefangen. Damit Ihnen das nicht passiert, erklären wir Ihnen, wie Sie sich am besten vor einer Infektion schützen und was Sie tun können, wenn der Pilz Sie bereits befallen hat.

Was ist Fußpilz?

Fußpilz, auch Tinea pedis genannt, wird durch Dermatophyten hervorgerufen, also Fadenpilze, die auf der Haut Krankheiten auslösen. "Fußpilz wird durch den gleichen Erreger ausgelöst wie Nagelpilz, deshalb kann die eine Infektion die andere hervorrufen", erklärt Dr. Esther Coors, Dermatologin im Hautarztzentrum in Hamburg.

Der Pilz ist zwar lästig, an sich aber nicht gefährlich. Trotzdem sollten Sie ihn aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zum einen ist die Infektion hochansteckend und sehr hartnäckig. Die Behandlungsdauer kann sich auf mehrere Wochen oder sogar bis zu einem Jahr ausdehnen. "Außerdem sind die kleinen Risse in der Haut, die beim Fußpilz entstehen, eine Eintrittspforte für Bakterien", warnt Coors. Führen die zu einer sogenannten Wundrose beim Fuß oder sogar dem Unterschenkel, wird es ernst.

An welchen Symptomen erkennt man Fußpilz?

Fußpilz ist leicht zu erkennen. Wenn Sie folgende Probleme an Ihren Füßen haben, sollten Sie laut Coors deshalb schnell zum Arzt:

  • Aufgeweichte, weißliche oder rissige Haut, vor allem zwischen den Zehen
  • Bläschen oder Knötchen an der Fußsohle oder den Seiten
  • Schuppige Stellen am Fuß
  • Kribbeln, Jucken, Brennen oder Schmerzen im Fuß
  • Nagelpilz spürt man kaum, dafür sieht man Veränderungen in der Farbe oder der Nageldicke

Auf Teppichböden lauern häufig Fußpilzsporen, deshalb Vorsicht beim Barfußlaufen zum Beispiel in Hotels © Africa Studio / Shutterstock.com

Wo lauern die meisten Pilzsporen?

Überall, wo Menschen barfuß laufen, können Sie sich anstecken. "Etwa 20 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland haben in diesem Moment Fußpilz", sagt Coors. Besonders riskante Orte sind Schwimmbäder und Saunen, weil es da auch noch feucht ist. Aber auch die Gemeinschaftsdusche oder die Umkleide im Gym kann Ihnen eine Infektion bescheren oder der Teppich in einem Hotelzimmer. Sogar, wenn Sie barfuß in der Wohnung einer Freundin sind, die eine versteckte Fußpilzinfektion hat, können Sie sich anstecken. Besonders vorsichtig sollten außerdem Sie sein, wenn Sie Diabetes oder eine Immunschwäche haben oder generell anfällig für unterschiedliche Infektionen sind.

Wie kann man einer Fußpilzinfektion vorbeugen?

Zum Glück kann man einiges tun, um sich diesen lästigen Pilz vom Leib zu halten, eine penible Fußhygiene ist hier das A und O. Außerdem sollten Sie verhindern, dass Ihre Füße zu lange Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Ein feuchtes Milieu ist nämlich der optimale Nährboden für jede Infektion und weicht die Haut auf, sodass die Sporen besser eindringen können. Coors nennt folgende Tipps, um sich vor Fußpilz zu schützen:

1. Tragen Sie Badelatschen oder Flip-Flops an den oben genannten Risiko-Orten.

2. Trocknen Sie Ihre Füße gründlich ab, vor allem auch zwischen den Zehen!

3. Tragen Sie Socken aus Baumwolle und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad.

4. Wenn Sie viel an den Füßen schwitzen, kann ein Fußpuder helfen, sie trocken zu halten.

5. Wenn Sie lange mit geschlossenen Schuhen unterwegs sind, wechseln Sie regelmäßig Ihre Socken.

7. Passen Sie vor allem bei Ihren Sportschuhen auf, dass der Schweiß vom Workout gut verdunsten kann. Nehmen Sie sie aus Ihrer Sporttasche, sobald Sie zuhause sind, und lassen Sie sie etwa einen Tag trocknen.

8. Wenn Sie eher zu trockener, spröder Haut neigen, cremen Sie Ihre Füße regelmäßig ein. Bei Rissen in der Haut hat der Pilz leichtes Spiel.

9. Auch bei kleinen Verletzungen sollten Sie aufpassen. Achten Sie darauf, dass die Wunde immer sauber ist und bedecken Sie sie wenn möglich mit einem Pflaster oder Verband.

10. Achten Sie darauf, dass Ihre Fußnägel gesund sind. Zu kurze oder brüchige Nägel können eine Infektion mit Nagelpilz begünstigen.

11. Wenn Sie verdickte oder trockene Hornhaut an den Füßen haben, tragen Sie sie vorsichtig ab und cremen die Partien danach gut ein, damit Sie keine Risse in der Haut haben.

12. Sie können Ihre Schuhe und Füße mit einem speziellen Spray oder Cremes desinfizieren, damit die Sporen abgetötet werden. Die bekommen Sie in der Apotheke.

Wenn man ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachtet, ist barfuß laufen herrlich und gesund © plusONE / Shutterstock.com

Wie behandelt man Fußpilz?

Trotz aller Vorsicht hat es Sie doch erwischt? Dann verfallen Sie nicht in Panik, aber machen Sie sich auf einige Wochen Behandlung gefasst. Hier ist Disziplin und Geduld gefragt, unsichtbare Pilzsporen können sonst schnell zu einem Rückfall führen. "In jedem Fall sollten Sie schnell zum Arzt, damit sich der Befall nicht ausbreitet", rät Coors. Denn je schneller der Fußpilz behandelt wird, desto schneller ist er auch wieder weg. Der Arzt kann Ihnen Cremes oder Nagellacke verschreiben, die den Pilz abtöten. Tabletten werden nur bei stärkerem Befall eingesetzt, da sie starke Nebenwirkungen haben. Gerade in der Schwangerschaft oder bei Kindern sind die Behandlungsmöglichkeiten deshalb eingeschränkt. Der Pilz selbst ist aber nicht gefährlich.
"Waschen Sie außerdem alle Textilien, die mit Ihren Füßen in Berührung kommen, bei mindestens 60 Grad oder einem speziellen, pilztötenden Waschmittel. Schuhe sollten Sie mit einem Spray desinfizieren", sagt Coors. Außerdem sollten Sie noch mehr auf Ihre Fußhygiene achten und unsere Tipps zur Vorbeugung berücksichtigen.

Und jetzt heißt es: Durchhalten, die Behandlung von Fußpilz kann 3 bis 4 Wochen, die von Nagelpilz bis zu einem Jahr dauern. Wichtig ist, dass Sie die Therapie so lange weitermachen, wie der Arzt es verschrieben hat, selbst wenn Sie nichts mehr von dem Pilz merken. Wenn nämlich nicht alle Sporen restlos abgetötet sind, kann die Infektion ganz schnell zurückkommen.

Welche Hausmittel wirken gegen Fußpilz?

"Man bekommt den Pilz nur mit Medikamenten vom Arzt sicher in den Griff", erklärt Coors. Trotzdem gibt es einige Hausmittel, die die Heilung begünstigen können. Wir haben die wirksamsten für Sie gesammelt, die Sie auch vorbeugend anwenden können:

  • Apfelessig
    Apfelessig tötet die Pilzsporen ab und lindert den Juckreiz. Einfach die Füße mit dem Essig einreiben oder die Füße 10 bis 30 Minuten darin baden. Verdünnen Sie den Essig dabei höchstens im Verhältnis 1:1 mit Wasser. Nicht anwenden, wenn Sie Verletzungen oder eine empfindliche Haut haben!
  • Salz
    Geben Sie Salz in warmes Wasser (8 Teelöffel pro Liter) und baden Sie Ihre Füße 5 bis 10 Minuten darin. Das beugt auch einer neuen Infektion vor. Auch hier bei Verletzungen am Fuß aufpassen.
  • Honig
    Auch Honig wirkt antibakteriell und führt zu einer schnelleren Regeneration der Haut. Geben Sie regelmäßig ein wenig Honig auf die betroffenen Stellen.

Ist Fußpilz dasselbe wie Nagelpilz?

Fußpilz befällt die Haut, Nagelpilz, wie der Name schon sagt, die Fußnägel, in selteneren Fällen auch die Fingernägel. Der Erreger ist allerdings der gleiche, deshalb kann es sein, dass Fußpilz, wenn er nicht vollständig ausgeheilt ist, den angrenzenden Nagel infiziert. Deshalb müssen Sie schnell handeln, damit sich die Infektion nicht ausbreitet. Bestimmte Nagellacke, aber auch Mundwasser oder Teebaumöl können Nagelpilz bekämpfen. Gehen Sie aber in jedem Fall zum Arzt, damit sich die Infektion nicht ausbreitet.
Um sich vor einem Nagelpilz zu schützen, gelten die gleichen Regeln wie beim Fußpilz. Sie erkennen Nagelpilz vor allem daran, dass sich der betroffene Fußnagel verfärbt oder fleckig wird, brüchig und rissig wird, sich verdicken oder jucken.

Fußpilz ist lästig und hartnäckig. Tun Sie deshalb Ihr Bestes, um sich davor zu schützen. Mit ein wenig Vorsicht und vor allem mit trockenen Füßen sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite. In jedem Fall gilt: Wenn Sie Symptome an sich bemerken, sollten Sie schnell handeln. Denn je früher der Pilz bekämpft wird, desto schneller gelingt die Heilung.

09.07.2018| Tove Hortmann © womenshealth.de
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