Gerstenkorn im Auge Das hilft schnell bei einem Gerstenkorn

Kleine Eiterbeule, große Qual: Gerstenkörner im Auge jucken und sind stets präsent © ShotPrimeStudio / Shutterstock.com

Die kleinen gelben, fies juckenden Knoten am Augenlid sind einfach nur quälend. Mit unseren Tipps werden Sie Gerstenkörner schnell wieder los

Das kleine gelbe Bläschen am Lid-Rand sieht im Spiegel so klein aus, fühlt sich aber an, als hätten Sie einen kratzenden Tennisball im Auge. Gerstenkörner im Auge sind schmerzhaft und quälend, und Sie wollen die Dinger einfach nur so schnell wie möglich wieder loswerden. Mit diesen Tipps gelingt Ihnen das!

Was ist ein Gerstenkorn im Unterschied zum Hagelkorn?

Bei einem Gerstenkorn (Hordeolum) handelt es sich um eine eitrige Entzündung des Augenlides. "Verantwortlich ist meist eine Infektion durch Bakterien wie Staphylokokken. In seltenen Fällen sind auch Streptokokken und andere Keime die Ursache", erklärt Professor Dr. med. Carl-Ludwig Schönfeld, Facharzt für Augenheilkunde in München. Ein Gerstenkorn entsteht, wenn Bakterien in die Lidranddrüse gelangen. Wer sich zum Beispiel die Augen mit ungewaschenen Händen reibt, riskiert leicht eine bakterielle Infektion. Bei einem Gerstenkorn entzünden sich sowohl Talg- als auch Schweißdrüsen des Augenlides. Es kommt zu einer Eiteransammlung. Diese hat die charakteristische Form eines gelben Knotens und wird deshalb bildlich Gerstenkorn genannt. Eine Entzündung kann an mehreren Stellen im Auge entstehen. Es werden zwei Arten unterschieden:

  • Inneres Gerstenkorn (Hordeolum Internum): Eine Entzündung der Lid-Innenseite liegenden Meibom-Drüsen (benannt nach dem Arzt Heinrich Meibom).
  • Äußeres Gerstenkorn (Hordeolum Externum): Hierbei entzünden sich die an der Außenseite des Lides liegenden Zeiss- oder Molldrüsen.

Bei einem Hagelkorn (Chalazion) dagegen handelt es sich um einen geröteten Knoten am Augenlid. Seine Ursache ist keine Infektion, sondern ein verstopfter Talgdrüsengang, in dem sich Sekret staut. Hagelkörner tun in der Regel nicht weh und verschwinden von allein wieder.

Was sind die Symptome eines Gerstenkorns?

Typische Symptome sind eine Schwellung des Auges. Zudem beginnt sich das Auge zu röten und es entsteht ein Druckschmerz. Wenn Sie schon einmal ein Gerstenkorn hatten, kennen Sie es: Sie haben das unangenehme Gefühl, ein Sandkorn im Auge zu spüren.

Um Gerstenkörnern vorzubeugen, sollte Sie sich abends immer abschminken © Avesun/ Shutterstock.com

Wie verhindere ich ein Gerstenkorn?

Wichtig ist vor allem eine gute Augenhygiene, sprich: Hände waschen, bevor Sie in Ihr Auge fassen! Halten Sie Ihr Augenlid immer sauber und versuchen Sie, Verunreinigungen durch Schminke zu vermeiden. Besonders wichtig deshalb: abends abschminken! Um Ihr Auge zu reinigen, empfiehlt Schönfeld Babyshampoo auf die Wimpern aufzutragen. "Belassen Sie das Shampoo 1-2 Minuten auf Ihren Wimpern und spülen Sie das Auge mit warmem Wasser wieder aus." Falls Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie diese immer gut säubern und hygienisch aufbewahren. Bei einem akuten Gerstenkorn ist es jedoch ratsam, auf Kontaktlinsen verzichten. Wenn Sie zusätzlich allgemeine Hygieneregeln beachten, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Übrigens ist es ein Mythos, dass Gerstenkörner ansteckend sind! Das gilt eher für die bakterielle oder virale Bindehautentzündung.

Wie behandele ich ein Gerstenkorn?

Keine Sorge: "Meist heilt ein Gerstenkorn von selbst wieder ab. Das gelbe Knötchen platzt und der Eiter tritt aus“, sagt der Experte. Wenn Sie gesund sind, wird Ihr Immunsystem von alleine mit einem Gerstenkorn fertig. Je weniger Sie an Ihrem Auge herumdoktern, desto besser. Durch reiben machen Sie es nicht besser, im Gegenteil: Durch verschmutze Finger machen Sie es möglicherweise noch schlimmer. Manche Menschen sind besonders anfällig für die Entzündung im Augenlid. Dazu gehören Diabetiker, Menschen mit einem schwachen Immunsystem sowie Patienten, die chemotherapiert werden.

4 Tipps für die Behandlung eines Gerstenkorns

  • Das betroffene Auge wärmen Dr. Schönfeld empfiehlt, das Auge zu wärmen, da sich Gerstenkörner bei Wärme schneller öffnen und abheilen. "Befeuchten Sie einen Waschlappen mit lauwarmem Wasser und lassen Sie diesen 1-2 Minuten auf dem geschlossenen Auge. Sie können auch das Auge mit Rotlicht bestrahlen."
  • Medikamente Augentropfen oder Augensalben, die Ihnen der Augenarzt verschreiben kann, sind Mittel, die bei einem Gerstenkorn hilfreich sind.
  • Auf Schminke verzichten Bei einer akuten Entzündung sollten Sie unbedingt auf Mascara und Co. verzichten, da Schminke das Auge zusätzlich reizen kann.
  • Vorsicht bei Hausmitteln! Bei Hausmitteln wie zu Beispiel Kamille und Teebeuteln ist vorsichtig geboten. Dr. Schönfeld erklärt: "Hausmittel können kritisch sein, da die Möglichkeit besteht, dass Allergien auftreten, die das Krankheitsbild verschlimmern."

Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?

Falls das Gerstenkorn nach etwa 3-4 Wochen nicht von selbst platzt, heißt es: Ab zum Augenarzt! Denn: Die Entzündung kann sich auf das das gesamte Auge sowie die Bindehaut übertragen. "Ihr Augenarzt kann Ihnen Antibiotika verschreiben und in besonders schlimmen Fällen das Gerstenkorn operieren. Hierbei wird der Ausführungsgang der Lidranddrüse geöffnet und Eiter aus der Drüse hinaus massiert", so Dr. Schönfeld. Wichtig: Auf keinen Fall selbst Hand an das Augenlid anlegen und das Gerstenkorn ausdrücken! Wenn außer dem Gerstenkorn andere Krankheitserscheinungen wie Kopfschmerzen oder Fieber auftreten, sollten Sie auch einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt, wenn Sie unter einem schwachen Immunsystem leiden.

Gerstenkörner sind unangenehm, heilen aber meist von selbst wieder ab. Achten Sie auf angemessene Hygiene und fassen Sie sich nur mit gewaschenen Händen ins Auge. Falls Sie trotz aller Maßnahmen ein Gerstenkorn bekommen, wärmen Sie die betroffene Stelle. Wenn die schmerzende Entzündung nach 3 Wochen nicht von selbst verschwindet, heißt es: Ab zum Arzt!

21.09.2018| Susan Kesselring © womenshealth.de
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