Haare selber schneiden Die besten Schnitt-für-Schnitt-Anleitungen

Haare selber schneiden: Mit diesen Anleitung wird's gut
Haare selbst schneiden? Das geht? Klar, mit unseren Haarschneide-Anleitungen! © Look Studio / Shutterstock.com

Sie wollen Ihre Haare selbst schneiden? Hier finden Sie einfache Schnitt-Anleitungen für glatte Haare, Locken, Spliss und Pony

Vorwarnung: Überlegen Sie sich das gut, ob Sie selbst die Schere ansetzen wollen! Einen schlechten Haarschnitt rauswachsen zu lassen, dauert lang. Bestimmt länger als auf einen Friseurtermin zu warten oder zu sparen. Okay, das wollen Sie bestimmt nicht lesen, sonst wären Sie ja nicht hier gelandet. Und Sie sind ja nicht ganz zu Unrecht hier. Denn auch wenn sich bei den Friseur*innen unter Ihnen jetzt die Zehennägel hochrollen: Es gibt einige gute Gründe, sich die Haare mal selbst zu schneiden!

Da wäre zum einen das liebe Geld. Zum anderen aber auch die Schwierigkeit, einen Friseur zu finden, der genau versteht, was Sie wollen und wirklich nur so viel wegschneidet, wie Sie möchten. Sie haben doch bestimmt auch schon mal ausdrücklich verlangt: "Nur die Spitzen!" und sind dann mit 5 cm kürzerer Matte aus dem Laden gelaufen, oder? Ärgerlich! Und wenn Sie dann endlich einen Figaro gefunden haben, der gute Arbeit leistet, müssen Sie meist Wochen auf einen Termin außerhalb der eigenen Arbeitszeiten warten. Wer bitteschön schafft es Mittwochs um 11 Uhr zum Friseur?

Wenn die Haare also am besten jetzt sofort ab sollen und das Ganze auch bitte keine Unsummen kosten soll, sind Sie hier genau richtig! Wir verraten Ihnen, was Sie beim Haarschnitt zu Hause beachten müssen, welches Equipment Sie dafür brachen und haben einfache Schnitt-Anleitungen für Sie zusammengestellt.

Worauf muss ich achten, wenn ich mir die Haare selbst schneide?

Ganz wichtig ist es zu bedenken, dass die Haare im nassen Zustand länger aussehen – weil sich Locken und Wellen aushängen und selbst glatte Haare sich platt am Ansatz anschmiegen, wenn sie nass sind. Sie sollten auch nicht zu kräftig an den Strähnen ziehen. Die Haare springen danach wieder hoch, und der Pony ist plötzlich kürzer als gedacht. Ups!

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­Wichtig ist es außerdem, die Haare gut abzuteilen, damit Sie am Ende nicht versehentlich eine Strähne erwischen, die gar nicht geschnitten werden sollte. Schneiden sollten Sie grundsätzlich nie waagerecht. Viel besser ist es, die Schere senkrecht in die Haare zu halten und Strähne für Strähne zu kappen. Das dauert länger. Aber es verhindert unschöne Schnittkanten und ungleiche Ecken in den Haaren.

Sollte ich meine Haare nass oder trocken schneiden?

Nass schneiden wirkt immer professionell. Tatsächlich schneiden aber auch viele gute Friseure die Haare in manchen Fällen lieber trocken. Es sagt also nichts über die Qualität des Schnitts aus, ob die Haare nass oder trocken geschnitten werden. Welche Schnitttechnik die richtige ist, hängt von Ihrer Haarstruktur ab. Also davon, ob Ihre Haare eher glatt oder lockig sind.

  • Glatte Haare schneiden Sie am besten nass – durch die Feuchtigkeit hängen sich auch die letzten Knicke aus und sie gehen sicher, dass am Ende wirklich alle Haare gleich lang sind und sie nicht versehentlich an einer Stelle zu viel oder wenig wegnehmen. Kleiner Reminder: Denken Sie dran, dass die Haare jetzt länger aussehen als sie tatsächlich sind. Also lieber zu wenig als zu viel abschneiden, kurz föhnen, kontrollieren und sonst nochmal nass machen und nachbessern.
  • Locken schneiden Sie am besten trocken. So sehen Sie genau, wie die Haare später fallen. Nass sind die Haare bei Locken nämlich viel, viel länger und Sie wissen gar nicht genau wie viel Sie abschneiden müssen, damit es später auch im Trockenen gut aussieht.

Welche Schere brauche ich zum Haareschneiden?

Eine gute Schere ist das A und O. Aber Sie müssen nicht in das 200-Euro-Modell aus dem Friseurbedarf investieren – ja, richtig gute Scheren kosten echt so viel – es gibt auch spezielle Haarscheren in der Drogerie und Online, die für den Heimbedarf ausreichen. Mit 10-20 Euro sind Sie immer noch günstiger dabei als für einen Haarschnitt. Und: Das Ding hält ewig und kommt bestimmt noch öfter zum Einsatz.

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Auf keinen Fall sollten Sie Ihre Haare mit der Küchenschere (viel zu groß) oder einer Bastelschere (viel zu stumpf) schneiden. Dann sind grobe Schnittkanten und kaputtere Haare als vorher vorprogrammiert.

Wann sollte ich doch lieber zum Friseur gehen?

Sie wollen das jetzt bestimmt nicht lesen, aber: Nicht ohne Grund machen Friseure eine 3-jährige Berufsausbildung. Komplizierte Kurzhaarschnitte oder ein flotter Stufenschnitt? Das geht zu Hause in die Hose. Wenn Sie aber bloß die kaputten Spitzen kappen wollen oder den nervigen Pony aus dem Blickfeld haben möchten, können Sie auch ruhig selbst Hand anlegen.

Überlegen Sie aber wirklich genau, ob Sie sich das Do-it-yourself-Experiment zutrauen. Wer im Kunstunterricht in der Grundschule schon nicht so wirklich sauber ausschneiden konnte, sollte es vielleicht lieber lassen. Alles verstanden und Zubehör zur Hand? Dann kann's ja losgehen. Hier kommen unsere Haar-Schneide-Anleitungen für zu Hause:

L­ange glatte Haare gerade auf eine Länge schneiden

Bevor Sie alle Haare absäbeln, sollten Sie wissen, dass selbst vermeintlich gerade abgeschnittene Haare beim Friseur nie auf eine Länge gekappt werden. Die vorderen Strähne sind immer etwas kürzer als die hinteren, so fällt die Mähne schöner, wenn Sie Haare nach vorne über die Schultern legen. Wären alle Haare auf einer Länge, würde genau das komisch aussehen. Ihr Ziel sollte es also sein, eine U-Form bzw. eine leichten Bogen in die Spitzen zu schneiden – so wie auf dem Bild oben. Das klappt am besten so:

  1. Die Haare waschen und mit einem Handtuch ausdrücken.
  2. Die feuchten Strähnen gründlich kämmen.
  3. Eine Mittelscheitel bis in den Nacken ziehen.
  4. Beide Haarhälften nach vorne über die Schulter legen.
  5. Mit einer Hälfte starten: Eine schmale Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger klemmen. Die Strähne straff ziehen und die Finger knapp oberhalb der Stelle positionieren, an der Sie die Spitzen kappen wollen. Alles was unten vorsteht, kommt gleich ab.
  6. Schneiden Sie die Haare unterhalb der Finger ab. Halten sie die Schere dafür leicht schräg und so, dass die Spitze nach oben in Richtung der Finger zeigt. Schneiden Sie kleine Mini-Zacken in die Haare. Keine Sorge, die sieht man später nicht. Viel eher entstehen Kanten, wenn Sie alles stumpf auf eine vermeintlich einheitliche Länge schneiden.
  7. So gehen Sie Strähne für Strähne vor. Die erste Partie dient dabei als Orientierung für die spätere Länge. Kontrollieren Sie zwischendurch, indem Sie immer wieder durch die Haarspitzen kämmen.
  8. Die zweite Haarhälfte angleichen. Muster auf der Kleidung können helfen. Also am besten ein Ringelshirt anziehen. Dann sind beide Seiten später garantiert gleich lang.

Splissige, kaputte Haarspitzen selber schneiden

Je länger Ihre Haare sind, desto eher neigen sie zu Spliss. Denn die Enden wurden schon entsprechend häufig geföhnt, gefärbt, gesonnt – und spalten sich durch diese Strapazen irgendwann. Das Tückische: Wenn Sie Spliss nicht schneiden, wandert er immer weiter hoch, ehe die Haare schließlich so kaputt sind, dass sie alle auf Kinnlänge kürzen müssen. Um das zu vermeiden, sollten sie gespaltene Enden regelmäßig, etwa alle 4-6 Wochen schneiden. Dafür müssen Sie nicht alle Haare absäbeln und auch nicht zum Friseur. So funktioniert ein Splissschnitt zu Hause:

  1. Teilen Sie im trockenen Haar eine schmale etwa 5 cm breite Strähnen ab.
  2. Zwirbeln Sie die Haare komplett ein.
  3. Halten Sie den Zwirbelzopf gegen das Licht.
  4. Was jetzt hervorsteht, sind die kaputten Spitzen. Denn sie sind starrer als gesunde, weiche Haarspitzen, die sich mühelos mit eindrehen lassen.
  5. Kappen Sie die hervorstehenden Härchen genau an der Stelle, an der sie aus dem Zopf stehen.
  6. Mit der gleichen Technik strähnenweise durch den ganzen Schopf vorarbeiten. Ja, das ist mühselig – aber rettet Ihnen langfristig viele Zentimeter.

So schneiden Sie sich selbst einen Pony

Grundsätzlich gilt: Haben Sie noch keinen Pony, wollen aber unbedingt Stirnfransen tragen, sollten Sie beim ersten Mal lieber zum Friseur. Der Profi kann die ideale Breite, Dicke und Länge des Ponys für Ihre Gesichtsform und Haarstruktur bestimmen. Sind Sie bereits Ponyträgerin, ist selbst Nachschneiden mit der richtigen Technik kein Problem. So geht's:

  1. Safety first: Binden Sie sich einen Pferdeschwanz, um die umliegenden Haare nicht versehentlich zu kürzen.
  2. Stylen Sie den Pony so, wie Sie ihn sonst auch tragen.
  3. Bestimmen Sie einen Referenzpunkt für die spätere Länge. Das kann das Augenlid, die Augenbraue oder der Wimpernkranz sein.
  4. Starten Sie in der Mitte vom Pony.
  5. Klemmen Sie eine feine Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger, ohne Spannung auf das Haar auszuüben. Ziehen Sie an den Haaren, wirken Sie länger als Sie sind, und Sie neigen dazu, zu viel abzuschneiden.
  6. Jetzt wird's ernst: Halten Sie die Schere senkrecht und kappen Sie die Strähne indem Sie mehrfach hineinschnippeln. So entsteht später keine stumpfe Schnittkante.
  7. Arbeiten Sie sich zu den Seiten hin vor und orientieren Sie sich dabei immer wieder an Ihrem Referenzpunkt und den Strähnen, die Sie schon geschnitten haben.
  8. Tipp: Es hilft zwischendurch einen Schritt zurückzugehen und den Zwischenstand mit etwas Abstand zu kontrollieren. So erkennen Sie Unebenheiten besser. Alles gut? Dann wieder ran an den Spiegel.

Locken selbst schneiden

Lockige Haare sollten Sie – wie bereits erwähnt – am besten trocken schneiden. Nur so sehen Sie wie sich die Haare kringeln. Für einen komplett neuen Schnitt sollten Sie auf jeden Fall zum Friseur gehen. Wollen Sie nur die kaputten Spitzen loswerden, klappt das auch zu Hause und zwar so:

  1. Bürsten Sie Ihre Locken vor dem Schneiden nicht. Dadurch lösen Sie die Kringelstruktur und können nicht mehr erkennen, wie die Haare eigentlich fallen.
  2. Teilen Sie das Deckhaar oberhalb der Ohren ab und stecken Sie es locker fest.
  3. Gucken Sie sich die offenen Haare genau an. Sind Sie vorne etwas kürzer als hinten? Prima, dann können Sie sich an die Grundform halten und nur die kaputten Enden schneiden. Anderenfalls sollte es Ihr Zeil sein, eben diesen leichten Bogen in die Haare zu schneiden.
  4. Greifen Sie Locke für Locke und halten Sie die Strähne ins Licht.
  5. Kaputt ist der Teil, ab dem die Strähne sich nicht mehr schön kringelt, sondern undefiniert und frizzy wirkt. Genau diesen Part sollten Sie abschneiden.
  6. Strähne für Strähne vorarbeiten und dabei immer wieder im Spiegel kontrollieren.
  7. Wenn Sie mit der unteren Schicht fertig sind, das Deckhaar öffnen.
  8. Nach der gleichen Schnitttechnik vorgehen.
  9. Tipp: Wenn die Haare nach oben hin immer ein kleines Stückchen kürzer werden, fallen die Locken später besonders voluminös.

Wenn Sie nicht gerade eine komplett neue Frisur haben wollen, können Sie Ihre Haare auch zu Hause schneiden. Was Sie dafür brauchen und wie Sie dabei vorgehen sollten, wissen Sie ja jetzt. Und immer dran denken: Lieber erstmal zu wenig abschneiden, als direkt übermütig zu werden – dann bereuen Sie auch nichts.

22.01.2019| © womenshealth.de
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