Diabetes bekämpfen: So geben Sie der Zuckerkrankheit keine Chance

Am 14.11. ist Welt-Diabetes-Tag
Achtung bei zuckerhaltiger Ernährung: Diabetes-Patientinnen werden immer jünger! © Look Studio / Shutterstock.com

Die Diagnose Diabetes trifft immer mehr junge Menschen. Was Sie über die Zuckerkrankheit wissen müssen, ob Sie zur Risiko-Gruppe gehören und wie Sie vorbeugen können, lesen Sie hier

Seit mittlerweile 1991 erinnert der Welt-Diabetes-Tag jährlich am 14. November an die steigende Verbreitung der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus. Eine Krankheit, die laut eines Berichts der "Deutschen Diabetes Hilfe" rund 6 Millionen Deutsche betrifft – Tendenz steigend. Schätzungen zufolge gibt es sogar weitere zwei Millionen unwissend erkrankte Menschen in Deutschland.

Was ist die Ursache für Diabetes?

Mehr als 90 Prozent der Betroffenen leiden an Diabetes Typ 2, einer Insulinresistenz des Körpers. Das blutzuckersenkende Hormon Insulin wird bei diesem Typ zwar weiterhin produziert, aber nur schlecht bis gar nicht in den Zellen aufgenommen. „Hierbei sprechen die Körperzellen schlechter auf das Hormon an, sodass die Zuckermoleküle aus dem Blut nicht mehr ausreichend in die Zellen geleitet werden“; erklärt Gerd Friese, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologe, „In der Folge staut sich der Zucker in den Blutgefäßen.“

Diabetes-Patienten werden immer jünger!

Die Bezeichnung „Altersdiabetes“ ist heutzutage weder korrekt noch zutreffend. Denn die Entwicklung zeigt, dass die Typ-2-Patienten immer jünger werden. Ursachen liegen in den Genen, aber auch mangelnde Bewegung, schlechte Ernährung und zunehmende Fettleibigkeit tragen zur Krankheit bei. Die Folgen reichen von Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden bis hin zu Erblindung oder Fußamputationen.

Diabetikern des Typ 1 fehlt das Hormon Insulin komplett. Sie erkranken in der Regel bis zum 40. Lebensjahr – ein sehr großer Teil bereits im Kindesalter. Die Patienten müssen sich ein Leben lang mehrfach am Tag künstliches Insulin spritzen. Eine Heilungschance des Defektes besteht aktuell nicht.

Was sind die Symptome für Diabetes mellitus?

Das Tückische an der Zuckerkrankheit ist, dass sie im Frühstadium keine Beschwerden macht. Daher ist es umso wichtiger, auf die folgenden Diabetes-Symptome zu achten:

  • starker Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit
  • trockene oder juckende Haut
  • Sehstörungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • schlechte Wundheilung

Diese Symptomen sind relativ unspezifisch und können auch eine Reihe anderer Ursachen haben. Wenn Sie unter diesen Symptomen ohne erkennbaren anderen Gründen länger anhaltend leiden, könnte das Risiko einer Diabetes-Erkrankung bestehen. Friese: „Mithilfe eines Blutzuckertests beim Hausarzt lässt sich feststellen, ob tatsächlich eine Zuckerkrankheit vorliegt.“

Dauerhaft erhöhte Glukosewerte im Blut können zu Folgeschäden führen. © sirtravelalot / Shutterstock.com

Wie kann man das Diabetes-Risiko senken?

1. Halten Sie Ihren Blutzuckerspiegel konstant

Essen Sie regelmäßig! Sonst sackt Ihr Blutzuckerspiegel in den Keller und es kommt zu Blutzuckerschwankungen. Die Folge: Hungergefühle und Fressattacken. Nüsse sind ideale, leichte Snacks für Zwischendurch, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Und steigen Sie auf Vollkornprodukte um: Im Gegensatz zu industriell verarbeiteten Getreideerzeugnissen enthalten sie viele Ballaststoffe, also langkettige Kohlenhydrate, die für eine längere Verweildauer in Magen und Darm sorgen und den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen.

2. Vermeiden Sie Übergewicht

Je mehr Fettzellen Ihr Körper hat, desto mehr von dem Leptin haben Sie im Blut. Die Hormone Leptin und Insulin steuern gemeinsam den Hunger- und Energiestoffwechsel. Wenn die Fettzellen viel Leptin ausschütten, produziert die Bauchspeicheldrüse automatisch weniger Insulin. Das könnte ein Grund für die Entstehung von Diabetes Typ 2 bei übergewichtigen Menschen sein. Deshalb: Reduzieren Sie Ihr Gewicht! Ein Taillenumfang von über 90 cm deutet bereits auf eine erhöhtes Risiko hin.

3. Treiben Sie Sport

5 Mal pro Woche 30 Minuten Sport, so lautet die Formel, mit der Sie ihr Diabetes-Risiko in Schach halten können. Denn wenn Ihre Muskeln arbeiten, regen Sie automatisch Ihre Zellen an, Glucose aus dem Blut aufzunehmen.

4. Bauen Sie Stress ab

Das bei Stress vermehrt ausgeschüttete Hormon Adrenalin veranlasst den Körper zu einer erhöhten Freisetzung von Glucose aus den Kohlehydratspeichern. Das wiederum führt zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Deshalb: Vermeiden Sie Stress. Lernen Sie Entspannungstechniken. Und wenn es doch Stress gibt, machen Sie einen zügigen Spaziergang oder treiben Sie Sport: Dann können die Muskelzellen die Blutzuckerschwemme mit einer vermehrten Aufnahme zumindest reduzieren.

5. Hören Sie auf zu Rauchen

Rauchen erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2 um 44 Prozent! Grund dafür sind Inhaltsstoffe wie Nikotin, die die Insulinempfindlichkeit senken.

Die Veranlagung für Diabetes haben manche Menschen in den Genen, manche nicht. Dennoch kann jeder aktiv etwas dafür tun, dass die Krankheit erst später, in milderer Form oder gar nicht ausbricht. Das Gute: Die Maßnahmen, die Ihr persönliches Diabetes-Riskio senken, minimieren zugleich auch die Gefahr, an Krebs zu erkranken und stärken Ihr Immunsystem.

14.11.2017| Marvin Wellhausen © womenshealth.de
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