Gebärmutterhalskrebs: Immer schön zur Früherkennung gehen

Wer Gebärmutterhalskrebs vorbeugen will, sollte regelmäßig zur Vorsorge gehen
Wer Gebärmutterhalskrebs vorbeugen will, sollte sich regelmäßig beim Frauenarzt untersuchen lassen – denn durch einen Abstrich können erste Zellveränderungen unterm Mikroskop erkannt werden © Shutterstock

Gebärmutterhalskrebs lässt sich mit regelmäßigen Tests rechtzeitig erkennen. Besser: Gegen diesen bösartigen Tumor kann man sich sogar impfen lassen

Der Medizin war es der Nobelpreis wert: Die Entdeckung, dass Gebärmutterhalskrebs am häufigsten durch so genannte Humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst wird. Immerhin ist das Zervixkarzinom der bei Frauen weltweit zweithäufigste bösartige Tumor. Der Clou: Wie bei vielen anderen Viren gibt es dagegen ein Impfung.

Deshalb nun eine Frage: Haben Sie im vergangenen Jahr eine Früherkennungsuntersuchung, sprich den Pap-Test, für Gebärmutterhalskrebs machen lassen? Nein? Dann sollten Sie dies möglichst rasch nachholen. Wer die Krebsvorsorge schleifen lässt, vertut eine Chance. Zwar zeigt ein einmaliger Pap-Test nur in jedem zweiten Fall Krebs oder deren Vorstufen an. Wenn eine Frau aber drei Jahre lang nacheinander jährlich einmal zur Vorsorge kommt, erreicht er eine Trefferquote von 85 Prozent.

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Der Gynäkologe streicht mit einem Wattestäbchen oder einem kleinen Bürstchen Zellen von der "Übergangszone" an Ihrem Gebärmutterhals (Zervix) ab. Sind unterm Mikroskop veränderte Zellen erkennbar, kann dies zwar auch die Folge einer Pilzerkrankung oder einer Spirale sein. Dann sind die entzündlichen Zellveränderungen harmlos.

Doch in mehr als 70 Prozent der Fälle sind die Zellveränderungen die Folge einer Infektion mit sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV) wie z.B. HPV 16 und 18. Diese beiden Virustypen machen etwa 80 Prozent aller HPV-Infektionen aus. Seit ein paar Jahren ist es möglich, sich vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegen HPV 16 und 18 impfen zu lassen. Aber 80 Prozent sind 20 Prozent zu wenig, d.h. es bleibt ein Restrisiko. Zudem ist unklar wie lange die Impfung wirksam ist. Deshalb sollten Sie auch dann, wenn Sie geimpft sein sollten, die jährliche Krebsvorsorge machen lassen.

Wenn Zellveränderungen nicht harmlos sind

Zellveränderungen können im Laufe der Zeit zu bösartigen Krebsvorstufen werden. Sollten Sie tatsächlich verdächtige Zellveränderungen bzw. einen unklaren zytologischen Befund haben, kann der Mediziner mittels des so genannten HPV-Tests das Erbmaterial von Hochrisiko HPV-Typen suchen. In diesem Fall bezahlt die gesetzliche Krankenkasse für den HPV-Test. Gegebenenfalls werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Relativ viele sexuell aktive Frauen sind mit "kritischen" HP-Virustypen infiziert. Ihr lokales Immunsystem ist bemüht, den Schaden zu begrenzen. Nur bei etwa einem Prozent der betroffenen Frauen gelingt ihm das nicht, weil die Frauen z.B. rauchen oder eine Immunschwäche haben. Die Infektion bleibt bestehen und damit das Risiko, dass die infizierten Frauen irgendwann an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Derzeit ist eine HPV-Infektion nicht behandelbar.

Wie verdächtige Zellveränderungen entfernt werden

Falls eine hochgradige Veränderung Ihrer Schleimhautzellen vorliegt, erfolgt zunächst ein "kleinerer" Eingriff. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Bei der Laservaporisation wird oberflächlich kritisches Gewebe verdampft. Eine weitere Methode ist die Konisation, bei der ein kegelförmiges Gewebestück aus Ihrem Muttermund unter Vollnarkose herausgeschnitten wird. Zur Konisation eignen sich Laser, Skalpell und die Hochfrequenzschlinge. Leider können sich bei einer Konisation am Muttermund, dem Verschluss Ihrer Gebärmutter, Narben bilden. Dadurch erhöht sich für Sie während einer späteren Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt. Ist die Krebserkrankung bei Ihnen bereits zu weit fortgeschritten, ist ein großer Eingriff nötig. Ihre Gebärmutter und etwaige befallene Lymphknoten werden entfernt und Sie mit Chemotherapie oder Strahlen behandelt.

HPV-Test könnte Früherkennung verbessern
Etwa 7000 Frauen erkranken jährlich an Gebärmutterhalskrebs. Das heißt, dass die Früherkennungsuntersuchung – derzeit allein mit dem Pap-Test – besser werden muss. Die Ergebnisse von Studien wie der großangelegten randomisierten POBASCAM (POpulation-BAsed Screening study AMsterdam) Studie aus den Niederlanden, zeigt, dass eine Vorsorge, die von vornherein HPV- und Pap-Test kombiniert, mehr Krebsvorstufen und Krebserkrankungen entdeckt. Die Quote steigt bereits bei einmaligem kombiniertem Pap-HPV-Test auf 80 Prozent. Allerdings müssen Sie den HPV-Test im Moment noch selbst bezahlen. Das könnte sich ändern, denn eine baldige Neuorganisation der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung wird derzeit diskutiert.

21.03.2012| Gerlinde Felix © womenshealth.de
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