Sexlust steigern So bekommst du wieder mehr Lust auf Sex

So steigerst du deine Sexlust
Flaute im Bett? Kein Grund zur Sorge. Wenn du noch Lust darauf hast, Lust zu haben, findest du sie auch wieder. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Du sehnst dich nach der Zeit, als du es nächtelang mit dem Liebsten getrieben hast, nur irgendwie kommt die Lust nicht so recht auf? Das sind mögliche Gründe und Auswege

Die wichtigste Regel vorab: Wenn du mal keine Lust auf Sex hast, dann habe keinen Sex. Punkt. Es gibt keine Pflicht zur Lust. Es gibt auch kein Recht des Mannes auf Sex. Nein, noch nicht einmal, wenn er mit dir verheiratet ist.

Es hat auch keinen Sinn, dass ein Mann sich – egal wie behutsam – allein dazu aufschwingt, die weibliche Lust zu steigern, das muss von dir ausgehen. Jegliches Szenario, in dem Druck oder gar Drohungen dich dazu bringen, diesen Artikel hier zu lesen, sollte dich innehalten lassen. Denn es soll doch um deine Lust gehen. Die lässt sich nicht zwingen und nicht herbeireden oder -lesen.

Du bist nicht dazu da, jemandem zum Gefallen Lust zu haben – sondern allenfalls dazu, selbst Gefallen an der Lust zu finden. Wenn du ohne Lust happy bist, hast du auch kein Problem. Lese also nur weiter, wenn du selbst das Gefühl hast, es könnte mal wieder mehr los sein in deinem Sex-Leben, oder wenn du dich nach deiner früheren Libido sehnst.

Ist wenig Lust auf Sex schlimm?

Nein. Krieg oder schwere Krankheiten sind schlimm. Natürlich kann die Unlust auf Sex aber einen Leidensdruck erzeugen, gerade wenn du in einer Beziehung steckst. Zweifellos ist ein erfülltes Sex-Leben ein Pluspunkt in der Beziehung. Für viele Menschen ist Glück in der Liebe ohne regelmäßigen Sex nicht denkbar. Auch die meisten Singles fühlen sich besser, wenn sie öfter mal Sex haben.

Leider ist die Libido bei den Menschen unterschiedlich verteilt, nicht jede/r kann und will immer gleich oft und schnell. Die viel beschriebene ungerechte Verteilung der Lust suggeriert oft, dass Mann mehr Lust hat als Frau – es gibt aber auch genau den umgekehrten Fall.

Wichtig ist, dass du nicht das Gefühl hast, nicht richtig zu funktionieren, weil du keine Lust hast. Das kann so viele Gründe haben, und keiner – Wiederholung: KEINER – davon heißt "Prüderie" oder "Frigidität". Das sind Begriffe aus der Urzeit. Vielmehr sind oft Stress, anderweitige Auslastung und Übermüdung der Grund. Gerade nach einer überstandenen Schwangerschaft haben viele Frauen mit ihrem Körper erstmal anderes vor, nämlich Erholung und Ausruhen. Aber natürlich kann es auf der anderen Seite ein legitimer Wunsch sein, die weibliche Libido zu steigern.

Erschöpft statt lustlos
Vielleicht bist du gar nicht lustlos, sondern erschöpft? Da gilt: Ausruhen, Freiräume suchen, zu dir finden. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Bedeutet keine Lust zu haben, dass ich ihn nicht mehr liebe?

Unsinn. Hat eine/r mehr Lust als der oder die andere, muss das nicht gleich das Ende der Liebe bedeuten. Es gilt hier wie sonst auch: Sex ist nicht gleich Liebe. Es gibt Sex ohne Liebe, und genau so gibt es Liebe ohne Sex. Wobei, wie gesagt, viele Menschen sich nach einer Liebe sehnen, die Sex beinhaltet. Aber wenn dir Sex total schnuppe wäre, wärest du ja auch nicht hier, um diesen Text zu lesen.

Ein wichtiger Faktor für die Intensität der Lust aufeinander ist die Dauer der Beziehung: Es ist der Regelfall und komplett normal, dass Paare in langjährigen Beziehungen weniger Sex haben als zu Beginn. Das liegt in der Natur der Sache: Es ist klar, dass die Neugier aufeinander nach Jahren nicht mehr so groß ist.

So mancher Sexualtherapeut sagt sogar: Nähe braucht Distanz, sprich: Um die Neugier aufeinander zu steigern ist es gut, sich eigene Räume und Zeiten zu schaffen, in denen der andere nichts zu suchen hat. Das steigert die Spannung. Viele Paare verlieren diese Distanz und machen nicht einmal mehr auf der Toilette die Tür zu. Vertrautheit ist aber dennoch wichtig, denn für eine gelingende Sexualität sind vor allem Verständnis und Einvernehmen entscheidend – ein Grund mehr, nicht irgendwelchen Druck oder Drohkulissen aufzubauen.

Sollte ich mit meiner Unlust zum Arzt gehen?

Nur wenn der Leidensdruck wirklich sehr groß ist und du selbst unbedingt wieder mehr Lust haben willst, kann eine Ärztin oder Therapeutin helfen. Aber letztlich ist es am allerwichtigsten, den Druck rauszunehmen, nicht zu dramatisieren und vor allem nicht gleich ein "Problem" zu unterstellen.

Wenn für dich Sexlust auf Knopfdruck nicht so einfach möglich ist wie für den Mann, entsteht vielleicht ein Ungleichgewicht in der Beziehung, aber noch lange keine Pflicht für dich, sich ihm anzugleichen. Genauso kann er ja mal einen Gang runterschalten – und dann sucht ihr gemeinsam einen Weg, wie ihr zusammenkommt.

Die Lust lässt sich nämlich tatsächlich fördern, ganz vorsichtig und ohne Zwang. Entscheidend ist dabei gar nicht der Ist­-Zustand, sondern wie es früher einmal war. Erinnere dich daran, wie stark eure Lust aufeinander am Anfang der Beziehung war. Sexualtherapeutin Christiane Jurgelucks aus Karlsruhe sagt: "War das Verlangen damals hoch, stehen auch die Chancen gut, wieder auf dieses Level zu kommen." Natürlich nicht wieder jeden Tag drei Mal – aber regelmäßiger und so lustvoll und schön, wie du es kennst.

Grübele nicht zu viel
Grübele nicht zu viel über deine Unlust, das erhöht nur den Druck. Besser: gemeinsam etwas unternehmen, das stärkt Ihre Bindung. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Sollte ich mit meinem Partner über meine Lustlosigkeit reden?

Unbedingt. Zunächst einmal verschafft es dir vielleicht Erleichterung und liefert womöglich Ansätze für einen Neubeginn. Es ist aber auch wichtig, dass er versteht, dass sein Druck nichts bringt bzw. das Gegenteil bewirkt, weil du dich noch weiter zurückziehst. Außerdem kann es für ihn hilfreich sein zu wissen, dass deine Unlust nichts mit ihm persönlich zu tun hat und keine Zurückweisung ist. Schlimmer als die Erkenntnis, wenig Sex zu haben, ist für ihn der Gedanke, du könntest ihn gar nicht mehr wollen oder womöglich jemand anderes.

Wenn deine Unlust doch auch irgendwie mit seiner Person zu tun hat, ist es natürlich umso wichtiger, dass ihr darüber sprecht. Vielleicht stört dich ja auch die Art und Weise, wie Sex normalerweise bei euch beiden abläuft, vielleicht gibt es Routinen, sie du gern aufbrechen möchtest. Vielleicht willst du, dass er mehr auf deine Wünsche eingeht, dafür musst du diese äußern. Wenn es anders werden soll, müsst ihr es ändern. Gemeinsam.

Solo-Anheizer: Allein loslegen und so die Sexlust erhöhen

Auch beim Sex kann es eine gute Entscheidung sein, sich selbst zu helfen – im wahrsten Sinne des Wortes. Selbstbefriedigung ist ein guter erster Schritt für wieder mehr Zweisamkeit – und mehr Spaß am Sex. Denn tatsächlich kannst du nach einer Weile ein wenig "aus der Übung" sein: "Wenn eine Frau lange keinen Geschlechtsverkehr hat, kann es pas­sieren, dass die Vagina eine Eingewöhnungszeit braucht und Penetration vielleicht auch erst mal gar nicht geht", erklärt Gynäkologin Karoline Bischof vom Zürcher Institut für klinische Sexologie & Sexualtherapie.

Darum solltet ihr bei den ersten Wieder-Anläufen auch nichts überstürzen, bevor es dir unangenehm ist und alles noch mehr erschwert wird. Karoline Bischof empfiehlt Vorübungen mit Sexspielzeug oder den Fingern, denn der Schlüssel zum Sexglück liegt darin, den eigenen Körper gut zu kennen, um zu lernen, wie du auch den Sex mit dem Partner wieder genießen kannst. Dafür darfst du auch ruhig mal etwas Neues ausprobieren: "Während die meisten Frauen ihre Klitoris gut kennen, ist vor allem die Vagina von vielen Frauen noch nicht erotisch besetzt, denn das setzt ein regelmäßiges spielerisches Erkunden voraus", sagt Bischof. Dabei können diese Toys helfen:

Perfekt zum Spielen: HULA BEADS von LELO – das sind Liebeskugeln, Vibro-Ei und Partner-Toy in einem (auf Amazon circa 150 Euro). Damit kannst du dir erst einmal allein Lust verschaffen, und wenn sie da ist, kann auch der Liebste mitmachen. Toller Nebeneffekt der vibrierenden Liebeskugeln: Ganz nebenbei wird auch die Beckenbodenmuskulatur gestärkt, und das ist nicht nur wichtig für Neu-Mamas, sondern auch für alle, die (wieder) mehr Spaß am Sex haben wollen. Denn ist die Beckenmuskulatur verspannt, schränkt das auch ganz gewaltig die Lust ein.

Ein weiteres Toy, das Großes verspricht: Der Womanizer Pro (circa 90 Euro auf Amazon) stimuliert die Klitoris berührungslos mit pulsierenden Druckwellen und soll Frauen ein unglaubliches Orgasmusgefühl bescheren. Eine kostengünstigere Alternative ist übrigens der Satisfyer Pro 2, der ebenfalls mit Druckwellen arbeitet (circa 40 Euro auf Amazon).

Hole ihn mit ins (Lust)-Boot!

Wer sagt eigentlich, dass du allein für fehlende Lust verantwortlich bist? Beziehe deinen Liebsten gleich mit ein! Diese Tipps und Regeln helfen bei euren zukünftigen Stelldicheins:

1. Lasse dich nicht drängen – auch wenn er lange warten muss. Mache mit ihm ab, dass du (und nur du!) auf ihn zukommst.

2.
Mache ihm klar: Kuscheln, knutschen und streicheln sind nicht automatisch ein "Ja!" zum Sex.

3.
Schaut zusammen einen romantischen Film oder hört gemeinsam ein erotisches Hörbuch.

4.
Ziehe dich so an, wie du dir gefällst – nicht für ihn, sondern nur für dich! Denn wer nur im Jogger auf dem Sofa lümmelt, fühlt sich nicht verführerisch – das kann dir auch die Lust verderben.

5.
Massiert euch gegenseitig öfter. Das verbindet und entspannt.

Guter Sex entsteht im Kopf
Erotische Fantasien können ein Zeichen sein dafür, dass die Lust noch in Ihnen ist. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Lust-Hirn fördern: Guter Sex entsteht im Kopf


Hast du gelegentlich erotische Fantasien? Wenn zumindest in deinem Kopf regelmäßig Sex stattfindet, ist das schon die halbe Miete. Und dabei ist es egal, ob es der Partner ist, der deine Fantasie (und dich) anregt oder der Nachbar, der Chef oder womöglich eine Freundin. Hauptsache, da passiert überhaupt etwas im Kopf.

"Fantasien sind immer eine Art Bildsprache und daher nicht zufällig. Man darf sie nur nicht zu wörtlich nehmen und sollte eher das Thema dahinter beachten", sagt Jurgelucks. Träumst du also vom Sex mit einer Freundin, heißt das nicht gleich, dass du lesbisch bist. Die Fantasie von lesbischem Sex könnte mit einem Wunsch nach mehr Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Berührung einhergehen. Mache bloß nicht den Fehler, alles genau zu hinterfragen und auszudiskutieren – das wäre ein Lustkiller!

"Fantasien nicht bewerten, sondern einfach laufen lassen", rät die Expertin. Und wenn die Fantasie (genau wie die Libido) nicht von allein anspringen will, dann hole dir externe Sexhilfe. Mittlerweile gibt es regaleweise erotische Literatur für wirklich jede Geschmacksrichtung. Auch Pornos speziell für Frauen wie die von Produzentin Erika Lust sowie von den Nympho Ninjas sind durchaus anregend. Damit sorgst du sicher dafür, dass dein Kopfkino als Kick für das reale Liebesleben zünden kann.

Habe Vertrauen, dass da noch Lust in dir ist, und bitte deinen Partner um Geduld. Betrachte es nicht als deine Aufgabe oder Pflicht, deine Libido wiederzufinden, sondern als Entdeckungsreise auf der Suche nach etwas, das du verloren hast und vermisst.

13.11.2019| © womenshealth.de
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