Männergrippe Leiden Männer bei Grippe tatsächlich mehr?

Gibt es die Männergrippe wirklich?
Husten, Schnupfen, Heiserkeit - und aus dem coolsten Kerl wird ein Häufchen Elend, das um Mitleid bettelt © Elnur / Shutterstock.com

Gibt es eigentlich einen medizinischen Grund, warum Männer bei Grippe so wehleidig sind und viel mehr leiden als wir Frauen? Ja, den gibt es tatsächlich! Wir klären auf

Wie ging noch mal die Hymne der Männergrippe … Mimimimi? Er liegt auf der Couch, jammert Ihnen die Ohren voll und hat sich bereits einen Grabspruch für seine Beerdigung ausgedacht. Kommt Ihnen das bekannt vor? Es sind die typischen Symptome einer Männergrippe. Und wir dürfen uns immer und immer wieder anhören, dass wir einfach nicht verstehen, dass Männer während einer stinknormalen Erkältung deutlich mehr leiden als Frauen.

Aber was steckt hinter dem Mythos Männergrippe? Leiden Männer wirklich mehr? Wir haben die Antwort und geben 4 Tipps, wie Sie mit einem jammernden Mann am besten umgehen:

Gibt es die Männergrippe wirklich oder will er einfach nur bemuttert werden?

Ja, es gibt sie, die Männergrippe – Männer leiden tatsächlich mehr als Frauen. Der Grund: Das Immunsystem von Männern reagiert anders auf Krankheitserreger. Ursache dafür ist das Hormon Östrogen, das die Vermehrung von Viren hemmt. Bei Männern ist der Östrogenspiegel niedriger als bei Frauen, dadurch fällt die Virenaktivität höher aus. Ein weiterer Grund ist sein höherer Testosteronspiegel. Denn: Je mehr Testosteron, desto weniger Antikörper befinden sich im Körper. Das fand eine an der Stanford Medical School durchgeführte Studie heraus. Dort wurden nach einer Grippeimpfung deutlich mehr Antikörper bei Frauen als bei Männern gefunden.

Die ungleichen Hormon-Verteilungen sind also Schuld, dass Mann deutlich mehr mit einer Grippe zu kämpfen hat. Wie viel mehr, das ist jedoch fraglich.

Was tun, wenn ihn die Männergrippe erwischt hat?

Nun gut, Männergrippe ist also berechtigt und kann durch unseren Hormon-Schutz nicht nachvollzogen werden. Allerdings leiden wir unter PMS und Unterleibskrämpfen, und zwar jeden Monat - und jammern auch nicht dauernd rum. Egal, trotzdem haben wir natürlich Verständnis, wenn Mann leidet. Stellt sich nur die Frage, wie man dem Häufchen Elend helfen kann?

1. Nehmen Sie seine Männergrippe ernst

Seine Krankheit herunterzuspielen hilft leider nicht weiter. Sich über ihn lustig machen auch nicht. Rufen Sie Ihre Freundinnen an, wenn Ihnen nach Lästern zumute ist. Aber halten Sie ihm gegenüber die Lachmuskeln unter Kontrolle, sonst droht neben Erkältungs- auch noch Beziehungsstress. Denken Sie daran: Er hat Schmerzen, fühlt sich nicht wohl und leidet. Und bevor nachher der Haussegen schief hängt oder sein Männer-Ego einen Knacks bekommt, geben Sie ihm lieber das Gefühl, ernst genommen zu werden. Denken Sie daran: Auch die stärkste Erkältung geht mal vorüber. Hoffentlich...

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2. Aktivieren Sie die Krankenschwester in sich

Selbst wenn Ihre Haus-Apotheke gut gefüllt ist, gehen Sie los und besorgen Sie ihm ein paar Medikamente. Das zeigt, dass Sie seine Männergrippe ernst nehmen und bemüht sind, ihm Linderung zu verschaffen. Mit ein paar Vitamin-C-Lutschpastillen fühlt er sich womöglich gleich auf dem Weg der Besserung.

Auch die altbewährte Hühnerbrühe, eine Wärmflasche und ein heißer Tee mit Zitrone und Ingwer helfen bei der Genesung. Das sollte sein Gejammer zumindest vorübergehend stillen.

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3. Lenken Sie den Leidenden ab

Wenn Ihr Liebster krank im Bett liegt, braucht er vor allem eines: Ablenkung, damit er nicht im Selbstmitleid ertrinkt. Besorgen Sie ihm ein gutes Buch, hören Sie sich gemeinsam einen Podcast an oder packen Sie alte Brettspiele aus. Das sollte ihn zumindest kurzweilig sein Leiden vergessen lassen. Sex sollten Sie übrigens erst einmal sein lassen, da während einer Grippe jede körperliche Anstrengung den Körper zusätzlich belastet. Auch wollen Sie sich ja nicht anstecken. Besser: Raus mit ihm an die frische Luft. Ein gemütlicher Spaziergang bei Tageslicht wirkt stimmungsaufhellend - und das können Sie beide brauchen.

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4. Beherrschen Sie Ihre Emotionen

Während seiner Männergrippe zeigt Ihr Liebster seine sensibelste Seite und will mit Samthandschuhen angefasst werden. Da kann einem schnell der Kragen platzen! Schließlich sind Sie mit einem Kerl und nicht einem Kleinkind zusammen. Wenn Sie merken, dass sein Gejammer Sie gleich durchdrehen lässt, hilft es, im Nebenraum volle Wucht auf ein Kissen ein zu prügeln, bis die Wut raus ist. Oder sagen Sie ihm, dass Sie dringend neue Taschentücher kaufen müssen und verlassen Sie dann fluchtartig die Wohnung. Ein strammer Marsch zur nächsten Drogerie sorgt für Abkühlung und baut Stresshormone ab.

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Fazit: Selbst wenn Humor normalerweise zu den Stärken Ihres Liebsten gehört: Wird er von einer Männergrippe geplagt, sind Witz und Ironie fehl am Platz. Hegen und pflegen Sie ihn, wenn Ihnen Ihre Beziehung lieb ist, damit aus dem Häufchen Elend schnell wieder ein ganzer Kerl wird.

26.10.2017| © womenshealth.de
Amira Tröger Freie Autorin
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