Microblading im Test So echt können tätowierte Augenbrauen aussehen

Microblading im Test
Microblading im Test: Women's Health Mitarbeiterin Elina hat sich die Augenbrauen tätowieren lassen © privat

Tätowierte Augenbrauen? Kann das gut, geschweige denn echt aussehen? Women's Health Mitarbeiterin Elina hat's ausprobiert

Du wünscht dir schöne volle Augenbrauen, aber die Natur hat dich leider mit der XS-Variante ausgestattet? Oder deine Brauen wachsen nur noch spärlich, weil du früher viel zu viel gezupft hast? Dann kannst du dir die Bögen entweder jeden Tag mühselig nachmalen oder dir mittels Microblading einfach ein neues Paar "tätowieren" lassen.

Women's Health Social Media Managerin Elina Wiesner hat das Verfahren bei einer absoluten Koryphäe auf dem Gebiet getestet: Jette Scherzer, Inhaberin vom Chi Chi Club in Hamburg. Was die Microblading-Expertin über das Treatment verrät, für wen es sich lohnt, was es kostet und ob Elinas neue Augenbrauen gelungen sind, liest du hier.

Was ist überhaupt ein Microblading?

Ein Permanent-Make-up für die Augenbrauen. Mit einem Microblading können Lücken ganz einfach und natürlich aufgefüllt werden – ohne gefürchteten Balken-Effekt. "Mit hauchfeinen Klingen – sogenannten Blades – werden feine Striche in die Haut geritzt, die man bei einem gelungenen Ergebnis von echten Augenbrauen-Haaren kaum unterscheiden kann", so Scherzer.

Für wen ist ein Microblading geeignet?

Wie beim Nachzeichnen der Brauen gilt auch hier: Je mehr eigene Haare da sind, desto echter wirkt am Ende das Ergebnis. Ein Mircoblading funktioniert aber auch, wenn du von Natur aus fast gar keine Brauen hast oder sie durch exzessives Zupfen oder eine Krankheit gar nicht mehr nachwachsen.

Wie läuft eine Microblading-Sitzung ab?

Erst wird Betäubungscreme aufgetragen, dann kommt die Farbe unter die Haut: Aber nicht mit einer Tätowiermaschine, sondern mit einer Art Stift mit vielen feinen Klingen. "Nach 8 bis 12 Wochen gibt es einen zweiten Termin. Dann werden vorzeitig verblasste Stellen nachgezogen und den Brauen insgesamt durch weitere „Härchen“ mehr Tiefe verliehen", so Jette Scherzer.

Wie werden Farbe und Form bestimmt?

Die optimale Augenbrauen-Form
Bevor es ernst wird, bestimmt Jette Scherzer die optimale Augenbrauen-Form © privat

"Die Microblading-Behandlung besteht in der Regel aus zwei Terminen. In der ersten Sitzung wird die Kundin zunächst nach ihren Vorstellungen gefragt, ob sie es lieber definierter oder natürlicher mag und wie sie sich normalerweise schminkt", sagt die Experin und fährt fort: "Dann werden die späteren Augenbrauen mit einem feinen Stift ganz genau vorgezeichnet und die Form festgelegt. Stimmt die Vorzeichnung, wird die Farbe individuell gemischt, sodass sie perfekt zur Haarfarbe und den natürlichen Augenbrauen passt.

Muss man vor dem Microblading etwas beachten?

"Das Wichtigste ist, dass du vorab ordentlich recherchierst und eine gute Kosmetikerin oder einen Kosmetiker dafür findest, die oder der schon viel Erfahrung in diesem Bereich hat", betont Jette Scherzer. Wie du das erkennst? "Empfehlungen von Freunden oder Bekannten sind besonders aussagekräftig. Aber schau dir am besten auch den Instagram-Account der Person an." Gibt es dort viele überzeugende Kundenbilder im Vorher- und Nachher-Vergleich? Sind die Bilder frisch oder von abgeheilten Augenbrauen? Nur letztere sind wirklich aussagekräftig.

Auch der Preis kann ein Indiz für Qualität und Erfahrung sein, von günstigen Online-Angeboten solltest du lieber absehen. Aber nicht nur in der handwerklichen Qualität gibt es große Unterschiede, sondern auch im persönlichen Stil. "Auch Microblading ist eine Kunst und die individuelle Handschrift der Kosmetikerin oder des Kosmetikers sollte deinen Geschmack treffen und zu deinem Typ passen", erklärt Jette Scherzer.

Microblading-Erfahrungsbericht: Wie fühlt es sich an?

Microblading im Test
Die Farbe wird mit einem Mini-Skalpell in die Haut "geritzt" © privat

"Überhaupt nicht so schlimm wie man denken würde", sagt unsere Social Media Managerin Elina, die ein Microblading bei Jette Scherzer ausprobiert hat. "Dank der Betäubungscreme ist kein Schmerz zu spüren. Gute Kosmetikerinnen und Kosmetiker wie Jette frischen die Betäubung zwischen den einzelnen Schritten auch immer wieder auf, sodass der Effekt nicht plötzlich nachlässt. Ich spüre dadurch wirklich nichts. Der ganze Termin fühlt sich für mich eher an wie ein Friseurtermin: Keine Schmerzen und ich sehe danach besser aus", sagt Elina.

Und das Ergebnis spricht für sich! "Wer wie ich kaum natürliche Augenbrauen hat, ist hinterher viele Sorgen los: Schwitzen beim Sport? Kein Ding! Schwimmen gehen? Mach ich jetzt viel lieber! Das allerbeste aber: Ich kann nach dem Aufstehen theoretisch direkt aus dem Haus und muss mir vorher nicht erst Augenbrauen aufmalen. Das habe ich vorher wirklich jeden einzelnen Tag gemacht…"

Microblading im Vorher-Nachher-Vergleich
Links Elinas aufgemalten Brauen davor, in der Mitte abgeschminkt und rechts das Microblading-Ergebnis © privat

Wie lange hält ein Microblading?

Nach der zweiten Sitzung hält das Microblading etwa 1,5 bis 2 Jahre und verblasst dann mit der Zeit immer mehr. Dass es anders als beim Tätowieren nicht ein Leben lang hält, liegt an der speziellen Art der Farbe und der Tiefe der Hautschicht, in die die Pigmente gestochen werden. Jette Scherzer erklärt: "Dass die Brauen nicht für immer bleiben, ist so gewollt. Denn nicht nur die Trends und Schönheitsideale verändern sich mit der Zeit, sondern manchmal auch die Haarfarbe und das Gesicht aufgrund des Alters. Durch das regelmäßige Auffrischen können Form und Farbe so problemlos immer wieder individuell neu angepasst werden." Praktisch!

Wieso verblasst ein Microblading manchmal schneller als gedacht?

Manchmal kommt es vor, dass die Farbe beim Microblading einfach nicht hält und viel früher verblasst als sie eigentlich sollte. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Ein mögliches Problem ist Eisenmangel im Körper. "Wenn der Körper nicht über genug eigenes Eisen verfügt, nimmt er sich dieses aus den Eisenoxid-haltigen Farbpigmenten, die beim Microblading verwendet werden, und baut die Farbe so schneller ab", erklärt die Expertin. Wer davon also betroffen ist, sollte vorsorglich und auch weiterhin regelmäßig Eisenpräparate zu sich nehmen, um ein vorzeitiges Verblassen zu verhindern. Auch die Technik und mangelnde Erfahrung des Kosmetikers kann ein Problem sein, wenn etwa nicht tief genug und die Farbe nicht in die richtige Hautschicht gestochen wird. "Zu tief darf es aber auch nicht sein, weil die Pigmente dann verlaufen können", so Scherzer. Damit die Farbe hält, muss man das frische Microblading aber auch entsprechend pflegen.

Wie pflegt man die Haut nach einer Microblading-Behandlung?

Weil es sich ähnlich wie beim Tätowieren bei der betroffenen Stelle genau genommen um eine Wunde handelt, musst du diese nach der Behandlung zunächst sauber halten. Werden die neuen Augenbrauen in der Heilungsphase nicht regelmäßig (= alle zwei Stunden, bei fettiger Haut am besten noch öfter) mit warmem Wasser abgetupft, bildet sich auf der Haut eine Kruste und die Farbe würde zusammen damit nach einigen Tagen einfach abfallen. Dazu gibt's eine spezielle Hautschutzcreme, die man täglich morgens und abends anwenden soll.

Microblading-Ergebnis
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Elinas Brauen wirken wie echt © privat

"Wenn sie soweit verheilt sind, solltest du die Brauen wie beim Tattoo mit einem UV-Schutz vor starker Sonneneinstrahlung schützen, um die Farbpigmente länger zu erhalten. Auch bei Gesichtsbehandlungen wie Fruchtsäurepeelings solltest du aufpassen, dass der Bereich der Augenbrauen ausgespart wird", so Scherzer.

Was kostet so ein Microblading?

Die Preise variieren sehr stark. Deshalb verraten wir dir hier einfach die Preise unserer Expertin Jette Scherzer:

  • Preis für die erste Behandlung 550 Euro
  • Auffrischen ab ca. 250 Euro
  • Mehr Infos unter jettescherzer.com

Ja, so ein Microbading ist nicht gerade billig. Aber überleg dir mal, wie viele Augenbrauenstifte und vor allem wie viel Zeit und Stress du dir die nächsten Jahre(!) sparst! Unsere Redakteurin findet, die Behandlung ist ihr Geld auf jeden Fall wert!

07.08.2019| Elina Wiesner & Philipp Wehsack © womenshealth.de
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