Zeitdruck Schon zu spät für ein Baby?

Wer schwanger werden möchte, sollte einige Faktoren beachten © Shutterstock

Es gibt verschiedene Faktoren die eine Schwangerschaft erschweren oder sogar unmöglich machen. Doch wie können wir wissen, ob es schon zu spät ist?

1. Wie kann ich feststellen, ob es auf meiner biologischen Uhr schon fünf vor zwölf ist?

Durch eine Kombination aus Blutuntersuchung und Ultraschall beim Frauenarzt. Zum einen bestimmt man das so genannte Anti-Müller-Hormon im Blut. Dieses in den reifungsfähigen Eibläschen gebildete Hormon kennt man noch gar nicht so lange, deswegen setzt sich der Test auch jetzt erst durch. Je mehr davon nachweisbar ist, je mehr Eizellen schlummern noch im Körper. Zusätzlich zählt man die sichtbaren Eibläschen zu Beginn des Zyklus im Ultraschall. "Sind an jedem Eierstock zwei zu sehen, ist das eher bescheiden, zwölf deuten auf eine gute verbleibende Fruchtbarkeit hin", so Professor Heribert Kentenich, Chefarzt an der DRK-Frauenklinik und am Fertility Center in Berlin. Auf die Weise können Sie sehen, was man bisher nur erahnen konnte – wie spät es bei Ihnen persönlich jetzt gerade ist. "Vor allem Frauen an die 40 hilft dieser Test dabei, sich für oder gegen eine zügige Kinderwunschbehandlung zu entscheiden", sagt der Reproduktionsmediziner. Die Blutuntersuchung beim Gynäkologen oder in einem Kinderwunschzentrum kostet um die 50 Euro.

2. Kann die Pille oder eine andere hormonelle Verhütung meine biologische Uhr beeinflussen?

Nein, hormonelle Verhütungsmittel verzögern den Abbau der ovariellen (das heißt der Eizell-)Reserve nicht wesentlich. Denn zum Zeitpunkt seiner Geburt hat ein Mädchen rund 1 Million Eizellen, bei der ersten Regel sind es schon 450 000 weniger. Dabei fallen die Eisprünge, die man durch die Pille spart, ganz einfach nicht ins Gewicht. Laut Gynäkologe Kentenich gibt es nur eine einzige Möglichkeit, das Ticken zu verlangsamen: Hören Sie auf zu rauchen. Denn dabei entstehen freie Radikale im Körper, und die setzen nicht bloß Ihrer Haut, sondern auch den Eizellen zu. Fest steht zudem, dass sowohl Über- als auch Untergewicht ungünstig auf die Fruchtbarkeit wirken, weil sie den Eisprung erschweren. Einer neuen Untersuchung zufolge könnte auch viel Koffein die Chance auf eine Schwangerschaft mindern: Die Substanz bremst Muskelkontraktionen und kann dadurch die Reise des Eis vom Eierstock in die Gebärmutter beeinträchtigen.

29.02.2012| Diana Helfrich © womenshealth.de
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