Schuppen So machen Sie Schluss mit weißem Geriesel

Schuppen erfolgreich bekämpfen
Mit diesen Haarpflege-Tipps sind Schuppen bald Schnee von gestern © ShotPrime Studio / Shutterstock.com

50 Prozent aller Deutschen hatten schon mal lästige, auffällige Schuppen. Sie ab jetzt nie mehr

Wieso haben manche Menschen Schuppen?

Hätten Sie’s gewusst? Eigentlich haben alle Menschen Schuppen. Die Schüppchenbildung ist nämlich ein ganz normaler und gesunder Prozess. Denn unsere Haut erneuert sich ständig in einem Vier-Wochen-Rhythmus. Normalerweise bemerkt man das gar nicht, da die abgestorbenen Hautzellen mikroskopisch klein sind und beim Kämmen, Bürsten oder Waschen verschwinden. Sichtbar werden sie erst bei einer Überproduktion. Dann erneuert sich die Kopfhaut statt in 28 zum Beispiel schon in 10 Tagen. Die vielen abgestorbenen Zellen kleben zusammen und lösen sich in großen Stücken von der Haut, so werden die Schuppen sichtbar. Kopfschuppen sind nicht nur ein ästhetisches Problem – sie können auch auf eine Hauterkrankung hindeuten.

Was ist der Unterschied zwischen trockenen und fettigen Schuppen?

Es gibt zwei Arten von Schuppen: Trockene und fettige. Häufigste Ursache fettiger Kopfschuppen ist ein bestimmter Hefepilz (Malassezia furfur). Er besiedelt die Kopfhaut aller Menschen und ernährt sich vom Fett der Talgdrüsen – bei intakter Funktion der Talgdrüsen ohne Schaden anzurichten. Der gesunde Säureschutzmantel auf der Kopfhaut hält den Pilz in Schach. Bei einer Talgüberproduktion gerät der Säureschutz allerdings aus dem Gleichgewicht. Der Pilz vermehrt sich übermäßig und produziert Substanzen, die die Kopfhaut reizen. Die Folge sind ölige Schuppen. Sie sind relativ groß, meist gelblich und fühlen sich klebrig an. Stress und hormonelle Umstellungen, beispielsweise in der Schwangerschaft oder Pubertät, verstärken die Talgproduktion zusätzlich – weswegen der Pilz noch prächtiger gedeiht. Die Folge: Noch mehr Schuppen.

Zu häufiges heißes Föhnen, trockene Heizungsluft und wenig Sonnenlicht im Winter fördern hingegen die Entstehung trockener Schuppen. Diese sind klein, rieseln vom Kopf auf Kleidung und Polster. Noch mehr trockene Schuppen entstehen, wenn die Hautzellen zu schnell wachsen, sich teilen und absterben. Das passiert zum Beispiel bei Neurodermitis, Schuppenflechte oder Allergien.

Egal, ob fettig oder trocken: Sind die Schuppen besonders hartnäckig und kommen Entzündungen der Kopfhaut hinzu, am besten zum Hautarzt gehen, um mögliche Krankheiten auszuschließen.

Was bringt ein Anti-Schuppen-Shampoo?

Auch wenn man oft hört, dass es schädlich sei: Bei Schuppen dürfen Sie Ihre Haare ruhig täglich waschen, um die abgelösten Schuppen zu entfernen. Bei trockenen Schuppen sollten Sie dazu ein normales, mildes Shampoo verwenden. Anti-Schuppen-Shampoos sind nämlich vor allem für fettige Schuppen geeignet. Sie enthalten Antipilzmittel oder keimabtötende Stoffe in niedriger Dosierung. Weitere Inhaltsstoffe, oftmals Pflanzenextrakte, beruhigen die Haut und mildern den Juckreiz. Die handelsüblichen Anti-Schuppen-Shampoos unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung. Probieren Sie aus, welches Haarwaschmittel am besten bei Ihnen wirkt.

Wie wendet man Schuppen-Shampoos richtig an?

Anti-Schuppen-Shampoos können Sie bis zu vier Wochen lang ohne Bedenken täglich verwenden und sie auch ruhig etwas länger auf dem Kopf lassen (ca. zwei Minuten) – so haben die Inhaltsstoffe genügend Zeit einzuwirken. Nach zwei bis drei Wochen sollte es allmählich zu einer Verbesserung kommen. Danach reicht es aus, das Mittel einmal pro Woche anzuwenden, um Rückfälle zu vermeiden. Zwischendurch waschen Sie Ihr Haar am besten mit einem milden Shampoo. Nach einem halben Jahr sollten Sie wieder komplett auf ganz normale Shampoos umsteigen.

Wichtig: Da Anti-Schuppen-Shampoos trockenes, strapaziertes Haar oft noch ein wenig mehr austrocknen, sollten Sie für die Längen und Spitzen nach jedem Waschen eine herkömmliche Pflegespülung oder -Kur benutzen.

Was hilfst sonst noch gegen Schuppen?

Bei fettigen Schuppen können Sie zur Unterstützung der Shampoo-Wirkung zusätzlich Anti-Schuppen-Haarwasser oder -Tonic anwenden. Oder Sie probieren nach der Haarwäsche eine Anti-Schuppen-Haarkur aus. All diese Spezialprodukte wirken nicht nur gegen Schuppen, sondern bauen auch den Säureschutzmantel der Kopfhaut wieder auf.

Vermeiden Sie jegliche Reizung der Kopfhaut, sei es durch zu heißes Wasser beim Waschen, zu rabiates Rubbeln mit dem Handtuch, harte Bürsten oder zu heiße Föhnluft. Verzichten Sie in Schuppenzeiten möglichst auf Färben, Glätten oder Dauerwellen, da diese Prozeduren die Kopfhaut belasten.

Welche Stylingprodukte darf man bei Schuppen verwenden?

Auch bei Schuppen können Sie Stylingprodukte verwenden. Sie sollten allerdings darauf achten, dass sie möglichst wenig oder gar keinen Alkohol enthalten, da Alkohol die Kopfhaut austrocknet. Bevorzugen Sie Produkte, die nicht mit der Kopfhaut in Berührung kommen müssen.

Wann sollte ich mit Schuppen zum Hautarzt?

Wenn Anti-Schuppen-Shampoos nichts bringen sollte, kann der Hautarzt ein medizinisches Shampoo verschreiben. Bei extremer Schuppenbildung löst er die Schuppen mit einer salicylsäurehaltigen Haartinktur von der Kopfhaut. Gegen starke Entzündungen helfen kortisonhaltige Haartinkturen.

Fazit: Schuppen? Schnee von gestern!

Wer Schuppen hat, muss sich nicht damit abfinden. Meist reicht es schon auf ein mildes Anti-Schuppen-Shampoo umzusteigen, um die Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

17.08.2018| Uta König, Philipp Wehsack © womenshealth.de
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