Sexpannen 8 häufige Sexpannen und wie Sie cool damit umgehen

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8 Frauen erzählen von ihren peinlichsten Momenten beim Sex. © Look Studio / Shutterstock.com

Ein Vaginalpups beim ersten Mal oder Tränen nach dem Orgasmus – da möchte Frau am liebsten im Boden versinken! So machen Sie das Beste aus der verkorksten Situation

Erste Regel, wenn’s passiert ist: Bleiben Sie auf dem Teppich. "Solche peinlichen Momente hatte jeder schon“, beruhigt Jana Förster, Autorin von "Let’s Talk About Sex!“ (Schwarzkopf & Schwarzkopf, um 10 Euro). Und wie sagt man so schön: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Doch am Ende kann sogar die misslichste Situation eine positive Wirkung haben: "Solche Pannen sind gut für die Liebe, denn sie geben Ihnen die Chance, offen und ehrlich miteinander zu sein. Danach ist man dem Partner oft näher als zuvor.“ Und weil solche Pannen sowohl in Beziehungen als auch beim ersten Mal mit der neuesten Eroberung passieren können, haben uns 8 Frauen mit unterschiedlichem Beziehungsstatus ganz mutig von ihren peinlichsten Sexpannen erzählt:

1. Der erste Sex mit dem Neuen ist... eine Katastrophe

"Ich habe ihn gerade erst kennengelernt und fühle mich ihm schon total nah. Aber der erste Sex ging voll daneben. Wir haben überhaupt keinen Rhythmus gefunden. Es war furchtbar!" - Vanessa, 31, Single

Geben Sie ihm eine zweite Chance, wenn Sie sich noch von ihm angezogen fühlen, denn: "Es kommt zwar vor, dass ein Paar beim ersten Mal schon multiple Orgasmen, Kreischkonzerte und grandiosen Sex hat, aber oft passiert das nicht“, meint Förster. "Normal ist eher, dass es einige Zeit braucht, bis man aufeinander eingespielt ist.“ Wahrscheinlich waren die Erwartungen und der Wunsch, alles richtig zu machen, so groß, dass Sie sich nicht entspannt auf die Situation einlassen konnten. "Gehen Sie das nächste Mal mehr aufeinander ein und sprechen darüber, wie Sie es mögen.“ Schließlich ist er kein Hellseher und kann nicht wissen, was sich gut für Sie anfühlt. Das Wichtigste: Wenn Sie seinetwegen Schmetterlinge im Bauch haben, lohnt es sich, auch weiter miteinander zu üben.

2. OMG! War das gerade etwa ein Vaginalpups?

"Wir waren gerade voll dabei, als plötzlich ein Pups aus meiner Vagina kam. Das passiert mir manchmal und hat neulich total den schönen Moment zerstört. Was kann ich dagegen machen?" - Bettina, 24, Status: aktiv beim Online-Dating

"In dem Moment ist die beste Reaktion: Lachen Sie darüber. Es ist so oder so peinlich, und da hilft eben nur Humor“, rät Förster. Übrigens ist ihm das mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht zum ersten Mal passiert, denn es ist völlig normal, dass Luft vor allem bei heftigen Stößen in Positionen, die tiefe Penetration erlauben wie die Missionarsstellung oder der Doggy-Style, in die Vagina gerät. Für die Zukunft: "Bitten Sie ihn, es langsamer anzugehen und beim Eindringen vorsichtiger und gezielter zu agieren.“ Auch trainierte Beckenbodenmuskeln können verhindern, dass Luft in die Vagina gepumpt wird – und dann eben auch nicht geräuschvoll entweicht.

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Notlösung: Lachen Sie darüber. Es ist sowieso peinlich, und da hilft eben nur Humor. © Look Studio / Shutterstock.com

3. Upps, aus Verstehen zu dirty getalkt...

"Ich lasse es im Bett gern verbal und laut krachen. Mein neuer Schwarm hat total verschreckt darauf reagiert und meinte nur: "Kannst du bitte leiser sein?" - Tanja, 32, derzeit solo

Oha, Sie sind offenbar an seine Schamgrenze gestoßen. Während Sie es gewohnt sind, sich verbal auszutoben, hat Ihr neuer Partner damit offenbar keine Erfahrung. Vielleicht hat er sich insgeheim gefragt, ob er da mithalten kann? "Nehmen Sie die Situation als Chance wahr, gemeinsam über Ihre Wünsche und Fantasien zu sprechen. Dabei können Sie herausfinden, was Sie unterscheidet, aber auch, was Sie verbindet“, sagt Sexualtherapeut Stephan Moschner aus Hamburg. Beim nächsten Sex allerdings wäre es besser, wenn Sie Ihre Zunge zügeln und erst einmal die Körper miteinander kommunizieren lassen, damit der Mann wieder aus der Reserve kommt. Beginnen Sie dann, verbalen Austausch von Zärtlichkeiten einzuführen: Flüstern Sie ihm beschreibend ins Ohr, was er gerade mit Ihnen macht. Dann, was das in Ihnen auslöst. Wenn ihm das gefällt, können Sie allmählich mehr wagen.

4. Nach dem Höhepunkt kommen Ihnen plötzlich die Tränen

"Manchmal kommen mir nach dem Orgasmus die Tränen. Jetzt ist es beim ersten Mal mit meinem Neuen passiert. Er dachte, er hätte was falsch gemacht." - Katrin, 33, frisch verliebt

Erst mal zur Ursache des Phänomens: Ausgelöst wird es durch die Ausschüttung des Hormons Oxytocin beim Orgasmus. Das Hormonhoch bewirkt, dass eigene Gefühle und die Nähe zum Partner intensiver empfunden werden: "Der Orgasmus ist der stärkste Gefühlszustand des Menschen, und der Überfluss der Gefühle bringt manche dazu zu weinen. Das reguliert Gefühle, die man bis dato zurückgehalten hat“, erklärt Prof. René Hurlemann, Direktor der Abteilung für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Bonn. Die Tränen haben jedoch nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Das sollten Sie ihm sagen – und dass es nur passiert, wenn der Sex irre gut war.

5. Sie haben Spaß an Sex-Toys, er leider gar nicht

"Ich habe extrem Lust, mal einen Vibrator ins Spiel zu bringen. Also habe ich einen auf meinen Nachttisch gelegt. Mein Mann legte ihn einfach wieder in die Schublade und ging nicht darauf ein. Und nun?" - Janina, 34, seit 4 Jahren in einer festen Beziehung

Puh, das ist dumm gelaufen. Es könnte sein, dass Ihr Partner dachte: "Vielleicht biete ich ihr nicht genug und kann ihre Bedürfnisse nicht erfüllen, deshalb braucht sie einen Vibrator.“ Diese Gedanken können wehtun, denn er weiß ja nicht, dass Sie einfach nur experimentieren wollten und dass der Vibrator kein Ersatz, sondern ein Extra für Ihr gemeinsames Liebesspiel sein soll. "Wahrscheinlich ist Ihr Mann unsicher, was man zu zweit mit dem Toy anfangen kann“, meint Moschner. Darum sollten Sie ihn jetzt außerhalb des Schlafzimmers ansprechen und ihm erklären, warum Sie ausprobieren möchten, ob Ihnen das gefällt. Vergessen Sie aber nicht, ihn nach seinen Wünschen zu fragen: "Paare haben unabhängig voneinander Fantasien, die sie voneinander nicht kennen. Nur wenn Sie darüber sprechen, können Sie diese zusammen entdecken.“ Auf diese Weise werden Sie sich auch noch nach Jahren besser kennenlernen.

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Sieht er den Vibrator etwa als Konkurrenz? © Look Studio / Shutterstock.com

6. Seit das Baby da ist, fehlt das Feuer im Bett

"Im Mai kam unser erstes Kind. Jetzt schlafen wir zwar wieder miteinander, aber wie auf Autopilot, ohne Leidenschaft. Wie bekommen wir wieder Spaß am Sex?" - Merle, 33, seit 5 Jahren verheiratet

Seien Sie geduldig. Und haben Sie keinen Sex, den Sie nicht wirklich wollen. Die unechten Gefühle können die Beziehung belasten. "Die neue Verantwortung bringt veränderte Prioritäten. Sex und Partnerschaft sind erst mal weniger wichtig“, erklärt Förster. Und zum Rollenkonzept "Mama“ passt wilde Lust nicht so gut. Um den Kopf frei für Leidenschaft zu kriegen, müssen Sie zuerst Ihr sexuelles Ich wieder wecken. "Verabreden Sie regelmäßige Dates mit Ihrem Mann“, rät Förster. „Egal, was Sie unternehmen: Hauptsache, Sie lassen Themen wie Windeln und Babybrei außen vor.“ Und wenn Sie den Sex zu Hause wieder angehen, dann nur mit Geduld und vielen Streicheleinheiten. Am besten, wenn das Baby in der Zeit mit der Oma oder dem Babysitter unterwegs ist. Dann haben Sie nicht nur räumlich, sondern auch gedanklich freie Bahn.

7. Er stöhnt beim Sex den falschen Namen

"Meinem Verlobten ist im Bett der Name seiner Ex rausgerutscht. Er hat 1000-mal geschworen, dass es nichts bedeutet, aber ich bekomme es nicht aus dem Kopf." - Britta, 27, seit 3 Jahren – eigentlich –mit dem Richtigen zusammen

So was kann passieren, ist aber im Bett besonders unangenehm. Die Erklärung ist im Grunde einfach: "Unser Gehirn ritualisiert Abläufe – und wenn er beim Sex gern den Namen der Partnerin sagt, hat sein Gehirn das nun automatisch wieder abgerufen“, so Moschner. Wahrscheinlich war er auch viel zu konzentriert, die Lust mit Ihnen zu genießen, Barbara, äh Julia, äh Laura … Nehmen Sie es ihm nicht übel: "Taten sagen mehr als Worte. Wichtiger ist also das, was er für Sie und mit Ihnen tut. Hören Sie auf Ihr Gefühl und darauf, wie Sie sich inder Beziehung mit ihm fühlen.“

8. Beim Blowjob den Mund zu voll genommen

"Ich wollte meinen Freund oral befriedigen, aber musste anfangen zu würgen. Dabei kam mir fast das Abendessen hoch. Jetzt hab ich Schiss, es noch mal zu machen." - Mareike, 31, seit einem Jahr liiert

Möglicherweise haben Sie "ihn“ versehentlich zu tief in den Mund genommen. Dann hat sein bestes Stück den Würgereiz ausgelöst, ein automatischer Reflex, der eintritt, wenn etwas zu tief in den Rachen dringt. Die Angst, dass das noch mal passiert, ist unbegründet, denn Sie haben es im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand: Greifen Sie beim nächsten Mal so um seinen Penis, dass Ihre Hand als Bremse dient. Dann ist es unmöglich, dass "er“ aus Versehen zu tief vordringt.

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Pannen passieren. Nehmen Sie's mit Humor. © Look Studio / Shutterstock.com

Bei diesen Sexpannen brauchen Sie Hilfe

Alles halb so schlimm? Nicht immer. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, erklärt, wann ein Arzt nötig ist:

1. Schmerzen nach dem Sex oder kleine Blutung

"Die Ursache kann ein vaginaler Infekt oder eine Verletzung sein, wenn der Sex zu hart war.“ Lassen Sie Ihren Doc nachgucken, falls die Beschwerden 24 Stunden vorhalten oder wiederkommen.

2. Der Partner fühlt etwas in Ihnen

Es kann eigentlich nur der Faden der Spirale sein, falls Sie so verhüten. "Dann sollte Ihr Arzt den Sitz kontrollieren.“

3. Penisbruch

Wenn ein harter Stoß danebengeht, kann die Haut um den Schwellkörper reißen. Das sieht schlimm aus und ist es auch: sofort in die Klinik mit dem Mann!

4. Kondom geplatzt

Schwangerschaft, nein danke? Dann sollten Sie die Pille danach besorgen. Dafür müssen Sie nicht mehr zum Arzt, sie ist inzwischen auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Egal welche Pannen Ihnen im Bett auch passieren: Cool bleiben. Sie können sicher sein, dass das auch anderen schon mal passiert ist. Und solange sie erwachsen damit umgehen, kann doch eigentlich nichts passieren. Nicht vergessen: Sex soll Spaß machen.

21.03.2018| Lisa Neumann © womenshealth.de
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