Freundschaft plus: So enden friends with benefits in den meisten Fällen

Mit einem Freund ins Bett gehen, scheint auf den ersten Blick praktisch – meist bedeutet das aber, das Aus für die Freundschaft. © Anatoliy Cherkas / Shutterstock.com

So viel vorweg: Es geht nicht gut aus. Was wie ein traumhaft unkompliziertes Verhältnis wirkt, entpuppt sich meist als die schwierigste Beziehung überhaupt – Herzschmerz inklusive.

Was ist Freundschaft plus?

Auf die Verpflichtungen einer festen Beziehung haben Sie gerade keine Lust, der regelmäßige Sex mit einer vertrauten Person fehlt Ihnen dagegen schon? Dann scheint die ‚Freundschaft plus‘ auf den ersten Blick die ideale Lösung zu sein. Denn: Wenn man als Freunde schon so gut miteinander auskommt, warum nicht auch gelegentlich das Bett teilen? Vertrauen und Zuneigung sind schließlich schon da, die Grundvoraussetzungen für den gemeinsamen Spaß also erfüllt.

Kompliziert wird es aber immer dann, wenn die Erwartungen an die ‚Freundschaft plus‘ bei beiden von vornherein unterschiedlich sind. Einige hoffen etwa, dass das kleine Abenteuer einfach so lange wie möglich anhält, während andere sich wünschen, dass sich daraus eine richtige Beziehung entwickelt oder man danach wenigstens weiterhin „einfach Freunde“ bleibt.

Wissenschaftler sind deshalb der Frage nachgegangen, wie sich die Nicht-Beziehung in den meisten Fällen entwickelt und wie wahrscheinlich die Umwandlung in andere Beziehungsmodelle ist. Das Ergebnis: Nach einem Jahr bestand die Affäre bei 26 Prozent der Befragten nach wie vor, bei 15 Prozent war eine feste Beziehung daraus entstanden und 28 Prozent waren zu ihrer vorherigen Freundschaft zurückgekehrt. Bei der Mehrheit der Befragten (31 Prozent) war das Verhältnis aber komplett zerbrochen, inklusive der Freundschaft.

Warum Freundschaft plus nicht funktioniert

Seien wir ehrlich: So praktisch und aufregend das Modell zunächst auch scheint, so ist es doch von Anfang an mit einem Verfallsdatum versehen. Denn meist sind es frisch getrennte Singles, die mit einem Übergangspartner Bestätigung für ihren angeknacksten Selbstwert suchen. Das ist okay, solange beide wissen, was sie wollen und worauf sie sich einlassen. Miteinander reden und Regeln setzen ist da besonders wichtig, schützt aber auch nicht vor allen Problemen. Denn ob nun beabsichtigt oder nicht, im klassischen Fall entstehen zwischen Kuscheln und inniger Zweisamkeit eben doch romantische Gefühle, oft genug allerdings bei nur einem von beiden. Liebeskummer ist da vorprogrammiert.

Genauso besteht die Gefahr, dass bei Ihnen mit der Zeit das ungute Gefühl aufkommt, dass Sie ihm fürs Bett zwar gut genug sind – es für eine feste Beziehung aber eben nicht reicht. Autsch! Das kann ganz schön am Selbstbewusstsein kratzen. Wer insgeheim die Nestwärme eines festen Partners sucht – Sicherheitsgefühl und Monogamie inklusive – sollte sich selbst zuliebe deshalb besser die Finger von der ‚Freundschaft plus‘ lassen.

Aber egal ob Langzeitaffäre oder einmalige Sache, eines sollte einem in jedem Fall bewusst sein: Sex verändert die Freundschaft und man kann vorher nie wissen, wie das Verhältnis danach sein wird. Weiter befreundet zu bleiben, kann sich dann wie ein Rückschritt anfühlen und ein komisches Gefühl auslösen.

Dass ‚Freundschaft plus‘ so häufig scheitert, liegt auch an dem geschlechtsbedingt unterschiedlichen Umgang mit ihr. Während Männer oftmals alles so belassen wollen, wie es ist, erwarten Frauen mit der Zeit oft eine Veränderung der Beziehung. Das kann die alte Freundschaft oder eine feste Bindung sein – oder im Zweifelsfall eben nichts davon.

02.10.2017| Elina Wiesner © womenshealth.de
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