Masturbation: So masturbieren Frauen am liebsten

Selbstbefriedigung
Experten bestätigen, dass Selbstbefriedigung das sexuelle Selbstbewusstsein stärkt, Stress, Schlafprobleme und Schmerzen lindern kann © Goran Bogicevic / Shutterstock.com

Es wird viel zu wenig über Selbstbefriedigung geredet. Wie gut, dass uns mehr als 1300 Frauen verraten haben, wie, wo und wann sie es am liebsten tun

Heutzutage schwärmen Stars wie Miley Cyrus öffentlich vom Spaß mit sich selbst. Und auch die Women's-Health-Leserinnen bestätigen: Fast alle legen selbst Hand an: 98 Prozent gaben bei unserer Online-Umfrage an, dass sie es tun oder taten. Und wie Sie gleich ausführlich sehen werden, ist die Selbstliebe sogar gesund – von wegen blind, blöd, babylos. Experten bestätigen, dass Lust im Alleingang das sexuelle Selbstbewusstsein stärkt, Stress, Schlafprobleme und Schmerzen lindern kann und insgesamt die Fähigkeit verbessert, zum Orgasmus zu kommen.

Diese Masturbations-Mythen wollen wir nicht mehr hören

Eins war lange sicher: Das wird böse enden mit Ihnen. Sie werden unfruchtbar. Verrückt im Kopf. Blind. Und in den Himmel kommen Sie schon mal gar nicht, wenn Sie sich selbst befriedigen. Zum Glück sind diese Zeiten ein für alle Mal vorbei, in denen man Frauen weismachen wollte, Masturbation hätte schädliche Folgen. Zugleich hat ein Stigma jedoch überlebt: Öffentlich darüber reden will kaum eine(r). 58 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen gaben an, niemals ein Wort darüber zu verlieren. Dann machen wir das eben, denn: "Je mehr man weiß, umso schöner und heißer kann der Sex werden – allein und zu zweit", sagt Pepper Schwartz, Sexualwissenschaftlerin von der University of Washington in Seattle. Zumal Frauen solo doppelt so häufig kommen (59 Prozent immer, 32 Prozent meistens) wie mit dem geliebten Partner im Bett. Vielleicht kann mehr Aufmerksamkeit und Wissen, das man beim Selbststudium der eigenen Sexualität bekommt, etwas daran ändern? Bevor Sie sich jetzt in Ihr Schlafzimmer zurückziehen, lesen Sie weiter: Denn hier erfahren Sie, wie oft, wie, wann und wo es die anderen tun – mit vielen Anregungen für die eigene Praxis. Hand drauf!

Masturbieren eigentlich alle Frauen?

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Die meisten unserer Umfrage-Teilnehmerinnen masturbieren 2- bis 3-mal pro Woche © Goran Bogicevic / Shutterstock.com

Kurze Antwort: praktisch alle, häufig und ausdauernd. Lange Antwort: Einige sind ganz besonders fleißig …

Masturbieren sie?

Ja: 91%
Bisher nur ein paarmal: 7%
Nein: 2%

Nie oder selten – fühlen Sie sich angesprochen? Auch das kann normal sein: "Viele geben auf, wenn es mit dem Höhepunkt nicht klappt", so Expertin Schwartz. Wenn Sie mögen, lassen Sie sich hier inspirieren.

Wie oft masturbieren Sie?

Mehr als 1-mal pro Tag: 10%
2- bis 3-mal pro Woche: 45%
1-mal pro Woche: 24%
Seltener: 21%

Wie lange masturbieren Sie?

1-5 Minuten: 24%
5-15 Minuten: 49%
15-30 Minuten: 20%
30-60 Minuten: 5%
länger als 60 Minuten: 2%

Was soll uns das sagen?

Es zeigt, dass die Libido von Männern und Frauen nicht so unterschiedlich ist wie angenommen. Die meisten Leserinnen surfen gern solo auf ihrer persönlichen Sexwelle, weil es keinen schöneren Weg gibt, um mit dem eigenen Körper in Einklang zu kommen.

Mit diesen Tipps machen Sie es sich noch heißer

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Hätten Sie's gedacht: stolze 41 Prozent unserer Umfrage-Teilnehmerinnen schauen sich beim Masturbieren Sexfilme an © Goran Bogicevic / Shutterstock.com

Man kann den Weg zum Höhepunkt unterschiedlich in Angriff nehmen: feuchtfröhlich, rubbelig, mit technischer Hilfe oder ohne. Und bei aller Fingerfertigkeit gibt es zudem Möglichkeiten, mehr daraus zu machen ...


Mit der Hand haben Sie die volle Kontrolle

Die einfachste und umkomplizierteste Art: Sie können Geschwindigkeit, Druck und Art der Reibung kontrollieren, wie Sie möchten. Weil alles intuitiv glattgeht, machen es 81 Prozent der von uns befragten Frauen auf diese Weise.

So wird es intensiver

Mit Gleitgel. Es kann das Gefühl noch intensiver, die Fingerführung noch feinfühliger machen. Nehmen Sie einen kleinen Klecks in eine Hand und verteilen Sie immer wieder ein wenig davon mit Hand oder Finger an und um die Klitoris.

Mit dem Vibrator klappt's schneller

37 Prozent der Befragten benutzen einen Vibrator. An alle anderen: Probieren Sie es aus. Professorin Laura Berman von der Northwestern University zeigte in einer Studie, dass Frauen, die ihn nutzen, leichter zum Höhepunkt kommen als Nicht-Nutzerinnen.

Mit doppeltem Einsatz

Werden Sie doppelt aktiv! Verwöhnen Sie die Klitoris mit dem Finger, während Sie mit dem Vibrator die G-Zone an der vorderen Vaginalwand massieren. Lust auf mehr? Bewegen Sie ihn hin und her.

Unter der Dusche

23 Prozent, also fast jede Vierte, nutzt auch die Dusche zur Entspannung. Achtung: Den Strahl nie in die Vagina richten, so wäscht man leicht die guten Bakterien ab, die die Scheidenflora in Balance halten.

So wird's noch heißer

Zielen Sie um die äußeren Ränder der Vagina von oben auf die Klitoris. Oder holen Sie Helfer aus der Küche: Halten Sie einen hölzernen Löffel gegen die Vulva, oder rollen Sie eine Limette um die Klitoris, um Textur und Temperatur zu variieren.

So regen Sie die Fantasie an

Von wegen nur Männer erregt die visuelle Stimulation: 41 Prozent der befragten Frauen schauen bei der Selbstbefriedigung Sexfilme. Auch empfehlenswert: Nehmen Sie erotische Literatur zur Hand.

Lust aus der Ferne

Ihr Partner will mitmachen? Diese Vibratoren können per App gesteuert werden. Von der anderen Bettseite – oder vom anderen Ende der Welt.

An wen denken Frauen beim Masturbieren?

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Alle Männer in Ihrem Kopf dienen allein Ihrer Lust. © Goran Bogicevic / Shutterstock.com

34% fantasieren während der Selbstmassage von Mr. Unbekannt, 28 Prozent denken an ihren Partner. Wertung? Keine. Denn alle Männer in Ihrem Kopf dienen in dem Moment allein Ihrer Lust. 27% sprechen offen mit ihrem Partner darüber, dass sie sich befriedigen. Vielleicht sind es so wenige, weil doch Sorgen bestehen, dass der Liebste denken könnte, er sei nicht gut genug – oder Sie zu sehr auf Sex aus. Obwohl: Gerade Männer kennen doch die Lust, die niemandem etwas wegnimmt, sondern allen etwas bringt.

Statement von der Sexpertin Ruth Westheimer

"Endlich gehört der Mythos der Vergangenheit an, dass Frauen sich nicht selbst befriedigen. Das finde ich großartig! Natürlich ist es kein Muss. Aber es ist wichtig, dass jede Frau, die ohne Partner lebt oder beim Verkehr mit ihrem Freund nicht zum Höhepunkt kommt, weiß, dass sie sich sexuelle Befriedigung holen darf und kann, wann immer sie es möchte. Ich halte das Masturbieren außerdem für enorm wichtig für die Frauen. Sie lernen damit, überhaupt zum Orgasmus zu kommen, und können ihrem Partner dann zeigen, wie es auch mit ihm klappen kann. Es ist übrigens normal, dass eine Frau mehr Stimulation braucht, vor, bei oder nach dem Verkehr. Ich habe immer propagiert, dass man darüber spricht und nachlesen kann, wie es besser klappt. All das führt dazu, dass Frauen und Männer heute offener darüber sprechen, wie ihre persönliche Sexualität funktioniert. Und dazu, dass viel mehr Frauen Befriedigung mit ihrem Partner finden!"

Ruth Westheimer ist 87 Jahre alt, Ikone der Sexualaufklärung, bis heute Uni-Dozentin undaußerdem Buchautorin („Lebe mit Lust und Liebe", Herder Verlag um 20 Euro).

Wann und wo masturbieren Frauen?

Natürlich in größtmöglicher Privatsphäre: Dass sie es am liebsten am Abend tun, sagen 45 Prozent der Befragten, 43 Prozent direkt vor dem Schlafengehen, naheliegend im Bett. Immerhin 25 Prozent mögen es am Morgen – auch wenn man sagen muss, dass Männer technisch gesehen da das leichtere Spiel haben, weil sie am Morgen eine erhöhte Testosteronausschüttung haben, was die Erregung begünstigt. Im Umkehrschluss brauchen Frauen morgens etwas länger, um in Fahrt zu kommen.

Die häufigsten Fragen ums Masturbieren

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Frauen kommen bei der Selbstbefriedigung mindestens doppelt so häufig wie beim Sex mit dem Partner © Goran Bogicevic / Shutterstock.com

Viele zögern, beim Gynäkologen konkrete Fragen zur Masturbation zu stellen. Wir tun's. Es antwortet Katharina Rohmert, Ärztin bei Pro Familia Darmstadt.

Ich komme nicht immer. Ist das schlimm?

Gar nicht. Die Fähigkeit dazu hängt von vielem ab, vor allem von der körperlichen und psychischen Verfassung am jeweiligen Tag. Man darf nicht erwarten, dass man dasselbe Lustgefühl immer eins zu eins herstellen kann. Nur wenn plötzlich Beschwerden auftauchen, sollten Sie zum Gynäkologen gehen.


Riskiert man mit Spucke eine Infektion?

Nein, aber ich rate trotzdem zu Gleitmittel, weil Spucke zu 99 Prozent aus Wasser besteht und schnell verdunstet. Dann reizt man die Schleimhäute, was eine Eintrittspforte für Keime schafft. Gels auf Wasserbasis wirken gut, noch gleitfähiger sind Silikone und Öle. Ich empfehle gern biologisches Gleitgel aus der Kiwipflanze oder Kokosöl. Aber Achtung, falls der Liebste dazustößt: Öl und Latexkondome sind nicht kompatibel!

Ohne meinen Partner ist die Erregung viel befriedigender. Wie gehe ich damit um?

Das ist normal. Klappt es mit ihm kaum, seien Sie am besten offen, sonst bestimmt Unehrlichkeit die Beziehung, und Sie meiden oder faken die Intimität. Holen Sie erst mal die Selbststimulation in den Paarsex: Sie tun es, während er dabei ist, oder beide erregen sich gegenseitig. Leiten Sie seine Hand. Und reden Sie miteinander! Wir sind es nicht gewohnt, so offen zu sein. Aber sonst stochern beide nur im Nebel.

Gibt es eigentlich noch andere Begriffe für "Masturbieren"?

Wichsen, sein Schwert schleifen, die Wurst pellen – Männer haben unzählige Synonyme für Selbstbefriedigung. Und Frauen? Für die gibt's allenfalls den Ausdruck "die Perle polieren" oder "Handarbeit". Das Englische ist da vielfältiger (und schöner!): Es gibt zum Beispiel den Ausdruck "guilding the lily" (die Lilie vergolden, also etwas Schönes noch schöner machen), "shining the diamond" (den Diamanten zum Glänzen bringen), "stroking the kitty" (das Kätzchen streicheln) oder "squeezing the peach" (den Pfirsich ausdrücken).

Mit diesen Tipps und Tricks werden Sie viel Freude beim Ausprobieren haben.

26.09.2016| Christiane Kolb © womenshealth.de
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