Selbstbewusstsein 5 Tipps, die selbstbewusster machen

So werden Sie selbstbewusster
Was vielen Frauen fehlt, ist eine große Portion Selbstbewusstsein und Vertrauen in sich selbst und die eigenen Stärken. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Ihr Selbstvertrauen ist ausbaufähig? Mit diesen 5 Tipps trauen Sie sich bald garantiert (fast) alles – natürlich ohne sich dabei total zu verbiegen

Beim Bäcker dem Vordrängler mal ganz klar die Meinung geigen. Sich trauen, das Knalloberteil mit dem roten Lippenstift zu kombinieren. Einfach mal ehrlich die Partyeinladung ablehnen, weil Sie lieber auf der Couch relaxen wollen. Das alles ist für Sie undenkbar? Nun, das ist es für rund 44 Prozent der deutschen Frauen! Lieber schlucken wir den Frust runter, kleiden uns angepasst, gehen zur Party, um nicht negativ aufzufallen. Oft gehen wir sogar auf ein Date, obwohl schon vorher klar ist, dass der Typ Mister-Never-Ever ist.

Was vielen Frauen fehlt, ist eine große Portion Selbstbewusstsein und Vertrauen in sich selbst und die eigenen Stärken. Bewundern Sie nicht auch heimlich diese Frauen, die absolut mit sich im Reinen wirken und eine Ausstrahlung haben, die jeden umhaut? Sie beweisen Courage, stehen für ihre Rechte und Wünsche ein und werden dafür auch noch respektiert.

Wenn auch Sie sich bislang lieber hinter anderen oder in grauen Pullis versteckt haben: Selbstvertrauen ist lernbar. Wir haben mit einem der erfolgreichsten Persönlichkeitstrainer im deutschsprachigen Raum gesprochen: Christian Bischoff (Live-Seminar Die Kunst, Dein Ding zu machen). Wir wollten von ihm wissen: Wie kann man sein Selbstbewusstsein trainieren?

Was hat Selbstbewusstsein mit Angst zutun?

Selbstvertrauen heißt erst einmal, sich selbst in möglichst vielen Lebenssituationen zu vertrauen. Wer Selbstvertrauen hat, besitzt die innere Sicherheit, einen Weg zu finden, alle möglichen Dinge bewältigen zu können. Deshalb haben selbstbewusste Menschen auch eher den Mut, Neues auszuprobieren. Das Gegenteil von Selbstvertrauen ist meist Angst. Zum besseren Verständnis: Es gibt Angst als Zustand und als Eigenschaft. Die eine mobilisiert, die andere lähmt. Der Zustand Angst ist etwas Gutes: eine Überlebenstechnik, die uns vor realen bedrohlichen Situationen fliehen lässt. Angst als dauerhafte Eigenschaft ist allerdings eher schlecht, denn sie lähmt uns. Wer Angst hat, schätzt Situationen als gefährlich ein, obwohl gar keine akute Bedrohung vorliegt – zum Beispiel, wenn sie eine Rede halten sollen.

So werden Sie selbstbewusster
Wer selbstbewusst ist, hat weniger Angst und eher den Mut, Neues auszuprobieren. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Diese Angst ist nur eine Illusion in Ihrem Kopf. Und sie wird umso größer, je mehr Sie sie mit Gedanken an mögliche negative Konsequenzen füttern. Die Lösung: Mut! Mutig sein bedeutet allerdings nicht, keine Angst zu haben. Es bedeutet, trotz Angst zu handeln und diese so zu besiegen. Genauso als würden Sie vom 10 Meter-Turm im Schwimmbad springen: Wenn Sie fallen, ist das Schlimmste schon vorbei. Durch neue Erfahrungen besiegen Sie so mit der Zeit Ihre Ängste und trainieren sich ein gesunden Selbstvertrauen an. Denn Sie wissen ja jetzt, dass Sie es können, dass Sie keine Angst mehr haben müssen – oder, dass Sie sich selten so frei gefühlt haben, wie in den Sekunden nach dem Sprung vom 10er-Turm.

Wie wirkt sich zu wenig Selbstbewusstsein aus?

Selbstbewusstsein ist etwas anderes als Selbstvertrauen. Es heißt, sich selbst bewusst zu sein. Sich selbst zu kennen. Selbstbewusstsein heißt zum Beispiel, Antworten auf die Fragen zu haben: Wer bin ich? Was macht mich aus? Was will ich im und vom Leben? Wofür stehe ich? Was sind meine Stärken und Schwächen? Nach welchen Werten richte ich mein Leben aus? Bischoff: "Wer kein Selbstbewusstsein hat, sich selbst also nicht kennt, kann sein Leben nicht nach den eigenen Bedürfnissen ausrichten. Er erkennt oft nicht die wahren Ursachen für Probleme in seinem Leben – oder die Möglichkeiten, die in einem selbst stecken." Selbstbewusstsein ist daher auch ein Baustein für mehr Selbstvertrauen.

Wie kann ich selbstbewusster werden?

Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen. Sie werden nicht sofort vor Selbstvertrauen strotzen, wenn Sie ein Ziel erreicht haben. Nur weil man ein Kompliment bekommt, steigt das Selbstwertgefühl ja auch nicht ins Unermessliche. Aber: Die folgenden 5 Schritte können Ihnen helfen, nach und nach mehr Selbstbewusstsein aufzubauen:

1. Nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand

Sie alleine sind dafür verantwortlich, wie Ihr Leben verläuft. Lassen Sie Ihr Leben nicht durch andere bestimmen, sondern treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen. Wenn Sie das verinnerlicht haben, können Sie nach Ihren Zielen streben und Ihr Selbstbewusstsein stärken. Das ist die wichtigste Grundvoraussetzung.

2. Machen Sie sich klar, was Ihre Stärken sind

Schreiben Sie eine Liste und beantworten Sie dafür folgende Frage: Was sind meine Stärken? Finden Sie heraus, was Sie besonders gut können. Experten Buchtipp: “Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt!: Das Gallup-Prinzip für individuelle Entwicklung und erfolgreiche Führung” (Campus Verlag).

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Selbstbewusst zu sein bedeutet, sich selbst, die eigenen Stärken und Schwächen gut zu kennen, also sich selbst bewusst zu sein. © Jacob Lund / Shutterstock.com

3. Finden Sie heraus, wofür Sie brennen

Bei welcher Tätigkeit vergessen Sie die Zeit und sind voll in Ihrem Element? Diese Antwort ist zentral auch für ein glückliches und zufriedenes Leben, weil Sie dadurch die für Sie ideale Tätigkeit herausfinden. Denn wer Spaß an seiner Arbeit hat, der macht sie meist auch gut. Und gute Arbeit steigert das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Das darf, muss aber nicht zwingend der Hauptberuf sein: Wenn Sie einen sicheren Job haben, der für Sie in Ordnung ist, dann finden Sie ein Hobby, für das Sie brennen.

4. Verbessern Sie Ihre Körperhaltung

Warum? Weil die Körperhaltung tatsächlich zwei unterschiedliche Auswirkungen hat: Zum einen beeinflusst sie Ihre innere Selbstsicherheit. Und zum anderen strahlt die richtige Körperhaltung Selbstbewusstsein aus. Strecken Sie Ihren Rücken durch, der Blick sollte nach vorne gerichtet sein, die Schultern nach hinten und die Brust raus. Und: Lächeln! Menschen, die lächeln, wirken positiver und attraktiver auf ihre Mitmenschen. Plus: "Wenn Sie lächeln, erkennt Ihr Gehirn, welche Muskeln genutzt werden. Das sorgt dafür, dass es mehr Glückshormone ausschüttet", sagt Bischoff. Nehmen Sie diese Körperhaltung so oft wie möglich bewusst ein und versuchen sie zu halten. Sie werden feststellen: Die Welt fühlt sich gleich ganz anders an. Erobern Sie sie mit einem Lächeln.

5. Denken Sie positiv

Sie sehen nicht gut genug aus, sind nicht schlau, sind nicht sportlich genug? Solche negativen Gedanken sollten Sie gar nicht erst zulassen, denn sie können zu selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Pessimismus und negative Gedanken sind wie schwarze Löcher im Universum: Sie entwickeln eine so starke Anziehungskraft, dass Sie selbst darin verschwinden. Jeder kennt diesen einen verbitterten Menschen. Wollen Sie mit dieser Person Zeit verbringen? Wohl kaum. Positives Denken ist die Grundlage für eine positive Ausstrahlung. Und die wird auch Ihren Mitmenschen sofort auffallen. Denken Sie stattdessen an schöne Momente oder etwas, dass Sie aufheitert. Und schon strahlen Sie mehr Selbstsicherheit aus.

So werden Sie selbstbewusster
Negative Gedanken sind wie schwarze Löcher: Sie können Sie verschlucken. Denken Sie lieber positiv und seine Sie mutig! © Jacob Lund / Shutterstock.com

Kann man auch zu viel Selbstvertrauen haben?

Grundsätzlich ist Selbstvertrauen natürlich eine positive Eigenschaft, aber man kann es auch übertreiben. Zu viel Selbstvertrauen kann schnell als arrogant, selbstverliebt oder überheblich wahrgenommen werden. Wer sich für etwas Besseres hält, wird vielleicht für seine Leistungen respektiert, aber er nicht wirklich gemocht.

Mit diesen 5 Tipps für zu mehr Selbstbewusstsein haben Sie sicher bald den Mut, die Partyeinladung ehrlich abzulehnen, das langweilige Date mit Mister-Never-Ever direkt abzublasen und dem unverschämten Vordrängler mal schön die Meinung zu geigen.

28.05.2018| Willem Rost © womenshealth.de
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