Zufriedener werden So schaffen Sie es, endlich weniger zu nörgeln

Nein, es ist nicht immer eitel Sonnenschein, aber oft ist es auch eine Frage der Einstellung, wie gern man im Regen steht. © Maksim Shirkov / Shutterstock.com

Läuft gerade nicht so? Im Job, in der Liebe oder im Leben allgemein? Macht nichts! An diesem Plan für weniger Jammern und mehr Glücklichsein gibt's nun wirklich nichts zu meckern

Steigen Sie manchmal schon morgens schlecht gelaunt aus dem Bett und verfluchen gleich den ganzen Tag, nur weil die Zahnpasta alle ist? Nörgeln Sie mal wieder rum, weil Ihr Liebster Ihnen nie Blumen mitbringt oder weil Sie keine Lust haben, zu den blöden Kollegen ins Büro zu gehen? Dann seien Sie bloß vorsichtig, dass der sogenannte Nocebo-Effekt Sie nicht erwischt: Wer sich einredet, der Tag könne nur schlecht werden, dessen Tag wird auch mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht rundlaufen. Quasi eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

So werden Sie endlich zufriedener

Keine Sorge: Positives Denken kann man tatsächlich lernen. Und das Beste daran: Sie brauchen nur 21 Tage dafür! "Nach dieser Zeit sind innere Widerstände überwunden, und das Unterbewusstsein hat die neue ­Tätigkeit als Gewohnheit akzeptiert, sagt Buchautorin Julia Nastasi ­("Positives Denken lernen – 26 Tipps für ein ­Coaching mit sich selbst“, Create Space Verlag, um 6 Euro).

Es gibt nur eine Voraussetzung, ohne die nix läuft: "Sie müssen es ernsthaft wollen. Wirkliches positives Denken heißt nicht, eine Schicht Puderzucker auf die hinderliche Einstellung zu streuen, sondern sie erst einmal zu erkennen und dann an ihr zu arbeiten.“ Der erste Schritt: Schaffen Sie ein Bewusstsein für Ihre nörgelige Einstellung ("Ich denke im Job so oft negativ.“). Im zweiten Schritt machen Sie sich dann ein konkretes Bild davon, was genau Sie ändern wollen ("Ich möchte ein besseres Verhältnis zu meinen Kollegen ­haben.“) Diesen positiven Grund­gedanken wenden Sie dann immer wieder bewusst an, bis er schließlich ganz unterbewusst zur Gewohnheit geworden ist. Wie das genau funktioniert, haben wir für Sie mal anhand von typischen Nörgel­situationen aus Liebe, Freundschaft und Job durchgespielt:

"Da draußen laufen doch eh nur noch Idioten rum!“

Falsche Einstellung, ganz falsche ­Einstellung. Sätze wie diese sollten Sie ein für alle Mal aus Ihrem Leben streichen. Umdenken ist angesagt, denn selbst ernannte Liebes-Pechvögel werden auch in Zukunft das Unglück anziehen: Laut Glücksexpertin ­Nastasi holt sich das Unterbewusstsein nämlich immer genau das ins Leben, womit man sich besonders be­schäftigt. Wenn Sie sich nach einem tollen Date also einreden, dass das bestimmt wieder nur einer ist, der mit Ihren Gefühlen spielt, können Sie davon ausgehen, dass es so kommen wird. Denken Sie lieber um und pro­bieren die Gutes-erwarten-Gutes-bekommen-Taktik. Füttern Sie Ihr Unterbewusstsein dafür nur mit positiven Gedanken wie "Ich möchte einen Partner finden, mit dem ich lachen und reden kann und der mich so liebt, wie ich bin.“

Nur wer sich selbst als wertvoll erachtet, zieht auch die guten Männer an. © Maksim Shirkov / Shutterstock.com

Damit Ihnen Ihr Unter­bewusstsein das aber auch abkauft, ist eins unerlässlich: Sie müssen mit sich selbst im Reinen sein und die gute Gewissheit haben, Ihr Leben auch ganz allein auf die Reihe zu kriegen. "Der Partner soll schließlich keine Leere füllen, sondern das i-Tüpfelchen im Leben sein“, so Nastasi. Dass dieser Trick funktioniert, lässt sich oft beobachten. Sie haben doch sicherlich auch diese eine Freundin, der die Männerherzen nur so zu­fliegen, oder? Was diese Frau richtig macht? Sie ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit sich selbst zufrieden und strahlt die „Ich brauch nicht zwingend einen Mann, um glücklich zu sein“-Einstellung förmlich aus.

"Ist doch alles Mist!“

Wie soll man denn positiv denken, wenn Freunde, Kollegen und vielleicht sogar die engsten Familienmitglieder um einen herum immer nur am Nörgeln sind? Im Sommer ist ihnen zu heiß, im Winter zu kalt, bei der Arbeit geht’s zu stressig zu, aber nach Feierabend langweilen sie sich zu Tode. Puh! Klar darf auch mal gemeckert werden. Trotzdem sollten Sie darauf achten, mit wem Sie den Großteil Ihrer Zeit verbringen, denn schlechte Laune ist ansteckend.

Nein, nein, Sie müssen jetzt nicht mit all Ihren Freundinnen brechen, nur weil bei denen nicht immer eitel Sonnenschein herrscht. Es reicht vollkommen, wenn Sie sich eine einzige Freundin suchen, die immer gut drauf ist, und sich mit der öfter treffen, statt mehr Zeit mit den Miesepetern zu verbringen. Denn sprüht diese eine Freundin nur so vor Lebensfreude, wird das auch auf Sie selbst abfärben.

Dass Fröhlichkeit ansteckend ist und sich wie ein (guter) Virus im sozialen Umfeld ausbreitet, beweisen zahl­reiche Studien. Die Soziologen James Fowler von der University of Cali­fornia und Nicholas Christakis von der Harvard University können den Happiness-Faktor sogar in Zahlen fassen: Die gute Laune von Bruder oder Schwester steckt der Studie zufolge mit einer Wahrscheinlichkeit von 14 Prozent an, bei einem in der Nähe lebenden guten Freund sind es schon 25 Prozent. Und ein glücklicher Nachbar macht auch Sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent happy. Je näher man sich auch räumlich ist, desto besser lassen sich kollektive Glücksgefühle teilen. Lassen Sie die Pessimisten also zukünftig öfter im Regen stehen, denn da stehen sie ja sowieso gern. Sie dagegen baden stattdessen im Sonnenschein — mit gut gelaunten Gleichgesinnten.

Alles eine Frage des Umfelds: Umgeben Sie sich mit gut gelaunten Menschen, dann geht auch Ihre schlechte Laune flöten. © Benjaminrobyn Jespersen / Unsplash

"Die im Büro haben keine Ahnung. Wie soll man denn da vernünftig arbeiten?“

Eins ist Fakt: Miesepeter kommen die Karriereleiter schwerer rauf als Leute, die positiv denken. Denn wer sich ­immer nur vor Augen hält, was heute wieder nicht geklappt hat und welches Projekt gescheitert ist, dem fehlt die richtige Einstellung, um aufzusteigen. Den Fokus zu verändern geht dabei so easy: Schreiben Sie auf, was Sie bisher alles geschafft haben – in Ihrer ge­samten Karriere, aber auch alle kleinen Erfolge des Tages.

Das hat gleich 2 Vorteile: Zum einen erscheint Ihnen der Arbeitstag nicht mehr so erfolglos, wenn Sie abends Ihre Aufzeichnungen durchsehen (kleine Erfolge werden im Hinblick auf das große, schreckliche Ganze gern vergessen). Und zweitens bekommen Sie durch die Visualisierung auf Dauer eine positivere Grundeinstellung – und die ist ja der beste Kar­riere-Booster.

Denn nur wer zuversichtlich Pläne schmiedet und sich neue Ziele setzt und auch wagt, von Großem zu träumen, der bewegt sich vorwärts. "Die Bedeutung von persönlichen Träumen wird oft unterschätzt“, sagt Nastasi. "Dabei ist es so wichtig, eigenständig die Regie zu übernehmen und dem Unterbewusstsein zu zeigen, wohin es steuern soll.“ Denn nur, wenn das auf Erfolg gepolt ist, klappt’s mit dem Aufstieg auf der Karriereleiter.

Fröhlichkeit ist ansteckend! So erhöhen Sie Ihren Happiness-Faktor. © Aleshyn Andrei / Shutterstock.com

3 SOS-Strategien, die sofort zufriedener machen

1. Komplimente machen

Einer Kollegin zu sagen, wie großartig ihre Präsen­tation war, erfüllt sie mit Freude – und Sie selbst mit so viel positiver Energie, als wären Sie es gewesen, die den Erfolg gefeiert hat. Der Effekt ist übrigens nicht nur kurzfristig: Wer anderen gegenüber große (Mit-)Freude zeigen kann, der bekommt das später auch zurück. Wir sagen nur: Wie man in den Wald hineinruft…

2. Ideen verwirklichen

Sie wollen schon lange einen Marathon laufen, auf den Malediven urlauben oder sich mit einer genialen Idee selbstständig machen? Dann tun Sie es! Denn stauen sich über längere Zeit zu viele unerfüllte Wünsche an, hat das hohes Frust­potenzial. Wer aber Träume umsetzt, wird mit einem Glücksgefühl belohnt.

3. Kraftquelle finden

Jeder braucht etwas, das ­einen im Negativ-Notfall schnell wieder auf die Beine hilft. Finden Sie also heraus, was Ihre persönliche Kraftquelle ist. Das kann das Gucken Ihrer Lieblingsserie sein, ein einsamer ­Spa­ziergang am Meer oder ein ­Endlos-Telefonat mit der besten Freundin. Was auch immer es ist: Die Mini-­Auszeiten machen den Kopf wieder frei und holen Sie auf den Boden der (bestimmt nicht ganz so dramatischen) Tatsachen zurück.

Manchmal steht man morgens mit dem falschen Fuß auf. Manchmal läuft wirklich viel schief. Und ja, dann darf auch mal gemeckert werden. Aber lassen Sie die Nörgelei nicht zur Gewohnheit werden. Sie selbst entscheiden, durch welche Brille Sie die Welt sehen wollen. Vertreiben Sie die schwarzen Wolken und geben guter Laune eine Chance!

05.03.2018| Barbara Schechtner © womenshealth.de
Sponsored Section
Aktuelles Heft
Personal_Trainer App