Streit an Weihnachten Konfliktlösung: Schluss mit dem Weihnachtsstreit!

Streit an Weihnachten
Nase voll von Weihnachtsstreitereien? Dann findest du hier hilfreiche Tipps! © JGI Jamie Grill / Gettyimages.com

Es gibt eine Weihnachtstradition, auf die alle gut verzichten könnten: Den jährlichen Familienkrach. Wir liefern dir Lösungen und Auswege

Für einige Ohren klingt es sicher wie ein schlechter Witz, wenn Weihnachten als „Fest der Liebe“ bezeichnet wird. Für viele ist da gar nichts heimelig und gemütlich, sondern eher stressig und streitzerfressen. So manche fänden am Tannenbaum Stacheldraht passender als Lametta. Einige denken bei "O Du Fröhliche" eher an diese Zeile: "O du unseliger, zum Rasen bringender Weihnachtsstreit!"

Denn in vielen Wohnungen und Häusern gibt es außer fettem Essen und Alkohol vor allem: Streit. Da heißt es nicht „Stille Nacht, heilige Nacht“ sondern „Stunk gemacht, bis es kracht“. Was kannst du tun, wenn es bei deinem Weihnachtsfest nicht nur im Ofen brutzelt, sondern auch zwischen den Beteiligten brodelt? Unser Weihnachtsstreit-Guide hilft dir.

Warum gibt es Weihnachten so oft Streit?

Die Umstände laden einfach sehr dazu ein, die Kontrolle über die eigenen Gefühle zu verlieren. Vorbereitungsstress, Geschenkewahnsinn, Jahresendstress, alles emotional übermäßig aufgeladen und mit Erinnerungen behaftet – da liegen bei einigen die Nerven blank. Kein Wunder, wenn sich da aufgestaute Gefühle in einem lauten Krach entladen.

Mit dieser unseligen Weihnachtstradition gehen verschiedene Familien unterschiedlich um. Einige fetzen sich bis zum Stimmeninfarkt, andere beschränken das Beisammensein zeitlich aufs absolut Notwendigste – wieder andere treffen sich lieber gar nicht erst. Manche gehen richtig aufeinander los.

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Das alles muss aber nicht sein, der Krach lässt sich eindämmen oder gar schlichten. Schau dir die Gründe für den Streit einmal genauer an, da finden sich immer wieder ähnliche Themen, die zum Zerwürfnis führen. Für alle gibt es Lösungen, solange du oder die jeweiligen Gastgeber klare Ansagen machen. Hier ein paar Ideen.

Wie regele ich Konflikte zum Thema Politik?

Es ist gut und wichtig, dass Menschen über Politik reden. Auch und gerade in der Familie. Aber wenn sich politisch in der Weihnachtsgesellschaft riesige Klüfte auftun, also wenn zum Beispiel Onkel Heinz überzeugter Wirtschaftsliberaler ist und Neffe Justin in der Grünen Jugend aktiv, solltet ihr vielleicht vereinbaren, dass bestimmte politische Themen ausgeklammert werden. Niemand möchte, dass die Leute wegen des Dieselskandals oder der Klimafrage mit der Geflügelschere aufeinander losgehen.

Sollte sich in euren Reihen tatsächlich jemand finden, der rechte Hetzer wählt, bietet sich eine andere Lösung an. Maria und Josef waren ja laut Papst quasi Flüchtlinge, als Jesus zur Welt kam. Wenn also die Geburt des Jesuskindes gefeiert wird, haben Positionen der Flüchtlingsfeinde dort gar nichts zu suchen. Ein einfaches Argument, um Hetzer zum Schweigen zu bringen oder noch besser: auszuladen. Es wollen sich ja zum Feste auch nicht alle anschweigen.

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Wie gehe ich mit Streit über Religion um?

Zu Glaubenskonflikten und den Skandalen der Kirche kann und soll sich jede*r positionieren, wie er oder sie möchte. Aber anlässlich eines religiös geprägten Festes am gedeckten Tisch eine Grundsatzdebatte über Sinn und Unsinn des Glaubens loszutreten, ist nicht nur widersinnig, sondern spalterisch. Wer Weihnachten über Religion diskutieren will, egal ob christlich oder nicht, findet sicherlich Online-Foren, wo das möglich ist. Oder zu später Stunde mit Gleichgesinnten eine Ecke, wo das diskutiert werden kann.

Im Gegenzug sollten aber die religiösen Teilnehmer ebenfalls Rücksicht darauf nehmen, dass nicht jede*r vor dem Weihnachtsessen beten oder Psalme rezitieren möchte. Wenn auf alle religiösen und nicht-religiösen Gefühle Rücksicht genommen wird, gibt es gar keinen Grund für Streit. Es ist schließlich Weihnachten!

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Wie verhalte ich mich bei Familienkonflikten?

Der Hauptgrund für Krach in der Familie liegt meist genau da. Kleine Animositäten, Eifersucht, Neid, alter Groll – eine Familie ganz ohne diese Dinge gibt es wohl nicht. Mal ist es der Groll von Onkel Heinz, dass Neffe Justin ihm nicht wie versprochen die Garage aufgeräumt hat. Mal ist es der drei Generationen alte Hass der einen Familienhälfte auf die andere wegen eines Erbstreits.

Da müsst ihr im Einzelfall abwägen: Lässt sich dafür heute ein Ausgleich oder gar eine Lösung finden (wie bei Onkels Garage)? Dann biete doch an, dich mit den Streithähnen 20 Minuten in ein separates Zimmer zu setzen und das zu klären. Oder noch besser: DIE setzen sich für eine halbe Stunde da rein, und du gehst inzwischen eine Runde joggen.

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Oder ist das ein so alter, festgefahrener Konflikt, wo die Fronten so verhärtet sind und der Groll so tief sitzt, dass sich nichts daran ändern lässt (Erbstreit)? Dann solltest du das genau so sagen – und die Streitenden zur Mäßigung mahnen. Motto: Schweigen oder gehen. Und bei Nachfragen: Nein, Essensschlacht ist keine Option.

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Erinnere außerdem alle Teilnehmer daran, wie lang sie das Thema schon mit sich herumtragen, wie wenig sie sich in all den Jahren bewegt haben, und wie wenig sinnvoll es deshalb ist, nun wieder damit anzufangen. Rufe den Streithähnen aber auch ins Gedächtnis, was sie trotz der Differenzen eint. Wecke Erinnerungen an lustige frühere Feste, bei denen alle viel Spaß hatten. Übertünche den Streit mit guter Laune und Gemeinsamkeiten – genau dafür gehen die meisten Menschen ja auf solche Veranstaltungen.

Was sollte ich bei Streit über Nichtigkeiten tun?

Meist sind es nicht die großen, sondern die kleinen und alltäglichen Probleme, die das Gespräch an der Festtafel bestimmen, wobei auch gern mal Streit aufflammt. Oft liegt der Grund für den Streit gar nicht in einem bestimmten Thema, sondern in der Lebenssitutation der einzelnen Beteiligten. Nach ein paar Gläsern Festtagsalkohol brechen schonmal gern die Dämme und es entlädt sich der übers Jahr gesammelte Frust über alles mögliche.

Wenn jemand versucht, seinen dicken Hals an anderen Teilnehmern des Festes auszulassen, musst du ihm strikt Einhalt gebieten. Und damit bist nicht du allein gemeint, sondern alle um den Tisch Versammelten. Die Botschaft ist: „Wir verstehen deinen Frust und auch deinen Ärger – aber hier am Tisch kann niemand etwas dafür. Also pöbele hier nicht rum, erzähle lieber, was dich so aufregt." Denn dafür sind Familien und Freunde doch da: Sich bei Problemen zu unterstützen.

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Wie gehe ich mit persönlichen Feindseligkeiten um?

So mancher Streit braucht gar keinen Grund, noch nicht einmal ein Thema. Da sind sich die Protagonist*innen schon seit Jahren spinnefeind und warten nur auf die Gelegenheit, sich wieder gegenseitig Gift ins Gesicht zu spritzen. Einzige Lösung: Gib Ihnen keine. Ganz richtig gelesen: Sorge dafür, dass diese Leute gar nicht erst an einem Tisch landen.

Wenn sich zwei Menschen partout nicht riechen können und noch nicht einmal für die Dauer eines gemeinsamen Essens ihre persönlichen Animositäten hintanstellen mögen, sollen sie zuhause bleiben. Das gilt übrigens grundsätzlich für Leute, die immer wieder Streit anzetteln und durch ihre intrigante Art für Zwietracht sorgen: Wegbleiben.

Es klingt hart, ja. Gerade zum Fest der Liebe. Aber nur so wird es ein solches für die Friedfertigen. Und für die Streitgeilen ist es vielleicht ein Weckruf. Oh, es handelt sich um dich und deine Schwiegermutter? Tja, Beileid. Da gelten dann ähnliche Verhaltensmaßnahmen wie bei Beziehungskrisen...

Was tun bei akuten Beziehungskrisen?

Kaum etwas belastet ein gemeinsames festliches Beisammensein so sehr wie eine Beziehung oder Ehe, die kurz vor der Trennung steht. Denn in der Regel haben die betroffenen zwei Menschen schon das eine oder andere Weihnachten miteinander gefeiert, alles ist mit Gefühlen und Erinnerungen behaftet. Da erhält die emotionale Überladung dieses Festes einen Extra-Boost.

Darum die klare Ansage, ob nun deine Beziehung betroffen ist oder die von jemand anderes am Tisch: Beratschlagt vorher in vertrautem Kreis, ob die Betroffenen sich das antun wollen, ob die beiden Partner das durchstehen. Vielleicht gibt es ja noch so viel gemeinsames Wir-Gefühl, dass das Fest altes Glück neu befeuert?

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Wenn da nichts mehr feuert, sollten die Getrennten lieber gleich separat planen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, es aber versuchen möchtet, schafft für den Abend Rückzugsräume für die Betroffenen – entweder um zu reden oder um (jede*r für sich) runterzukommen, Kraft zu schöpfen. So gelingt es besser, die schönen Momente des Festes zu teilen. Und die sollten schließlich überwiegen.

Der Streit an Weihnachten beruht meist auf Dingen, die mit dem Fest an sich gar nichts zu tun haben. Wenn du dir das bewusst machst und bereits bestehende Konflikte vorab ansprichst und moderierst, kannst du dem schlimmsten Krach aus dem Weg gehen. Wir wünschen dir jedenfalls ein möglichst konfliktfreies, besinnliches Weihnachtsfest!

19.09.2019| © womenshealth.de
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