Taekwon-Do für Frauen So kriegen Sie mit Taekwon-Do den Kopf frei

Fußtechniken: Kernelement des Taekwon-Do
Beim Taekwon-Do bringen Sie Körper und Geist in Einklang © wellphoto / Shutterstock.com

„HUAH!“ – und das Brett zerbricht unter Ihrer Hand. Im Taekwon-Do werden koreanische Traditionen zur modernen olympischen Disziplin und zu einem beliebten Kampfsport

Was ist Taekwon-Do

Taekwon-Do ist ein ganzheitlicher Sport. Er vereint Tradition und Moderne, Körper und Geist. Charakteristisch ist die sehr dynamische Beinarbeit, wörtlich übersetzt bedeutet der Name "Weg des Fußes und der Hand" (von Tae=Fußtechnik, Kwon=Handtechniken, Do=Weg des Geistes).
Die Techniken und Rituale sind hier sehr komplex, sodass Sie während des Trainings Sorgen und Probleme einfach vergessen. Sobald Sie sich im Trainingsraum befinden, sind alle Taekwon-Do-Schüler gleich und lassen den Alltag draußen.
Durch die verschiedenen Schülergrade und Wettkämpfe stellt man sich immer wieder neuen Herausforderungen und lernt immer dazu. Außerdem verbessert Taekwon-Do durch die vielfältigen Techniken den ganzen Körper und die Beweglichkeit, Kondition und Schnelligkeit – ein richtiger Rundumschlag also.

Taekwon-Do hat seinen Ursprung in jahrhundertealten koreanischen Kampfkünsten, die 1955 offiziell zu einem Sport vereint wurden.Trotz seiner langen Geschichte hat es der Sport geschafft, eine moderne olympische Disziplin zu werden. Das liegt daran, dass "alte Traditionen gewahrt werden, ohne tote Erde anzubeten", beschreibt es Taekwon-Do-Trainer Hyon Cha, Inhaber des Kampfkunststudios Baekho. Es wird sehr viel Wert auf Disziplin und die alten Rituale gelegt (zum Beispiel die Verbeugung vor jedem Training und Kampf), aber man ist auch offen für neue Einflüsse.

Wie geht Taekwon-Do?

Der Kampfsport hat sich aus dem japanischen Karate entwickelt und wird von einigen als Unterart davon gesehen. Beim Taekwon-Do stehen aber vor allem Schnelligkeit und Beweglichkeit im Mittelpunkt, da es im Gegensatz zu anderen Sportarten viele dynamische Tritte auf Kopfhöhe beinhaltet und eine schnelle Beinarbeit erfordert. Eine Trainingsstunde besteht deshalb immer aus Warm-up, Dehnen und Technikübungen. Die Bewegungen sind für Anfänger häufig ungewohnt, deshalb werden die sogenannten "Formen", also Abläufe von Techniken, bei jedem Training geübt.

Ein Markenzeichen des Taekwon-Do ist der Bruchtest. Dabei werden alle wichtigen Elemente des Taekwon-Do getestet: Technik, Kontrolle und vor allem Willensstärke. "Beim Bruchtest kommt es zu 20 Prozent auf die Technik und zu 80 Prozent auf den Kopf an. Du darfst keinen Zweifel daran haben, dass du das schaffst. Nur dann kannst du das Brett oder den Stein zerschlagen, ohne dich zu verletzen" erklärt Cha. Es geht dabei nicht um Stärke, sondern vor allem darum, dass man von sich und seiner Körperbeherrschung überzeugt ist und nicht an sich zweifelt.

Obwohl häufig gegen Gegner gekämpft wird, ist das Verletzungsrisiko übrigens sehr gering. "Wir machen viele Übungen für die Körperkontrolle, deshalb verletzt sich kaum jemand beim Training".

Was sollte man als Anfänger beachten?

"Das Wichtigste ist die Bereitschaft, sich zu verändern und dafür Neues zu lernen, und die Disziplin, zum Training zu kommen. Den Rest macht der Trainer", sagt Cha. Außerdem sollten Sie wissen, was genau Ihr Ziel ist. Wenn Sie viel Wert auf die Rituale und die mentale Stärke legen, gibt es Schulen, die traditioneller ausgerichtet sind. Sind Sie ehrgeizig und wollen vor allem Ihre Fitness verbessern, bieten andere Schulen eher wettkampforientierte Ausbildungen an. Probieren Sie am besten am Anfang mehrere Vereine aus, um genau den richtigen zu finden.

Beim Taekwon-Do haben Sie einen tollen Ausgleich zum Alltag und ein ganzheitliches Training für Körper und Geist. Also, wann zerschlagen Sie Ihr erstes Brett?

20.09.2013| Tove Marla Hortmann © womenshealth.de
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