Tipps für den Fahrradkauf So finden Sie das richtige Fahrrad-Modell

So vermeiden Sie einen teuren Fehlkauf im Fahrradladen. © LOFTFLOW / Shutterstock.com

Drehen Sie schon am Rad, weil Sie sich nicht entscheiden können, welches es sein soll? Diese Tipps verraten, welches Bike zu Ihnen passt

Welcher Fahrrad-Typ sind Sie? Ein Fahrrad kann so viel mehr sein als ein alter Drahtesel, der mit Plattfuß im Keller steht: ihr ständiger Begleiter, tägliches Transportmittel oder Sportgerät. Denn jedes Fahrrad-Modell bietet andere Vorzüge. Egal, ob Sie in Zukunft mit dem Citybike durch die Stadt tingeln, mit dem Rennrad die Straßen unsicher machen, mit dem Mountainbike über Berge heizen oder einfach nur gemütlich per E-Bike unterwegs sein wollen: Wir verraten, worauf Sie bei diesen 4 Fahrrad-Typen achten sollten, wenn Sie ein neues Fahrrad kaufen.

Das Rennrad für Sportskanonen

Ein Rennrad ist in erster Linie ein Sportgerät und damit der beste Fahrrad-Typ für alle, die ordentlich Kilometer machen und dabei auch ins Schwitzen kommen wollen.

Axial WLS GTC von Cube, um 1500 Euro © PR Cube

Das Rennrad im Schnellcheck:

Die meisten Sportler setzen beim Rahmenmaterial auf Carbon. "Das lässt sich so konstruieren, dass es den Belastungen beim Fahren entspricht", sagt Bike-Experte David Koßmann. Außerdem empfiehlt er die für Rennräder immer beliebteren Scheibenbremsen: "Die verzögern besser und ermöglichen auch am Rennrad etwas breitere Reifen. Damit haben Sie abseits der Straßen Sicherheit und rollen unter Umständen sogar leichter." Mit der Faust­formel Schrittlänge × 0,66 lässt sich ein ungefährer Richtwert für die optimale Rahmenhöhe berechnen. Gemessen wird ohne Schuhe vom Boden bis in den Schritt. Wer ein Rennrad gebraucht kauft, sollte vorher bei der Polizei anhand der Rahmennummer prüfen lassen, ob es gestohlen wurde.

Das Citybike für Großstadt-Radler

Vom gemütlichen Hollandrad bis zum stylishen Fixie – diese Fahrrad-Art bietet eine bunte Vielfalt an Rädern, die Sie im Alltag auf coole Weise von A nach B bringen.

F3 3.0 R LADY von KOGA, um 1100 Euro © PR Koga

Das Citybike im Schnellcheck:

Egal, wofür Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass das Rad ergonomisch zu Ihnen passt und Sie sich im Sattel wohlfühlen. "Wenn Sie neben dem Rad stehen, sollte der Sattel etwas höher sein als Ihre Hüftknochen. Sitzen Sie im Sattel und haben die Fersen auf den Pedalen, darf das Knie nicht ganz durchgedrückt sein, sonst stimmt die Sattelhöhe nicht", sagt der Fahrradexperte. Und drückt der Sattel, vergeht der Spaß am Radfahren schnell. Auch bei der Sattelbreite sollten Sie wählerisch sein: Sie muss mindestens dem Abstand Ihrer Sitzhöcker entsprechen. Grundsätzlich gilt: Je aufrechter die Sitzposition, desto breiter muss der Sattel sein, damit beide Sitzknochen vollständig auf dem Sattel aufliegen können.

Das Mountainbike für Offroad-Fans

Sie geraten gern mal auf Abwege? Dann ist ein Mountainbike genau das Richtige für Sie. Denn so eine Downhill-Tour im Gelände sorgt für einen ordentlichen Adrenalinkick.

SPECTRAL AL 6.0 WMN von CANYON, um 2400 Euro © PR Canyon

Das Mountainbike im Schnellcheck:

Die wichtigste Entscheidung: Hardtail oder Fully."Für anspruchsvolle Strecken bieten sich die vorn und hinten gefederten Fully-Modelle an", sagt Koßmann. Die sind meist aber etwas teurer (ab 1500 Euro) als Hardtails (ab 1000 Euro), die nur vorn gefedert sind. Je kürzer der Federweg, desto steifer ist die Feder. 120 bis 150 Millimeter sind da meist völlig ausreichend. Bikes mit Luftfederelementen lassen sich gut an Ihr Körpergewicht anpassen. Der neueste Trend: verstellbare Sattelstützen. Damit lässt sich der Sattel per Knopfdruck absenken. "So sind Sie auch im Gelände agiler.“ Um ein Gefühl für das Rad zu bekommen, machen Sie vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt: "Wenn möglich, im Gelände", empfiehlt der Bike-Experte.

Das E-Bike für lange Strecken und schweres Gepäck

Sie transportieren schweres Gepäck und wollen nicht verschwitzt im Büro ankommen? Ein E-Bike gibt Ihnen den nötigen Rückenwind – aus der Steckdose.

C-SERIE von FLYER, um 2800 Euro © PR Flyer

Das E-Bike im Schnellcheck:

Achten Sie auf Position und Leistung des schweren Nabenmotors: "Der Antrieb am Vorderrad ist nicht optimal für die Fahrdynamik", sagt der Bike-Experte. Besser: am Hinterrad, wo auch Ihre Pedalkraft wirkt, oder als zentrales Gewicht in der Mitte. Denn ein E-Bike wiegt mindestens 20 Kilo. Wer schnell unterwegs ist, braucht auch kräftige Bremsen: Hydraulische Felgenbremsen sind zuverlässig und pflegeleicht, teurere Scheibenbremsen haben Vorteile bei Nässe. Wie weit Sie mit einer Akku-Ladung kommen, hängt von mehreren Faktoren ab. Ohne Gepäck und auf flacher Ebene hält ein Akku rund 90 Kilometer durch. Hier lohnt es sich, auf Markenanbieter zu setzen. "Ein guter Akku kostet zwischen 500 und 800 Euro", so Koßmann.

Fahrrad-Modelle sind vielfältig. Wer unsere Tipps beim Fahrradkauf beachtet, findet im Fachgeschäft sicher das passende Fahrrad-Modell für die eigenen Bike-Bedürfnisse. Eine Probefahrt kann im Zweifel nie schaden.

13.06.2017| © womenshealth.de
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