Unerwiderte Liebe Warum Sie sich immer in die Falschen verlieben – und wie das aufhört

Eine unerwiderte Liebe lässt die Sehnsucht entstehen, endlich mal wieder ganz befreit durchzuatmen. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. 5 Gründe, warum Sie oft so an jemandem hängen, der Sie gar nicht will – und wie der Herzschmerz endlich aufhört

Wie oft fragen Sie sich: Wie oft? Genauer: Wie oft müssen Sie sich noch Hals über Kopf verlieben und jedesmal wirklich ganz sicher sein, dass er Ihr Seelenverwandter ist? Wie oft werden Sie sich noch sicher sein, mit diesem Mann den Rest Ihres Lebens verbringen werden, bis dann die Blase Ihrer hollywoodreifen Romanze platzt und Sie auf dem Boden der Tatsachen landen, weil Ihnen der Mistkerl das Herz gebrochen hat? Wie oft muss Ihnen das noch passieren? Keine Bange: Nach der Lektüre dieses Textes kommt es jedenfalls nicht mehr so oft dazu wie ohne diesen Artikel.

Wie kommt es zur unerwiderten Liebe?

Liebe ist kompliziert und bleibt viel zu oft unerwidert. Gerade in Zeiten von Dating-Apps wie Tinder & Co., wo die Auswahl an potenziellen Partnern quasi endlos ist und an jeder Ecke schon der nächste Herzensbrecher auf Sie wartet, verlieben Sie sich häufig in die Falschen. Aber woran liegt das? Und warum hängen Sie so sehr an denen, die Sie eigentlich gar nicht wollen – oder eben nur manchmal?

Es gibt verschiedene Gründe, und meistens kommen gleich mehrere zusammen. Natürlich lässt sich die Schuld auch bei den entsprechenden Männern suchen, die Sie und Ihre Gutgläubigkeit ausnutzen. Sicherlich gibt es solche Männer auch. Aber um sich von Ihnen fernzuhalten, müssen Sie erst einmal erkennen, weshalb diese Typen bei Ihnen überhaupt landen können. Wir haben die wichtigsten Gründe für eine solche unerwiderte Liebe zusammengetragen:

5 mögliche Gründe für unerwiderte Liebe

Brechen Männer Ihnen immer wieder das Herz, weil die Gefühle ihrerseits stärker sind, ist es an der Zeit das eigene Verhalten zu reflektieren. Diese 5 Dinge können eine Rolle spielen, wenn Sie sich immer wieder in die Falschen verlieben:

1. Hormone vernebeln Ihr Gehirn

Warum unerwiderte Liebe sich wiederholt? Unter anderem weil Verliebtsein süchtig macht! © Jacob Lund / Shutterstock.com

Eigentlich können Sie gar nichts dafür, dass Sie sich immer die falschen Männer aussuchen: Ihr Gehirn ist schuld. Denn das Glückshormon Dopamin, das vor allem beim Sex ausgeschüttert wird, vernebelt Ihre Sinne. Es trickst Ihren Verstand aus und bringt Sie in den emotionalen Ausnahmezustand.

Aber was, wenn sich nach einer Weile herausstellt, dass es für ihn „nur Sex“ war, Sie aber emotional bereits richtig tief drin stecken? Tja, dann wird’s verdammt schmerzhaft, denn die ständige Ausschüttung des Glückshormons hat sie süchtig gemacht. Ist es dann plötzlich aus, leiden sie wie bei einem kalten Entzug. Das wirkt sich auch auf Ihren Körper aus: Stimmungsschwankungen, schlaflose Nächte, kein Appetit und endlose Depri-Phasen.

Deshalb brauchen Sie bei Liebeskummer auch eine gute Freundin als Therapeutin an Ihrer Seite und schmerzlindernde Medikamente in Form von Schokolade und Eiscreme, die Ihrem Gehirn eine neue Dosis Glück liefern.

2. Gute Gene brechen Herzen

Auch die Evolution hat ihren Teil zu Ihrer heutigen Partnerwahl beigetragen. Bei Ihren Vorfahren setzten sich evolutionsbiologisch die besten Gene durch, so dass die Stärksten, Klügsten und Schönsten überlebten.

Dieses Verhalten steckt auch in Ihnen und sorgt dafür, dass Sie sich bei der Partnerwahl nach oben orientieren, also jemanden auswählen, der genetisch ähnlich oder sogar etwas besser aufgestellt ist als Sie selbst. Das Problem: der andere tut dasselbe und kommt dabei vielleicht nicht auf Sie – autsch!

3. Mama und Papa haben es versaut

Endlich frei! Um diesen Zustand zu erreichen, ist manchmal harte Selbstreflexion nötig. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Wenn es ganz blöd läuft, geben Ihnen auch Ihre Eltern ein Suchmuster mit auf den Weg. Sigmund Freud wusste bereits: Können Sie sich als Kind nicht genug mit Ihrer Mutter identifizieren, sodass die Liebe für den Vater auf einem normalen Level bleibt, entwickeln Sie ganz unglückliche Beziehungsmuster – auch Vaterkomplex genannt. Dadurch verlieben Sie sich dann immer wieder in Männer, die eigentlich unerreichbar sind: Den Chef, den Prof, den Liebsten Ihrer besten Freundin. Enttäuschung und Ärger sind dann vorprogrammiert.

4. Es liegt an Ihrem Ex-Freund

Ja, auch dem Ex können Sie die Schuld in die Schuhe schieben, wenn es in der Liebe nicht läuft. Denn die bisherigen Männer in Ihrem Leben haben Sie geprägt. Nicht nur der berühmte Vaterkomplex kann dafür sorgen, dass Sie sich immer wieder unglücklich verlieben – auch Ihre Ex-Freunde können dafür verantwortlich sein, dass Sie bei der Partnerwahl immer wieder auf einen bestimmten Typ Mann reinfallen.

Unbewusst klammern Sie sich nämlich an die gewohnte Rolle, die Sie bereits aus vorherigen Beziehungen kennen und suchen immer wieder nach Männern, bei denen Sie diese einnehmen können. So einfach entsteht ein Beuteschema. Wobei die Frage ist, wer da zur Beute wird...

5. Und am Ende sind Sie auch selbst schuld

Der entscheidende Grund, warum Sie sich an Menschen klammern, die Sie gar nicht wollen, liegt in Ihnen selbst. Mangelndes Selbstbewusstsein, Angst vor dem Alleinsein und erlerntes (Fehl-)Verhalten durch schiefgelaufene Beziehungen können Ursachen sein.

Dauerhaft für jemanden zu schwärmen, der letztlich immer unerreichbar ist, schützt Sie allerdings auch davor, tatsächlich selbst auch mal eine Beziehung einzugehen. So bleiben Sie im "Was-wäre-wenn"-Modus und quälen sich am Ende selbst.

Was kann ich bei unerwiderter Liebe tun?

Es ist hart, aber wahr: Ohne eine ehrliche und gnadenlose Selbstreflexion mit anschließendem Strategiewechsel werden Sie diesem "Täglich grüßt das Murmeltier"-Kreislauf nicht entkommen.

Haben Sie die Gründe für die unerwiderte Liebe einmal durchschaut, blicken Sie gleich zuversichtlicher in die Zukunft. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Schauen Sie sich alle Männer, in die Sie unglücklich verliebt waren, noch einmal genau an. Gehen Sie die Liste anhand der oben genannten Gründe durch. Findet sich bei den Herren vielleicht ein Muster? Entsprechen die alle zu einem bestimmten Typ, berühren die alle den gleichen Schwachpunkt bei Ihnen?

Betrachten Sie auch Ihre jeweilige Lebenssituation, in der Sie diese Männer getroffen haben. Gibt es da vielleicht auch Parallelen, etwa: "immer nach einer besonders stressigen Zeit" oder "immer wenn es mir besonders schlecht ging"? Alle Ergebnisse sollten Sie sich aufschreiben und immer wieder durchlesen.

Je mehr Indizien Sie haben, desto besser können Sie festmachen, wie Sie in diese Beziehungen hineingerutscht sind. Je besser Sie das wissen, desto eher können Sie diese Situationen in Zukunft meiden oder zumindest wachsam sein, wenn sie sich wiederholen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Träume. Inwiefern hängen Sie vielleicht einer (vielleicht uralten) Traumvorstellung an davon, wie ein gemeinsames Leben mit einem Mann aussehen soll? Und inwieweit suchen Sie immer noch nach einem Mann, der genau in diese Vorstellung passt, aber längst nicht mehr in Ihr Leben? Sortieren Sie überkommene Idealbilder aus und schaffen Sie sich ein realistisches und vor allem möglichst offenes Suchprofil für Ihren potenziellen Partner.

Doch Vorsicht: Menschen neigen dazu, Muster zu erkennen, wo keine sind. Nur weil Sie zwei unglückliche Affären mit groß gewachsenen blonden Männern hatten, die einen technischen Beruf ausübten, heißt das längst nicht, dass Ingenieure für Ihr Unglück verantwortlich sind. Es geht nicht um Äußerlichkeiten. Es geht auch gar nicht so sehr um die Männer, eher um das, was diese Männer in Ihnen auslösen, was sie bei Ihnen berühren. Und da geht es besonders um Dinge, die Sie eigentlich nicht wollen.

Auf wen auch immer Sie als nächstes fliegen: Bleiben Sie mit beiden Füßen auf dem Boden! © Jacob Lund / Shutterstock.com

Wie überwinde ich die unerwiderte Liebe?

Möglichst nicht mit einer neuen Liebe, die wieder Probleme macht. Vergessen Sie nicht: Eine Beziehung ist nicht alles. Der wichtigste Mensch in Ihrem Leben sind Sie selbst. Also konzentrieren Sie sich auf sich selbst, und ziehen Sie für sich klare Grenzen, auf was Sie sich mit Männern einlassen. Oder verordnen Sie sich eine Männerpause.

Sehr wichtig sind Gespräche mit Freundinnen und Freunden, am besten Menschen, die Sie lange kennen. Erzählen Sie denen von Ihrer Selbstanalyse und fragen nach deren Meinung. Und hören Sie auf ihre Warnungen! Wenn eine gute Freundin Ihnen zu einem Typen, den Sie "ganz süß" finden, sagt: "Das ist wieder genau dein Problemtyp", sollten Sie sehr hellhörig werden.

Viele leiden lange und ausdauernd an einem gebrochenen Herzen. Aus welchem Grund Sie sich auch an den Falschen klammern: Hören Sie damit auf! Denn meist machen Sie sich dabei nur selbst etwas vor. Reflektieren Sie Ihre Partnerwahl und bleiben Sie dabei vor allem sich selbst treu. Denn auch wenn es schwer fällt, manchmal schützt Sie ein „Schade, dann eben nicht“ vor viel unnötigem Frust.

08.11.2018| © womenshealth.de
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