Kuscheln Was Männer übers Kuscheln denken

Wie denken Männer übers Kuscheln? Genießen sie die Zweisamkeit oder ist Kuscheln für sie mehr Mittel zum Zweck? © Jacob Lund / Shutterstock.com

Männer und Kuscheln – eine schwierige Beziehung. Finden sie sexfreies Knuddeln so schlimm? Wir haben 6 gefragt und geben Tipps, wie's kuschelig klappt

Nach einem langen Tag will Frau sich manchmal nur noch auf dem Sofa einrollen, Netflix anschmeißen und sich vom Liebsten den Rücken kraulen lassen. Das ist Kuscheln Deluxe: mit Jogginghose und Wolldecke und allem Drumherum – aber bitte ohne Sex. Und genau da gehen die Meinungen von Mann und Frau leider oft auseinander. So klären Sie die Sache mit ihm, so dass es doch noch gemütlich werden kann.

Was denken Männer übers Kuscheln?

Dass Sex nicht zwangsläufig auf Kuscheln folgt, ist für Frauen selbstverständlich. Für Männer ist es schon fast eher umgekehrt. Kuscheln bedeutet für viele Männer: Startschuss für Sex. Viele sehen das Anschmiegen als ersten Schritt und versuchen die Gelegenheit für "mehr" zu nutzen. Dabei verkennen sie, dass ein Mehr an Sex oft ein Weniger an Gemütlichkeit bedeutet. Und wenn der Frau danach der Sinn steht, wird es, nun ja: ungemütlich. Es gibt nicht wenige Männer, die nur dann etwas mit Kuscheln und Knuddeln anfangen können, wenn es der Auftakt für eine Runde Sex ist. Einige halten das fast für selbstverständlich:

"Kuscheln ist ok. Meistens folgt darauf ja auch etwas mehr." (Simon)

Natürlich gibt es auch Frauen, die sich in so einer Situation gern verführen lassen. Aber in diesem Text hier soll es eben genau um die Situation gehen, wo Sie dazu keine Lust verspüren. Wie machen Sie ihm klar, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob er Ihre Brüste massiert oder Ihren verspannten Nacken? Am besten deutlich.

Wie mache ich ihm klar, dass ich nur kuscheln will?

Je eher Sie etwas sagen, desto besser. Also am besten gar nicht erst in der entsprechenden Situation, sondern früher. Diese Selbstverständlichkeit, mit der Männer Kuscheln und Sex verknüpfen, beruht oft auf einem Missverständnis.

Für viele Männer sind Kuscheln und Sex nicht zwei verschiedene Dinge, beides geht ineinander über. Da kommt es oft zu Missverständnissen. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Für viele Männer gibt es – gerade in der Phase der ersten Verliebtheit – keine verschiedenen Arten von Körperlichkeit in der Beziehung. Sie sehen das als eine fließende Entwicklung, und die hat oft eben nur ein Ziel: Sex. Erst wenn das Thema Sex vom Tisch ist, eröffnet sich die Möglichkeit, einfach so beieinander zu liegen und sich ohne Ziel und Agenda zu berühren:

"In einer festen Beziehung kuschele ich sehr gerne mit meiner Freundin – am liebsten jede Nacht, vor allem nach dem Sex. Da rollen wir uns ja nicht einfach auf die Seite und pennen. Wir kuscheln danach immer und reden ein bisschen." (René)

Wenn Sie also vorhaben, mit einem Mann "nur" zu kuscheln, hilft es, diese Begrifflichkeit im Vorfeld mal grundsätzlich zu klären. Nicht in der Situation selbst, denn dann wird er sich meist in erster Linie gegen den Verdacht verteidigen, er hätte irgendwelche Hintergedanken gehabt. Sie wollen ihm aber gar nichts vorwerfen, sondern nur etwas klarstellen.

Besser ist es, einmal in einer unverfänglichen Situation, zum Beispiel am Frühstückstisch zu sagen: "Du hör mal, wenn ich sage, ich möchte vor der Glotze kuscheln, dann meine ich nicht, ich möchte mit einen halben Film lang von dir kraulen lassen und dann mit dir ins Bett. ich möchte den ganzen Film mit dir schauen. Gern eng aneinander liegend und mit kraulen, aber sonst nix. Das finde ich superschön, auch und gerade ohne Sex." Sagen Sie das ruhig ganz klar, lassen Sie es nicht immer wieder auf sich zukommen in der Hoffnung, dass er es von selbst kapiert. Sonst erwartet der Mann vielleicht oft eher dieses Szenario:

"Kuscheln ist eine super Möglichkeit Art sich langsam näher zu kommen. Meine Frau und ich verpassen oft das Ende von Filmen, weil wir dabei kuscheln und, naja ... die Dinge dann gerne mal eskalieren." (Michael)

Finden Sie klare Worte, gerade fürs Kuscheln

Sobald dem Mann klar wird, dass es da für Sie um zwei verschiedene Dinge geht, Kuscheln auf der einen und Sex auf der anderen Seite, und wenn es dafür klare, nicht verschwimmende Begrifflichkeiten gibt, muss er sich von seinem Konzept verabschieden, das da lautet: Alles, kann nichts muss, aber einiges soll. Sagen Sie ihm bei dieser Gelegenheit, dass er nicht nur auf den Begriff "Kuscheln" an sich achten soll, sondern auch auf das Setting. Verdeutlichen Sie ihm, dass Sie mit allergrößter Wahrscheinlichkeit keinen Sex wollen, wenn Sie ihn in Jogginghose, Schlabberpulli und kratzigen Wollsocken mit einer Wärmflasche bewaffnet zur Couch bugsieren. Körpersprache ist alles.

Die traute Zweisamkeit beim Kuscheln hat nicht für jede(n) etwas mit Sex zu tun. Das sollten Sie aber auch laut sagen. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Wichtig ist, dass Sie ihm klar machen, dass es sich hierbei nicht um eine grundsätzliche Absage an Sex mit ihm handelt. Den kann und wird es zu anderer Gelegenheit wieder geben. Um zu kommunizieren, dass Ihnen der Sinn danach steht, müssen Sie sich dann natürlich eine andere Begrifflichkeit suchen, damit keine Missverständnisse entstehen.

Wenn die Sache geklärt ist, stellt sich dann die Frage, ob Ihr Mann ein Mark ist...

"Das klingt vielleicht komisch, aber ich bin beim Kuscheln wirklich gerne der 'kleine Löffel'. Ich weiß auch nicht wieso. Sieht bestimmt lustig aus, meine Freundin ist nämlich etwas kleiner als ich." (Mark)

...oder ob er eher ein Stefan ist...

"Nee, sorry. Kuscheln ist echt nicht so mein Ding." (Stefan)

Im zweiten Fall haben Sie ein Problem. Oder besser: er

Ob gemeinsam fernsehen, lesen oder im Internet surfen: Beim Kuscheln entsteht eine Intimität, deren Unverfänglichkeit auch große Vorteile hat. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Lehren Sie ihn, das Kuscheln an sich zu wertschätzen

Machen Sie das Kuscheln zu einem eigenen Event in Ihrer Liebe. Wenn Sie beide sich darauf geeinigt haben, dass Sie es beide wollen, sollten Sie es in vollen Zügen genießen, da findet jede/r für sich andere Aspekte. Für einige ist es die wohlige Geborgenheit und Nähe, manche knabbern dabei gern und mögen das "Sich-ein-bisschen-gehen-Lassen", für andere sind andere Dinge schön:

"Wenn meine Freundin kuscheln möchte, wenn wir zusammen auf der Couch oder im Bett liegen – gerne! Sie riecht auch immer so fantastisch!" (Christian)

Wenn Sie beide überzeugte Kuschler sind, kann es dann sogar ohne Fernsehen klappen, sogar im Bett:

"Ich liebe Kuscheln! Für mich gibt es nichts Schöneres als abends von der Arbeit nach Hause zu kommen, mich zu meiner Freundin ins Bett zu legen und mich an sie zu schmiegen. Wir sind gerade erst zusammen gezogen und jede Nacht dasselbe Bett zu teilen, ist mein persönliches Highlight." (Martin)

Auch das ein klarer Vorteil von Kuscheln gegenüber Sex: Diese wohlige Innigkeit können Sie beide zelebrieren, ohne sich dabei Gedanken zu machen, ob irgendwer "funktioniert" oder "Leistung liefert" - beides Dinge die gerade Männer beim Sex oft im Hinterkopf haben. Über das Kuscheln entwickelt sich eine Form von Vertrautheit und körperlicher Entspanntheit, die der Liebe in jeder Hinsicht gut tut.

Männer, die Kuscheln als Vorstufe zum Sex sehen, wird es immer geben. Das ist bei vielen so gelernt, bei einigen nicht leicht abzustellen. Aber durch klare Ansagen und eine Trennung beider Dinge, ohne eines zu vernachlässigen, lassen sich selbst hartnäckige Kuschelgegner überzeugen. So, und jetzt Jogginghose an und ab auf die Couch!

22.10.2018| © womenshealth.de
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