Biologisches Alter Wie alt bin ich wirklich?

Alterungsprozesse lassen sich beeinflussen. Ihr biologisches Alter gibt Aufschluss darüber, wie Sie "nachbessern" können. © Dean Drobot / Shutterstock.com

Sind Sie beim Alterungsprozess komplett Ihren Genen ausgeliefert? Experten verraten, wie Sie selbst, Ihr biologisches Alter beeinflussen können

Schon 1984 sangen Alphaville ihren Hit "Forever Young" und der hält sich tatsächlich schon ewig in den Radio-Playlists. Anders als ein Lied haben Sie schon mit den Folgen des biologischen Alterns zu tun. Für immer jung – das wird wohl für immer ein Traum aus einem Pop-Song bleiben. Aber wenn Sie Ihr biologisches Alter kennen, können Sie ein wenig an der Altersschraube drehen.

Was heißt eigentlich biologisches Alter?

Mit dem Begriff "biologisches Alter" ist die Summe verschiedener Altersfaktoren gemeint. Grob gesagt sind das: Ihr kalendarisches Alter, sowie körperliche und seelische Einflüsse. Es geht letztlich dabei um den Zustand Ihres Körpers, darum, wie gut er sich "gehalten" hat. Natürlich spielen bei dessen Erhalt oder Verfall auch die Gene eine Rolle – aber Forscher schätzen, dass der nur bei Rund einem Drittel liegt. Die restlichen zwei Drittel werden in erster LInie von Ihrer Lebensweise bestimmt. Wer gut lebt, fühlt sich also nicht nur jünger, sondern ist es auch medizinisch.

In einer Studie an der US-amerikanischen Duke University etwa wurde anhand von 18 Faktoren das biologische Alter von 954 Menschen im gleichen chronologischen Alter (38) untersucht. Ergebnis: Das biologische Alter der knapp 1000 Probanden lag zwischen 28 und 61 Jahren.

Eher schlecht fürs biologische Alter: Zu viel Stress. © Dean Drobot / Shutterstock.com

Das Tolle daran: Ihr biologisches Alter können Sie selbst mitbestimmen. Zugegeben, das klingt im ersten Moment nach einem überzogenen Anti-Aging-Werbeversprechen, ist aber in Wahrheit ein ziemlich interessanter Denkansatz bei der Frage, welchen Lebensstil Sie verfolgen sollten, um sich gesund und gut zu fühlen.

Wie wird das biologische Alter errechnet?

Es gibt dafür aufwändige Untersuchungsverfahren oder einfache Frage-Antwort-Tests. Im Prinzip geht es aber immer um das gleiche: Es werden neben dem tatsächlichen Alter verschiedenste Punkte abgefragt bzw. untersucht, um daraus einen Wert abzuleiten, also etwa Körperfettanteil, Blutdruck und Cholesterin-Werte.

Ein wesentlicher Faktor beim biologischen Alter: gesunde Ernährung. © Shift Drive / Shutterstock.com

Es geht aber auch um Fragen wie: Wie viel Sport Sie treiben, wie Sie sich ernähren, wie Ihr Body Mass Index (BMI aussieht, ob Sie regelmäßig Alkohol trinken oder ob Sie rauchen. Allein der Zigarettenkonsum kann bekanntermaßen die Lebenserwartung um 10 Jahre senken. Am Ende der Tests steht dann eine Erkenntnis wie: "Sie sind 5 Jahre älter als in Ihrem Pass steht."

Was bringt mir dieses Wissen über mein biologisches Alter?

Im positiven Fall eine Bestätigung der eigenen Lebensweise, im negativen einen (hoffentlich) heilsamen Schock. Ganz ehrlich: Wenn Ihnen jemand ins Gesicht sagt, dass Sie älter sind, als in Ihrem Ausweis steht, dann sitzt das. Das bringt Sie mehr zum Nachdenken als jeder ärztliche Ratschlag, die eigene Work-Life-Balance zu überdenken. Es ist ein einfacher Trick, der auf einer simplen Erkenntnis beruht: Menschen lieben Zahlen, Menschen vertrauen Zahlen.

Was mache ich, wenn ich mein biologisches Alter kenne?

Der Alters-Check ist ein bisschen wie der Gesundheitscheck beim Arzt, nur mit dem Unterschied, dass es nach der Auswertung kein Rezept gibt, dafür aber einen Trainings- und Ernährungsplan. Heißt konkret: Wer in der Kategorie "Herz-Kreislauf-Gesundheit" ziemlich mies abgeschnitten hat, bekommt definitiv einen anderen Trainingsplan als eine dauergestresste Langstreckenläuferin, die erst einmal eine Runde Entspannung verordnet bekommt.

Sport hält jung – im biologischen Sinne stimmt das. © Dean Drobot / Shutterstock.com

In erster Linie geht es um ein Umdenken und darum, die Motivation zu entwickeln, schlichtweg "mehr" rauszuholen. Im zweiten Schritt bekommen Sie Klarheit darüber, was dem Körper eigentlich fehlt, um dieses "mehr" überhaupt erreichen zu können. Denn nicht selten scheitern gute Vorsätze daran, dass Sie a) keinen konkreten Plan verfolgen oder b) schlichtweg das Falsche unternehmen, um Ihr Ziel zu erreichen. Beispiele: Crash-Diäten, falsches Training oder eine Ernährungsweise, die absolut nicht zu den Bedürfnissen der einzelnen passt.

Wie senke ich mein biologisches Alter?

Die erwähnten Faktoren der Lebensgestaltung – ausgewogene Ernährung, hinreichend Bewegung, Anti-Stress, Rauch-Stopp – haben Sie allesamt selbst in der Hand. Damit können Sie arbeiten und innerhalb des biologisch vorgegebenen Rahmens auf die Altersbremse treten. Aber übertreiben Sie es nicht: Immer mehr Sport heißt nicht immer jünger. Es gilt, eine gesunde Balance zu finden.

06.11.2015| Linda Babst © womenshealth.de
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