Xucker als Zucker-Alternative: Tschüß, Zucker! Darum backen wir Kuchen jetzt nur noch mit Xylit!

Kuchen mit Xylit süßen? nichts leichter als das
Sie wollen einen Low Carb-Kuchen backen? Mit Xylit gar kein Problem, denn damit sparen Sie Carbs und Kalorien © David Pereiras / Shutterstock.com

Ab jetzt können Sie (fast) ohne schlechtes Gewissen naschen: Zumindest wenn Sie Zucker durch den Zuckerersatz Xylit ersetzen. Wie sie damit Kuchen & Co. richtig süßen, verrät eine Low Carb-Bäckerin

Naschkatzen kämpfen alle mit dem gleichen Problem: Die süßen Sünden wandern direkt auf die Hüften und killen unsere Bikinifigur. Auf Auf Schoki und Kuchen? Auch keine Lösung. Müssen Sie auch gar nicht: Dafür gibt es jetzt nämlich "Xucker" – oder genauer gesagt Xylit. Der Zuckerersatz hat nicht nur weniger Kalorien als normaler Zucker, sondern ist auch noch viel gesünder.

Jasmin Mengele, Expertin in Sachen Low Carb, schwört schon lange auf Xylit und kreiert damit verdammt leckere, kohlenhydratarme Rezepte für Kuchen, Desserts & Co., die man auf Ihrem Blog Soulfood LowCarberia nachlesen oder in ihrem – deutschlandweit ersten – Low Carb Restaurant mit Café und Shop in Nürnberg kosten kann. Wir haben bei ihr nachgefragt, wie gut der so gehypte Zuckerersatz wirklich ist und was man damit alles in der Küche zaubern kann.

In diesem Artikel:

Was genau ist Xylit überhaupt?

Xylit (bzw. Xylitol) ist ein sogenannter Zuckeralkohol, der auch als Birkenzucker bezeichnet wird. Oft wird Xylit mit „Xucker“ gleichgesetzt, dabei ist Xucker lediglich ein Handelsname, also nur die Marke einer bestimmten Firma. Es gibt noch weitere Hersteller von Xylit, wie z.B. Xylipur oder Birkengold. Auch unsere Expertin Jasmin Mengele vertreibt den gesunden Zuckerersatz Xylit „Wie Zucker“ in ihrem Shop.

Die Bezeichnung „Xucker“ bleibt vielen aber einfach besser im Kopf und lässt schon erahnen, wie ähnlich Xylit dem Haushaltszucker ist. Sie gleichen sich nämlich nicht nur optisch, sondern kommen auch in ihrer Süßkraft sehr nah aneinander heran. “Xylit ist die perfekte kohlenhydratarme Alternative zu Zucker”, bringt es Jasmin Mengele auf den Punkt.

Übrigens: Xylit ist zwar ein Zuckeraustauschstoff, jedoch KEIN Süßstoff. Die sind nämlich um das hundert bis tausendfache süßer als Zucker.

Wo liegt der Unterschied zu Xucker light?

Xucker light kommt zwar vom gleichen Hersteller wie Xucker, ist aber ein komplett anderes Produkt: Dahinter steckt nämlich das kalorienfreie Süßungsmittel Erythrit. Das gibt es – genau wie Xylit – natürlich auch von anderen Herstellern, wie der Soulfood LowCarberia. Süß ist Erythrit zwar auch, Sie brauchen jedoch deutlich mehr, da es nur 70 Prozent der Süßkraft von Zucker besitzt.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Anwendungsbereiche: Während man mit Xylit super backen kann, ist Erythrit eher weniger gut dafür geeignet, da es andere Backeigenschaften hat. Erythrit ist aber das ideale Süßungsmittel für Getränke, wie Kaffee oder zuckerfreie Limos.

Wie wird Xylit hergestellt?

Xylit ist ein pflanzliches Süßungsmittel, das natürlicherweise in verschiedenem Gemüse, Früchten oder in der Rinde von bestimmten Holzarten zu finden ist. Daher auch der Name “Birkenzucker”. Trotzdem ist diese Bezeichnung irreführend.

Pflanzenfasern aus Mais werden für die Herstellung von Xylit verwendet
Birkenzucker müsste mittlerweile eigentlich Maiszucker heißen © I love photo / Shutterstock.com

Zwar wird Xylit auch aus der Rinde der Birke gewonnen, viel geläufiger ist jedoch Buchenrinde. Die Rinde fällt bei Baumfällarbeiten als Abfallprodukt ab, sodass die Produktion – wie von den Herstellern betont wird – nachhaltig ist. Da die Ressourcen an Holz aber nicht ausreichen, werden zusätzlich Pflanzenfasern aus Mais für die Herstellung von Xylit verwendet. Auch hier legen die Hersteller großen Wert darauf, nur Mais ohne Gentechnik zu verwenden, sodass ein qualitativ hochwertiges Endprodukt entsteht. Durch viele Arbeitsschritte, bei der Xylit aufwändig und in mehreren Stufen gefiltert wird, ist das Endprodukt sehr rein und weist keine Reste von Pflanzenschutzmitteln auf (die Reinheit beträgt zwischen 98,5 % und 99,5 %).

Um aus den Pflanzenfasern Xylit zu gewinnen, gibt es zwei Methoden: Eine Möglichkeit ist es, mittels Wärme aus xylanhaltigen Baum- oder Maisfasern Xylan, also Holzzucker zu gewinnen, der dann in einem zweiten Schritt zu Xylit weiterverarbeitet wird. Alternativ kann Xylit durch Gärung hergestellt werden, bei der bestimmte Hefen mit einer Glukoselösung, die aus Mais und Weizen gewonnen wird, gefüttert werden.

Tipp: Informieren Sie sich vor dem Kauf! Je nach Produktionsland unterscheidet sich die Herstellung des Birkenzuckers. Während europäische Länder (meist Finnland und Frankreich) auf eine ganz natürliche Methode setzen, kommen in China regelmäßig chemische Hilfsmittel, wie Natronlauge, zum Einsatz.

Ist Xylit wirklich gesünder als Zucker?

Die Antwort ist ein eindeutiges JA. Im direkten Schlagabtausch „Xylit vs. Zucker“ punktet der Zuckeralkohol in allen Kategorien. Kalorientechnisch kann der Haushaltszucker mit 400 kcal pro 100 Gramm einpacken. Die gleiche Menge Xucker liefert nämlich gerade mal 240 kcal. So sparen Sie sich 40 Prozent der Kalorien.

Abnehmwillige profitieren darüber hinaus noch einem zweiten Vorteil. “Xylit wird insuliunabhängig verstoffwechselt und ist dadurch super für die kohlenhydratarme Ernährung geeignet!” erklärt Jasmin Mengele.

Weniger Heißhunger dank Xylit

Xylit verhindert Heißhungerattacken beim Abnehmen
Xylit verhindert Heißhungerattacken beim Abnehmen © nenetus / Shutterstock.com

Und das, obwohl Zuckeralkohole wie Xylit, eigentlich auch zur Stoffgruppe der Kohlenhydrate zählen, bei denen es sich um nichts weiter als Glukose, also Zucker handelt. Wie kann das sein? Ganz einfach: Haushaltszucker (Saccharose) besteht zu gleichen Teilen aus den beiden Einfachzuckern Fruktose und Glukose. Um Energie zu liefern, werden Carbs in einzelne Zuckermoleküle zerlegt. Kurze Ketten, wie die von Saccharose, sind schnell zerlegt und damit auch ratz fatz im Blut. Genau das ist das Fiese an ihnen: Ihr Blutzuckerspiegel schießt nach oben, fällt jedoch genauso schnell wieder in den Keller. Dieses Auf und Ab löst Heißhungerattacken aus, mit denen Sie sich noch mehr Kalorien auf die Hüfte futtern. Ein ständiger Teufelskreis.

Wie stark sich kohlenhydratreiche Lebensmittel auf Ihren Blutzuckerspiegel auswirken, gibt der glykämische Index (GI) an. Bei Zucker liegt er bei 65. Der glykämische Index von Xylit liegt nur bei 10. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel nach Xylit-Konsum konstant(er) bleibt. So verspüren Sie nicht sofort wieder Gelüste nach Süßkram und sparen sich so gleich doppelt einiges an Kalorien.

Xylit ist gut für die Zähne

Doch Xylit hat nicht nur beim Abnehmen die Nase weit vorn: “Das pflanzliche Süßungsmittel ist noch dazu gut für die Zähne”, so die Expertin. Im Gegensatz zu Zucker, der Nährboden für Bakterien ist, die Karies verursachen, pflegt und remineralisiert Xylit Ihre Zähne sogar. Diese Wirkung wurde seit den 70ern in zahlreichen Studien nachgewiesen, sodass Birkenzucker häufig in der Zahnpflege und Zahnmedizin zum Einsatz kommt.

In welchen Produkten wird Xylit eingesetzt?

Als Zuckerersatz kommt Xylit in vielen Produkten zum Einsatz. Meist um an den Kalorien, aber nicht an der Süße zu sparen. So findet man es zum Beispiel in folgenden Lebensmitteln:

  • Süßspeisen
  • süßen Getränken
  • Backwaren
  • Marmeladen
  • Fertigprodukten
  • Light Produkten

Wegen seiner nachgewiesenen Schutzwirkung vor Karies kommt Birkenzucker daneben in Zahnpflegeprodukten zum Einsatz. Dazu gehören:

  • Kaugummis
  • Zahnpasta
  • Lutschpastillen

Wie schmeckt Xylit?

Anders als Stevia oder andere Süßungsmittel, hat Xylit keinen unangenehmen Eigen- oder Nachgeschmack. Optisch, wie geschmacklich, ist er kaum von Zucker zu unterscheiden. Sobald er in Süßspeisen landet, kann man ihn nicht heraus schmecken.

Wie verwendet man Xylit in der Küche?

Low Carb Cheesecake? Mit Xylit kein Problem
Verwenden Sie Xylit 1:1 wie Zucker in Kuchen, Torten und Co. © Oksana Mizina / Shutterstock.com

Unsere Expertin Jasmin Mengele weiß aus eigener, langjähriger Erfahrung: “Xylit kann man genauso verwenden wie Zucker, da es die gleiche Süßkraft hat. Das ist das schöne. Man muss nichts umrechnen, das erleichtert das Backen sehr”. Genau deshalb verwendet sie es in ihren süßen Low Carb-Rezepten auch so gerne. Mit Hilfe des Zuckeraustauschstoffs zaubert Sie leckere Kuchen, Eis oder Marmelade. Für die Herstellung von Konfitüre sollten Sie jedoch ein geeignetes Geliermittel, wie Pektin, verwenden, da nicht alle in Kombination mit Xylit wirken. Vom gleichen Hersteller wie Xucker gibt es mittlerweile aber sogar ein spezielles Produkt für Marmeladen: Gelier-Xucker.

Auch Getränke, wie Tee oder Kaffee, kann man gut mit Xucker süßen. Übertreiben Sie es aber nicht, denn zu viel Xucker kann zu Blähungen führen. Für kalte Getränke ist Xylit weniger gut geeignet: “In kalten Limonaden und Sirups löst es sich nicht so gut, beziehungsweise schnell, auf” erklärt die Expertin. Auch zum Karamellisieren oder für die Herstellung von Zuckerguss ist es nicht geeignet.

Zum Kochen oder Backen sollten Sie es aber unbedingt mal ausprobieren. Die angegebene Menge Zucker können Sie in jedem Rezept 1:1 durch Xylit ersetzen. Wir hätten da schon eine Idee, was Sie ausprobieren könnten:

Low Carb-Muffins Himbeer-Walnuss (ca. 10 Stück)

  1. Backofen auf 180 ° vorheizen.
  2. 4 Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Eigelbe in einer anderen Schüssel mit ½ TL Backpulver und dem 90 ml Rapsöl verrühren.
  3. 1 TL Chia-Samen, 2 EL Xylit, 200 g gemahlene Mandeln und 15 g gehackte Walnüsse untermischen. Dann das steif geschlagene Eiweiß vorsichtig unterheben.
  4. Zum Schluss 100 g frische Himbeeren dazugeben. TK-Himbeeren vorher auftauen lassen.
  5. Die Masse in Muffin-Förmchen füllen und im Backofen etwa 20-25 min backen.

Wo kann man Xylit kaufen?

Mittlerweile gibt es Xylit nicht nur in diversen Online-Shops, sondern sogar in Drogeriemärkten zu kaufen. Auch in einigen Bio-Läden oder Reformhäusern werden Sie fündig. Wer online shoppt, hat aber natürlich eine breitere Auswahl. Denn Xylit gibt es nicht nur unter dem Namen Xucker, der wie gesagt nur ein Handelsname ist. Auch viele andere Firmen und Hersteller bieten den gesunden Zuckerersatz an – nur der Name ist eben anders, z.B. Xylipur, Birkengold oder Xylit „Wie Zucker“, von unserer Expertin und ihrer Soulfood LowCarberia. Nur ganz billig ist der Spaß nicht. Je nach Anbieter kostet das Kilo zwischen 8 und 14 Euro.

Hat der Zuckersatz auch Nachteile?

Achtung: Blähungen durch Xylit sind keine Seltenheit
Zu viel Xylit führt zu Blähungen, wie fies! © Dean Drobot / Shutterstock.com

Neben all den Lobesliedern, die wir hier über Xylit singen, wollen wir einen – ziemlich unangenehmen – Fakt nicht unter den Tisch fallen: Zuckeralkohole, zu denen Xylit auch gehört, wirken in großer Menge abführend. Daher kann es bei der Einnahme von Xylit, besonders am Anfang, zu Blähungen und auch Durchfall kommen. Vor allem das Süßen von Getränken sollten Sie mit Vorsicht genießen. In dieser Verbindung kann Xylit vermehrt zu Blähungen führen, da wir durch das Trinken oft größere Mengen des Zuckerersatzes aufnehmen.

Aber keine Sorge: "Der Körper gewöhnt sich schnell an Xylit, dann bleibt der Effekt aus”, weis Jasmin Mengele. Merken Sie sich als Faustregel: Nehmen Sie täglich nicht mehr als 150 g Xylit zu sich. Steigern Sie Ihren Konsum schrittweise und beobachten Sie, wie Ihr Magen-Darm-Trakt auf Zuckerersatz reagiert.

Fazit: Daumen hoch für Xylit!

Wir schweben auf einer süßen Wolke Sieben: Xylit macht es tatsächlich möglich, kalorienarm und gesund zu naschen. Es liefert weniger Kalorien, weniger Carbs, es hält den Blutzuckerspiegel konstant und pflegt sogar die Zähne. Über ein paar Blähungen sehen wir da gerne hinweg. Auch für die Food Bloggerin und Low Carb-Liebhaberin Jasmin Mengele steht fest: “Xylit erleichtert das Leben ohne Zucker ungemein. Es ist so schön einfach einzusetzen und man muss nicht auf leckere Desserts verzichten, nur weil man seinen Zuckerkonsum einschränken will – das ist wunderbar.” Da können wir uns nur anschließen.

11.08.2017| © womenshealth.de
Franziska Orthey Freie Autorin Food & Fitness
Kathleen Schmidt-Prange Ernährung & Abnehmen
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