Yoga zum Abnehmen Mit Yoga zur Wunschfigur – geht das?

Bauch, Beine, Flow: Ein Yoga-Programm kann sogar beim Abnehmen helfen. © ProStockStudio / Shutterstock.com

In erster Linie dienen Asanas dem Relaxen. Aber kann man mit Yoga auch abnehmen? Wir haben eine Yogalehrerin gefragt, ob und wie das funktioniert

Yoga ist keine Frage der Figur. Und natürlich soll es in allererster Linie der Entspannung und dem Spaß an der geschmeidigen Bewegung dienen.

Aber vielleicht hast du dich ja auch schonmal gefragt, wie sich die regelmäßigen Asanas eigentlich auf deine Figur auswirken und ob sich da nicht auch dran drehen lässt. Genau der Frage gehen wir hier mal mit einer Expertin nach.

Abnehmen mit Yoga

"Beim Yoga liegst du doch nur auf der Matte, machst ein paar herabschauende Hunde und meditierst dann, oder?" Das oder etwas Ähnliches haben bestimmt alle schon gehört, die regelmäßig eine Yogaklasse besuchen. Dass Yoga ein absoluter Goalgetter für mentale Gesundheit ist, ist inzwischen fast allen klar. Dass Yoga gerade aus sportlicher Sicht viel mehr kann, ist den meisten allerdings neu.

Bewegungslehrerin Sonia Tailor Bach erklärt hier, warum Yoga auch zum Abnehmen tauglich ist und den ganzen Körper so richtig fit macht. Sie hat für die Online-Trainingsplatform „Yogaeasy“ ein Yoga-Programm entwickelt, das mit Hilfe von Yoga fit machen soll.

Kann man mit Yoga abnehmen?

Wer mit Yoga beginnt will meist nicht einen gestählten Körper, sondern erstmal mentale Balance finden. Wenn der tolle Body dann dem Geist folgt – umso besser! Es gibt aber tatsächlich auch Yogaklassen, die konkret darauf ausgelegt sind, den Körper genauso wie den Geist zu fordern und in Form zu bringen.

Das ist vor allem durch sogenannte High-Intensity-Einheiten möglich. Sonia Taylor Bach beschreibt ihren Yogastil so: "Ich unterrichte über Yogaeasy einen aktiv-dynamischen Yogastil, gepaart mit entspannenden Einheiten, um wieder runterzufahren.“ Das Training besteht aus einer angenehmen Mischung aus Vinyasa Yoga, Calisthenics, Martial Arts und Mobility, also ein sogenannter High Intensity Yoga Flow, bei dem der Kreislauf und die Fettverbrennung richtig in Schwung kommen.

Wie und vor allem wie schnell kann ich mit Yoga abnehmen?

Einen Maßstab gibt es laut Taylor Bach nicht, jeder Körper sei anders. Aber, so die Lehrerin: „Regelmäßigkeit zahlt sich aus.“ Wer dran bleibt und regelmäßig die Einheiten macht, wird schnell Erfolgserlebnisse haben und vor allem Veränderungen feststellen. Und das am gesamten Körper!

„Bei regelmäßiger Yoga-Praxis verändert sich das Bewusstsein, das ist der Weg für einen gesunden Körper und auch die Rezeptur für ein nachhaltiges Wohlgefühl", sagt die Expertin. "Als schöne Nebenwirkung bekommt man dann eben auch einen gesunden, fitten Körper."

Die 5 besten Yoga-Übungen für Bauch, Beine und Po

Wer schon mal in einer Yogaklasse war und durch die Asanas geflowt ist, weiß, wie beinhart und anstrengend so ein paar "Bewegungen“ sein können. Muskelkater in Bauch, Oberschenkeln, den Waden und dem Po inklusive. Aber das ist ja auch gut so, denn das beweist, dass Yoga das perfekte Bauch-Beine-Po-Workout sein kann. Wir haben für dich die 5 besten Yogaübungen für genau diese Körperregionen ausgesucht:

1. Der Stuhl, "Utkatasana“

Power für Oberschenkel und Po: Der Stuhl. ©  soul_studio / Shutterstock.com

So geht´s: Im aufrechten Stand tief in die Knie gehen und die Arme über dem Kopf nach oben strecken. Rücken gerade halten.

Das bringt es: Der Stuhl fordert nicht nur die Oberschenkel, sondern auch den Po. Je waagerechter die Schenkel, desto intensiver wird die Übung. Stell dir vor, du setzt dich wirklich auf einen Stuhl – nur eben ohne Stuhl, so dass Beine und Po die ganze Arbeit machen. Arbeit, die sich für deine Muskeln auszahlt!

2. Der Krieger II, "Virabhadrasana II“

So geht´s: Mit links einen großen Schritt nach hinten machen und den linken Fuß etwas nach außen drehen, sodass die Ferse auf dem Boden steht. Das rechte Knie beugen, bis der Oberschenkel waagerecht ist. Nun die Hüfte und Schulter nach links öffnen, der Rumpf dreht zur Seite. Den rechten Arm auf Schulterhöhe nach vorn ausstecken, den linken nach hinten. Der Blick geht nach vorn. Die Außenkante des linken Fußes in den Boden drücken.

Das bringt es: Der Krieger II kombiniert mentale Stärke mit voller Muskelkraft. Der streng und zielstrebig nach vorne gerichtete Blick lässt den Geist absolut fokussieren. Die Körperhaltung fordert aber auch vom Körper Höchstleistung: Sowohl Beine als auch der Core und die Arme sind gefragt.

3. Der herabschauende Hund, "Adho Mukha Shvanasana“

Stärkt Arme und Schultern: Der Herabschauende Hund. ©  soul_studio / Shutterstock.com

So geht´s: Aus dem Vierfüßlerstand die Hände schulterbreit und stabil aufstellen, Füße sind hüftbreit. Knie vom Boden lösen und das Becken weit nach vorne schieben, bis die Arme und Beine lang gestreckt sind, der Po ist dabei der höchste Punkt. Kopf und Nacken entspannen, Fersen senken.

Das bringt es: Der herabschauende Hund ist nicht nur super zum Durchatmen zwischen den anstrengenden Asanas, sondern dehnt auch wunderbar die Beine. Außerdem werden sowohl Schultern als auch Arme gestärkt.

4. Das Brett, "Chaturanga Dandasana“

Stark für den Core: Das Brett. ©  soul_studio / Shutterstock.com

So geht´s: Liegestützposition, die Zehen sind aufgestellt, die Beine so gestreckt, dass der Körper eine gerade Linie bildet. Die Hände sind unterhalb der Schultern. Schulterblätter zusammenziehen und die Fersen zurückziehen. Halten.

Das bringt es: Ins Brett lässt es sich perfekt direkt aus dem Hund nach unten gleiten. Wer die Position länger hält, trainiert nicht nur die Beine und Arme, sondern stärkt auch seine Mitte extrem. Bauchmuskeln olé! Wer seine Abs noch stärker fördern will, kann abwechselnd noch die Beine heben.

5. Das Boot, "Navasana“

Stabilität für den Rumpf: Das Boot. ©  soul_studio / Shutterstock.com

So geht’s: Mit gebeugten Knien hinsetzten und den Oberkörper mit geradem Rücken zurücklehnen, sodass die Füße leicht vom Boden abheben. Die Beine geschlossen und die Arme waagerecht ausstrecken. Brust rausstecken und die Balance halten.

Das bringt es: Core, Core, Core! Das Boot ist ein echter Bauchmuskelgenerator. Wer die Übung lange hält oder mehrfach integriert wird sich bald über schön definierte Bauchmuskeln freuen. Von wegen easy yoga – hier werden krasse Muskeln aufgebaut!

Bauch-Beine-Flow – mit Yoga zur Wunschfigur

Du willst das Ganze lieber nicht im Alleingang ausprobieren? Wie gesagt, bei Yogaeasy gibt es ein neues Programm namens „Bauch Beine Flow“. Das 10-tägige Programm soll nicht nur mental stärken, sondern auch den Körper fit machen und so dabei helfen, Kraft und Ausdauer mit Hilfe von Yogaübungen aufzubauen. Sonia Taylor Bach hat den Flow entwickelt und erklärt, was das Besondere an dem Programm ist.

„Bauch Beine Flow ist ein High Intensity Yoga Flow, der super-intensive Yoga-Sequenzen mit Entpannungsübungen kombiniert. Der Flow ist sehr Core-lastig und deshalb perfekt geeignet, um die Bauchmuskulatur zu fördern.“

Zwischen 15 und 30 Minuten lang werden Asanas in einem Flow aneinandergereiht. Zwischen den Belastungsphasen gibt es dann immer wieder Erholungs- und Entspannungsphasen. Ein Workout für den Kopf und den Körper.

Taylor Bach empfiehlt für das Programm Vorerfahrungen mit Vinyasa Yoga und „Gesundheit und Geduld.“ Denn: Manche Bewegungen weichen vom klassischen, eher konventionellen Yoga ab und sind daher vielleicht ungewohnt. Generell rät die Yogalehrerin, immer nur so weit zu gehen, wie es dir möglich ist. Und nicht so hart mit dir selbst sein!

Wer sollte Bauch-Beine-Flow nicht machen?

Das Programm ist für alle gesunden Menschen ohne körperliche Einschränkungen geeignet. Wichtige Ausnahme: Schwangere. „Da das Programm sehr Core-lastig ist, empfehle ich schwangeren Frauen eher andere Yogaprogramme.“ Ansonsten kann das Programm von allen durchgeführt werden, die keine gesundheitlichen Einschränkungen oder Verletzungen wie etwa akute Knieprobleme oder Bandscheibenvorfälle haben.

3 "Bauch Beine Flow"-Übungen zum Nachmachen

Das gibt Bauchmuskel-Power! © Yogaeasy

Move 1: Halten Sie die Arme waagerecht, um dann das Kreuzbein anzuheben. Für 8 Atemzüge halten und die Beine voneinander wegschieben. Hier werden die geraden Bauchmuskeln gestärkt.

Stärkt Beine und Po! © Yogaeasy

Move 2: Diese Übung ist fast wie Hanumanasana, der Spagat. Hier praktizierst du diese Asana modifiziert und gehst nur 50 Prozent rein. Das stärkt deine Bein- und Gesäßmuskulatur, welche gleichzeitig gedehnt wird. Wichtig: Danach die Handgelenke dehnen!

Super für die schrägen Bauchmuskeln! © Yogaeasy

Move 3: Diese Übung aktiviert die schrägen Bauchmuskeln. Die seitlichen Muskeln werden gestärkt, indem du die Arme seitlich am ausgestreckten Bein vorbeischiebst und die Schulterpartie komplett abhebst.

Yoga dient natürlich in erster Linie immer noch dem Entspannen und dem Durchbewegen des Körpers. Aber es ist auch möglich, durch spezielle Übungen den Body besser in Form zu bringen. Wenn das dein Ziel ist, probier es doch mal aus!

04.07.2019| © womenshealth.de
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