One-Night-Stand: So erleben Sie den perfekten One-Night-Stand

Wer sagt denn, dass schneller, unverbindlicher Sex nur Männern vorbehalten ist? Unsere Autorin hatte selbst jede Menge davon und verrät, wie die einmalige Nacht perfekt wird

One-Night-Stand 5 Regeln für den perfekten One-Night-Stand

Erlauben Sie, dass ich seufze. One-Night-Stand. Einer. Einmal. Wie das prickelt. Knistert. Ach, Sie haben es gut. Etwa 3-mal pro Jahr läuft mir ein Mann über den Weg, der mich sofort umhaut

Was für leckere Lippen, der Nacken, auch der Hintern müsste dringend gestreichelt werden ... In solchen Momenten verfluche ich mein korrektes Konzept von Treue, ich bin inzwischen liiert. Doch Sie, Sie können zugreifen, sofern Sie Single sind. Ich rate Ihnen: Tun Sie es, denn für mich war jede dieser Erfahrungen eine wichtige Bereicherung im sexuellen Lebenslauf. Man muss einfach ausprobieren, wie unterschiedlich Männer sind: groß, klein, laut, leise, schnell, langsam, raffiniert, unge­hobelt, sanft, fordernd, lustig, ernst, esoterisch. Erst dann weiß man für später, wenn es ernst wird mit einem Mann, was wirklich wichtig ist. Und braucht nie zu grübeln, ob man etwas verpasst hat. Wie Sie die einmalige Lust garantiert ganz ohne fiesen Nachgeschmack erleben? So!

One-Night-Stand Regel Nr. 1: Der perfekte Kerl

One-Night-Stand. Der Name sagt es ja schon: eine einmalige Sache, Wiedersehen zwar grundsätzlich möglich, aber nicht zwingend erforderlich

Und auch nicht so toll, weil schnell etwas Sexuelles mitschwingen kann in einem Kontext, wo das Thema so gar nichts verloren hat. Unangenehm, das braucht man nicht. Darum: Ein Mann aus dem engen Freundes-, entfernten Bekanntenkreis oder dem Job kommt für den kurzen Spaß nicht infrage. Denn sonst treffen Sie ihn jeden Morgen an der Bürokaffeemaschine oder 3-mal pro Woche im Sportstudio. Und er kann sich den lüsternen 1000-Volt-Blick nicht verkneifen, obwohl er im Bett eine Nullnummer war. Besser: der Tagungskollege, die Urlaubsbekanntschaft, der Clubgänger in einer fremden Stadt. Je weniger Chance besteht, dass Sie sich erneut über den Weg laufen, desto besser. Wenn Sie sich einen ausgeguckt haben, gibt es noch ein paar Pflichtkriterien, die Sie checken sollten: klar, das supersüße, offene Lächeln. Dann aber auch, ob er einen netten Freund an seiner Seite hat – so ein Typ ist 1000-mal vertrauens­würdiger als der einsame Wolf. Achten Sie auf Fingernägel, Frisur, Geruch und die Schuhe. Gepflegt müssen sie sein, das sagt sehr viel über einen Mann aus.

One-Night-Stand Regel Nr. 2: Das perfekte Timing

Ein Punkt, über den Sie sich kaum Gedanken machen müssen. Bei den heißen Blicken, die Sie sich quer durch den Raum schicken, können Sie froh sein, dass keiner ein Streichholz zündet – die Luft würde brennen

Alle weiteren Schritte (reden, anfassen, knutschen, zusammen abhauen) sollten sich jetzt logisch bis körperlich notwendig an­fühlen. Lassen Sie sich durch den Abend treiben wie durch einen Wildwasser­kanal. Achtung: Wenn’s wiederholt hakt und Sie unsicher werden, lassen Sie die Finger davon, irgendwas stimmt nicht. Holprige Wege ins Bett führen meist zu holpriger Performance und mittelmäßigem Spaß. Und dafür sind Sie ja nicht hier.

One-Night-Stand Regel Nr. 3: Der perfekte Ort

Zu mir oder zu ihm? Mein Rat: zu ihm oder an einem ganz anderen Ort. Zum Beispiel das Hotel, in dem Sie eh gerade weilen, das Doppelbett im Haus der Privatparty, auf der Sie gerade sind. Vergessen Sie Autos, dafür sind Sie zu erwachsen, und mal im Ernst: Zwischen Lenkrad und Mittelkonsole bleibt wenig Platz für großen Spaß – und Sie wollen das Ganze doch genießen, oder?

Da heute Damenwahl ist, gehen Sie nur dorthin, wo Sie sich ganz entspannt der Lust hingeben können. Die eigene Wohnung ist dafür ungeeignet, denn zu Hause beginnen Sie automatisch damit, sich Gedanken zu machen, wie Ihr Lover wohl die Blümchenkissen findet oder dass Sie die Küche schon länger nicht mehr geputzt haben. Also besser zu ihm. Denn Auswärtsspiele haben 2 große Vorteile. Zum einen können Sie das Spiel abpfeifen, wann immer Sie möchten. Und zum anderen haben Sie so die Möglichkeit direkt vor Ort noch einmal abzuchecken, wie er wirklich ist (Bett, Bilder und Bad sagen meist schon alles). Alles tippitoppi? Weitermachen!

One-Night-Stand Regel Nr. 4: Die perfekte Art

Klar ist es verlockend, ihm gleich die Kleider vom Leib zu reißen und es sofort zu tun. Aber schöner ist es, wenn Sie das Schmuckstück, das Sie sich für diese Nacht geangelt haben, etwas länger genießen

Ziehen Sie ihn (und sich) spielerisch aus, genießen Sie bewusst, verführen Sie langsam, das steigert den Kitzel noch mehr. Diese Stimmung, der respekt­volle gegenseitige Genuss des anderen Körpers (man sagt ja nicht umsonst "mit Leib und Seele"), das ist vielleicht das Schönste, an das Sie sich noch lange er­innern werden, und nicht unbedingt der schnelle Höhepunkt nach ein paar Mi­nuten. Also erkunden Sie, wie er sich anfühlt, wie er auf Streicheleinheiten reagiert, lassen Sie ihn nicht zu schnell eindringen. Und bitte nehmen Sie ein­maligen Sex nicht bierernst. Eine lockere Atmosphäre und ein entspannter Angang sind 1000-mal besser als eine verkrampfte Show. Denn ehrlich gesagt ist die Chance mit einem fremden Mann ziemlich hoch, dass beim Kondomüberstreifen (Pflicht, damit das auch mal gesagt ist!), Eindringen oder Stellungswechsel etwas nicht sofort filmreif klappt, schließlich sind Sie null aufeinander eingespielt. Lachen Sie einfach drüber und lassen sich fallen. Sie wissen ja: Der Orgasmus ist ein Kind des Loslassens. Ein letzter Hinweis: Ich plädiere bei der einmaligen Sache für Sex von Angesicht zu Angesicht, denn Positionen von hinten sind dafür zu unper­sönlich. Sie haben nicht im Griff, was er tut, und die Gefahr ist hoch, sich benutzt zu fühlen. Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie nicht gemeinsam kommen, das ist mit einem Unbekannten eher unwahrscheinlich. Ist er zu schnell, seien Sie verständnisvoll, warten auf ein zweites Mal oder bitten um ein Verlängerungsspiel mit der Hand. Im besten Fall erleben Sie einen Könner am Werk, der so virtuos den weiblichen Körper bespielt, dass wundersame Dinge geschehen. Dann kann aus einem Gipfeltreffen der Lust einer der schönsten Höhepunkte des Lebens werden. Wie bei mir, als ich als Praktikantin mit dem unerreichbaren, gut aussehenden Kollegen auf Dienstreise durfte, und ... war der gut! Eindeutig das leckerste Sahnehäubchen aufs wichtige Praktikum.

One-Night-Stand Regel Nr. 5: Der perfekte Abgang

Im Film ist die Szene immer ganz kurz: ein Blick, ein Nicken, Abgang. Und so machen Sie das auch

Gehen Sie bald, denn Sie wollen sich hier ja nicht häuslich einrichten. Ein kurzes Tschüs wirkt ebenso selbstbewusst wie selbstverständlich. Denn schon der Kaffee am Morgen weist in die vollkommen falsche Richtung (es sei denn, Sie möchten, dass mehr daraus wird). Und ganz ehrlich: Auch wenn Sie seine Telefonnummer haben, widerstehen Sie der Versuchung anzurufen. Hat er Ihre Nummer nicht, und Sie wollen eine Angel auswerfen, texten Sie: "War schön mit dir", aber mehr nicht. Hat er Interesse, wird er sich sowieso melden. Und sonst war es eben ein One-Night-Stand, wie er im Buche steht. Jetzt in Ihrem imaginären Tagebuch. Ist doch toll, oder?

27.07.2017| Nicola Soll © womenshealth.de
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