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  • Seelennahrung

Das beste Soul Food zum Glücklichsein

Die Art, wie wir uns ernähren, beeinflusst nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Ausstrahlung und sogar wie glücklich wir uns fühlen. Eine Ernährungsberaterin erklärt, wie das funktioniert

Es gibt Menschen, die regelrecht von innen heraus strahlen. Ein bisschen so, als würden sie eine kleine Sonne mit sich herumtragen. Michaela Kienz aus Münster (soulfood-kitchen.de) ist eine dieser Strahlemenschen. Ihr Geheimnis ist allerdings weder Botox noch Schönheitsfarm, sondern sehr viel einfacher: Eine pflanzenbasierte Ernährung, die nicht nur schön, sondern auch glücklich machen soll. Ist das Versprechen wirklich wörtlich zu nehmen? Wir haben die Ernährungsberaterin und Kochbuchautorin ("Beauty Food – 55 Rezepte, die schön und glücklich machen“; Hölker Verlag, 2018, um 20 Euro) zum Interview getroffen und nachgefragt.

Liebe Michaela, vor Kurzem ist dein erstes Kochbuch erschienen. Darin stellst du 55 Rezepte vor, die schön und glücklich machen sollen. Ist das Versprechen wortwörtlich zu nehmen?

Michaela Kienz: Ja, tatsächlich. Die Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen, ist ein ganz entscheidender Faktor für unsere Ausstrahlung. Wer sich einmal auf dieses Experiment einlässt und sich über mehrere Wochen ausschließlich vollwertig ernährt und seinen Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Vitalstoffen versorgt, der wird sehr schnell merken, dass sich seine Haut, seine Haare und natürlich auch das Wohlbefinden positiv verändern. Das ist kein Geheimrezept, sondern letztlich einfach nur Biologie. Wer seinen Körper mit den richtigen Stoffen versorgt, bekommt das entsprechende Resultat. Ich selbst habe jahrelang an Migräne gelitten, was nach der Nahrungsumstellung plötzlich kein Thema mehr war. Meine Haut war auf einmal rein und klar, meine Haare und Nägel gesund. Ich war fasziniert von der Tatsache, dass wir es zu einem Großteil selbst in der Hand haben, ob es uns gut geht.

Du ernährst dich sich seit fast acht Jahren vegan. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Michaela Kienz: Ich spreche lieber von „pflanzenbasiert“ statt von „vegan“, da ich mir auch mal eine Kugel Schokoladeneis oder ein Stück Ziegenkäse gönne, wenn ich richtig Lust darauf habe. Meine Ernährung besteht aber zu etwa 95 Prozent aus rein pflanzlichen Lebensmitteln. Die Entscheidung kam Anfang 2011 durch einen Aufruf der Tierrechtsorganisation PETA in den sozialen Medien mit dem Titel „Go vegan 2011“. In einem Film wurden die Grausamkeiten der Massentierhaltung gezeigt. Danach war für mich klar: Ich will das nicht mehr. Ich habe begonnen mich mehr und mehr mit pflanzlicher Ernährung zu befassen und schnell Spaß daran gefunden über den Markt zu schlendern und neue Gemüsesorten auszuprobieren.

Veganer haben es nicht immer leicht in unserer Gesellschaft. Gibt es immer noch viele Vorbehalte?

Michaela Kienz: Die Menschen werden immer offener was die vegane Ernährung angeht. Vorbehalte und Klischees rühren sicherlich mitunter daher, dass es Veganer gibt, die gerne missionieren. Wer mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere losgeht, stößt allerdings schnell auf Ablehnung. Das habe ich in meiner Anfangszeit auch erfahren, als ich am liebsten alle von meiner Ernährungsweise überzeugen wollte. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich nicht mit der Moralkeule, sondern über den Genuss Zugang zu den Menschen finde. Also habe ich mich zur Ernährungsberaterin ausbilden lassen mit dem Schwerpunkt vegane Rohkost. Anschließend habe ich mich mit SoulfoodKitchen selbständig gemacht. Hier biete ich klassische Ernährungsberatung, Kochkurse, Workshops und auch Firmenevents an.

Mit welchen Vorstellungen treten die Menschen an dich heran, wenn sie eine Ernährungsberatung wünschen?

Michaela Kienz: Meist handelt es sich um Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden wie zum Beispiel Rheuma oder Neurodermitis. Viele haben auch Probleme im Magen-Darm-Bereich oder sind unzufrieden mit ihrem Hautbild. Meist haben diese Menschen die Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft und kommen dann irgendwann zu mir, weil sie das Gefühl haben, es könnte an ihrer Ernährung liegen. Häufig sind es nur wenige Stellschrauben, an denen man drehen muss, um hier helfen zu können. Übrigens sind die Menschen danach nicht zwangsläufig Veganer. Ich berate selbstverständlich auch darüber hinaus und bin der Meinung, dass es nicht die eine wahre Ernährungsmethode gibt, die für alle gilt. Das ist letztlich ein Prozess, der viel damit zu tun hat sich selbst zu beobachten und zu lernen auf seinen Körper zu hören.

Die Umstellung klingt bei dir so herrlich einfach. Warum scheitern trotzdem so Viele an dem Vorsatz sich gesünder zu ernähren?

Michaela Kienz: Zum einen fehlt es den Menschen an konkretem Wissen, was man ihnen aber auch nicht verübeln kann. Es kursieren so viele Theorien über Ernährungsweisen und Diäten auf dem Markt, dass sich Viele schlichtweg überfordert fühlen. Zum anderen hat es sicherlich auch damit zu tun, dass unsere Geschmacksnerven durch das industriell verarbeitete Essen völlig überreizt sind. Wir sind es gewohnt, dass alles viel zu stark gewürzt ist, viel zu viel Salz oder – noch schlimmer – Zucker sich überall versteckt. Da ist es kaum verwunderlich, dass uns ganz normales Gemüse fad vorkommt. Wer eine Zeit lang auf industriell verarbeitete Nahrung verzichtet, der wird feststellen, dass sich sein Geschmackssinn völlig verändert. Ich habe beispielsweise früher Snickers heiß und innig geliebt. Wenn ich heute in einen solchen Schokoriegel beiße, wird mir übel von dem vielen Zucker.

Stichwort Zucker – für Viele ist der Heißhunger auf Süßes mit der größte Grund, warum sie immer wieder schwach werden. Wie kann man dem entgehen?

Michaela Kienz: Zucker ist ein absoluter Schönheits-Killer. Durch ihn bekommen wir unreine Haut, einen fahlen Teint, Falten und ein schlechtes Bindegewebe. Tückisch ist vor allem der versteckte Zucker in industrieller Nahrung. Wer sich wirklich etwas Gutes tun möchte, sollte Zucker radikal von seinem Speiseplan streichen. Letztlich ist es wie eine Droge, nach der unser Körper immer häufiger verlangt, je mehr wir ihm davon geben. Wer ein paar Tage ganz ohne auskommt, wird feststellen, dass das Verlangen danach abnimmt. Zudem gibt es wunderbare Alternativen wie Kokosblütenzucker, Ahornsirup oder Datteln, die aber alle auch nur sparsam zum Einsatz kommen sollten. Ich gönne mir auch hin und wieder ein Stück Kuchen oder Zartbitterschokolade – aber eben keine ganze Tafel. Das macht letztlich den Unterschied.

Du bist in einer Zeit aufgewachsen, in der in der Werbung von der „Extraportion Milch“ die Rede war oder man uns weismachen wollte, in Fruchtbonbons würden wertvolle Vitamine stecken. Lassen sich Konsumenten heute noch von solchen Versprechen verschaukeln oder sind wir inzwischen weiter?

Michaela Kienz: Ich glaube, dass wir heute sensibilisierter sind was das Thema Ernährung angeht – ganz einfach weil es hip geworden ist, sich gesund zu ernähren oder wieder selbst zu kochen. Wenn ich allerdings manchmal in die Regale und Einkaufswagen in den Supermärkten schaue, packt mich das Grauen. Meiner Meinung nach ist es seitens der Hersteller noch schlimmer geworden, wenn es darum geht, Kunden mit abstrusen Werbeversprechen zu locken. Besonders gravierend fällt mir das bei Lebensmitteln auf, die speziell Kinder ansprechen sollen. Die Nahrungsmittelindustrie ist leider ziemlich einfallsreich, wenn es darum geht uns ungesunde Sachen anzudrehen.

Fallen die sogenannten „Superfoods“ auch darunter, die derzeit überall angepriesen werden?

Michaela Kienz: Ein bisschen schon. Kein Mensch braucht Chiasamen oder Gojibeeren. Sie sind gesund und lecker und hin und wieder experimentiere ich auch damit – keine Frage. Aber wir haben genügend heimische Superfoods, die quasi direkt vor unserer Haustüre wachsen und sogar kostenlos sind. Im Frühling können wir auf etliche Wildkräuter zurückgreifen, die noch völlig unkultiviert sind und alle Bitter- und Vitalstoffe in sich tragen. Ein Grüner Smoothie ergänzt durch Brennnesseln oder ein Salat mit Löwenzahn oder Giersch kann mit den richtigen Zutaten unglaublich lecker sein. Heimische Beeren sind auch ein tolles Superfood, denn sie stecken voller Antioxidantien, die uns vor freien Radikalen schützen. Wer ein bisschen experimentierfreudig ist und Lust auf neue Rezepte hat, der sollte es einfach mal ausprobieren und sich anschließend wundern, wie köstlich solche Gerichte sind.

Nachfolgend zwei Rezepte aus dem Kochbuch "Beauty Food – 55 Rezepte, die schön und glücklich machen" zum Nachkochen und Nachbacken!

© Eileen Gruschka



Avocado-Limetten-Cheesecake

Für eine Springform (26 cm)

Für den Boden:
75 g Mandeln
1-2 EL Mohn
160 g Datteln (Deglet Nour)
75 g Haferflocken
75 g Kokosraspeln plus etwas zum Garnieren
1 TL gemahlene Vanille
1 TL natives Kokosöl plus etwas zum Einfetten
1 Prise Salz

Für die Avocado-Limetten-Füllung:
150 g Cashewkerne
3 große Avocados
Saft von 4 Bio-Limetten
Abrieb von 3 Bio-Limetten
75 g natives Kokosöl
110 g Ahornsirup
1 Prise Salz

Außerdem:
getrocknete, essbare Blüten zum Garnieren

Für den Boden die Mandeln über Nacht in ausreichend Wasser einweichen. Am nächsten Tag abspülen und trocken tupfen.

Für die Füllung die Cashewkerne in ausreichend Wasser mindestens 3 Stunden einweichen. Anschließend abgießen und abtropfen lassen.

Für den Boden den Mohn in einer Pfanne ohne Fett rösten. Die Mandeln in eine Küchenmaschine mit S-Messer geben und grob mahlen, dann die restlichen Zutaten für den Boden zugeben und die Maschine laufen lassen, bis die Masse immer klebriger wird.

Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen und die Seiten mit Kokosöl einfetten. Den Teig am Boden der Form festdrücken und in den Kühlschrank stellen.

Die Avocados halbieren, entkernen und das Fruchtfleisch zusammen mit den Cashewkernen und den anderen Zutaten in einen Mixer geben und zu einer feinen Creme verarbeiten. Die Masse auf dem Tortenboden verteilen und glatt streichen. Mindestens eine Stunde im Tiefkühlfach oder 3 Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank kalt stellen.

Mit Kokosraspeln und getrockneten Blüten garnieren und gekühlt genießen.

Tipp: Für leckere Bliss Balls kannst du auch einfach nur die Masse für den Boden zubereiten und diese zu kleinen Kugeln rollen. Im Kühlschrank halten sich die Energiebällchen ca. 1 Woche. Oder du frierst sie einfach ein und nimmst sie passend aus dem Gefrierfach. Schnell aufgetaut sind sie der perfekte Snack für unterwegs und zwischendurch.

© Eileen Gruschka

Gebackene Süsskartoffel

Für 4 Personen

Für die Süßkartoffeln:
2 Süßkartoffeln
1–2 EL Olivenöl
2 TL getrockneter Rosmarin
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Erbsen-Basilikumcreme:
100 g Cashewkerne
220 g TK-Erbsen, aufgetaut
1 Bund Basilikum
2 EL Zitronensaft
1 kleine Knoblauchzehe
1⁄2 TL Salz

Für die Radieschen-Salsa:
5 Radieschen
1 Bund Schnittlauch
2 EL Zitronensaft
1 Schuss Olivenöl
1 Schuss Ahornsirup
grobes Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Erbsen-Basilikumcreme Cashewkerne mindestens 2 Stunden oder über Nacht in ausreichend Wasser einweichen lassen.

Den Backofen auf 200 °C (Umluft) vorheizen.

Die Süßkartoffeln gründlich putzen und längs halbieren. An der unteren Seite der Kartoffeln ein kleines Stück abschneiden, damit sie gerade liegen und nicht kippen. Mit der offenen Seite nach oben auf ein Backblech legen. Die Oberfläche mit einem scharfen Messer rautenförmig einritzen, damit die Marinade besser aufgenommen werden kann.

Olivenöl über die Kartoffeln träufeln. Rosmarin, Salz und Pfeffer über die Kartoffeln streuen. Mit den Fingern etwas einmassieren und ca. 20–30 Minuten im Ofen garen, bis die Kartoffeln schön weich und leicht bräunlich sind.

In der Zwischenzeit für die Erbsen-Basilikumcreme die eingeweichten Cashewkerne abgießen und gründlich abspülen. Die aufgetauten Erbsen ebenfalls kurz abspülen und 3 Esslöffel davon beiseite stellen. Die restlichen Erbsen mit den verbleibenden Zutaten und etwas Wasser in einem Mixer zu einer glatten Creme verarbeiten.

Für die Salsa die Radieschen putzen, in feine Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Schnittlauch abbrausen, trocken tupfen, mit einer Schere in kleine Röllchen schneiden und zu den Radieschen geben. Mit Zitronensaft, Olivenöl und Ahornsirup vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Je einen großen Esslöffel der Creme auf die Süßkartoffelhälften geben, die Radieschen-Salsa darüber verteilen und mit den frischen Erbsen garnieren.

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