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Dein Bauchgefühl kennt oft den richtigen Weg © Peyman Farmani / unsplash.com

Intuition Mit diesen 5 Tipps stärkst du dein Bauchgefühl

"Auf den Bauch hören" ist leichter gesagt als getan! Wir sagen dir, warum deine Intuition oft Recht hat – und wie du sie stärkst

Der Bauch sagt ja, der Verstand sagt nein. Und zack! bist du in einem klassischen Dilemma gefangen: Worauf sollst du nun hören? Am besten natürlich auf beide! Weil du nicht alles im Leben zerdenken sollst (und kannst) ist ein gutes Bauchgefühl oft sogar unerlässlich.

Sicher ist: Dein Unterbewusstsein besitzt wahre Superkräfte – und ist eng mit dem verknüpft, was du als Bauchgefühl kennst! Oder anders gesagt: als Intuition, Vorahnung oder sogar als sechsten Sinn.

Lass deine Intuition dich leiten - Das ist manchmal leichter gesagt als getan.
"Lass dich von deiner Intuition leiten" - das ist manchmal leichter gesagt als getan.
© Jen Theodore / unsplash.com

Was ist Intuition?

Aber erstmal von vorne! Der Begriff Intuition kommt vom lateinischen Wort intueri, das heißt "genauer hinsehen" oder "anschauen". Das ist deshalb ziemlich überraschend, weil man bei Intuition ja eben eher nicht genauer hinsieht, sondern eher einem Gefühl vertraut. Die Intuition lässt dich Entscheidungen treffen, ohne dafür alle Zusammenhänge verstehen zu müssen.

Es ist eine eher unbewusste oder instinktive Eigenschaft. Damit ist die Intuition dem Kopf oft an Geschwindigkeit und gefühlter Richtigkeit überlegen – und wird auch deshalb oft mit dem "gesunden Menschenverstand" gleichgesetzt. Diese Bezeichnung ist allerdings irreführend. Intuition ist etwas, dass der Verstand nicht begreifen und somit auch nicht steuern kann.

Wie funktioniert Intuition?

Der britische Intuitions-Forscher Eugene Sadler-Smith von der University of Surrey ist in einer Studie der Frage nachgegangen, wie sich Intuition anfühlt und nach welchen "Regeln" sie funktioniert. Dafür bat er die Teilnehmer an eine Situation in der Vergangenheit zu denken, bei der sie ihre Intuition einsetzen mussten.

Dabei kam heraus dass diese auf Vorerfahrungen zurückgriffen und dann anhand von bestimmten Merkmalen der Situation Muster erkannten. Intuition folgt also einer inneren Logik, die sich durch Erfahrungen aus der Vergangenheit, Moral oder auch Wünschen bildet. Der Prozess der Intuitionsbildung wurde von den Studien-Teilnehmern als automatisch, unbewusst und schnell erlebt.

Ein Beispiel: Hast du schon seit deiner Kindheit viele Freundinnen, die eher introvertiert sind, sorgt deine Intuition dafür, dass du dich auch auf einer Party wo du niemanden kennst, schnell in der Nähe von Menschen mit dieser Eigenschaft aufhältst, und zwar ganz automatisch. Dein Bauchgefühl verrät dir, dass du hier schneller Anschluss findest als bei der lauten Party-Clique im Nebenraum...

Eigentlich hast du es längst geahnt, dich aber nicht getraut auf dein Gefühl zu hören? Nächstes Mal!
Eigentlich hast du es längst geahnt, dich aber nicht getraut auf dein Gefühl zu hören? Nächstes Mal!
© Siora Photography / unsplash.com

Manchmal verleitet dich deine Intuition aber auch zu Dingen, die für dich auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Aber du erinnerst dich: Die Intuition lässt sich eben nicht logisch erklären. Jetzt kommt es also darauf an, dass du lernst einer Intuition zu vertrauen. Ganz nach dem Motto: Dein Inneres wird's schon wissen. Damit du dich zukünftig damit etwas sicherer fühlst, verraten wir dir weiter unten, wie du die Signale deines Unterbewusstseins ab sofort noch besser deuten kannst.

Wie erkennt man Intuition?

Eugene Sadler-Smith hat außerdem herausgefunden, dass sich Intuition über zwei verschiedene Wege im Bewusstsein äußern kann. Häufig passiert das als tatsächliche Körperempfindung, die allerdings nicht messbar oder sichtbar ist, sondern sich als "komisches Gefühl im Bauch" bei den Studien-Teilnehmern geäußert hat. Diese Körperempfindung ist das, was du als "Bauchgefühl" im Alltag kennst.

Außerdem kann Intuition als kognitive Empfindung bewusst werden, indem zum Beispiel plötzlich in deinem Kopf ein mentales Bild entsteht, wie alles zusammenhängt. Diese kann man auch als „innere Stimme“ bezeichnen, die dir sagt, was richtig ist.

Was bedeutet weibliche Intuition?

Oft wird Frauen nachgesagt, eine besonders gute Intuition zu haben. Ob es die so genannte "weibliche Intuition" wirklich gibt, ist in der Forschung und Wissenschaft aber umstritten. Offenbar geht die Gesellschaft immer noch von dem Klischee aus, dass Frauen immer besonders empathisch und empfindsam sind und daher Emotionen besser deuten und Situationen schneller einschätzen können. Frauen entscheiden mit dem Bauch, Männer mit dem Kopf? Das ist am Ende nicht viel weniger als klassisches Schubladendenken. Gähn.

Rechts oder links? Dein Bauch wird's schon wissen!
Rechts oder links? Dein Bauch wird's schon wissen!
© Pablo Garcia Saldana / unsplash.com

Wie kann man Intuition trainieren?

Damit du langfristig viele "richtige" Entscheidungen triffst, sollte nicht nur deine Intuition stimmen, sondern vor allem die Zusammenarbeit von Bauchgefühl und Verstand verbessert werden. Denn nur als Team sind die beiden wirklich gut.

Der Entscheidungspsychologe Gerd Gigerenzer, der das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin leitet sagt: "Entscheidungen sind immer ein Wechselspiel von Intuition und Fakten. Wenn es aber nicht viele Fakten gibt oder keine verlässlichen, dann hilft logisches Denken nicht. Auf der anderen Seite ist Intuition unverzichtbar, auch wenn sie nicht immer richtig ist."

Was sind Übungen, um die Intuition zu verbessern?

Wenn du möchtest, kannst du deine Intuition ein wenig trainieren. Dafür musst du dich vor allem mehr auf sie verlassenso wirdersinnig das klingt. Mit diesen 5 Tipps schärfst du das Zusammenspiel von Intuition und Kopf:

1. Nicht zu viel denken

Sobald diverse Alltags-Abläufe sich im Gehrin festgesetzt haben, werden sie von einem eigenen Hirnbereich gesteuert, dem Putamen. Lass den ruhig in Ruhe machen! Über auto­matisierte Bewegungen nachzudenken oder zu grübeln was du wie sagen solltest, verunsichert dich eher.

2. Präsent sein

Oft ist der Verstand gar nicht richtig da, sondern grübelt über Vergangenes oder sorgt sich um Zukünftiges. Nur wenn du dem Hier und Jetzt mehr Beachtung schenkst, kannst du die Signale des Körpers auch wahrnehmen.

3. Intuitiv lernen

Ob Musik, Poker oder Menschenkenntnis: Wenn du in einer Sache ­richtig gut werden willst, bringt Pauken langfristig nicht so viel. Besser: Sich weni­ger zielgerichtet, aber mit Freude und wachen Sinnen ­damit beschäftigen. Und darauf vertrauen, dass du behältst, was du verstehst.

Kopf aus, Bauch an? Besser: Beide zusammen bringen!
Kopf aus, Bauch an? Besser: Beide zusammen bringen!
© Priscilla du Preez / unsplash.com

4. Hilfe annehmen

Bei aller Liebe zur Intuition: Trotzdem solltest du auch den Verstand hinzu­ziehen und dir zum Beispiel von Meistern der angestrebten Kunst zeigen lassen, worauf besonders zu achten ist. Du brauchst den Meister aber nicht persönlich zu fragen, Bücher tun’s auch.

5. Skeptisch bleiben

Selbst viel Training schützt nicht davor, richtige Beobachtungen falsch zu interpretieren. Vertraue deiner In­tui­tion, aber bleib trotzdem weiter präsent und offen für den Gedanken, dass es auch ganz anders sein könnte.

Es braucht etwas Übung, um deine Intuition zu stärken. Und darüber hinaus braucht es viel Vertrauen in dich, deine Stärken und deine Empathie. Das Gute daran: Deine Intuition passt auf, lernt daraus und weiß es beim nächsten Mal besser.

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