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Detox fürs Köpfchen
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  • Gedächtnistraining

Mit diesen 10 Tipps räumst du dein Gedächtnis sanft auf

Du willst deine Gedanken ordnen? Mit diesen 10 Tipps lernst du, dir wichtige Dinge zu merken und unwichtige Infos auszusortieren!

Es ist wie verhext! Da kannst du dir ohne Probleme zahlreiche Yogasutren merken (ganz zu schwiegen von den Namen aller Kids von Angelina Jolie), aber dir fällt partout nicht ein, wo du Handy zuletzt hingelegt hast oder wie deine Nachbarin aus dem Erdgeschoss unten links noch gleich mit Vornamen heißt?

Keine Sorge, genau so geht es vielen! Aber du kannst deinen Kopf aufräumen und dein Gedächtnis trainieren. Dazu haben wir hier ein paar ganz simple Tipps und Anregungen für dich.

Wie arbeitet dein Gehirn?

Vorneweg: Dein Hirn macht einen super Job, wenn man die schwierigen Umstände berücksichtigt, unter denen es arbeitet. Denn es ist so: Wenn du deine Nachbarin im Hausflur triffst, schwirren im Kopf noch all die Dinge ­herum, die dich tagsüber beschäftigen, aber wenig mit ihr zu tun haben. „Heutzutage ist ein Mensch an einem einzigen Tag mit mindestens 100-mal mehr Informationen konfrontiert als noch vor einem Jahrhundert in seinem gesamten Leben. Und zu viele dieser Infor­mationen können das Gehirn sabotieren“, erklärt die Nürnberger Gedächtnistrainerin Julia Kunz.

Puh, wenn wir uns also an jedes kleine Detail erinnern sollten, dem wir täglich ausgesetzt sind – wir wären kaum mehr fähig, objektiv Entscheidungen zu treffen oder größere Zusammenhänge zu begreifen. Das Hirn ist eben keine unend­liche Datenbank, sondern eher eine Festplatte mit begrenztem Datenvolumen. Genauso wie du dort ­Dateileichen regelmäßig in den Papierkorb verschiebst, solltest du das auch im Gehirn tun, damit es schnell und zuverlässig läuft.

Knoten im Kopf? Das muss nicht sein!
Knoten im Kopf? Mit ein paar einfachen Tricks kannst du diese locker lösen! © Kristian Strand / unsplash.com

Welche Dinge kann ich mir gut merken?

Dass du dir einige Dinge leichter merken kannst, als andere, hat mehrere Gründe. Besonders leicht gelingt das durch Wiederholung. Deswegen funktioniert auch das Lernen von Vokabeln durch Wieder­holung so gut. Ebenso einprägsam sind Ereignisse, die mit starken Gefühlen wie Wut oder Angst verbunden sind. „Je emotionaler eine Situation, desto fester verankert sie sich im Hirn“, sagt Hayn.

Neben den Erinnerungen speichert das Gehirn außerdem „erste Male“ besonders sicher ab. Deswegen kannst du dich so gut an den ersten Kuss, an einen Dialog aus dem ersten Vorstellungsgespräch oder an den Kick beim ersten Bungee-Sprung erinnern. Das Gleiche gilt ebenso für Schock­erlebnisse, die das Leben durcheinanderbringen. ­Britische Forscher von der University of Harvard bezeichnen diese als Blitz­licht­erinnerungen: Ein persönliches Ereignis wird quasi wie per Blitzlicht schnell und hell in Szene gesetzt. Was richtig fest verankert ist.

Gedächtnis löschen: Wie kann ich unnötige Dinge vergessen?

Am schwierigsten ist es, dich von Erin­nerungen zu lösen, die du krampfhaft ­loszuwerden versuchst. Willst du beispielsweise den Liebeskummer vergessen, ver­suchst du in der Regel, an etwas anderes zu denken – und das funktioniert erst recht nicht. Denn dann startet das Unterbewusstsein ein Programm, welches überprüft, ob du wirklich nicht an die Sache denkst, an die du nicht denken willst.

Damit testet dein Unterbewusstsein, ob der Mechanismus der Ver­drängung Erfolg hat. Das hat er in so einer Situation nie – und deshalb kehren auch all die schönen Erinnerungen an die Zeit mit dem Ex wieder ins Bewusstsein zurück und mit ihnen auch der Liebeskummer. Wenn Löschen also nicht funktioniert, überschreibe die negativen Erlebnisse einfach...

Wie das mit dem Löschen und Speichern geht, erklären wir dir hier.

Traumhafte Erinnerungen
Du kannst selbst dafür sorgen, dass schöne Erinnerungen nicht so schnell verblassen... © Delfi de la Rua / unsplash.com

5 Tipps, wie du dein Gedächtnis verbesserst

Mit diesen einfachen Alltags-Kniffen schaffst du es langfristig, wichtige und schöne Dinge in deinem Kopf abzuspeichern. Natürlich braucht es etwas Zeit und Übung, aber du wirst sehen, dass sich lohnt.

1. Baue dir eine Gedankenwelt

Du vergisst ständig, wo du deinen Schlüssel hingelegt hast? Stell dir ein Haus vor, wenn du ihn das nächste Mal ablegst. Leg ihn gedanklich an einer bestimmten Stelle darin ab. Suchst du ihn später, musst du nur an das Haus denken.

2. Setze Namen in einen Kontext

Um sich Namen besser merken zu können,hilft es, dreimal täglich die Namen der Leute zu wiederholen, die du an diesem Tag getroffen hast. Noch einfacher: Verbinde sie mit einem Kontext: „Lisa. Getroffen in der Kantine.Ich hatte Spaghetti und Salat.“

3. Pflege dein soziales Netzwerk

Wer sich einsam fühlt, neigt eher dazu, Stress­hormone auszuschütten, die die Erinnerungs­fähigkeit drosseln. Um das zu vermeiden, triff regelmäßig Freunde,oder gönn dir täglich Zeit bei Twitter, Instagram oder Facebook.

4. Schwitze kräftig beim Sport

Sport vergrößert das Hirn. Forscher der Universität Bochum konnten beweisen, dass er den Hippocampus um bis zu zwei Prozent wachsen lässt. Das führt wiederum zu einer schnelleren Informationsverarbeitung. Schon zweimal pro Woche Ausdauertraining reicht völlig aus.

5. Lagere deine Termine aus

Es lebe der Handy-Kalender und die Erinnerungsfunktion! Beides solltest du rege nutzen, denn damit entlastest du dein Gehirn enorm und verhinderst, dass es mit Tausenden Terminen oder Passwörtern überladen wird.

Deine Gedanken in Reih & Glied
Du hast deine Gedanken gerne in Reih & Glied geordnet? Kein Problem! © Karim Manjra / unsplash.com

5 Tipps, wie du im Gedächtnis Platz für wichtige Dinge schaffst

Es macht dich fast wahnsinnig, dass sich schlechte Gedanken und Ereignisse fest in deinem Kopf verankert haben? Verständlich! Statt dich darüber aufzuregen (und so im Zweifel noch mehr daran zu denken), kannst du mit diesen Übungen Platz für Schönes schaffen.

1. Schaffe positive Affirmationen

Räumst du einem Ereignis keinen großen Stellenwert ein, hat es weniger Macht über deine Gefühle. Denk an denjenigen, der dich verletzt hat, und wieder­hole im Geiste: „Ich vergebe dir.“ Klingt seltsam, hilft aber und nennt sich positive Affirmation.

2. Sprich über die Erinnerungen

Statt Erinnerungen geistig in Dauerschleife abzuspielen, solltest du sie aus­sprechen. Das funktioniert am besten, wenn du es gleich nach dem negativen Ereignis tust. Aber auch nach Jahren kann es helfen, negative Erinnerungen endlich loszuwerden.

3. Meditiere regelmäßig

Auch wenn es nur ein paar Minuten täglich sind: Meditieren hilft, weil es die Verbindung von Emotionen zu Erinnerungen lockert. Stresshormone verlangsamen unser Gehirn. Bei Menschen, die regelmäßig meditieren, arbeitet es nachweislich besser.

4. Versuch mal umzudenken

Beschwöre negative Empfindungen nicht selbst herauf. Versuche vor allem, die schlechten Dinge nicht immer sofort auf dich selbst zu beziehen und nicht jedes Mal eine böse Absicht dahinter zu vermuten. So können sie sich nicht als negative Erinnerung einbrennen.

5. Plane schöne Ereignisse

Deine Chefin hat dich angepflaumt? Statt lange darüber zu grübeln, plan doch einfach deinen nächsten Urlaub. Wenn du nämlich die Hirnregion beanspruchst,die für organisatorisches Denken verantwortlich ist, reduzierst du Gefühle, die mit schlechten Ereignissen verknüpft sind.

Du siehst, obwohl dein Gehirn ein sehr komplexes und ausgereiftes System ist, ist es nicht unfehlbar! Mit den oben genannten einfachen Kniffen kannst du dein Gedächtnis überlisten. So kannst du selbst darüber entscheiden, was du in die dunkle Kammer verschiebst und was du so schnell nicht wieder vergisst.

Text: Melanie Khoshmashrab

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