Was ist Hot Yoga?
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So gut tut Bikram Yoga

Wenn dein Körper und Geist erst bei tropischen Temperaturen in Einklang kommen, bist du beim Hot Yoga genau richtig. Alles Wichtige über die heißeste unter den Yoga-Arten

Schweiß läuft dir deine Stirn herunter, während du dich tiefer in die Kobra hineinstreckst. Dein Herz pocht schnell in deiner Brust. Es ist tropisch heiß, und du spürst, wie dein Körper an seine Grenzen kommt. Trotz alledem fühlst du dich komplett ruhig und ausgeglichen.

Nein, das ist kein seltsames Dschungel-Ritual. Es ist Bikram oder auch Hot Yoga, und wir sagen dir, warum es sich wirklich lohnt, das mal auszuprobieren.

Was ist Hot Yoga?

Wie der Name schon vermuten lässt, geht es beim Hot Yoga heiß her: Die Yoga-Übungen werden bei einer Raumtemperatur von 38 bis 40 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent ausgeführt.

Bikram Yoga gilt als die ursprünglichste Form des Hot Yoga. Es wurde in den 1960ern vom indischstämmigen in Kalifornien lebenden Yogi Bikram Choudhury erfunden und basiert auf dem klassischen Hatha-Yoga, ist jedoch weniger spirituell ausgerichtet. Es gibt weder Mantras noch Mediationen, der Fokus liegt hier allein auf dem Trainieren des ganzen Körpers.

Wie sieht eine Bikram-Session aus?

Anders als bei anderen Yoga-Formen ist eine Bikram-Yoga-Einheit genau strukturiert. Es gibt eine feste, geschützte Abfolge von insgesamt 26 Yoga-Posen, sogenannte Asanas, und zwei Atemübungen, sogenannte Paranayama. Eine Stunde beginnt und endet immer mit einer Atemübung und dauert daher in der Regel etwa 90 Minuten.

Der Übungsablauf ist so konzipiert, dass der ganze Körper gedehnt und gestärkt wird. Pro Einheit wird jede Übung zweimal hintereinander ausgeführt und wird von Mal zu Mal intensiver.

Für wen ist es geeignet?

Kurz gesagt: Hot Yoga können alle machen, die Spaß an Yoga und kein Problem mit Hitze haben. Da es eine sehr aktive Yoga-Art ist, solltest du aber eine gewisse Grundfitness mitbringen. Für Sportneulinge ist Hot Yoga deshalb eher nicht geeignet. Wenn du zuvor Sport, aber noch nie Yoga gemacht hast, ist das kein Problem.

Leidest du an Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck oder einer anderen Stoffwechsel- oder Autoimmunkrankheit, kann es passieren, dass du deinen Körper mit der Hitze schnell überforderst. Sprich daher vorab mit deinem Hausarzt oder absolviere eine Probestunde, um sicherzugehen, dass Bikram Yoga gut für dich ist. Bei einer Schwangerschaft solltest du lieber erstmal von Bikram Yoga absehen.

Was ist Bikram Yoga?
Nach der Hot Yoga Stunde fühlst du dich stärker, straffer und entspannt. © Jacob Lund/ Shutterstock.com

Was sind die Effekte von Hot Yoga?

Durch die intensive Anstrengung bei den hohen Temperaturen kommst du nicht nur ordentlich ins Schwitzen, auch dein Herz-Kreislauf-System wird gefordert und die Durchblutung angeregt. Dadurch werden deine Muskeln dehnbarer, du fühlst dich geschmeidiger und beweglicher.

Nicht nur dein Körper profitiert von der Hitze, sondern auch dein Geist: Bikram Yoga baut Stress ab und fördert die Konzentration, Willensstärke und entspannt.

Allerdings kann es aufgrund der ungewohnten Hitze am Anfang zu Herz-Kreislauf-Problemen und leichter Übelkeit kommen. Dein Körper braucht erstmal einige Zeit um sich an die neue Herausforderung zu gewöhnen. Gehe achtsam an die Sache heran, denn auch wenn die Muskeln dehnbarer werden, besteht immer noch ein Rest Verletzungsgefahr.

Wie viele Kalorien verbrenn ich beim Hot Yoga?

Das Schwitzen zahlt sich aus, denn Hot Yoga ist ein richtiger Kalorienkiller. Durch die Wärme wird dein Stoffwechsel angeregt, deine Verdauung reguliert und auch der Heißhunger verschwindet mit der Zeit. Pro Yoga-Stunde verbrennt dein Körper zwischen 500 bis 700 Kalorien.

Außerdem baust du durch die Asanas deine Muskeln auf und förderst den Fettabbau. Zusätzlich wird die Körperhaltung aufrechter, das Gewebe straffer und die Haut besser. Um wirklich von den Vorteilen zu profitieren heißt es jedoch: am Ball bleiben. Für spürbare Effekte empfehlen die Hot Yoga Studios 2 bis 3 Sessions pro Woche.

Was ist Hot Yoga?
Gemeinsam schwitzen schweißt zusammen. © Jacob Lund/ Shutterstock.com

5 Dinge, die du für die Hot Yoga Stunde einpacken solltest

Diese Dinge solltest du zum Bikram-Yoga in deiner Tasche haben.

  • Rutschfeste Yoga-Matte: In den meisten Studios kannst du Matten leihen, jedoch ist sie nach der Yoga-Stunde trotz Handtuch komplett durchgeschwitzt. Die eigene Matte ist deshalb hygienischer.
  • Wasserflasche: Höhere Temperaturen bedeuten automatisch mehr schwitzen. Dadurch verliert dein Körper viel Wasser und Salze. Deshalb solltest du während der Hot Yoga Session viel trinken – am besten etwa 2 Liter Wasser einplanen.
  • Angemessene Kleidung: Bei kuscheligen 38 Grad reicht es, barfuß und leicht bekleidet zu kommen. Ein Top oder Sport-BH sowie Shorts oder eine Dreiviertel-Tight sind vollkommen ausreichend. Wichtig: Weiße Klamotten zu Hause lassen – die werden sehr schnell durchsichtig.
  • Dusch-Sachen: Viel Schweiß bedeutet potenziell unangenehme Gerüche. Um deine Mitfahrer in der U-Bahn zu verschonen, solltest du nach der Stunde duschen. Um keinen Fußpilz zu riskieren, unbedingt an Flip-Flops oder Badelatschen denken.
  • Handtücher: Am besten 3 Handtücher mitbringen. 2 davon nimmst du mit in den Yoga-Raum: ein großes Handtuch für die Matte und ein kleines, um zwischendurch die Schweißperlen von der Stirn zu wischen. Das dritte benötigst du für die anschließende Dusche.

Gerade als Bikram-Anfängerin solltest du deinem Körper etwas Zeit gönnen, damit er sich an das Flowen in der Hitze gewöhnen kann. Wenn du nach deiner ersten Bikram-Stunde fix und fertig bist, ist das vollkommen normal. Erst nach 3 bis 5 Sessions hat sich dein Körper an die neue Belastung gewöhnt. Doch für das starke und ausgeglichene Gefühl, das Hot Yoga dir mit der Zeit geben wird, lohnt es sich!

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