Soul Food: Der Geschmack von Glück

Soul Food
Anja Romaniszyn © Andre Schappen

Glücklich kochen Der Geschmack von Glück

Bloggerin und Influencerin Anja Romaniszyn ist am glücklichsten, wenn sie einfach Anja ist. Das bedeutet für sie nach Lust und Laune zu leben. Und vor allem zu kochen und zu backen! Wie sie gelernt hat, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und Glück in der Küche findet.

Kochen und Essen – zwei Dinge mit denen Anja Romaniszyn groß geworden ist. Aufgrund ihrer polnischen Wurzeln – denen sie auch ihren Bloggernamen Anjushka zu verdanken hat – wurde in ihrer Familie immer gerne und groß aufgetischt.

Dass Anja nun ihr erstes eigenes Kochbuch „Einfach glücklich vegan“ (ZS Verlag, um 23 Euro) auf den Markt gebracht hat, ist also eigentlich nicht verwunderlich. Dabei pflegte die 24-jährige Influencerin nicht immer so eine gute Beziehung zum Essen, Kochen und Backen. Es gab eine Zeit in ihrem Leben, in der sie alles andere als einfach glücklich und vegan war.

Anja Romaniszyn Kochbuch Einfach Glücklich Vegan
Einfach Glücklich Vegan - Das Kochbuch von Anja Romaniszyn
© ZS Verlag

Aus einem gestörten Verhältnis zum Essen wird Liebe

In ihrer Jugend stolpert Anja in eine Essstörung. „Der Auslöser war, dass ich mich mit mir und dem Essen nicht wohlgefühlt habe. Ich war überzeugt: Verzicht und Diäten sind der Schlüssel zu meinem Glück“, erzählt Anja. Doch der Verzicht bringt nicht die erhoffte Zufriedenheit und auch kein Wohlgefühl. Stattdessen nehmen Anja Leere, Selbstzweifel und Ängste ein. Sie lehnt letztlich nicht nur das Essen ab, sondern vielmehr sich selbst als ganzen Menschen.

Was Anja erkennen muss: „Es geht darum, zu sich selbst und zum eigenen Körper eine wertschätzende und liebevolle Beziehung aufzubauen. Wertschätzung bringt Fürsorge mit sich, und Essen ist Fürsorge für den eigenen Körper. Wer für sich selbst sorgt, dem sollten Spaß und Genuss beim Essen auch wichtig sein“, erzählt sie.

Wie ein Food-Kanal Anja aus der Essstörung hilft

Der Weg weg von der Essstörung ist kein leichter. Doch professionelle Therapien helfen ihr. Und Instagram! 2015 eröffnet Anja ihren Account @byanjushka und fängt an ihre Geschichte zu teilen. Dabei stößt sie neben einer Menge Verständnis auch auf Inspiration. „Auf Instagram sah ich zum ersten Mal, wie vegane Ernährung aussehen kann. Meine Neugier war geweckt“, so Anja.

Sie macht es sich zur Challenge Essen mit allen Sinnen zu genießen, Neues auszuprobieren und mit veganen Gerichten zu überraschen. Seitdem will sie weitergeben, was sie gelernt hat: einfach zu genießen. Ganz ohne Verzicht!

Kochen ist probieren: Rezepte zum Nachmachen

Anja betont stets, dass ihre Antwort nicht die ultimativ richtige sein muss! „Es ist wichtig, den eigenen Weg zu finden und dabei immer auf das eigene Bauchgefühl zu hören!“ Ganz nach dem Motto „Learning by doing“ stürzt sich Anja seitdem auf neue Rezeptkreationen und findet so immer wieder Freude am Essen. Damit auch du etwas von dieser Freude zu spüren bekommst, verrät Anja dir hier ein paar ihrer Lieblingsrezepte.

Knusper-Schoko-Nuss-Granola

ca. 1 Liter Vorratsglas

Anja Romaniszyn, Granola
Knusper-Schoko-Nuss-Granola
© Anja Romaniszyn


250g Haferflocken, 100g Cashewkerne oder andere Nüsse, 60 ml Kokosöl, 100ml Ahornsirup, 30g Kakaopulver, 1/4 TL Salz, 1 TL Vanille-Extrakt, 100g Zartbitter-Schokoladendrops


1. Ofen auf 180 Grad Ober- Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

2. In einer großen Schüssel Haferflocken und Nüsse vermischen.

3. Kokosöl, Ahornsirup, Kakaopulver, Salz und Vanille-Extrakt in einem Topf verrühren und aufkochen lassen. 2 bis 3 Minuten köcheln lassen und anschließend über die Haferflocken-Nuss-Mischung verteilen. Alles gut miteinander vermischen und auf das Backblech verteilen.

4. Im Ofen etwa 30 Minuten backen. Anschließend komplett auskühlen lassen und in ein Vorratsglas füllen.

Sesam-Tofu

2 Portionen

Anja Romaniszyn, Sticky Tofu
Sesam-Tofu
© Anja Romaniszyn

Tofu: 200 g geräucherter Tofu, 2 EL Sojasauce, 1 EL Ahornsirup, 1 TL Sesamöl, ¼ Chiliflocken oder mildes Chilipulver, 2 EL Stärkemehl, 1 EL Sesam, 2 EL Sesamöl zum Anbraten,

Soße: 1 Knoblauchzehe, 1 EL frischer Ingwer, 1 EL Sesamöl, 3 EL Sojasauce, 1 EL Reisessig, 1 EL Ahornsirup, 2 EL brauner oder Kokoszucker

Beilagen: 200 g Jasmin-Reis, 1 Brokkoli, 1 Frühlingszwiebel, gerösteter Sesam, geröstete Erdnusskerne

1. Tofu: Den Tofu mit Küchenpapier trocken tupfen, Flüssigkeit leicht herausdrücken, in Würfel schneiden. Sojasauce, Ahornsirup, Sesamöl und Chiliflocken zu einer Marinade verrühren. Würfel darin 10 Minuten ziehen lassen. Stärkemehl und Sesam einrühren, alles mixen und bereitstellen.

2. Soße: Knoblauch pressen, Ingwer hacken und mit den restlichen Zutaten pürieren.

3. Reis nach Packungsanleitung kochen. Den Brokkoli in Röschen teilen und garen oder mit dem Tofu braten.

4. Sesamöl in einer Pfanne erwärmen. Den Tofu darin etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun braten. Gelegentlich umrühren. Optional Brokkoli zugeben und weitere 3 bis 4 Minuten braten. Süßsaure Sauce hinzugeben, alles verrühren und 2 bis 3 Minuten köcheln lassen, bis die Soße andickt.

5. Tofu mit Brokkoli und Reis in Schälchen geben. Mit klein geschnittener Frühlingszwiebel, Sesam und Erdnüssen bestreuen.

Polnische "Kroketten" mit Sauerkraut und Pilzen

2 Portionen

Anja Romaniszyn, Kroketten
Polnische "Kroketten"
© Anja Romaniszyn

Pfannkuchen: 300 g Mehl, 300ml Soja- oder Hafermilch, 5 EL Sprudelwasser, 1/2 TL Salz, 2 EL Öl

Füllung: 250 g Sauerkraut (Abtropfgewicht), 1/2 TL Zucker, Gemüsebrühe, 1 EL Öl, 250g braune Champignons, 1 große Zwiebel, Salz und Pfeffer, 1 EL Paniermehl

Panade: 50g Mehl, Salz, 75ml Pflanzenmilch, 50 g Paniermehl, 4 EL Öl

eingelegte Gurken

1. Die Zutaten für die Pfannkuchen zu einem glatten Teig verrühren. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und mit einem Schöpflöffel Teig in die Pfanne geben, bis der Boden dünn bedeckt ist.1 Minute braten, wenden und bis zur gewünschten Bräune weiterbraten.

2. Sauerkraut und Zucker in einen Topf geben, mit Brühe bedecken und 10 Minuten gar kochen. Champignons klein schneiden und Zwiebeln klein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen und Champignons und Zwiebel knusprig braten. Aus der Pfanne nehmen und auskühlen lassen. Sauerkraut und gebratene Champignons nochmals klein schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Paniermehl hinzugeben und gut vermischen.

3. Füllung auf die Pfannkuchen streichen, den Rand 2 cm frei lassen. Beide gegenüberliegenede Seiten nach innen klappen und von der offenen Seite vorsichtig aufrollen.

4. Mehl, Salz und Pflanzenmilch in einem tiefen Teller glatt rühren. Paniermehl in einem zweiten tiefen Teller verteilen. Eingerollte Pfannkuchen von allen Seiten in der Flüssigkeit vollständig wenden. Dann in dem Paniermehl wälzen.

5. Öl in einer Pfanne erhitzen. Pfannkuchen bei mittlerer Hitze rundherum braten, bis sie goldbraun sin.

6. Warm mit eingelegten Gurken servieren.

Fluffige Zimtschnecken

12 Zimtschnecken

Zimtschnecken Anja Romaniszyn
Fluffige Zimtschnecken
© Anja Romaniszyn

Hefeteig: 250 g Mehl, 40 g Zucker, 2 TL Zimtpulver, 1 Prise Salz, 125 ml Soja- oder Hafermilch, 25 g pflanzliche Margarine, ½ TL Vanille-Extrakt, ½ Hefewürfel, pflanzliche Margarine (zum Einstreichen)

Füllung: 2 EL pflanzliche Margarine, 2 EL Sirup (z. B. Dattel), 2 TL Zimtpulver, 2 kleine Äpfel, 50 g gehackte Nüsse

Frosting: 150 g veganer Frischkäse, 50 g pflanzliche Margarine, 200 g Puderzucker, ½ TL Vanille-Extrakt

1. Hefeteig: Mehl, Zucker, Zimt und Salz in einer Schüssel mischen. Sojamilch mit Margarine und Vanille-Extrakt leicht erwärmen, Hefe darin auflösen. In die Mehlmischung einrühren und 10 Minuten zu einem elastischen Teig verkneten. Schüssel mit feuchtem Tuch abdecken und 1 Stunde an warmen Ort ruhen lassen.

2. Füllung: Margarine, Sirup und Zimt in einem Topf erwärmen, bis die Margarine geschmolzen ist. Äpfel klein schneiden, Nüsse hinzugeben, alles miteinander verrühren und beiseitestellen.

3. Eine Ofenform einfetten. Hefeteig auf bemehlter ­Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen. Füllung gleichmäßig darauf verteilen und längs aufrollen. Die Teigrolle in 12 gleich große Stücke schneiden. Schnecken in der Ofenform platzieren und abgedeckt wei­tere 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen.

4. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Zimtschnecken mit geschmolzener Margarine einstreichen und 20 Minuten goldgelb backen.

5. Frosting: Alle Zutaten mit Handrührgerät cremig mixen. Warme Zimtschnecken mit dem Frosting servieren.

Anja hofft, dass sie mit ihrer Geschichte und ihren Rezepten inspirieren kann. "Anfangen, anstatt auf den richtigen Moment zu warten, in allen Lebensbereichen. Auch in der Küche!", das rät sie allen, die sich nicht bereit fühlen oder an sich selbst zweifeln. Also, worauf wartest du? Wenn nicht jetzt, wann dann?

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